Girlfight - Auf eigene Faust

  1. Ø 3
   2000
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Filmhandlung und Hintergrund

Girlfight - Auf eigene Faust: Mitreißender, gefühlvoller Film, in dem ein zorniges Mädchen die Erfüllung im Boxsport findet.

Diana Guzman, taffes Mädel aus Red Hook, die sich schon mal in der Schule prügelt, entdeckt das Boxen für sich. Sie schafft es, Boxtrainer Hector zu überzeugen, sie zu trainieren. Das Geld dafür klaut sie ihrem nichtsnutzigen Vater. Im Ring lernt sie ihre Gefühle zu kontrollieren, wird zu einer guten Kämpferin, und es entspannt sich eine zarte Romanze zwischen ihr und einem Boxkollegen.

Diana Guzman will raus, nach oben. Doch das ist alles andere als leicht, wenn man wie sie in einem heruntergekommenen New Yorker Stadtteil lebt, die Mutter Selbstmord begangen hat, der Vater sich durch Lieblosigkeit auszeichnet und die Schule nervt. Schlagen oder geschlagen werden, lauten für Diana die Alternativen. So setzt sich die taffe Latina mit Fäusten zur Wehr, wenn ihr die Worte fehlen. Da landet sie eines Tages zufällig in einem Boxclub. Trainer Hector bringt ihr das richtige Kämpfen bei, und plötzlich sieht Diana in ihrem Leben einen Sinn…

Die Halbwaise Latina Diana landet eines Tages zufällig in einem Boxclub. Trainer Hector bringt ihr das richtige Kämpfen bei, und plötzlich sieht Diana in ihrem Leben einen Sinn. Karyn Kusamas Erstlingswerk gewann in Sundance sowohl den Regie- als auch den Jury-Preis, Hauptdarstellerin Michelle Rodriguez („The Fast and the Furious“) erinnert in ihrem Zorn an den jungen Brando.

Darsteller und Crew

Kritiken und Bewertungen

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Kritikerrezensionen

  • Mit dem Großen Jury-Preis in Sundance wurde dieser mitreißende Erstling der jungen Filmemacherin Karyn Kusama ausgezeichnet. Er ist außerdem auch das Debut der Hauptdarstellerin Michelle Rodriguez, die mit Bravour und offenbar ganz im Einklang mit sich selbst das um Selbstverwirklichung und Anerkennung boxende Mädchen aus Brooklyns Latino-Szene spielt. Frei von jedem Ton tränenseliger Sentimentalität erzählt der Film von den Emotionen des Heranwachsens, von Wut, Rebellion, aber auch Romantik und Melancholie und dürfte damit einem großen jungen und jung gebliebenen Publikum aus der begeisterten Kinoseele sprechen.

    Niemand Geringeren als den großen und einzig konsequenten Independent-Filmer John Sayles hatte Karyn Kusama als Produzenten und sicher auch kollegial vorbildlichen Beraterfreund. Und wie so oft in dessen Filmen geht es auch hier um ein Milieu und um Menschen am Rande der etablierten urbanen Gesellschaft Amerikas. Die Latino-Welt der New Yorker Stadtteilsiedlung Red Hook in Brooklyn ist der Schauplatz, und während meistens männliche Helden wie Marlon Brando in „Die Faust im Nacken“ oder auch John Travolta in „Saturday Night Fever“ die Stars sind, ist es hier eine Frau. „Ich fand, das würde die Story von der Persönlichkeitsbildung durch physischen Einsatz interessanter machen“, meint Karyn Kusama selbst. „Ich denke, in meinem Film geht es um mehr als nur Boxen, so wie es in ‚Saturday Night Fever‘ um mehr als nur Disco geht.“ Recht hat sie, denn es geht um den Standpunkt, um den Platz im Leben, um das Loslassen von zu Hause und das Freischwimmen von autoritativen und anderen Unterdrückungsmechanismen. Ums Durchboxen.

    Dabei kommt die Regisseurin und Autorin, die Erfahrungen im Boxen hat, ganz ohne aufdringliche Message aus, verirrt sich auch nie in die Überheblichkeit des Moralisierens. Ihre Hauptfigur Diana Guzman (Michelle Rodriguez erinnert in ihrer atemberaubenden physischen Kinopräsenz wirklich ein bisschen an den zornigen jungen Brando) fühlt sich wie im Käfig ihrer selbstzerstörerischen Wut, im Clinch zwischen Schlägereien in der Schule und ihrem lieblos abweisenden Vater (Paul Calderon). Schlagen oder geschlagen werden. Auf einem Botengang für ihren Vater entdeckt sie die ihr bisher unbekannte (Macho)Welt des Boxens in einer Sporthalle für sich und überzeugt einen Trainer, ihr Unterricht zu geben. Boxen als Sport der Konfrontation mit sich selbst: Karyn Kusama und Michelle Rodriguez gelingt die reale Umsetzung dieses Gedankens auf sehr konkrete, unpathetische, überzeugende Weise. Für die Energie, die sich in Diana angestaut hat, unter dem Druck, der in die sie gesetzten und ihr widerstrebenden Erwartungen, findet sie in dieser Welt des Boxens endlich ein Ventil. Und sie setzt sich, gerade in dieser maskulinen Latino-Szene, gegen alle Missachtungen und Anfeindungen durch. So wird die Geschichte dieses Mädchens, ihr Aufstieg in die Federgewichtsklasse zur Story vom Kampf ums Erwachsenwerden. Sie wird zu den Gewinnern gehören – mehr als nur im Sport, im Leben, in ihren Gedanken und Gefühlen, Romantik eingeschlossen. Das Schöne an Karyn Kusamas Film ist der geradlinig, gleichzeitig leichte und doch nicht undramatische Erzählton, immer mit der richtigen Prise Humor im richtigen Moment. Ein ungewöhnlicher Film, der gute Laune und nachdenklich macht. fh.

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