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Gibt es zu Weihnachten Schnee?

   Kinostart: 04.12.1997

Filmhandlung und Hintergrund

Schön gefilmtes, fast naturalistisches Porträt einer schwer arbeitenden südfranzösischen Bauernfamilie.

Eine junge Mutter und ihre sieben Kinder müssen hart arbeiten, um ihrer Farm im Süden Frankreichs das Nötigste zum Leben abzuringen. Dennoch hängen sie aneinander. Wirklich hart wird es für die Kinder, wenn sich ihr Vater ab und an blicken läßt, um die Ernte abzuholen. Er hat eine andere Familie in einem anderen Ort, betrachtet und behandelt die Kids als Bastarde…

Schön gefilmtes, fast naturalistisches Porträt einer schwer arbeitenden südfranzösischen Bauernfamilie.

Darsteller und Crew

  • Humbert Balsan
    Humbert Balsan
    Infos zum Star
  • Dominique Reymond
  • Daniel Duval
  • Jessica Martinez
  • Alexandre Roger
  • Xavier Colonna
  • Fanny Rochetin
  • Flavie Chimenes
  • Jeremy Chaix
  • Guillaume Mathonnet
  • Sandrine Veysset
  • Hélène Louvart
  • Nelly Quettier

Videos und Bilder

Kritiken und Bewertungen

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Kritikerrezensionen

  • Gibt es zu Weihnachten Schnee?: Schön gefilmtes, fast naturalistisches Porträt einer schwer arbeitenden südfranzösischen Bauernfamilie.

    Eine Reise in die Kindheit. Eine Entromantisierung, aber keine Entzauberung ländlicher Existenz. Vor allem aber eine nachwirkende Liebeserklärung an eine aufopfernde Mutter, die die Häßlichkeit des Lebens bezwingbar erscheinen läßt. All das leistet das Regiedebüt der 30jährigen Sandrine Veysset, die als Ausstattungsassistentin von „Die Liebenden von Pont Neuf“ für das Kino Feuer fing. Hier zeichnet sie das authentisch wirkende Porträt einer Frau, der es ungeachtet ihres harten Alltags gelingt, sieben Kinder mit Liebe und Wärme großzuziehen. Ein Kleinod für ein kleines Publikum mit großen Herzen.

    Veyssets Film, dieses Jahr mit dem Cäsar als bestes Erstlingswerk ausgezeichnet, beginnt mit vergnügten Kindern, die im Sommer zwischen Strohballen toben, und endet an Weihnachten mit einem Close-up auf die Mutter. Melancholisch blickt sie durchs Fenster auf ihren Nachwuchs, der mit einer Schneeballschlacht die ersehnte weiße Pracht begrüßt. Dazwischen liegen Monate der Entbehrung und strenger Arbeit, die die Mutter (wunderbare Glucke und Kämpfernatur: Dominique Reymond) mit ihren sieben (von außerordentlich natürlich wirkenden Darstellern gespielten) Kindern auf einem Hof irgendwo im Süden Frankreichs verrichten muß. Die Zikaden zirpen verführerisch, aber die Welt Marcel Pagnols ist fern. Denn „Der Ruhm meines Vaters“ bedeutet keinem der Kinder etwas, schließlich lebt ihr Erzeuger (Daniel Duval) bei seiner Frau auf einem Hof in der Nachbarschaft. Und wenn er seine Geliebte und deren eingeschworene Verbündete, vom Säugling bis zum Teenager, besucht, bleibt er ein Fremdkörper. Ein Choleriker, der in seinen Kindern vor allem billige Arbeitskräfte sieht, und nur gelegentlich ein zärtliches Gesicht zeigt. Eine bizarre Familiensituation, die nie näher erklärt oder hinterfragt wird. Die Mutter hat sie hingenommen, und der Zuschauer muß es auch. An Psychologisierung oder Dramatisierung zeigt Veysset kein Interesse. Selbst als der Vater im Off seine älteste Tochter betatscht und ihn die Mutter wütend beschimpft, spart die Regie jeden melodramatischen Zug aus. Eine Kreisblende, das einzige auffallende visuelle Stilmittel des Films, läßt die Mutter allein zurück und akzentuiert das Gewicht dieses Augenblicks. Keinen falschen Ton gibt es in diesem unaufdringlich berührenden Lebensporträt, das den Alltag und das Gewöhnliche dokumentiert, dabei jedoch außergewöhnlich schöne und zärtliche Beobachtungen macht. Ein Weihnachtsfilm so bescheiden, wärmend und leise wie mancher sich das winterliche Fest auch wünschen würde. kob.
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