Geständnisse - Confessions of a Dangerous Mind

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   2002
Geständnisse - Confessions of a Dangerous Mind Poster
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Filmhandlung und Hintergrund

Geständnisse - Confessions of a Dangerous Mind: Skurriles Biopic über den populären Fernsehmoderators Chuck Barris, der schwor, als Killer der CIA gearbeitet zu haben.

In den frühen 60ern landet der junge TV-Produzent Chuck Barris (Sam Rockwell) mit der Show „The Dating Game“ (das Äquivalent zu unserem „Herzblatt“) einen Sensationserfolg. Der private Barris bleibt jedoch ein zerrissener Charakter, immer auf der Jagd nach schnellem Sex und – trotz weiterer Erfolge – von Minderwertigkeitskomplexen geplagt. Als ihn ein geheimnisvoller Fremder (George Clooney) als Killer für den CIA rekrutieren will, zögert der Fernsehmann nicht lange…

There\’s no business like show business! Stars wie Drew Barrymore, Julia Roberts, Brad Pitt und Matt Damon geben sich die Ehre, wenn Regisseuer George Clooney einen weiteren Stoff von Charlie Kaufman („Adaption„) adaptiert.

Als Game-Show-Moderator lockte die amerikanische Fernsehlegende Chuck Barris Millionen vor die Bildschirme. Weniger bekannt dagegen: Barris behauptet, als verdeckter CIA-Agent für die USA spioniert und getötet zu haben, bis er unter der Last dieses Doppellebens zusammenbrach und seine Memoiren schrieb.

In den 60er Jahren steigt der einst verklemmte, dafür aber skrupellose und ehrgeizige Chuck Barris zum Fernsehstar auf. Er erfindet das „Herzblatt“-Original „The Dating Game“ und spaltet die Nation mit seiner „Gong Show“, in der das boshafte Live-Publikum über die auftretenden Künstler richten darf. Was niemand weiß: Während seiner Dienstreisen arbeitet und mordet der immer exzentrischer und paranoider werdende Barris auf der ganzen Welt im Auftrag der CIA, unterstützt von der ebenso attraktiven wie zwielichtigen Agentin Patricia.

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Kritikerrezensionen

  • Schon wieder Charlie Kaufman (siehe „Adaption“). Schon wieder eine Adaption. Diesmal der skurrilen Autobiographie des populären Fernsehmoderators Chuck Barris, der in „Confessions of a Dangerous Mind“ Stein auf Bein schwor, neben seinen TV-Aktivitäten verdeckt als Killer der CIA gearbeitet zu haben. Wunderbares Material für Superstar George Clooney, der in seinem stargespickten Regiedebüt (mit Sam Rockwell aus „Drei Engel für Charlie“ als Barris) ein sicheres Händchen für den skurril-komischen Stoff beweist, in dem Kaufman einmal mehr schizophren-intellektuelle Konflikte expressiv nach außen kehrt.

    In den sechziger Jahren landet der Hotshot Chuck Barris mit „The Dating Game“ (das Äquivalent zu unserem „Herzblatt'“) einen ersten Sensationserfolg, dem er nach einer Anzahl weiterer Gameshows Ende der Siebziger schließlich „The Gong Show“ folgen ließ – einem nach heutigen Maßstäben fast harmlosen „Tiefpunkt“ in der Geschichte des Fernsehens, der mit Schadenfreude und Häme ein Millionenpublikum vor den Bildschirm lockte. Wenn „Confessions of a Dangerous Mind“ zu Beginn der achtziger Jahre einsteigt, sind die großen Tage Barris‘ längst vorbei. Nach einem Zusammenbruch hat er sich in einem Hotelzimmer verbarrikadiert, wo er nackt und verwahrlost vor sich hinvegetiert, ohne Ziel und Zweck. Um mit sich selbst ins Reine zu kommen, beginnt Barris mit dem Niederschreiben der Memoiren eines verkorksten und ausgesprochen ungewöhnlichen Lebens. Mit ihm unternimmt der Zuschauer eine Reise zurück in lange vergangene Kindheitstage, wo Chucks ewiger Minderwertigkeitskomplex seinen Ausgang nimmt, als er eine Freundin zu Oralverkehr überredet. Fortan ist die Jagd nach schnellem, unverbindlichen Sex für den jungen Mann mindestens ebenso wichtig wie das Streben nach schnellen, unverbindlichen Erfolg beim Medium Fernsehen. Nicht einmal die überraschende Liebe des freidenkenden Blumenkindes Penny (Drew Barrymore auf den Punkt besetzt) gibt ihm den nötigen Rückhalt, sodass Barris auf die Avancen eines geheimnisvollen Mannes (Clooney selbst) reagiert, der ihn als Auftragskiller für den CIA rekrutieren will. Es ist eine aufregende Welt, in die der aufstrebende Fernsehproduzent da eintaucht, angefüllt mit versteckten Ausbildungscamps, undurchschaubaren Femme fatales (Julia Roberts mit viel Spaß an einer kleinen Rolle) und waghalsigen Aufträgen an den Krisenherden der Welt (Mexiko, Ost-Berlin). Das Doppelleben gerät allerdings alsbald außer Kontrolle: Während Barris mit „The Gong Show“ zur nationalen Berühmtheit wird, muss er erkennen, dass ihn die Leute der eigenen Agentur beseitigen wollen.

    Als Chuck Barris „Confessions of a Dangerous Mind“ veröffentlichte, waren selbst engste Vertraute verblüfft: Keiner konnte die CIA-Geschichten bestätigen, niemand sie entkräften: Dem unglaublich zurückgezogenen und zur Paranoia neigenden Barris traute man alles zu. Auch Clooney und Kaufman wollen sich nicht festlegen: Von Anfang an gestalten sie die extrem stilisierten Szenen im mit kräftigen Farben ausgeleuchteten Popart-Look, als wäre beides möglich. Der Killer im Manne als reales Jerry-Cotton-Abenteuer, aber auch als Manifestation einer Seite des Wesens von Barris – das Animalische, Atavistische. Dieser Ansatz wird mit zunehmender Dauer des Films verstärkt, weil Clooney nun auch beginnt, das „reale“ TV-Leben Barris‘ so überzogen zu gestalten, dass nicht mehr ganz klar wird, ob das tatsächlich so stattgefunden haben soll oder auch nur in der Fantasie Barris‘ in dieser Form stattgefunden hat. Being Chuck Barris – das ist die Maßgabe für diesen pfiffigen und ungewöhnlichen Film, der zwar nicht ganz so komplex wie der ebenfalls auf der Berlinale laufende „Adaption“ ist, aber Clooney als gelehrigen Schüler seiner Regisseure Steven Soderbergh und David O. Russell erweist. Zahlreiche In-Jokes und Cameos von Freunden wie Brad Pitt und Matt Damon unterstützen den verspielten Charakter dieses originellen Geständnisses, der in den Einzelteilen zwar etwas gelungener ist als in der Summe, aber seinen Platz im Wettbewerb des ersten A-Festivals des Jahres redlich verdient. ts.

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