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Gernstls Reisen - Auf der Suche nach dem Glück

   Kinostart: 23.02.2006
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Filmhandlung und Hintergrund

Dokumentarisches Roadmovie von Franz X. Gernstl, der seit 1983 mit dem VW-Bus durch Deutschland reist.

Seit den frühen 80er Jahren reist der Redakteur und Autor Franz X. Gernstl mit einem Kamerateam im VW-Bus über die Lande. Er sucht nach den kleinen Besonderheiten am Wegesrand und fragt die Leute nach ihren Träumen, Geschichten und Wegen zum Glück. Das präsentiert er dann den Zuschauern des Bayrischen Rundfunks und mittlerweile einer bundesweiten Fangemeinde in unnachahmlich entspannter Weise im Rahmen der TV-Serie „Gernstls Reisen“.

Als prototypisches Doku-Roadmovie nach zwanzig Jahren auch mal reif für die Leinwand und nichts für Hektiker: Das Best Of aus dem Gernstl-Archiv.

Regisseur und Autor Franz X. Gernstl ist bereits seit 1983 mit einem VW-Bus immer wieder unterwegs durch seine deutsche Heimat. Das Ziel, das er auf allen seinen innerdeutschen Reisen verfolgt: Herauszufinden, wie seinen Mitmenschen leben, wovon sie träumen, was Glück für sie bedeutet und was sie unternehmen, um dieses zu erlangen.

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Darsteller und Crew

  • Franz Xaver Gernstl
    Franz Xaver Gernstl

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Kritiken und Bewertungen

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Kritikerrezensionen

    1. Der Kinofilm zeigt in erster Linie die Entwicklung eines Reporters, der zweimal den Adolf-Grimme-Preis erhielt und dazwischen auch mal drei Jahre lang keinen Auftrag. Die Szenen seiner ersten Reisen, zum Beispiel 1983 den 10. Längengrad entlang vom Allgäu bis zur Ostsee, sind kurz zusammengeschnitten. Man sieht Gernstl an einem schweigenden Bauern scheitern, oder wie ältere Frauen unvorteilhaft durch eine Turnhalle hüpfen. Auch seine Ausflüge in den Osten Deutschlands bleiben die eines Fremden, der im Off-Kommentar findet, hier sei die Zeit stehen geblieben.

      Schön zu hören, dass Gernstl eine Familie gründete, der Kameramann auch, der Tonmann aber nicht. Und dass es sie alle immer wieder fortzog, um das Leben zu genießen, unter dem Vorwand, einen Fernsehauftrag zu haben. Die Lebenskünstler waren stets ihr Ziel, und die Frage, was das Glück ausmacht. Das Glück allerdings, so ist zumindest Gernstls ersten Reisejahren zu entnehmen, lag für ihn auch darin, schnell wieder weg zu können, sobald die spontan Gefilmten sich ein wenig gezeigt hatten.

      Die Szenen aus späteren Jahren sind länger und aussagekräftiger. Vor allem die weisen alten Männer, wie der Tiroler Schreiner und der Südtiroler Künstler, warten mit Zufriedenheit auf. Die Alten wollen einen trinken und sich unterhalten. Am liebsten aber ohne Kamera, denn Prestige ist ihnen nicht mehr so wichtig wie Geselligkeit.

      Gernstl repräsentiert für die Interviewten die große weite Welt. Sie zeigen ihm ihre Schätze, materielle wie ideelle. Ein Wünschelrutengänger, der das TV-Team körperlich untersucht, ahnt bei der Begegnung, zu was er es hätte bringen können: Helikopter, Sekretärin und Pilot. Je länger die Kamera auf solche Menschen draufhält, desto öfter ergeben sich magische Momente: Ja, der Wünschelrutengänger ist ein unerkanntes Genie! Und das Bankgespräch am Chiemsee mit einem Kranken geht nicht nur unter die Haut wegen der Tragik, die der Mann in dürren Sätzen offenbart. Er zeigt dabei eine Würde, die auch das Medium Fernsehen groß erscheinen lässt.

      Wer es noch nicht wusste, sieht es hier: Es regnet viel in Deutschland, im Winter, im April, im November, und dazwischen auch. Die skurrilen Charaktere retten die Gesellschaft nicht vor der Tristesse. Gernstl begegnet ihnen mehr, als dass er sie porträtiert. Was nicht heißt, dass der Kinofilm Schrott ist: Die bruchstückhaften Gespräche, das Herumsuchen und Hinschauen machen Lust, wie Gernstl auf fremde Menschen zuzugehen. Im Anderen spiegelt sich viel von einem selbst, wie in diesem Kinofilm das Staunen des Reporters.

      Fazit: Schnipsel aus 20 Jahren Reiseinterviews für das Fernsehen: Wie der Autor Franz X. Gernstl und sein Team lernten, Menschen zu begegnen und dabei zu staunen.
    2. Gernstls Reisen - Auf der Suche nach dem Glück: Dokumentarisches Roadmovie von Franz X. Gernstl, der seit 1983 mit dem VW-Bus durch Deutschland reist.

      Swingende Dokumentar-Interview-Reise durch Deutschland, die dem einfachen Leben huldigt.

      Seit 1983 gingen Regisseur und Autor Franz X. Gerstl, Kameramann HP Fischer und Tonmeister Stefan Rabatz mit im Lauf der Jahre in der Farbe wechselnden VW-Bullys vom Allgäu bis zur Ostsee auf Reisen, um „auf der Suche nach den besten Weibern und der besten Bratwurst und Menschen, die wissen, wie man richtig lebt“, Deutschland zu erkunden. Das von aufgeschlossenen Redakteuren der Fernsehanstalten „subventionierte Rumstreunen“ des wackeren Trios aus Bayern führte zu Doku-Features, die mit dem Adolf-Grimme-Preis ausgezeichnet wurden. Danach gab es erst mal keine Aufträge mehr, bis der Bayerische Rundfunk die Krise behob und die auch privat durch ihre Familien verbundenen Männer ihren Träumen weiter nachfahren konnten.

      Keine reine Kinoarbeit also, aber was Gernstl im Lauf der Jahre so mitgebracht hat, dürfte die interessieren, die unvoreingenommen neugierig auf andere Menschen sind. Die ersten Reisen zwischen 1983 und 1991 führen u.a. zu gesellschaftlichen Aussteigern, dem Schloss des indischen Gurus Mahareshi und seiner Anhänger, zu Frauengymnastik und Salzbergen, wo das Team „ungewöhliche, lustige, stolze, glückliche, misstrauische Leute getroffen“ hat, die vor allem sehr auskunfts- und gastfreundlich sind. Die besten Teile sind die Trips gen Osten, als die Mauer fällt. In den Neuen Bundesländern, wo es nach Kohleheizung riecht, werden die Bayern zu Thüringer Knödl eingeladen, angeln mit dem Lasso und erleben Erfinder, Geschäftsleute und Bergsteiger mit Schifferklavier.

      Zwischen 1998 und 2005 bleiben die älter gewordenen Männer - Gernstls Schnauzbart ist ab - im Süddeutschen, Heimat ist angesagt. Sie interviewen eine Bäuerin, eine Gewandmeisterin, einen Käsemacher, eine Gospelsängerin, einen begnadeten Schreinermeister, einen Wünschrutengänger, den Jesus von Klagenfurt, schauen einem alternativen Tierprojekt mit frei laufenden Viechern zu und fühlen sich auf ihrer Rundreise durch die Alpenregion sauwohl, wenn’s in Tirol bei einer Bergbäuerin an die Brotzeit geht. Im Finale gibt’s noch mal alle Gesichter zu sehen, swingt die Musik von René Aubry. Fazit der Reise: „Was macht Menschen glücklich? Glücklich waren immer die, die einfach ihr Leben lebten.“ Wer sich davon eine Scheibe abschneiden will, möge getrost mitreisen. ger.

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