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Filmhandlung und Hintergrund

Georgia: Großartig besetztes Psychodrama über die verhängnisvolle Beziehung zweier grundverschiedener Schwestern.

Einst war Sadie eine große Karriere als Rocksängerin prophezeit worden. Doch aus Mangel an Talent hatte nicht sie den Erfolg, sondern ihre ausgeglichene Schwester Georgia. Seither geht es bergab mit Sadie, die mit einem teuflischen Cocktail aus Alkohol, Heroin und Selbstüberschätzung die Augen vor der Realität verschließt. Dann treffen die ungleichen Schwestern wieder aufeinander.

Großartig besetztes Psychodrama über die verhängnisvolle Beziehung zweier grundverschiedener Schwestern.

Darsteller und Crew

Kritiken und Bewertungen

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Kritikerrezensionen

  • Kleiner Film, große Wirkung. Miramax jedenfalls setzt in den USA so viel Vertrauen in dieses schonungslos offene Psychogramm der Beziehung zweier voneinander entfremdeter Schwestern, daß sie „Georgia“ in einem der beiden Blockbuster-Ballungszentren des US-Kinojahres als Rosine zwischen den hochbudgetierten Kuchenstücken ins Rennen schicken. Die Strategie ist klar: Jennifer Jason Leighs Hammervorstellung als Sadie, der gescheiterten, aber nicht gebrochenen Grunge-Göre mit einem Heißhunger auf Selbstzerstörung, soll Ulu Grosbards erstem Film seit elf Jahren mit einer Oscar-Nominierung bis ins Frühjahr einen Platz in den US-Kinos sichern. Verdient hätte die mutigste Schauspielerin Amerikas die Auszeichnung allemal: Niemand sonst riskiert in einer Rolle so viel. Nicht immer landet sie mit ihrem Einsatz Volltreffer. Bei ihrer Sadie stimmt jede Nuance. Grosbard folgt ihr im schnörkellosen, direkten Stil des New Hollywood der frühen siebziger Jahre mit Jump Cuts und handgehaltener Kamera und ordnet den Rhythmus seiner Bilder der entfesselten Hauptdarstellerin unter. „Georgia“ ist so wild, launisch, witzig, unberechenbar und kaputt wie seine facettenreiche Antiheldin, der einst eine große Karriere als Sängerin vorhergesagt worden war, die nun aber schon seit Jahren im Schatten der talentierteren, ausgeglicheneren Schwester Georgia (Mare Winningham spielt sie mit warmem Understatement) steht. Während Georgia mit melodischem Folkrock den Sprung zum Superstar geschafft hat, ist Sadies Musik ihr eigener Soundtrack auf dem Highway in die Drogenhölle: Sadie singt nicht, sie kämpft mit ihren Rocksongs. Grosbard läßt beide Schauspielerinnen live singen. Ein gewagter aber notwendiger Schritt, denn über ihre Musik definieren die beiden nicht nur sich selbst mehr, als es Worte oder Bilder könnten, sondern auch die komplexe Natur ihrer schwierigen Beziehung. In ihrem Hit wiederholt Georgia wie in einem Mantra die Zeile „No more worries“ (keine Sorgen mehr) immer wieder, ganz als wollte sie die Schwierigkeiten der Vergangenheit ein für alle mal in ein dunkles Eck verbannen. Noch packender ist der Höhepunkt des Films ausgefallen: Bei einem Benefizkonzert intoniert Sadie Van Morrisons „Take Me Back“ und läßt in achteinhalb an Intensivität nicht zu überbietenden Minuten mit jeder Pause, jeder hervorgerungenen Silbe den tiefsten Blick in eine verwundete Seele zu, den man 1995 im Kino haben kann. Georgia ist es, die Sadie auf der Bühne von ihrer Selbstmarter befreit. Sie ist es auch, die zur Hilfe eilt, als Sadies Heroinsucht die Oberhand in ihrem Kampf mit sich selbst gewinnt. Grosbards leiser, unspektakulärer Film ist angefüllt mit starken Szenen und noch stärkeren Darstellungen. Neben den beiden wunderbaren Hauptdarstellerinnen liefern vor allem Max Perlich als Sadies naiver Verehrer und Ted Levine als Georgias bedachter Ehemann fein kalibrierte Vorstellungen. Wenn der Film zuende ist, ist Sadies Kampf noch nicht vorbei. Die Gewißheit, nur einen Ausschnitt aus ihrer Teufelskreis-Passion gesehen zu haben, läßt den Film noch lange im Kopf des Zuschauers weiterkämpfen. Wann sich deutsche Filmfans diesem Kleinod stellen dürfen, steht noch nicht fest. Gegenwärtig führt kein Verleih „Georgia“ auf seinen Listen. ts.

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