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Filmhandlung und Hintergrund

George: TV-Dokudrama über Heinrich George, dargestellt von seinem Sohn Götz George.

Im Deutschland der 1920er-Jahre steigt der Schauspieler Heinrich George zum umjubelten Bühnen- und Filmstar auf. George brilliert in Fritz Langs „Metropolis“ ebenso wie als Franz Biberkopf in der Döblin-Verfilmung „Berlin Alexanderplatz“. Auch nach der Machtergreifung der Nazis will George weiterspielen und lässt sich deshalb vom NS-Regime einspannen. Der „Jahrhundertschauspieler“ wirkt in Literatur- und Theaterverfilmungen wie „Der Postmeister“ und „Der Biberpelz“ mit, schreckt aber auch vor Auftritten in nationalsozialistischen oder antisemitischen Propagandafilmen wie „Hitlerjunge Quex“, „Jud Süß“ oder „Kolberg“ nicht zurück. Der Preis, den George für seine Kooperation mit den Nazis zahlt, ist hoch. Im Juni 1945 wird er verhaftet und vom sowjetischen Geheimdienst NKWD zuerst in Hohenschönhausen, dann im sowjetischen Speziallager Sachsenhausen interniert. Am 25. September 1946 stirbt George völlig entkräftet im Alter von nur 52 Jahren in der Haft.

Götz George spielt seinen Vater Heinrich George.

Darsteller und Crew

Kritiken und Bewertungen

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Kritikerrezensionen

  • In diesem ungewöhnlichen Teamworx-Dokudrama über Heinrich Georges Pakt mit dem Teufel schlüpft Götz George in die Rolle seines Vaters.

    Dieses mutige und in einer solchen Größenordnung singuläre Projekt hält schon im theoretischen Ansatz derart viele Facetten bereit, dass dem Film von Joachim A. Lang von vornherein größter Respekt gebührt. Bislang hat Götz George sämtliche Angebote, sich an einem Werk über seinen Vater Heinrich zu beteiligen, abgelehnt. Joachim A. Lang aber hat offenbar nicht nur die richtigen Worte, sondern vor allem das richtige Konzept gefunden; und mit der Produktionsfirma Teamworx sowie Kameramann Holly Fink und Komponist Gert Wilden herausragende Mitstreiter. Der Film ist das Ergebnis von zwölf Jahren Arbeit. Lang bereichert das Genre des multiperspektivischen Dokudramas um eine weitere Ebene, mit deren Hilfe er die Spielszenen immer wieder als das entlarvt, was sie auch sind: keine Rekonstruktion der Wirklichkeit, sondern eine Fiktion auf der Basis von Tatsachen. Er verdeutlicht dies, indem er die Spielszenen, in denen Götz George seinen Vater verkörpert, mehrfach mit Making-of-Bildern konterkariert.

    Auch inhaltlich gelingt Lang die Kombination vieler verschiedener Ebenen. Im Vordergrund steht jedoch die Auseinandersetzung mit der Rolle des Künstlers in der Diktatur; daher konzentriert sich der Film auf die Jahre 1933 bis 1946. Heinrich George repräsentiert sozusagen prototypisch all jene, die sich ab 1933 in irgendeiner Form mit den Nationalsozialisten arrangiert haben. Weil er in Propagandafilmen mitwirkte und im Parteiorgan „Völkischen Beobachter“ zum Endkampf aufrief, wurde er vom sowjetischen Geheimdienst angeklagt und im ehemaligen Konzentrationslager Sachsenhausen interniert, wo er im September 1946 starb. Das Verhör mit einem russischen Offizier (Samuel Finzi) bildet den Rahmen für die zeitsprunghaft komponierten biografischen Rückblenden mit Wochenschaumaterial, Kinofilmausschnitten, Spielszenen (mit Thomas Thieme als Paul Wegener, Martin Wuttke als Joseph Goebbels und Hanns Zischler als Max Beckmann) sowie Gesprächen mit Zeitzeugen und Nachfahren. Der Film schönt das Bild Georges nicht, es gibt keinen Freispruch. Lang, der das Drehbuch gemeinsam mit Kai Hafemeister schrieb, weckt dennoch Verständnis für diesen Menschen, der so reich an Widersprüchen war, in seinem Leben aber immer nur spielen wollte. Doch ein Rückzug auf die Kunst, so zumindest Langs Resümee aus seiner Beschäftigung mit George, „kann zumindest in diesen finsteren Zeiten nicht gelingen.“ tpg.

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