Geliebtes Kind

  

Filmhandlung und Hintergrund

Fernsehfilm um eine schwierige Mutter-Tochter-Beziehung.

Bilderstrecke starten(15 Bilder)
Alle Bilder und Videos zu Geliebtes Kind

Darsteller und Crew

Videos und Bilder

Kritiken und Bewertungen

5,0
1 Bewertung
5Sterne
 
(1)
4Sterne
 
(0)
3Sterne
 
(0)
2Sterne
 
(0)
1Stern
 
(0)

Wie bewertest du den Film?

Kritikerrezensionen

  • Geliebtes Kind: Fernsehfilm um eine schwierige Mutter-Tochter-Beziehung.

    „Kroko“-Macherin Sylke Enders gibt mit dem lupenreinen Drama einer höchst komplizierten Mutter-Tochter-Beziehung ihr Debüt als TV-Regisseurin.

    Vor knapp zehn Jahren rockte Sylke Enders gemeinsam mit ihrer Entdeckung, der Laiendarstellerin Franziska Jünger, die deutsche Filmszene. Ihr Kinodebütfilm „Kroko“ war eine exzellent beobachtete Milieustudie mit viel Humor und Vitalität, die ganz zu Recht mit dem Filmpreis in Silber ausgezeichnet wurde. Nach einigen weiteren Kinoprojekten wie etwa „Mondkalb“, legt Enders nun ihren ersten Fernsehfilm vor.

    „Geliebtes Kind“ ist ähnlich wie „Kroko“ ein Sozialdrama, doch wird diese Problematik nur am Rande gestreift. Im Zentrum steht vielmehr ein junges Mädchen, das mit seinen 16 Jahren an der Schwelle zur Frau steht. Liz ist aber kein normaler Teenager, sie hat einen so genannten Spitzfuß, der sie zu einem „Humpelstilzchen“ macht, wie der wesentlich treffendere Arbeitstitel lautete. Inzwischen hat sie sich mit ihrem körperlichen Manko arrangiert, an ihrem Internat gibt es Marie, ihre beste Freundin, und Robert, ihre erste große Liebe. Als dieser jedoch Probleme mit ihrer Behinderung signalisiert, gibt ihm die enttäuschte Liz den Laufpass, wechselt die Schule und geht wieder zurück nach Hause zu Mutter Susanne. Hier beginnt nun das eigentliche Drama des Films, die Studie einer hochkomplizierten Mutter-Tochter-Beziehung. Auf der einen Seite die perfekte, erfolgreiche Geschäftsfrau Susanne, die immer das Beste für ihr Kind wollte und nicht zugeben kann, dass sie dabei grandios gescheitert ist, auf der anderen Seite die pubertierende Liz, die immer unter der Dominanz der Mutter gelitten hat, sich für sie durch vier Operationen gequält hat, die allesamt nichts gebracht haben und die jetzt endlich selbst über sich und ihren Körper bestimmen will.

    Der Film leidet darunter, dass die jeweilige Motivation von Liz, am Anfang das Internat zu verlassen bzw. am Ende wieder dorthin zurückzukehren, zu schwach ist. Zudem ist das Drehbuch von Peter Bongartz, eigentlich Experte für die neuen ARD-Märchen-Verfilmungen der Gebrüder Grimm, völlig spaßfrei. Und Humor hätte dem Drama zumindest ein wenig von seiner Traurigkeit und Bleischwere nehmen können. Dennoch liefert - neben Anica Dobra als Übermutter und Steffi Kühnert in einer prägnanten Nebenrolle als völlig gegensätzliche Ersatzmutter aus der sozial unterprivilegierten Schicht - insbesondere Mathilde Bundschuh eine starke Performance ab. Ihre rebellische Figur der unangepassten Skaterin erinnert ein wenig an die junge Christina Ricci aus Ang Lees Meisterwerk „Eissturm“. Bundschuhs monoton-abweisendes Mienenspiel spiegelt sich auch auf Musik- und Bildebene wider. Insofern bleibt Enders der tristen Grundstimmung ihres Films treu. Der Score kommt überwiegend melancholisch mit sanften Klaviertönen daher, die Kamera hält die Protagonisten oft im Dunklen, spielt ansonsten mit starken Kontrasten von Licht und Schatten. So bleibt „Geliebtes Kind“ konsequent und in jeder Hinsicht ein lupenreines Drama mit sanftem social touch. lasso.

Kommentare

  1. Startseite
  2. Alle Filme
  3. Geliebtes Kind