Filmhandlung und Hintergrund

Thriller mit Franziska Weisz und Katharina Wackernagel.

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Kritikerrezensionen

  • Tödliche Gefühle: Thriller mit Franziska Weisz und Katharina Wackernagel.

    Tina und Karl Siebold (Franziska Weisz, Arnd Klawitter) müssen den Tod ihrer kleinen Tochter verkraften; das Mädchen ist von einem Geländer seines Elternhauses gestürzt. Die Polizei überprüft routinemäßig, ob der Vater seine Aufsichtspflicht verletzt hat, dann bleiben Tina und Karl mit ihrer Trauer zurück. Aber eigentlich trifft das nur für Karl zu: Tina trauert nicht, zumindest nicht sichtbar; Karl fühlt sich alleingelassen.

    Dieser Teil des Auftakts könnte auch der Beginn eines Ehedramas sein: Eine Beziehung, die bereits erste Risse hat, zerbricht am Verlust des Kindes. Karl ist zudem keineswegs so unschuldig, wie er der Polizei versichert hat, denn als das Mädchen abgestürzt ist, saß er nicht etwa am Schreibtisch, sondern lag im Bett einer attraktiven Nachbarin. Geschickt legt das Drehbuch (Rosenmüller und Stefan Brunner) damit die Basis für eine Wandlung zum Thriller. Eine Einstellung genügt, um dies schon zu Beginn anzudeuten: In den Armen seiner Geliebten ruft Karl seine Tochter an, um ihr mitzuteilen, dass er erst später nach Hause kommt. Dann wechselt die Kamera in die Tiefenschärfe und zeigt das Kind auf der Terrasse.

    Zunächst jedoch erzählt „Tödliche Gefühle“ eine ganz andere Geschichte, und hier liegt eine große Schwäche des Drehbuchs: weil Rosenmüller 45 Minuten lang Anlauf nehmen muss, bis er endlich die Erwartungen erfüllt, die der Titel weckt. Während sich Karl seiner Trauer hingibt, handelt Tina pragmatisch, erledigt typische Sterbefallformalitäten und konzentriert sich ansonsten auf ihre Arbeit als Restauratorin in einem Berliner Museum. Eher der Form halber sucht sie einen Psychologen (Stefan Jürgens) auf. Er notiert sich den Schlüsselbegriff des Films: Alexithymie, Gefühlsblindheit. Der Film hat ein Bild dafür: Auf dem Friedhof weint eine Mutter um ihr verstorbenes Kind; Tina weint nicht.

    Natürlich ist Franziska Weisz eine ausgezeichnete Besetzung für die Rolle der ungerührten Mutter, zumal es ihr vortrefflich gelingt, unnahbar zu wirken. Aber selbst Franziska Weisz kann nicht verhindern, dass sich der Handlungsfluss verplätschert. Nach dem interessanten Auftakt scheint sich „Tödliche Gefühle“ nur noch darin zu gefallen, schöne Menschen in teurer Kleidung und luxuriös anmutenden Wohnungen zu zeigen; selbst wenn Weisz und Katharina Wackernagel (als Tinas mitfühlende Chefin Pola) eine in jeder Hinsicht reizvolle Kombination sind. Exakt zur Hälfte ändert sich endlich das Vorzeichen: Tina überredet die Kollegin, sich gemeinsam bei einem Seitensprungportal anzumelden. Als Sie nach einer Verabredung mit einem Fremden (Philipp Christopher) verschwindet, Pola auf eigene Faust die Freundin sucht und das Drehbuch neben einer vermeintlichen Entführung inklusive Sexvideo auch noch ein Eifersuchtsablenkungsmanöver einbaut, wandelt sich das Drama zwar zum erotisch angehauchten Hochglanz-Thriller, doch das ändert nichts am größten Manko: „Tödliche Gefühle“ leidet unter der gleichen Krankheit wie die Hauptfigur. Der auch optisch unterkühlte Film ist unfähig, die behaupteten Emotionen zu vermitteln, weshalb mit Ausnahme des Vaters alle wichtigen handelnden Personen wie Kunstfiguren wirken; außerdem dauert es viel zu lange, bis er endlich zur Sache kommt. Als sich zum Finale alle Kreise schließen, ist das zwar in der Tat verblüffend, aber auch etwas an den Haaren herbeigezogen. tpg.

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