Gefühl und Verführung - Stealing Beauty (1996)

Originaltitel: Stealing Beauty
Gefühl und Verführung - Stealing Beauty Poster

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Filmhandlung und Hintergrund

Gefühl und Verführung - Stealing Beauty: Romantisches Drama mit Liv Taylor, die unter Bernardo Bertoluccis Regie ein junges Mädchen im Selbstfindungsprozeß spielt.

Nachdem sich ihre Mutter umgebracht hat, verbringt die junge Amerikanerin Lucy den Sommer bei Freunden in einer Villa in der Toskana. Sie hofft, dort ihren leiblichen Vater zu finden und Niccolo, einer ehemaligen Ferienliebe wiederzubegegnen. Zugleich erfrischt sie mit ihrer unbeschwerten und offenen Art die lethargischen Mitbewohner der Villa und gewinnt die erste bedeutsame sexuelle Erfahrung.

Romantisches Drama mit Liv Taylor, die unter Bernardo Bertoluccis Regie ein junges Mädchen im Selbstfindungsprozeß spielt.

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Kritikerrezensionen

  • Nach der Fertigstellung seiner “orientalischen Trilogie” wollte Bernardo Bertolucci wieder einen Film in seiner Heimat Italien realisieren. Er beauftragte die US-Schriftstellerin Susan Minot, aus seiner flüchtigen Ideen-Skizze ein Drehbuch zu gestalten. Aus dieser fast poetischen Vorlage schuf der Meister eine leichte, lichtdurchflutete Sommerromanze, in deren Mittelpunkt das 19jährige amerikanische Schauspieler-Talent Liv Tyler steht.

    Vor allem zwei Gründe hat die junge Amerikanerin Lucy Harmon (sensationell: Liv Tyler), den Sommer bei Freunden in der Toskana zu verbringen: Zum einen will sie, nach dem Selbstmord ihrer Mutter, dort versuchen, ihren biologischen Vater zu finden und zum anderen will sie den Nachbarsjungen Niccolo wiedersehen, in den sie sich bei einem Besuch vor vier Jahren unsterblich verliebt hat. Bei ihrer Rückkehr in die USA wird sie tatsächlich ihrem Vater begegnet sein und ihre Jungfräulichkeit verloren haben – allerdings nicht an Niccolo.

    Dazwischen liegt eine Zeit lustvoller Unschuld, emotionaler Verwirrung und diffuser Sehnsucht, eine Zeit der Empfindsamkeit also, die geradewegs aus Lucys Poesiealbum stammen könnte. Mit ihrer frischen Art und naiven Offenheit beflügelt Lucy immer mehr auch die anderen, in ihrer selbstgefälligen Toskana-Lethargie vor sich hindümpelnden Bewohner der Villa.

    Vor allem in dieser Figuren-Konstellation blitzen Bertolucci-typische “Themen” wieder auf: Da gibt es den zynischen Kunsthändler (Jean Marais), den todkranken Dichter (hervorragend: Jeremy Irons), das heiter-abgedrehte Künstler-Ehepaar (Donald McCann & Sinead Cusack) samt ihrer sexuell äußerst attraktiven Tochter (Rachel Weisz) und deren egoistischem Lover (D.W. Moffett). Geschickt kontrastiert Bertolucci deren leergelebte Welt aus melancholischer Luft und Ennui mit Lucys Suche nach den Geheimnissen des Lebens. Identitätsstarre versus Lebensfreude! Hier treffen Menschen aufeinander, die von allem den Preis wissen und von (fast) nichts mehr den Wert. Es ist schon erstaunlich, mit welchem großen Einfühlungsvermögen sich der 56jährige Bertolucci in die Psyche eines 19jährigen Mädchens hineinversetzt. Seiner sensiblen Regie vor allem ist es zu verdanken, daß Lucys Selbstfindungsprozeß nicht zu einer soft-voyeuristischen Altmännerfantasie verkommt. In diesem Zusammenhang soll die kongeniale Kameraarbeit von Darius Khondji (“Seven”, “Stadt der verlorenen Kinder”) nicht unerwähnt bleiben. Wie er sich nicht nur den ausgelutschten Toskana-Klischees verweigert, sondern immer wieder neue Bilder findet, und wie er vor allem Liv Tyler fotografiert hat, ist schlicht meisterhaft. Mit der unverkrampften Art, mit der Bertolucci seinen romantischen Sommernachtstraum inszeniert hat, ist es gut möglich, daß er sich ein völlig neues, vor allem jüngeres und unbelasteteres Publikum erschließt. Und vielleicht kann man dem Werbeslogan auf den Plakaten in Cannes zustimmen: “The most beautiful place to be is in love”. ull.

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