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Ganz nah bei dir: Lakonische und märchenhafte Liebeskomödie mit poetischer Ader.

Philipp ist ein Sonderling und Eigenbrötler. Seine einzigen Freunde sind Schildkröte Paul und Therapeut Aaron. Er möchte gerne als Pantomime auf einer Kleinkunstbühne auftreten, doch wie bei vielen anderen Dingen fehlt ihm auch dazu der Mut. Da reißt ihn die blinde Cellistin Lina aus seiner Lethargie. Kaum hat sie mit Hartnäckigkeit seinen Schildkrötenpanzer aufgebrochen, stapeln sich die Probleme. Doch Lina bringt ihm geduldig das Umgehen mit Gefühlen bei.

Eigenbrötler Philipp wird von der blinden Cellistin Lina aus seiner Lethargie gerissen. In Almut Gettos (“Fickende Fische”) lakonischer, märchenhafter Liebestragikomödie glänzen Bastian Trost und Katharina Schüttler.

Darsteller und Crew

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Kritikerrezensionen

  • Regisseurin Almut Getto erzählt mit „Ganz nah bei dir“ auf märchenhafte Weise die Geschichte von dem Zusammenkommen zweier Menschen, die unterschiedlicher nicht sein könnten. Auf der einen Seite ist da der verschrobene Phillip, der in seiner Nähe eigentlich nur seine Schildkröte erträgt, aber trotzdem ins geheim davon träumt, als Pantomime auf einer Bühne zu stehen. Und auf der anderen Seite steht die lebenslustige Lina, die trotz ihrer Blindheit mitten im Leben steht und sich von nichts und niemandem von irgendwas abhalten lässt.

    Ja richtig, spätestens seit Jack Nicholsen in „Besser geht´ s nicht“ und allerspätestens seit Monk kennt man solche seltsamen Typen wie Phillip, die einfach nur die richtige Frau brauchen, um sie mit der Welt der „normalen“ Menschen bekannt zu machen und die emotionalen Störungen ein wenig zu lindern.

    „Ganz nah bei dir“ ist aber trotzdem originell, weil die Komik funktioniert. So gut, dass selbst Blindenwitze nicht platt wirken und sogar eine Bügelmaschine zum Schmunzeln anregt. Zu den grandiosesten Szenen gehört zweifelsohne das erste Date der beiden: Sie kommt zu spät und wird nett aber bestimmt von ihm darauf hingewiesen, dass dies nicht geschehen wäre, wäre sie früher losgegangen. So verfahre man schließlich, wenn man den Weg nicht genau kennt. Zum Abendessen kommt es dann nicht, weil Phillip mit dem Keller auf Kriegsfuß steht, welcher auf den Wusch einen anderen Kellner zu bekommen zum wiederholten Male: „Haben wir nicht!“ zum Besten gibt.

    Man kann gar nicht anders, als ab der ersten Minute in die Hauptfiguren vernarrt zu sein. Verhuscht leise und unübersehbar laut prallen auf einander und es macht schlicht und ergreifend irrsinnigen Spaß Bastian Trost und Katharina Schüttler dabei zuzusehen, wie sich ihre Figuren annähern, größere und kleinere Differenzen sowie die ein oder andere Baustelle überwinden, um dann gemeinsam Hand in Hand durch die nächtliche Straßen zu rennen. Und auch wenn das Ende keine Überraschung ist, der Weg dort hin ist voll davon.

    Fazit: Eine Boy-Meets-Girl-Story der andern Art mit sehr viel Sinn für Komik, die absolut ans Herz geht.
  • Lakonische Liebeskomödie mit poetischer Ader von Almut Getto, die bereits mit ihrem Debüt “Fickende Fische” überzeugte.

    Sechs lange Jahre brauchte es, bis Getto nach ihrem sensiblen Erstlingsfilm, der den Deutschen Filmpreis einheimste, ein neues Werk fertig stellen konnte. Wieder bringt sie eine zarte Liebe auf die Leinwand, eine märchenhafte Arthouse-Fabel von der schleppenden Annäherung zweier Singles.

    Der eine heißt Philipp (Bastian Trost, “Schläfer”) und pflegt als vollendeter Misanthrop das spleenige Dasein eines Sonderlings, der sich selbst genügt. Außer Schildkröte Paul hat er keine Gefährten, Therapeut Aaron ist bezeichnenderweise sein einziger Freund. Für den Auftritt als Pantomime auf einer Kleinkunstbühne – wo die offenbar schlechtesten Amateure des Landes auftreten – fehlt ihm der Mumm, doch dann reißt ihn die blinde Cellistin Lina (Katharina Schüttler, “Sophiiiie!”) aus seiner selbst gewählten Lethargie. Kaum hat sie mit Hartnäckigkeit seinen Schildkrötenpanzer aufgebrochen, stapeln sich die Probleme. Und seine Wohnung wird (samt Paul!) leer geräumt, so dass er sein altes Leben verloren, das neue aber noch nicht begonnen hat. Nun sozialisiert die aufgeweckte Lina den gefühlsblinden Falschgeldexperten.

    Eine education sentimentale, die zwar in einem alltagsnahen Umfeld spielt, das sich aber durch viele künstlerische Reduktionen in ein unwirkliches Szenario transformiert – und so ein bizarres Märchen ergibt. Bastian Trost agiert als Zentrum der Komik mit einer unbeweglichen Mimik, die Buster Keaton zur Ehre gereicht hätte, dessen Werke Getto auch zitiert, ihre Finger aber vom Slapstick lässt. Die Cabaret-Atmosphäre sorgt in ihrer ruhigen, lakonischen Tragikomödie für einen besonderen Touch, den die Cellomusik fabelhaft ergänzt.

    Das kunstfertige Mood-Movie erlaubt der letztlich liebenswerten Hauptfigur, nicht nur die Angst vor der eigenen Courage zu überwinden, sondern ihre Philosophie gehörig umzukrempeln und sich endlich den unwägbaren Fährnissen des Lebens zu stellen, für die es keine Bedienungsanleitung gibt.

    tk.

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