Richard Attenborough: Seine 11 größten Meisterwerke

Kino.de Redaktion |

Gandhi Poster

Mit 90 Jahren hat uns der legendäre Richard Attenborough verlassen. CINEFACTS erinnert an seine elf größten Meisterwerke vor und hinter der Kamera.

Mit 90 Jahren ist der Weltstar Richard Attenborough aus dem Leben geschieden. Der mehrfache Oscar- und Golden-Globe-Preisträger ist am 24. August 2014 in Cambridge gestorben.

Bereist zu Beginn der 1940er Jahre startete Attenborough seine Karriere als Schauspieler. Sein außerordentliches Talent half dem Briten, sich schnell im Filmbusiness zu etablieren. Ab den 1960ern sorgte der 1976 von Queen Elizabeth II. zum Ritter geschlagene Star auch hinter der Kamera für Furore, erst als Produzent, dann auch als Regisseur.

CINEFACTS erinnert an die elf größten Meisterwerke, in denen Richard Attenborough mitgewirkt bzw. die er inszeniert hat.

Brighton Rock (1947)

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Brighton Rock ist ein klassischer Film Noir - ein zynischer, durch eine pessimistische Weltsicht geprägter amerikanischer Kriminalfilm. Mit Richard Attenborough in der Hauptrolle des Gangsters Pinkie Brown avancierte die Buchadaption zum beliebtesten britischen Film und wurde von Kritikern außerordentlich gelobt. Gleichzeitig bedeutete dieses Werk den Durchbruch für den jungen Attenborough. An eine Neuverfilmung von Brighton Rock wagte sich 2010 Rowan Joffé, der die Handlung allerdings in die 60er Jahre verlegte, anstatt sie wie im Original in den 30ern zu belassen.

Gesprengte Ketten (1963)

John Sturges‘ Klassiker „Gesprengte Ketten“ verschaffte Richard Attenborough den ganz großen Durchbruch. Dass dem Brite dies gelang, ist angesichts der aus zahlreichen Supertars bestehenden Besetzung doppelt beeindruckend. Trotz eines Steve McQueen, eines James Garner, eines Charles Bronson oder eines James Coburn konnte Attenborough sich nachhaltig ins Gedächtnis der Zuschauer spielen. Eine starke Leistung.

Der Flug des Phönix (1965)

„Der Flug des Phönix“ aus dem Jahr 1965 ist ein weiterer Oscar-nominierter Film in Attenboroughs Erfolgssammlung. Der Männerfilm bietet spannende Abenteuer-Unterhaltung mit einer guten Portion Realismus. Auch die psychologischen Auswirkungen in der Krisensituation werden von dem hochkarätigen Cast sehr authentisch dargestellt. So laufen Richard Attenborough, James Stewart, Peter Finch und Hardy Krüger zur Höchstform auf. Der Film ist angelehnt an den gleichnamigen Roman von Elleston Trevor. Gedreht wurde im legendären Buttercup Valley in der Nähe von Yuma, dem gleichen Ort, an dem später auch „Die Rückkehr der Jedi-Ritter“ und „Stargate“ entstanden sind. 2004 gab es eine Neuverfilmung mit Dennis Quaid in der Rolle des Piloten Frank Towns.

Kanonenboot am Yangtse-Kiang (1966)

Wie bereits in „Gesprengte Ketten“ spielte Richard Attenborough in „Kanonenboot am Yangtse-Kiang“ an der Seite des Weltstars Steve McQueen. Act Oscar-Nominierungen sackte das Kriegsdrama ein, gewann am Ende jedoch leider keinen einzigen. Richard Attenborough durfte sich allerdings über den Golden Globe als Bester Nebendarsteller freuen - sein erster von insgesamt drei.

Doctor Dolittle (1967)

Die Abenteuer des tierlieben Dr. Dolittle im gleichnamigen Film basieren auf den Kinderbuchgeschichten des britischen Autors Hugh Lofting. Daraus entstand 1967 ein Musical mit Rex Harrison als Dr. Dolittle und Richard Attenborough in der Rolle des Albert Blossom. Das aufwändig inszenierte Märchen ist gespickt mit eingängigen Melodien, verblüffenden Einfällen und fantastischen Schauspielern - allen voran natürlich Attenborough, der für seine Darbietung 1968 einen Golden Globe als Bester Nebendarsteller gewann.

Die Brücke von Arnheim (1977)

Nach „Oh! What a Lovely War“ und „Der junge Löwe“ war „Die Brücke von Arnheim“ Attenboroughs drittes Regie-Werk. Ganze 22 Millionen Dollar sollen ihm zur Verfügung gestanden haben, eine für damalige Verhältnisse enorme Summe. Attenborough wusste das Geld sinnvoll einzusetzen. Den aus Stars wie Sean Connery, Dirk Bogarde, James Caan, Gene Hackman, Anthony Hopkins, Laurence Olivier und Michael Caine bestehenden Cast setze Attenborough gekonnt in Szene und schuf auf diese Weise einen Filmklassiker für die Ewigkeit.

Gandhi (1982)

Mit der epochalen Verfilmung der Lebensgeschichte des indischen Unabhängigkeitskämpfers Mahatma Gandhi setzte Richard Attenborough Maßstäbe. Die Auswahl von Ben Kingsley als Hauptdarsteller war ein Geniestreich, die Umsetzung des Meisterwerks grandios. Legendär ist die bis heute größte, mit 300.000 Statisten gedrehte Massenszene der Filmgeschichte. Die acht Oscars, u.a. für den Besten Film und für die Beste Regie, waren absolut verdient.

A Chorus Line (1985)

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Nach „Doctor Dolittle“ machte Richard Attenborough 1985 wieder einen Abstecher ins Musical-Genre – dieses Mal jedoch hinter der Kamera. Gedreht wurde in zwei Theatergebäuden in New York City, und für die Hauptrolle konnte er keinen Geringeren als Michael Douglas gewinnen. Der verkörperte den knallharten Regisseur und Choreografen Zach absolut authentisch. Seine anspruchsvolle Mission ist es, acht geeignete Kandidaten für eine neue Broadway-Produktion auszuwählen. Wie so oft wurde auch dieser Attenborough-Film in mehreren Oscar - und Golden-Globes-Kategorien nominiert.

Schrei nach Freiheit (1987)

Zwei Jahre nach seinem Erfolg mit dem Muscial „A Chorus Line“ widmete sich der mittlerweile nur noch als Regisseur und Produzent tätige Attenborough wieder einem ernsteren Thema. Das Drama „Schrei nach Freiheit“ porträtiert eindrucksvoll das Leben und den Anti-Apartheidskampf der beiden außergewöhnlichen Südafrikaner Steve Biko, einem schwarzen Bürgerrechtler, und dem weißen Journalisten und Aktivisten Donald Woods. Verfilmt wurde das Drama mit Denzel Washington und Kevin Kline in den Hauptrollen. Bei den Oscars wurde dieser Film mit drei Nominierungen bedacht.

Chaplin (1992)

Lord Attenborough war nicht nur ein begnadeter Schauspieler, sondern auch ein grandioser Regisseur. Zehn Jahre nach seinem spektakulären Werk über Gandhi (1982), welches mit acht Oscars ausgezeichnet wurde, schuf er mit seinem Portrait über das außergewöhnliche Leben der Comedy-Legende Charlie Chaplin einen weiteren Meilenstein in seiner Karriere. Die Liste der Darsteller kann sich sehen lassen. Von Robert Downey, Jr. bis Dan Aykroyd und Kevin Kline bis hin zu Geraldine Chaplin demonstrierten viele große Hollywood-Stars ihr Können. Downey, Jr. gewann für seine Rolle als Charlie Chaplin sogar einen der begehrten BAFTA Awards in der Königskategorie Bester Schauspieler. Darüber hinaus wurde das Biopic für mehrere Oscars und Golden Globes nominiert.

Jurassic Park (1993)

14 Jahre dauerte es, bis Richard Attenborough wieder als Schauspieler auftrat. Niemand Geringerem als Regie-Superstar Steven Spielberg gelang es, den Oscar-Preisträger von einem Leinwand-Comeback zu überzeugen. Attenboroughs Rückkehr war furios: Im Blockbuster „Jurassic Park“ spielte er die Schlüsselrolle als Unternehmer John Hammond, der mit Hilfe der Gentechnik die Dinosaurier auf die Erde zurückkehren ließ. Als von blindem Ehrgeiz Angetriebener brillierte Attenborough und trug seinen Teil dazu bei, dass Spielbergs Saurier-Abenteuer zum Megahit avancierte.

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