Fakten und Hintergründe zum Film "F?r immer Shrek"

Kino.de Redaktion |

Für immer Shrek Poster

Mehr zum Film? Wir haben die wichtigsten Hintergründe und Fakten für Dich gesammelt: detaillierte Inhaltsangaben, Wissenswertes über die Entstehung des Films, ausführliche Produktionsnotizen. Klick rein!

Über die Produktion

Es gibt kaum einen Menschen auf der Welt, der das verrückte, ironische Märchen von Shrek, Fiona, Esel, dem Gestiefelten Kater und ihren Abenteuern in dem Märchenreich Weit Weit Weg nicht kennt. Die Filme, die auf dem beliebten Kinderbuch „Shrek!“ von William Steig basieren, werden von Kritikern und dem Publikum heiß und innig geliebt, waren weltweite Kassenschlager und „Shrek“ (SHREK – DER TOLLKÜHNE HELD, 2001) war der erste computeranimierte Film, der den Oscar® in der Kategorie „Bester Zeichentrickfilm“ gewann. Kurz gesagt: Shrek und seine Freunde aus Weit Weit Weg haben sich ihren Platz in der Kino- und Trickfilmgeschichte redlich verdient.

Da die Filmemacher bei DreamWorks Animation mit den vorangegangenen drei Abenteuern bereits den größten Teil des Märchenuniversums und seiner Möglichkeiten abgedeckt hatten, mussten sie sich für den vierten – und letzten – Teil der Abenteuer von Shrek und Fiona einer ganz besonderen kreativen Herausforderung stellen.

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Mike Mitchell, ein Veteran von DreamWorks Animation und auch Regisseur zahlreicher Live-Action-Filme, fragt: „Wie kann man dem Publikum geben, was es kennt und liebt, und gleichzeitig einen frischen Ansatz finden und alles noch wunderbarer gestalten?“ Eine gewaltige Aufgabe für jeden Regisseur, wie Mitchell anfügt: „Wir haben alles gegeben, um Shreks bittersüße Geschichte bestmöglich auszuschmücken, und wussten, dass die Fans wissen wollen, wie sie endet.“

Bei dieser Aufgabe wurde Mitchell von zwei verdienten und erfolgreichen Produzentinnen unterstützt, die sich mit Animationsfilmen bestens auskennen: Gina Shay und Teresa Cheng. Zu Shays vielen Produktionscredits zählt u. a. DER SPONGEBOB SCHWAMMKOPF FILM (2008). Cheng verfügt über eine mehr als 20-jährige Erfahrung, was Animationsfilme und Visual Effects angeht (zuletzt als Produzentin des TV-Weihnachtsspecials SHREK – OH DU SHREKLICHE, 2007).

„Mike, Gina und Teresa sind ein großartiges Team“, lobt der ausführende Produzent Aron Warner, Produzent der ersten drei Shrek-Abenteuer. „Sie haben mir und dem ganzen Cast und der Crew enormes Vertrauen und Zuversicht gegeben.“

Mitchell, Cheng und Shay stellten eine Crew zusammen, die aus hochbegabten Bildgestaltern und Storyboardkünstlern bestand, Character Animators, künstlerischen Designern und Produktionsdesignern, Figurengestaltern und Rigging-Teams, Layoutkünstlern, Beleuchtern und Visual-Effects-Künstlern, darunter: Walt Dohrn (Head of Story), Patrick Mate (Character Design), Peter Zaslav (Produktionsdesign), Max Boas (Art Director), Doug Cooper (Visual Effects Supervisor), Alex Ongaro (Head of Effects), Young Duk Jhun (Head of Layout und Leiter der Prävisualisierung), Jason Reisig (Head of Character Animation), Olivier Finkelde (Head of Character Effects), Jeffrey „JJ“ Jay (Character TD Supervisor), Justin Brandstater (Matte Painting Supervisor), Josh West (Modeling Supervisor), Lisa Slates Connors (Surfacing Supervisor), Allen Stetson (Crowd Supervisor), Valerie Lettera-Spletzer (FLO Supervisor), Nick Fletcher, A.C.E. (Cutter), Ethan Van Der Ryn (Sounddesigner), Anthony Gray, John Hill, Marcek Kochout Jason Ryan (leitende Zeichner) sowie Greg Lev, Betsy Nofsinger, Marc J. Scott und Pablo Valle (CH Supervisors). Als Leiter der 3-D-Effekte kam natürlich niemand anderes infrage als Phil „Captain 3D“ McNally. So wurden viele Kreative, denen Shreks Welt vollkommen neu war, erfolgreich mit erfahrenen Mitarbeitern aus den vorangegangenen drei Filmen zusammengeführt. Eines hatten sie jedoch gemeinsam: Sie waren und sind riesige Shrek-Fans, sodass die Produktion von gewaltigem Enthusiasmus und Synergieeffekten getragen wurde.

„Diese Crew ist ganz vernarrt in Shrek“, erklärt Shay. „Wir sind einfach alle professionelle Shrek-Fans und jeder hat so viel Leidenschaft in das Projekt gesteckt, dass eine ausgesprochen kreative Zusammenarbeit daraus entstand.“

Als es darum ging, die Geschichte von FÜR IMMER SHREK zu entwickeln, entschieden sich die Filmemacher schnell, sich sehr auf Shrek zu konzentrieren: Wie lebt der einstmals so gefürchtete Oger? Was treibt er?

Obwohl der grüne Oger im Mittelpunkt aller Geschichten steht, gibt es böse Zungen, die behaupten, er sei nach drei Filmen ziemlich zahm geworden. Als dreifacher Vater trägt Shrek eben eine enorme Verantwortung und muss seinen Aufgaben und Pflichten nachkommen. Er ist längst nicht mehr der furchteinflößende Riese, den wir zu Beginn des ersten Films kennengelernt haben, bei dessen Anblick die Bewohner von Weit Weit Weg panikartig die Flucht ergriffen. Mittlerweile behandeln sie ihn ehrfürchtig und begeistert wie einen Superstar, ziehen ihren Hut und freuen sich, wenn ihnen Shrek über den Weg läuft.

Wie bei einer Fortsetzungsgeschichte üblich, bietet jedes neue Kapitel die Gelegenheit, den Helden weiterzuentwickeln. In Shreks Fall war der nächste logische Schritt eine handfeste Midlife-Crisis. „Wir wollten die Story originell halten, deshalb musste eine neue Wendung her“, erklärt Cheng. Wir fragten uns, was gibt es für Shrek als Oger noch zu erfahren und zu lernen?“

In einem frühen Entwicklungsstadium gab es dieses Bild, wie Shrek in den Spiegel starrt, seinen alten „Gesucht“-Steckbrief im Blick hat und sich fragt: „Was ist bloß aus mir geworden?“ Das war für die Filmemacher der entscheidende Wendepunkt: „Shrek ist nicht mehr der Oger, den wir im ersten Film kennengelernt haben. Er ist zahm und mild geworden, nicht mehr furchterregend. Alle Bewohner von Weit Weit Weg lieben ihn“, sagt Mitchell. „Dabei war es das Letzte, was wir Shrek wünschten: dass er seinen Biss verliert.“

Während Mitchell und seine Mitarbeiter an der Story feilten, offenbarten sich unendliche Möglichkeiten und unendliches Potenzial. Die Welt von Weit Weit Weg war noch lange nicht auserzählt. Autor Josh Klausner (DATE NIGHT – GANGSTER FÜR EINE NACHT, 2010) kam schließlich auf die Idee, Shrek in die Vergangenheit reisen zu lassen. Was wäre, wenn es eine Möglichkeit für ihn gäbe, zurückzugehen? „Das ist doch ein sehr nachvollziehbarer Wunsch“, sagt Mitchell. „Wer hat nicht schon einmal daran gedacht, die Zeit zurückzudrehen, um sein Leben in andere Bahnen zu lenken?“

Die Filmemacher wollten mit der finalen Geschichte zu Shreks Wurzeln zurückkehren. „Eine großartige Ausgangsidee“, sagt Produzentin Gina Shay. „Shrek fragt sich, was es überhaupt heißt, ein Oger zu sein. Er denkt darüber nach, was aus ihm geworden ist und wie sein Leben wohl aussehen würde, wenn er Fiona nicht aus dem Turm befreit hätte.“

Walt Dohrn, Head of Story von FÜR IMMER SHREK (und Rumpelstilzchens Originalstimme), findet, dass diese Prämisse perfekt in Shreks Universum passt. „Im ersten Film lernt Shrek, sich selbst zu lieben; im zweiten erfährt er, was es heißt, zu einer Familie zu gehören; im dritten Abenteuer akzeptiert er seine Verantwortung als Vater und Ehemann; im vierten und letzten Film stellt er nun die große Frage: Was wäre, wenn sich mein Leben anders entwickelt hätte?“ Dazu der ausführende Produzent Aron Warner: „Als wir diese Story erarbeiteten, wurde uns klar, dass sich damit der Kreis schließt. Der Handlungsbogen kam zu seinem natürlichen Abschluss – und damit auch die Shrek-Reihe.“

Mitchell konnte sich sehr leicht in Shreks Story und seine Gemütslage hineinversetzen. Als Vater von zwei kleinen Kindern wusste er, wie sich „Shrek der Papa“ dabei vorkam, sein wildes Oger-Leben gegen das eines Daddys einzutauschen, der seine Kinder samstags nachmittags zum Fußball kutschiert. „Meine Söhne sind zwei und vier Jahre alt“, erläutert Mitchell. „Als ich diesen Job annahm, war mein jüngster gerade geboren. Kinder verändern dein Leben komplett und es ist ziemlich schwer, cool zu sein, wenn du eine Wickeltasche geschultert hast und dir ein Schnuller um den Hals hängt.“

Mit diesen Gedanken im Hinterkopf entwickelte das Team eine klassische „Was wäre, wenn …?“-Geschichte. Shrek ist glücklich verheiratet, hat drei Kinder, ein Königreich zu führen – und sein Leben ist, zumindest in seinen Augen, zu öder Alltagsroutine erstarrt. Wehmütig denkt er an sein altes Oger-Junggesellenleben zurück und ist deshalb äußerst empfänglich für einen Pakt mit dem sprichwörtlichen Teufel, der in diesem speziellen Fall niemand anderes ist als der schlitzohrige Schurke Rumpelstilzchen.

Der neueste Bösewicht in Shreks Universum hat nur ein Ziel. Rumpelstilzchen, oder kurz: Rumpel, will das Königreich Weit Weit Weg beherrschen. Geschickt nutzt er Shreks Sehnsucht nach seinen alten Oger-Tagen aus und macht ihm ein Angebot, das er nicht ablehnen kann; er bietet ihm einen Tag als echter Oger, ohne jegliche Verantwortung für irgendetwas. Als Gegenleistung verlangt Rumpel lediglich einen Tag aus Shreks Vergangenheit. Klingt nach einem fairen Tausch – ein Tag für einen anderen. Hätte Shrek doch bloß das Kleingedruckte gelesen! Denn dort steht schwarz auf weiß, welchen Tag sich Rumpel ausgesucht hat, nämlich den, der die Vergangenheit für Shrek und die Bewohner von Weit Weit Weg dramatisch verändern wird:

Der aalglatte, boshafte Rumpel wählt den Tag, an dem Shrek geboren wurde.

„Der Tauschhandel endet in einer Katastrophe“, sagt Mitchell. „Alles, was das Publikum bislang von Shrek, Fiona und den anderen Märchenfiguren wusste, wird völlig auf den Kopf gestellt, weil dadurch eine alternative Realität entsteht. Niemand in Weit Weit Weg weiß mehr, wer Shrek ist. Für sie ist er nur noch ein großer, furchterregender Oger.“

Produktion: Die Besetzung

Kaum zu glauben, aber es ist schon fast zehn Jahre her, seit Mike Myers, Eddie Murphy und Cameron Diaz Shrek, Esel und Prinzessin Fiona erstmals zum Leben erweckt haben. Mit Antonio Banderas, der seit „Shrek 2“ (SHREK 2 – DER TOLLKÜHNE HELD KEHRT ZURÜCK, 2004) dabei ist, begeistert das Quartett mit seinen prägnanten Stimmen und den verrückten Interpretationen dieser Märchenfiguren schon nahezu ein Jahrzehnt lang.

„Mir gefällt die Botschaft der Filme“, sagt Mike Myers. „Mit dem, was Shrek durchmachen und lernen muss beziehungsweise schon gelernt hat, kann sich jeder identifizieren. Für mich als Schauspieler ist es eine großartige Möglichkeit, einer Figur wie dieser Leben einzuhauchen und diese Entwicklung zu begleiten.“

Im Verlauf der Filme haben Shrek und Fiona enorme Veränderungen erlebt und mussten in der Märchenwelt Weit Weit Weg zahlreiche Hürden überspringen. „Als ich mit Fiona erstmals in Berührung kam, war sie einfach nur eine junge, in einem Turm gefangen gehaltene Prinzessin. Und ich habe sie bei ihrer enormen Entwicklung, die sie in den vier Filmen gemacht hat, begleiten dürfen“, sagt Cameron Diaz. „Sie ist eine wunderbare Mutter und Partnerin geworden und hat gelernt, sich zu akzeptieren, wie sie ist – als Mensch und Oger –, und umgibt sich mit den Menschen, die sie liebt. Es war nicht nur ein großes Vergnügen, sondern auch eine Ehre, sie zu spielen.“ Im letzten Teil wird sie gar zur Anführerin der Oger. Dazu Diaz: „Sie ist nun ziemlich mächtig, ein bisschen wie: „Ich bin die Oger-Königin, hört mein Brüllen!“

Die Filmemacher waren überrascht, wie positiv die Schauspieler auf die neue Story und die Entwicklung ihrer Figuren reagierten. „Alle mochten das Konzept von Anfang an sehr“, sagt Produzentin Teresa Cheng.

„Dass es eine alternative Wirklichkeit gibt und sich die Figuren nicht mehr kennen, ist fast wie ein völliger Neustart, ein neuer Film“, sagt Antonio Banderas. „Ich hielt das Konzept für fantastisch, und die Neuerfindung des Gestiefelten Katers, der jetzt ein verwöhntes und gehätscheltes Hauskätzchen ist, gefiel mir ganz besonders.“

„Wir brachten die Drehbuchseiten zu den Aufnahmesessions mit und erklärten den Schauspielern das Set-up. Mehr brauchte es nicht, denn sie vertrauten uns völlig“, sagt Regisseur Mike Mitchell. „Es war eine sagenhafte Zusammenarbeit.“

Cameron Diaz stimmt zu: „Mike, Gina und Teresa bedeuten die Charaktere so viel. Shrek, Fiona und alle anderen sind wie ihre Kinder und ich hatte volles Vertrauen in die Geschichte, die sie erzählen wollten.“

Die neue Richtung, die Fiona einschlug, verlangte Cameron Diaz ihre ganze schauspielerische Wandlungsfähigkeit ab, denn schließlich wurde die Figur für diesen Film komplett neu erfunden. „Camerons Performance ist brillant“, lobt Produzentin Gina Shey begeistert. „Völlig natürlich kombiniert sie Fionas emotionale Tiefe mit ihrer Tapferkeit.“

Auch die anderen Schauspieler lieferten Bestleistungen. Weil Shrek und Fiona kein Paar mehr sind und Shrek außerdem in einem Wettrennen gegen die Zeit seine wahre Liebe küssen muss, schlagen die Emotionen natürlich sehr hoch. „Am stärksten ist mir in Erinnerung geblieben, wie sehr ich mir wünschte, dass Shrek und Fiona wieder zusammenkommen“, sagt Eddie Murphy. „Die Geschichte zieht einen dermaßen in den Bann, dass man sich ständig sagen muss: Es ist nur ein Animationsfilm!“

Produktion: Das böse Rumpelstilzchen

Dem Produktionsteam war von vornherein klar, dass sie den beliebten Schurken der Shrek-Filme wie Lord Farquaard, Prinz Charming und der Guten Fee einen ganz besonders boshaften Bösewicht hinzufügen wollten, der Shrek und Fiona das Leben schwer macht und ihr Glück zerstören will. „Die Schurken der Shrek-Filme sind absolut großartig“, so Head of Story Walt Dohrn. „Wir fragten uns: Wer könnte ihnen ebenbürtig sein? Für Shreks letzten Kampf musste ein ganz neuer Bösewicht her, der den anderen unbedingt das Wasser reichen konnte.“

Das Erzählen von Geschichten ist eine zeitlose Tradition, die von Generation zu Generation weitergegeben wird. Die alten Griechen nutzten Äesops Fabeln, um kleinen Kindern Moral beizubringen. Diese Tradition setzten die Gebrüder Grimm mit „Grimms Märchen“ fort, die 1812 unter dem Titel „Kinder- und Hausmärchen“ erstmals erschienen. Zu den bekanntesten Geschichten gehört das Märchen von „Rumpelstilzchen“, in dem ein magisches Männchen eine Müllerstochter besucht, die eingesperrt in einer Kammer Stroh zu Gold spinnen muss, weil sie sonst vom König hingerichtet wird. Die Moral des Märchens ist eine Warnung vor Prahlerei und den Konsequenzen von Versprechen und Abmachungen. Das Märchen von Rumpelstilzchen hat nun schon fast zweihundert Jahre überdauert.

DreamWorks Animation fühlte sich dieser alten Tradition des Geschichtenerzählens sehr verpflichtet, als das irrwitzige und ironische Märchen von Shrek entstand. Und es ergab sich fast von selbst, dass der grüne Oger in FÜR IMMER SHREK mit einem der denkwürdigsten Schurken der Literaturgeschichte zusammentreffen sollte.

„Uns war eigentlich sofort klar, dass Rumpelstilzchen unser Bösewicht sein würde“, sagt der ausführende Produzent Aron Warner. „Doch wir hatten ja keine Ahnung, mit was für einem Fiesling wir es zu tun bekommen würden!“ Rumpel entwickelte sich zu einer der gelungensten neuen Figuren, die jemals das Shrek-Universum bereicherten.

Regisseur Mike Mitchell, der bereits in der Storyabteilung der früheren Shrek-Filme mitarbeitete, übernahm die schwierige Aufgabe, gemeinsam mit den Storyentwicklern und den Animatoren Rumpels Aussehen, seinen Charakter und seinen Erzählton festzulegen. „Mike ist ein ausgezeichneter Regisseur, den die Künstler und Animatoren sehr zu schätzen wissen“, lobt Produzentin Teresa Cheng. „Da er sich selbst als Künstler versteht, ist er sehr konsequent und klar in seiner Vision und seinem Denken.“

Was den Look und Stil von Rumpelstilzchen betraf, wollten die Filmemacher sich so weit wie möglich von den bisherigen Schurken entfernen.

„Farquaard, die Gute Fee und Prinz Charming sind sehr eloquente Charaktere“, sagt Dohrn. „Wir suchten am anderen Ende des Spektrums und entschieden uns für eine Figur, die heruntergekommen, niederträchtig und charmant zugleich sein sollte.“

Mitchell kann in einem Satz zusammenfassen, welche Motivation hinter der Charakterisierung von Rumpelstilzchen steckt: „Kennen Sie die Typen, die den 200- Millionen-Dollar-Mega-Lotteriegewinn absahnen und eigentlich gar nicht wissen, wofür sie das Geld verwenden sollen? So einer ist Rumpel.“

Mehr brauchte Character Designer Patrick Mate nicht, um die berühmte Figur aus Grimms Märchen so anzulegen, dass sie sich in das Shrek-Universum einfügte.

„Anfangs sah er noch wie einer dieser Händler aus, die einem auf der Straße eine Uhr andrehen wollen“, sagt Mate. „Doch dann ließen wir ihn zunehmend tierischer wirken und verpassten ihm sogar so etwas wie einen Rattenschwanz.“

Letztlich entschied sich das Designteam dann aber doch für ein menschlicheres Antlitz. Kurz nachdem das rattenhafte Aussehen wieder von Tisch war, sah Mate eine Karikatur, die Art Director Max Boas darstellte. „Wir karikieren uns immer gegenseitig“, so Mate, „und (Art Director) Mike Hernandez zeichnete Max, was uns so gut gefiel, dass wir uns über die Karikatur schlapplachten und sagten, okay, so machen wir’s. Wir nahmen sie als Grundlage, weil sie genau so aussah, wie wir uns Rumpel vorstellten.“

Selbst Rumpels Frisur ist der von Art Director Max Boas nicht unähnlich. „Max sieht auch immer bisschen so aus, als sei er gerade aufgestanden“, witzelt Dohrn.

Als Rumpels Look ausgearbeitet war, war auch die Story fertig, und die Filmemacher begannen mit den Tonaufnahmen, wobei sie die Originalstimme von Rumpelstilzchen quasi vor der Haustür fanden. Walt Dohrn, Head of Story, der den Part bei den Tests und Proben übernommen hatte, machte seine Sache so gut, dass sich niemand mehr jemand anderes in der Rolle vorstellen konnte.

Was Rumpelstilzchens Garderobe betrifft, wäre es pures Understatement zu behaupten, er habe einen einzigartigen, persönlichen Kleidungsstil. Bevor er die Herrschaft des Königreichs Weit Weit Weg an sich reißt, sollten Rumpels Klamotten farblich zu seiner Umgebung passen, also düster, dumpf und eintönig sein. Doch sobald Weit Weit Weg nach Rumpels Vorstellungen erstrahlt, strahlt auch er; vorbei die grauen Zeiten, jetzt trägt der Schurke weiß-goldene Anzüge mit blutroten Spritzern. „Er hat allen Reichtum der Welt, aber keinen Geschmack“, stellt Regisseur Mitchell fest.

Rumpelstilzchen putzt sich für jedes Treffen, jede Party und Gelegenheit extravagant heraus. Zu seiner Garderobe gehören austauschbare Perücken, die er der jeweiligen Situation, seiner Stimmung und seinem Temperament anpassen kann. „Es gibt eine geschäftliche Perücke, eine Siegerperücke, sein Markenzeichen aber ist die Wutperücke“, sagt Produzentin Gina Shay. „Eigentlich sollte er auch noch entsprechend unterschiedliche Schuhe tragen“, ergänzt sie, „aber davon haben wir wieder Abstand genommen und gerade dadurch wirkt die Schurkengarderobe perfekt ausgewogen.“

Das Endergebnis – der Look, das Design, die Stimme von Rumpelstilzchen – überzeugte alle, von den anderen Sprechern bis zur Crew. „Rumpel ist ein wunderbarer Schurke“, sagt Visual Effects Supervisor Doug Cooper. „Er ist durchtrieben und gleichzeitig charmant; er ist himmelschreiend lächerlich und alles, was man von einem Oberbösewicht nicht erwarten würde. Deshalb macht es so viel Spaß ihm zuzusehen.“ Produzentin Gina Shay ergänzt: „Er ist so hinterhältig und durchtrieben, dass er mit Unschuldsmiene jeden hinters Licht führt.“

Produktion: Wirklich weit weg

Man könnte vermuten, dass sich die Crew durch den Einfall mit der „alternativen Realität“ einen Freibrief ausgestellt hat, was den Look und das Design des Films betrifft – als könnten sie noch einmal ganz von vorn anfangen. Aber das war nicht der Fall. „Es war sogar eine große Herausforderung, den Look des Films zu definieren“, sagt Mitchell. „Er sollte ganz anders aussehen und dem vertrauten Shrek-Look dennoch treu bleiben.“ Dazu Produzentin Teresa Cheng: „Uns war klar, dass alle neugierig sein werden, wie wir die allseits vertraute Welt von Weit Weit Weg in ein alternatives Universum überführen.“

Mitchell, Cheng und Shay orientierten sich an dem Look, den Produktionsdesigner Peter Zaslav mit Cheng für das Weihnachtsspecial SHREK – OH DU SHREKLICHE von 2007 erschaffen hatte, und wandten sich damit an Zaslav und Art Director Max Boas. „In SHREK – OH DU SHREKLICHE habe ich das Haus von Shrek und Fiona zum ersten Mal im Schnee gesehen“, erklärt Mitchell. „Es wirkte vertraut und dennoch völlig neu. Da wusste ich, dass wir in der Lage sein würden, die alternative Realität hinzubekommen.“

Als visuelle Vorlage diente Zaslav und Boas die vertraute Formensprache und Farbpalette der ersten drei Filme. „Anfangs sieht FÜR IMMER SHREK aus wie die ersten drei Abenteuer auch“, erläutert Zaslav. Um den Unterschied zur alternativen Welt noch zu verstärken, ließen die Künstler sogar alles noch einen Tick bunter erscheinen. „Der Film sieht anfangs strahlender, fröhlicher und farbenprächtiger aus als SHREK 2 und 3 – bis Shrek Rumpelstilzchens Vertrag unterschreibt und wir einen Blick auf Weit Weit Weg unter Rumpels Herrschaft erhaschen.“

Sobald Shrek in der neuen Realität von Weit Weit Weg angekommen ist, ändern sich Look, Tonalität und Farbgebung des Films dramatisch. Die einst so satte, grüne Landschaft von Weit Weit Weg verwandelt sich in eine triste, unfruchtbare und düstere Einöde, in der Gold, Grün und Grau dominieren – angelehnt an die Farben des Vertrags zwischen Shrek und Rumpel, besonders an die goldene Tinte.

Es war einleuchtend, dass Gold beim Design der alternativen Realität eine wichtige Rolle spielen musste. Schließlich ging es im Originalmärchen um ein Männlein, das einer Müllerstochter verspricht, aus Stroh einen 24-karätigen Goldfaden spinnen zu können. „Gold ist das dominierende visuelle Thema, das man mit Rumpelstilzchen verbindet, deshalb findet es sich in unserem ganzen Film wieder“, sagt Zaslav. „Shreks Welt ist uns mittlerweile ja bestens vertraut – die grünen Bäume, die grünen, saftigen Wiesen. In der Alternativ-Version weicht das ganze Grün Gelb und Goldfarben.“

Aber dieses Gold glitzert nicht; es ist das Gold von fallenden Blättern und der Erntezeit – das Gold des Herbstes, wenn der Verfall beginnt, im Gegensatz zu dem frühlingshaften Grün des Aufbruchs, das so typisch für die Shrek-Filme ist. Dieser visuelle Unterschied gab den Filmemachern großen kreativen Spielraum. „Es hat viel Spaß gebracht, Weit Weit Weg komplett auf den Kopf zu stellen und den Kontrast zwischen der normalen und der surrealen Welt mit wilden Wolkenformationen und abgestorbenen Bäumen herauszuarbeiten, in der sich Shrek zurechtfinden muss“, sagt Boas.

Die düstere Landschaft verstärkt die anfängliche Stimmung der Geschichte zusätzlich. Es war eine Herausforderung, diese Trostlosigkeit in den grundsätzlich positiven, optimistischen Erzählton der Shrek-Reihe einzuarbeiten. „Die Welt in FÜR IMMER SHREK ist düsterer als gewohnt. Hinzu kommt, dass viele Szenen des Films nachts spielen“, erklärt Cheng. „Doch am kompliziertesten war es, die Geschichte innerhalb von 24 Stunden zu erzählen, um die Spannung zu erhöhen und den Film gleichzeitig nicht zu lange in der Dunkelheit spielen zu lassen.“

Genau in dem Moment, als sich alles gegen Shrek verschworen zu haben scheint – die Figuren, die Farben und die Landschaft – und der einsame Shrek sich zunehmend gefangen fühlt, erstrahlt ein schwacher Hoffnungsschimmer. Nachdem es ihm gelungen ist, Esels Freundschaft wiederzugewinnen, entdecken Shrek und sein treuer Gefährte eine Klausel in Rumpels Vertrag, die Shrek ein 24-Stunden-Zeitfenster öffnet, in dem er den Pakt rückgängig machen kann.

Um dem düsteren Ton des Films etwas entgegenzusetzen, dachten sich die Filmemacher eine ganze Reihe neuer Orte, Landschaften und Figuren aus, die Leben in die Bude respektive den Film bringen und den Humor-Level in der veränderten Welt beträchtlich anheben sollten. Rumpelstilzchens absurd dekadenter Lebensstil samt Hexenarmee und völlig überfrachtetem Palast ist in dieser Hinsicht ihr Meisterstück.

Aber nicht nur die Locations erfuhren eine Generalüberholung. Alles, von den Charakteren des Films bis zu seiner neuartigen Vorführweise, wurde verändert.

Allein die „Schlacht“ in FÜR IMMER SHREK macht dem Begriff alle Ehre und erfüllt mit ihrem visuellen Einfallsreichtum alle Erwartungen. FÜR IMMER SHREK ist der erste Shrek-Film, der in 3-D gedreht wurde. Was bedeutet, dass auf das Visual-Effects-Team unter Leitung von Doug Cooper ganz neue Aufgaben zukamen. „Wir mussten ununterbrochen dreidimensional denken, denn diesen Effekt wollten wir nicht bloß nachträglich einbauen“, sagt Cooper. „Die Szenen wurden im Vorfeld minutiös ausgearbeitet, um den 3-D-Effekt optimal zu nutzen.“

Das Art Department musste Weit Weit Weg von vornherein dreidimensional gestalten. „Diese Arbeitsweise hat sich mit unserem Versuch, das Shrek-Universum zu erweitern, wunderbar ergänzt“, sagt Produktionsdesigner Peter Zaslav. „Wir gestalteten die Sets buchstäblich in allen Dimensionen, was wir vorher noch nie getan haben.“ Aber das Wichtigste war: Die Technik musste sich der Story unterordnen, denn die Story ist der Star. Die Filmemacher wollten eine rührende Geschichte erzählen. „Wenn wir unsere Arbeit richtig gemacht haben, dann werden die Zuschauer an diese Welt glauben, weil sie so großartig designt, künstlerisch gestaltet und ausgearbeitet ist“, sagt Produzentin Teresa Cheng. „Man spürt sie förmlich mehr, als sie wirklich zu sehen.“

Auf keinen Fall sollten Story und Figuren einem reinen 3-D-Spektakel untergeordnet werden. Die großen Gefühle mussten klar herausgearbeitet werden und das Innere der Figuren näher beleuchten. Deshalb wiesen Head of Story Walt Dohrn und Regisseur Mike Mitchell ihre Mitarbeiter an, den eher produktionstechnischen, logistischen Schnickschnack eines großen 3-D-Computeranimationsfilms vorerst zu ignorieren und sich auf das grundsätzliche, echte und minimalistische Verhalten der Figuren zu konzentrieren. „Nicht minimal im Sinne von simpel“, wie Dohrn erläutert, „es sollte die reine, herzliche Unmittelbarkeit zum Vorschein kommen, die die Zeichner mit sensiblem Strich angelegt haben und die die Gefühle der Figuren am besten wiedergibt.“

Selbst die subtilste Veränderung in der Mimik, beispielsweise die Position einer Augenbraue, kann dazu führen, dass eine Figur statt Frustration eher Bedauern ausdrückt. „Jede Szene hat einen Subtext, besonders bei Shrek, der ja bekanntermaßen Probleme hat, seine Gefühle auszudrücken“, sagt Dohrn. „Wenn er also seiner frustrierten Wut freien Lauf lässt, wissen wir, dass er tief im Inneren mit seinem Selbstwertgefühl hadert. Die Performances sind also schon in den Storyboards äußerst vielschichtig und erst recht im fertigen Film.“

Produktion: Alte Bekannte

In dem Augenblick, als er Rumpelstilzchens Vertrag unterzeichnet, ist Shrek hilflos wie ein Fisch ohne Wasser oder mehr noch: ein Oger ohne Sumpf. Seine Welt ist zerstört, er landet in einer alternativen Wirklichkeit, die nur im ersten Moment unverändert scheint. Die Umgebung sieht absolut identisch aus und wirkt auch so. Deshalb fühlt sich Shrek auch zuerst großartig, bis er merkt, dass er von Rumpelstilzchen hereingelegt wurde.

Der Groschen fällt bei Shrek endgültig, als ihn Rumpels Handlangerinnen, die Hexen, angreifen. Sie sind mit Kürbisrauchbomben bewaffnet, nehmen Shrek gefangen und karren ihn zu Rumpelstilzchens Schloss. Shrek schöpft ein Fünkchen Hoffnung, als er erkennt, wer seinen Gefängniskarren zieht: Es ist sein Waffeln liebender bester Freund Esel.

Aber der sieht selbst ziemlich mitgenommen aus.

Es ist eine gewaltige Aufgabe für jeden Filmemacher, altbekannte und beliebte Figuren völlig neuen Umständen auszusetzen. Dazu Regisseur Mitchell: „Das macht die Arbeit ja so spannend.“ Produzent Shay ergänzt: „Obwohl es gewagt war, wollten Mike, Teresa und ich unsere geliebten Bewohner von Weit Weit Weg entwurzeln und sie in einem drastisch veränderten Universum neu ansiedeln.“

Weil die Figuren aus Shreks Welt jedoch zu den durchdachtesten Charakteren gehören, die jemals für einen Film entwickelt wurden, mussten sie den Lackmustest bestehen. Das bedeutete: Sie sollten sich hinsichtlich ihrer Persönlichkeit, ihrer „Stimme“, ihres ganzen Wesens natürlich trotz komplett fremder Umgebung, neuer Situationen und Storywendungen treu bleiben.

Dazu der ausführende Produzent Aron Warner, Produzent der vorherigen Shrek-Filme. „Das Geheimnis besteht darin, den Film in der Realität zu verankern, die wir bereits bestens kennen“, erklärt er. „Tief im Inneren sind es dieselben Figuren, die das Publikum kennt und liebt. Und solange sie sich genauso verhalten, wie sie es unter normalen Umständen machen würden, bleiben sie sich auch treu.“

Um das zu verdeutlichen, bezieht sich Warner auf die Szene, in der sich Shrek und Esel im neuen Märchenreich Weit Weit Weg erstmals begegnen. Shrek hat endlich herausgefunden, was geschehen ist, „und er ist am Boden zerstört“, wie Warner erläutert. „Doch als er sich mit Esel neu zusammenschließt, sieht man, dass sich ihre Beziehung zueinander im Wesen gar nicht verändert hat, trotz der alternativen Welt.“

Es ist eine Sache, neue Umgebungen und Umstände zu schaffen. Doch als es darum ging, Esel und dem Gestiefelten Kater auch einen anderen Look zu geben, musste die Crew sich etwas Neues einfallen lassen, was Animation, Rigging und Modeling der Figuren anging. „Wir stellten uns vor, wie die Leben der Charaktere verlaufen wären, wie sie sich benehmen würden, wenn sie Shrek nie getroffen hätten“, erklärt Mitchell.

Die Neugestaltung von Esel brachte eine ganze Reihe von Problemen mit sich. „Es ist ein schmaler Grat, weil man die Persönlichkeit der Figur unbedingt wahren möchte“, sagt Jason Reisig, Head of Character Animation. Darum mussten sie als Erstes einmal die Markenzeichen der Figuren erhalten: Esels unbändigen Enthusiasmus und die unerschütterliche Cleverness des Gestiefelten Katers. Dann musste man sich nur noch vorstellen, wie diese Charaktereigenschaften funktionieren, wenn Esel für die Hexen schuften muss und der Kater zu einer verwöhnten, fetten Hauskatze geworden ist.

Auch das Visual-Effects-Team sah sich durch den veränderten Look von Esel und Kater vor neue Aufgaben gestellt. „Esel entpuppte sich als große Herausforderung, weil sein Fell jetzt länger ist“, erläutert Oliver Finkelde, Head of Character Effects. „Wir mussten sichergehen, dass die Oberfläche (des Modells) nicht überlappte. Das erforderte eine enge Abstimmung mit dem Animation Department. „Entweder sie mussten es entsprechend abgleichen, oder wir mussten es so umgestalten, dass es beispielsweise eine Lücke zwischen dem Bein und der Brust gab.“ Wegen des größeren Volumens und Fells des Gestiefelten Katers sah sich die Crew bei dessen Modeling und Rigging vor ähnliche Probleme gestellt.

Doch natürlich waren diese Probleme letztlich auch Auslöser für viele witzige Momente im Film. „Der Kater ist einfach wahnsinnig fett und verwöhnt und zum Schreien komisch anzusehen“, sagt Eddie Murphy. „Esel muss ihm sogar in einer Szene helfen, seinen Rücken zu lecken. Allein diese Szene ist das Eintrittsgeld wert.“

Produktion: Fiona

Dafür, dass Fiona einst davon träumte, Mrs. Charming zu werden, ist mit der Prinzessin in FÜR IMMER SHREK einiges passiert. Denn die Ogerin hat sich plötzlich zu einer furchtlosen Anführerin gewandelt, die nur ein Ziel verfolgt: Rumpels Herrschaft zu stürzen und so die Freiheit für alle Oger zu erlangen.

Mit der verwöhnten Prinzessin des allerersten Shrek-Abenteuers hat sie jedenfalls rein gar nichts mehr gemein. Ihren Schmuck hat sie gegen Messer und Kampfaxt getauscht und ihre Robe gegen Lederwams und Kampfrüstung. Fiona ist eine gefürchtete Kriegerin, der man alles zutraut.

„Fiona hat ihre Oger-Herkunft endgültig akzeptiert und verbirgt nun ihre menschliche Seite vor den anderen Ogern“, stellt Jason Reisig, Head of Character Animation, fest. „Rumpels Verhalten hat sie bis ins Mark erschüttert und im Gegenzug die Anführerin in ihr hervorgebracht.“

Den Wandel von einer Prinzessin zur Kriegerin verdeutlichten Reisig und sein Team mit subtilen Veränderungen, was ihre Animation betraf, während sie der Figur im Kern treu blieben.

„Sie war schon immer eine selbstbewusste Prinzessin und ließ sich nie herumkommandieren“, so Reisig. „Aber als Kriegerin ist sie um ein Vielfaches resoluter und energischer. Obwohl sie natürlich nach wie vor unsere Fiona ist, wirkt sie taffer und mächtiger. Es war unsere Aufgabe, ihre Bewegungen und ihre Mimik so zu gestalten, dass ihre Unerbittlichkeit zum Vorschein kam und gleichzeitig die altbekannte Fiona erhalten blieb.“ Diese Feinheiten in der Animation ließen die Figur zwischen Königin und Kämpferin changieren.

Nachdem sie Jahre vergeblich darauf gewartet hat, von ihrer wahren Liebe errettet zu werden, hat sich Fiona damit abgefunden, dass ihr dieses Schicksal nicht vergönnt ist. Sie verließ sich auf ihren eigenen Mut, flüchtete ohne fremde Hilfe aus dem Drachenturm und nahm ihr Leben selbst in die Hand. Das hieß auch, dass sie ihre Oger-Herkunft akzeptierte, mehr noch: Sie vereinte die einstmals einzelgängerischen und einsamen Oger, die in Furcht vor Rumpelstilzchen lebten, zu einer schlagkräftigen Truppe. Durch ihre Wahlfamilie ermutigt, widmete sich Fiona voll und ganz der Aufgabe, Rumpel und seine Hexenarmee zu stürzen.

„Fiona mag die wahre Liebe aufgegeben haben und dem Drachenturm entkommen sein, doch gleichzeitig hat sie damit auch ihr Herz eingemauert. Shrek muss diese Mauern durchbrechen, um an sie heranzukommen“, sagt Produzentin Gina Shay. Und das ist viel schwieriger, als Shrek denkt. Bei ihrer ersten Begegnung im Oger-Lager ist Shrek jedenfalls ziemlich verblüfft von der – durch seine Schuld – völlig veränderten Fiona.

„Es gibt einige sehr schöne Momente zwischen Shrek und Fiona, als sie versuchen zu verstehen, warum ihre Verbindung so stark ist, aber Fiona ihn einfach nicht kennt. Dennoch fühlen sie sich zueinander hingezogen“, so Produzentin Shay. „In einer Szene, in der sie Sparringskämpfe austragen, erinnert mich ihr Verhalten an Highschool-Kids, die sich mögen, aber nicht wissen, wie sie damit umgehen sollen, und deshalb miteinander ringen. Den Animatoren ist es wirklich gelungen, diese subtile Dynamik einzufangen.“

Eine der auffälligsten äußerlichen Veränderungen sind Fionas Haare. „Ihre Frisur ist fast eine eigenständige Persönlichkeit“, sagt Regisseur Mike Mitchell. Wie jeder Fachmann bestätigen wird, gibt es nichts Schwierigeres in der Computeranimation als Haargestaltung – und lange Haare potenzieren die Probleme nur noch.

„Wir hatten bei DreamWorks wohl noch nie mit längeren Haaren zu kämpfen als mit Fionas“, sagt Visual Effects Supervisor Doug Cooper. „Sie sind ja nicht nur lang, sondern wellig und lockig, und das natürlich aussehen zu lassen, ist sehr schwer.“

Um Fionas Haarpracht in den Griff zu bekommen, wandte sich Cooper an das Character-Effects-Team unter Leitung von Oliver Finkelde.

Damit die gewünschten Effekte erzielt werden konnten, behandelten Finkelde und seine Mitarbeiter Fionas Haare tatsächlich wie eine eigenständige Figur und schufen ein völlig unabhängiges Rigging-System für die roten Locken: Das separate Gerüst stellte das Team allerdings vor besondere Probleme. Es erforderte eine enge Zusammenarbeit mit dem Animationsteam, um sicherzustellen, dass sich bei den individuellen Bewegungen das Gerüst des Haars nicht mit dem von Fiona überlappte.

„Man muss darauf achten, dass sich die Locken und Wellen nicht gegenseitig oder mit einem anderen Körperteil der Figur ins Gehege kommen, wie beispielsweise der Schulter, dem Arm oder dem Nacken“, erklärt Finkelde. „Doch das gesamte Team hat bei Fiona, der Kriegerprinzessin, großartige Arbeit geleistet“, ergänzt Regisseur Mitchell. „Ich könnte nicht stolzer sein.“

Da es sich letztlich dennoch um dieselben Charaktere wie in den vorherigen Filmen handelte, freute sich die Crew umso mehr über die Abwechslung durch die veränderten Designs. „Es war, als würde man sie zum ersten Mal animieren“, sagt der leitende Animator Marek Kochkout.

Doch die Designs waren nicht das einzig neue in Shreks Universum, es sollten auch weitere Oger mitspielen. „Wir dachten, Shrek und Fiona können doch nicht die einzigen Oger in Weit Weit Weg sein, da muss es doch noch mehr geben“, so Produzentin Teresa Cheng.

Jetzt musste sich die Crew nur noch Gedanken darüber machen, wer diese Oger sind und wie sie aussehen sollten. „Sie sind längst nicht so kultiviert wie Shrek“, so Cheng weiter. „Er ist der gezähmte Oger, der viel Kontakt mit Menschen hat.“ Um zu verdeutlichen, dass Shrek weiter entwickelt ist, sollten die anderen Oger entsprechend wilder aussehen.

Als Shrek auf das Oger-Lager stößt, wird ihm zwar klar, dass er nicht allein auf der Welt ist. Er muss aber auch erkennen, dass er in der Oger-Werteskala ganz unten angesiedelt ist . Fionas Stellvertreter und rechte Hand ist eine größere, härtere und stinkendere Version von Shrek namens Brogan, im Original gesprochen von Jon Hamm („Mad Men“). „Shrek kannte man immer als riesigen, massigen Oger, doch neben Brogan sieht er plötzlich wie dessen kleiner Bruder aus“, sagt Hamm.

Weitere Mitglieder der illustren Oger-Bande sind: Lagerkoch Cookie (gesprochen von Craig Robinson) und die fröhliche Gretched (gesprochen von Jane Lynch). „Cookie ist mächtig stolz auf seinen mobilen Chimichanga-Stand, und ohne zu viel verraten zu wollen: Es stellt sich als äußerst nützlich heraus, dass er ihn in die Schlacht mitnimmt“, sagt Robinson.

Denn Fiona und ihre Bande bereiten eine Schlacht gegen Rumpelstilzchen und seine Hexenarmee vor. „Die Hexen sind Rumpels Handlanger“, erklärt Cheng. „Sie teilen sich in zwei Gruppen – Partyhexen, die mit Rumpel im Palast abhängen, und Patrouillenhexen, die für ihn auf Oger-Jagd gehen.“

Außerdem engagiert Rumpel einen ganz besonderen Kopfgeldjäger, den Rattenfänger, der die Oger mit den hypnotischen Melodien seiner Zauberflöte in Trance versetzt und aus ihrem Versteck lockt. Sie müssen im wahrsten Sinne des Wortes nach seiner Pfeife tanzen. „Das ist eine aufwendige und komplexe Sequenz“, sagt Mitchell. „Wir hatten Glück, dass uns Michael Rooney als Choreograf der Tanzszenen zur Verfügung stand.“

Rooney nahm mit etwa 30 Tänzern ein Referenzvideo für die Layoutkünstler auf.

„Unser Ziel war es, einen Teil der Handlung mit dieser Tanznummer auszudrücken“,

so Rooney, „die Musik des Rattenfängers erfüllt Rumpels Wünsche.“

„Und Mickey erfüllte unsere“, ergänzt Mitchell. „Er gestaltete die ganze Szene

sehr kunstvoll und erzählt eine kleine Geschichte damit. Kaum zu glauben, dass

es dermaßen unterhaltsam sein kann, wenn jemand eingesperrt wird. Wie die Oger vom Rattenfänger zusammengetrieben und hypnotisiert in die Käfige gelockt werden, ist jedenfalls ein Brüller!“

Produktion: Der Palast

König Harold und Königin Lillian können eigentlich froh sein, dass sie nicht mit ansehen müssen, wie Rumpel ihr geliebtes Märchenschloss verhunzt, nachdem er die Macht in Weit Weit Weg übernommen hat. Rumpel gibt dem Begriff „schlechter Geschmack“ mit seiner grässlichen Umgestaltung des Palastes jedenfalls eine ganz neue Bedeutung.

Dazu Produktionsdesigner Peter Zaslav: „Das Schloss war eines der aufwendigsten Sets von FÜR IMMER SHREK und allen anderen Shrek-Filmen.“ Basierend auf der Architektur und Modellen des vertrauten Königspalastes integrierten Zaslav und Art Director Max Boas die ovale Form von Rumpels Wohnwagenlager, in dem er vor dem Pakt lebte. Sie übertrugen das Design von Rumpels Wagen auf den Palast, so als würden sie es ihm überstülpen. Das ovale Motiv findet sich auch im Inneren des Schlosses überall wieder.

Dazu Zaslav: „Wir wollten weg von der traditionellen Art und Weise, wie man einen Bösewicht porträtiert, nämlich, indem man alles um ihn herum sehr kantig, spitz und scharf gestaltet. Deshalb schlugen wir die entgegengesetzte Richtung ein und bauten in Rumpels Umgebung überall Rundungen ein.“

Im Palast dominieren grelles Gold, strahlendes Weiß, Rot und Lavendel. Selbst das Aussehen von Rumpels Gans Fifi ist auf die Dekore der Räume abgestimmt, und zu denen gehört eine VIP-Lounge ebenso wie ein Disco-Saal inklusive einer gigantischen Glitzerkugel sowie viele Nischen, in denen die Hexen stehen, feiern und vor allem tanzen.

„Bei Rumpel steigen ununterbrochen Partys“, sagt Art Director Max Boas. „Die Tanzfläche der Disco leuchtet orange zur pulsierenden Musik, bis sich in einer der überraschendsten Szenen des Films herausstellt, dass das glühende Orange des Bodens von dem Feuer eines Drachens stammt.“

Im Palast finden auch zwei der visuell anspruchsvollsten Sequenzen des Films statt – eine atemberaubende Jagd auf Hexenbesen, in der Shrek und Esel von Rumpels Hexenarmee verfolgt werden, und der Höhepunkt des Films: die finale Schlacht zwischen Shrek, Fiona und einem Drachen.

Produktion: Die Spezialeffekte

Die Verfolgungsjagd auf Hexenbesen durch Rumpels Palast dürfte als haarsträubendste Sequenz aller Shrek-Filme in die Geschichte eingehen und bricht alle Rekorde.

Shrek, der natürlich keine Ahnung hat, wie man einen Besen fliegt, rast mit einem außer Kontrolle geratenen Besen durch den Palast, während ihn Dutzende Kürbisbomben schmeißende Hexen verfolgen. Ach so, und Esel immer mittendrin.

Nachdem die Storyboards für diese Sequenz von Walt Dohrns Team fertiggestellt waren, ließ Regisseur Mitchell die wilde Abfolge von seinen Layoutkünstlern und dem Visual-Effects-Team ausarbeiten.

„Ein Grund für die Effektivität dieser Szene ist die unglaublich dynamische Kamera“, schwärmt der Head of Visual Effects, Doug Cooper. „Weil wir in 3-D drehten, mussten wir über die Lichtgestaltung im Raum und die Positionen der Figuren besonders intensiv nachdenken.“ Außerdem war eine enge Zusammenarbeit zwischen der Layout-/Prävisualisierungsabteilung unter Leitung von Yong Duk Jhun und den Figurenzeichnern unter Leitung von Jason Reisig erforderlich.

Schließlich sollte die stereoskopische Kamera so effektiv wie möglich zum Einsatz kommen. „Jede Einstellung mit einer 3-D-Kamera muss von den Layoutkünstlern sorgfältig kontrolliert werden“, erläutert Cheflayouter Yong Duk Jhun. „Bei komplizierten Actionszenen wie der Besenjagd, benutzt man beispielsweise eine geringere Tiefenschärfe als üblich, weil die tatsächliche dritte Dimension den Rest der Raumtiefe abdeckt.“

Der unglaubliche Detailreichtum des Palastes an sich – ein verzierter, prunkvoller Palazzo Protzo – hätte die Actionszene durchaus behindern können. Doch das Visual-Effects-Team verstand es hervorragend, diese überbordenden Bildinfos so in die Actionszenen einzubauen, dass sie sie sogar unterstützten.

In Zusammenarbeit mit Art Director Max Boas und Produktionsdesigner Peter Zaslav gelang es dem Visual-Effects-Team, die Details des Palastes so zu manipulieren, dass das Publikum nie den Überblick verliert. Sie verbrachten Stunden damit, die detaillierte Einrichtung des Palastes visuell so anzuordnen, dass alle Bewegungen durch die Hallen und Flure dem Betrachter logisch erscheinen.

Der Showdown zwischen den Ogern und Rumpel und seinen Hexen war eine, wenn nicht die technisch komplizierteste und herausforderndste Szene. Um der Hunderte von Äxten, Ketten und Schutzschildern schwingenden Ogern und der fliegenden Hexen, die unermüdlich Kürbisbomben abwerfen, Herr zu werden, musste das Visual-Effects-Team den Turbo anschmeißen. Dazu ihr Leiter, Alex Ongaro: „Die finale Schlachtsequenz war eine unglaublich komplexe Sache.“

Im Mittelpunkt der Schlacht steht, beziehungsweise hängt die glitzernde, helle Discokugel, die Rumpel über der Tanzfläche anbringen ließ. Dabei hat er jedoch nicht bemerkt, dass sich in ihrem Inneren, ähnlich wie beim Trojanischen Pferd, Hunderte von bewaffneten Ogern versteckt halten. Auf ein Zeichen von Esel und dem Gestiefelten Kater hin, bricht die schwer bewaffnete grüne Armee hervor. Diese Szene erwies sich als enorm schwierig umzusetzen und erforderte eine enge Zusammenarbeit zwischen dem Visual-Effects-Team und den Animatoren.

„Die Figuren sollten mit ihren Schutzschildern diese Glitzerkugel formen“, wie Doug Cooper, Head of Visual Effects, erläutert. Um das glaubwürdig aussehen zu lassen, übernahmen die Effektspezialisten die Choreografie am Anfang der Szene, eine Aufgabe, die normalerweise von den Animatoren übernommen wird. „Die Effektleute gestalteten die Explosion so, als würde die Discokugel von den Ogern von innen auseinandergesprengt“, so Head of Animation Jason Reisig. Dessen Team übernahm, sobald die Oger aus der Kugel befreit waren. „Wir ließen die Oger und ihre Schilder kreisförmig auseinanderstieben.

Danach ging es weiter in die Abteilung, die für die Animation von Massenaufläufen zuständig war“, ergänzt er. Dieses Hin und Her zwischen den beiden Abteilungen wurde mit einer atemberaubenden Szene aus Visual Effects und zauberhafter Animation belohnt.

Produktion: Das Ende

Damit endet das Abenteuer eines grünen Ogers, das 1995 begann, als Jeffrey Katzenberg und sein Team bei DreamWorks Animation William Steigs irrwitziges Märchen erstmals für die Leinwand bearbeiteten.

Vier Kinofilme, einen Oscar® als bester Animationsfilm, zwei TV-Specials (eines ist noch in Arbeit), ein Broadway-Musical, Vergnügungsparkattraktionen und diverse Auszeichnungen der Animations- und Visual-Effects-Industrie später ist Shrek weltweit zu einer Ikone geworden und wird von Millionen Menschen geliebt.

FÜR IMMER SHREK und auch die anderen Shrek-Filme sind etwas ganz Besonderes“, stellt Cameron Diaz fest.

„Shrek, Esel, Fiona, der Gestiefelte Kater und alle anderen Figuren bedeuten dem Publikum so viel, dass wir darauf mächtig stolz sind. Ich bin froh, dass ich dabei sein durfte.“

Im abschließenden Kapitel der Shrek-Filme muss der Oger einmal mehr das Königreich Weit Weit Weg retten, das Herz von Prinzessin Fiona erobern und sich als ihrer wahren Liebe würdig erweisen. Denn nur dann kann er sich selbst retten und in sein altes Leben und seine vertraute Welt zurückkehren. Dadurch kommt er mit dem Leben, das er kurzzeitig hinter sich ließ, endlich ins Reine, und weil er sich erneut dafür entscheidet, wird er endlich glücklich …

und wenn sie nicht gestorben sind, lieben sie sich noch heute.

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