Fünf Tage Vollmond

  1. Ø 4.8
   2008
Fünf Tage Vollmond Poster
Alle Bilder und Videos zu Fünf Tage Vollmond

Filmhandlung und Hintergrund

Fünf Tage Vollmond: TV-Melodram: In Rückblenden erzählte Liebesgeschichte vor dem Hintergrund der ersten Mondlandung 1969.

Darsteller und Crew

Bilder

Kritiken und Bewertungen

So werten die User Ø
(11)
5
 
Stimme
4
 
Stimme
3
 
Stimme
2
 
Stimme
1
 
Stimme
So werten die Kritiker (1 Stimmen)
5
 
Stimme
4
 
Stimme
3
 
Stimme
2
 
Stimme
1
 
Stimme

Wie wertest Du? Klicke auf einen der Sterne:

Kritikerrezensionen

  • Es ist eine kleine Geschichte, eigentlich kaum der Rede wert; und auch die Inszenierung ist ganz und gar unprätentiös. Doch der Film ist von derart ergreifender Anmut, dass man beinahe von einem kleinen Meisterwerk sprechen kann.

    Maria Bachmanns Drehbuch beginnt mit dem Ende. Der Brief, den Johanna Thamsen (Nicole Heesters) erhält, kommt aus der Vergangenheit, aber aufgegeben wurde er im Jenseits. Der Umschlag enthält eine Todesanzeige sowie eine grüne Glasscherbe. In langer Rückblende erzählen Bachmann und Regisseur Matthias Steurer von einem Ereignis, dass sich vier Jahrzehnte zuvor zugetragen hat, zur Zeit der Mondlandung: 1969 bekommt die winzige Nordseehallig, auf der Johanna (Aglaia Szyszkowitz) mit ihrem Mann Ole (Stephan Kampwirth) und den zwei Kindern lebt, Besuch von einem Geologen (Klaus J. Behrendt). Anton Brunner hat die besten Absichten: Er will den Boden testen, denn demnächst sollen endlich Wasserrohre verlegt werden. Eigentlich eine schöne Sache. Bloß Fiete Petersen (Michael Lott) und seine Frau (Petra Kleinert) sind nicht begeistert, denn Fiete transportiert das Trinkwasser vom Festland und wäre arbeitslos, wenn das Wasser plötzlich aus der Leitung kommt. All das ist Johanna völlig egal, denn während der Gatte mit den Kindern unterwegs ist, bringt der weltgewandte und vielgereiste Gast eine Saite in ihr zum Klingen, die schon lange verstummt ist. Als der Abschied naht, beschwört er sie mitzukommen. Sie jedoch entscheidet sich für ihre Familie, legt ihm aber jene Glasscherbe in die Brotdose, auf die sie barfuß getreten ist, bevor sie sich zum ersten Mal geküsst haben.

    Eine einfache, überschaubare Geschichte, mit einfachen, überschaubaren Emotionen, die man gerade deshalb gut nachvollziehen kann. Natürlich sind die Parallelen zu Clint Eastwoods traurig-romantischem Meisterwerk „Die Brücken am Fluss“ offenkundig, aber Maria Bachmann ist weit mehr als bloß eine mühsam kaschierte Variation gelungen. Dank der vorzüglichen Hauptdarsteller vermeidet es Steurer zudem, Wehmut zu hinterlassen: „Fünf Tage Vollmond“ ist kein Film über eine verpasste Chance, sondern vielmehr eine Hommage an das andere, das stille Glück. Dass Nicole Heesters und ihre Tochter Saskia Fischer (als erwachsene Tochter Verena) erstmals gemeinsam vor der Kamera stehen, ist außerdem eine hübsche Fußnote. Und weil der Film so schön ist, verzeiht man ihm auch, dass Aglaia Szyszkowitz (41) entweder zu alt für die Rolle der jungen Johanna oder Heesters (72) zu jung für die alte Johanna ist. Steurer macht das mit seiner gleichermaßen zärtlichen wie reifen Inszenierung ohnehin spielend wieder wett. tpg.

Kommentare