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Fakten und Hintergründe zum Film "From Paris With Love"

Fakten und Hintergründe zum Film "From Paris With Love"
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Mehr zum Film? Wir haben die wichtigsten Hintergründe und Fakten für Dich gesammelt: detaillierte Inhaltsangaben, Wissenswertes über die Entstehung des Films, ausführliche Produktionsnotizen. Klick rein!

Interview mit John Travolta

Was hat Sie an dem Film besonders gereizt?

Als Schauspieler interessiert mich in erster Linie, was ich mit einer Figur anstellen kann, und ob es sich von dem unterscheidet, was jemand anderes aus der Rolle herausholen würde. Charlie Wax ist ein durchgeknallter Typ und erlaubte mir tolle Gestaltungsmöglichkeiten. Ich konnte völlig anders sein als ich selbst bin. Außerdem fand ich es attraktiv, für Luc Besson zu arbeiten, der ein exzellenter Filmemacher ist und das Drehbuch geschrieben hat. Und Pierre Morel hat sich ja bereits mit einigen Filmen in diesem Genre bestens bewährt. Alles zusammen hat mein Interesse geweckt.

Wie würden Sie Wax beschreiben?

Als sehr unorthodoxen CIA-Mann. Er ist einer von den Typen, die in ihrem Job so gut sind, dass sie es sich leisten können, es mit Ethik und Moral nicht so genau zu nehmen, weil die Resultate stimmen und weit über dem liegen, was durchschnittliche CIA-Agenten so zustande bringen.

Halten Sie sich für einen unorthodoxen Schauspieler?

Das hängt davon ab, wie man unorthodox definiert. Ich würde niemals so handeln wie Wax, aber das bedeutet ja nicht, dass ich nicht das Recht habe, jemanden zu spielen, der so unorthodox vorgeht. Das habe ich bereits in Pulp Fiction getan, in Passwort: Swordfish, Im Körper des Feindes und in vielen anderen Filmen, wo ich Männer verkörpere, die unmoralisch handeln. Das ist das Privileg des Künstlers bzw. Schauspielers: Man kommt mit allem durch.

Wie sind Sie Wax’ Look angegangen?

Ich würde sagen, das war eine Gemeinschaftsleistung von Pierre, Luc und mir. Ich kam gerade von den Dreharbeiten zu Tony Scotts Die Entführung der U-Bahn Pelham 123 mit Denzel Washington und sah für den Film ziemlich wild aus, wenn man so will. Da dachte ich, ’Das hat funktioniert, aber für diesen Film brauche ich ein anderes Aussehen, bloß welches?’ Wir beschlossen, es mit einer Glatze und einem Bart zu versuchen und mich wie einen Glücksritter zu kleiden. Die laufen heutzutage aus irgendwelchen Gründen ja ziemlich stylisch herum. Wir sahen uns Fotos an, Typen mit Waffen und Narben, Lederjacken und Fallschirmspringerhosen und sie sahen wirklich glamourös aus. Ein bizarrer Gegensatz aus Glamour und Knarren.

Mögen Sie Ihren neuen „Haarschnitt“?

Sehr, weil so eine Glatze einem viele Freiheiten erlaubt, sich daneben zu benehmen. So wie in Pulp Fiction, wo die ungewöhnliche Frisur meiner Figur, dem heldenhaften Killer, ein gewisses Euro-Trash-Feeling verleiht. Ein Look, in dem man sich absolut wohl fühlt, ist sehr wichtig, weil sich das letztlich auch auf die Figur überträgt. Der Leinwand entgeht nichts, denn Film ist schließlich ein visuelles Medium.

Wax hinterlässt überall einen starken Eindruck, wo er auftaucht, ob bei seinem ersten Auftritt am Flughafen oder auf der Straße. Er ist immer dreist, gradeaus, und nimmt kein Blatt vor den Mund…

Ja, er hält die Zollbeamten ganz schön auf Trab mit seinen Flüchen, Drohgebärden, Vorurteilen und seiner Hartnäckigkeit. Wäre ich normal gekleidet und würde mich anständig verhalten, wäre es nur halb so schön. Mein Kleidungsstil steigert den Unterhaltungswert und passt zu der Figur. Es wirkt nicht so anstößig. Hätte Wax einen schicken Dreireiher an, hieße es doch gleich, ’Was bildet sich der Kerl ein, so zu reden?’. Aber Glatze, Bart, grimmiges Aussehen – und schon akzeptiert man es eher. Aber er flucht ja nur so viel, um sich Nachdruck zu verleihen. Er redet ja nicht ungewollt so, sondern begegnet Drogendealern, Zuhältern oder Regierungsbeamten auf Augenhöhe, um von ihnen zu bekommen, was er will. Seine Ausdrucksweise ist mehr Werkzeug als Gewohnheit. Eine Haltung. Er nimmt Straßenverhalten an, um auf der Straße zu überleben. Er wird für viel Geld engagiert, um sich in lebensgefährliche Situationen zu begeben, an Kriegsschauplätze usw., als Spion, Undercover-Agent, und er weiß genau, wie er sich verhalten muss. Er ist absolut furchtlos, weil er immer und überall mit jedem fertig wird, und er hat keine Angst vor dem Tod. Er hat eine Kriegsmentalität.

Wie würden Sie die Beziehung zwischen Wax und seinem Partner Reese beschreiben?

Anfangs versucht Wax abzuschätzen, wer dieser Kerl überhaupt ist, und ob er mehr nervt oder nutzt. Er wägt es kontinuierlich ab, ob er mit ihm zurechtkommt, bis er erkennt, dass Reese ihn prima ergänzt. Er spricht mehrere Sprachen, ist intelligent und auf seine Art sehr gerissen, was meine ruppige Vorgehensweise ausgleicht. Meine Instruktionen lauteten, ihn in meine Richtung zu lenken und ein bisschen abzuhärten. Das ist meine Aufgabe, aber gleichzeitig versuche ich die ganze Zeit herauszufinden, wie er eigentlich tickt.

Wie war die Zusammenarbeit mit Jonathan Rhys Meyers?

Er ist so liebenswert. Ein wunderbarer Schauspieler und ein angenehmer Gesprächspartner. Man kann mit ihm alles besprechen, was den Job betrifft oder wie man die Rolle spielen möchte. Und er ist ein witziger Typ mit viel Sinn für Humor. Außerdem ist er ein absoluter Profi, einer der professionellsten Schauspieler, mit dem ich je gearbeitet habe. Er kann seinen Text, ist immer pünktlich, spielt jeden Take auf den Punkt. Man kann sich absolut auf ihn verlassen und auf ihn abstimmen – und, wann immer nötig, richtet er sich auch nach dir.

Und wie war es, mit Regisseur Pierre Morel zu drehen?

Ich kannte 96 Hours, und Luc hat sehr von ihm geschwärmt. Als ich Pierre traf, merkte ich sofort, dass er hochintelligent ist, sehr logisch denkt und ihm der Film sehr am Herzen lag. Er ist außerdem sehr elegant und ein ausgezeichneter Kommunikator. Und obwohl sehr zurückhaltend, weiß er immer genau, was er will. Wenn Pierre nach einer Szene sagte, ’Kannst du das noch mal auf diese Weise probieren?’, dann machte es für mich eigentlich immer Sinn. Er hat viele gute Ideen, ist sehr umgänglich und die Crew hat gerne hart für ihn gearbeitet, weil sie ihn so sehr schätzt. Und er war auch mit Leib und Seele dabei.

Wie wirkt sich Ihre Tanzausbildung heutzutage auf Ihre Schauspielerei aus?

Ohne mein Tanztraining könnte ich die Hälfte der Stunts, die ich ausführe, gar nicht machen, denn sie sind eine Form des Tanzes. Denken Sie an John-Woo-Filme. Bei ihm sind die Stunts wie Ballett – Zeitlupe und Bewegung – sehr graziös. Gewalttätig, aber wunderschön. Wenn ich kein Tänzer wäre, hätte ich sie sicher auch ausführen können, aber wohl kaum so flüssig und interessant.

Warum drehen Sie gern Actionfilme?

Ich mag die Bewegung, und dass man vieles unterschiedlich bedenken muss. Man setzt seinen Körper in einem Actionfilm anders ein. Das liebe ich, aber ein Film muss schon gut geschrieben und inszeniert sein. Ich würde niemals nur wegen der Action mitmachen. In FROM PARIS WITH LOVE passiert nichts unbegründet. Eine Actionsequenz ergibt sich logisch aus der vorherigen und immer so weiter, während wir versuchen, ein Terrornetzwerk zu zerstören. Alles macht Sinn.

Wie hat Ihnen die Arbeit in Frankreich gefallen?

Ich wollte schon seit Jahren dort arbeiten. Eigentlich wundere ich mich, dass ich es nicht schon viel früher getan habe, aber es ist nie zu spät. Nach dreißig Jahren, voilà, bin ich endlich hier. Je suis heureux. Ich liebe die Atmosphäre hier am Set. Ich bin ein sehr anhänglicher Mensch und mag es sehr, dass sich hier alle umarmen und Küsschen verteilen. Aber noch besser gefällt mir die Begeisterung für die Arbeit. Ich weiß es wirklich zu schätzen, wie man sich hier gegenseitig umsorgt und gleichzeitig eine hohe Arbeitsmoral an den Tag legt. Das habe ich sehr genossen.

Das Drehbuch spielt mit einigen Frankreich-Klischees, beispielsweise, wenn es um Essen und Sex geht…was sagen Sie: Wahrheit oder Legende?

An jeder Legende ist etwas Wahres dran, das auf Erfahrungen von jemandem basiert. Ich meine, Amerikaner haben einen unschönen Ruf. Gibt es einige unschöne Amerikaner? Möglich. Aber sind alle so? Nein. Solche Ansichten entstehen immer aus Kleinigkeiten, über die man sich dann lustig macht, Klischees, die in Geschichten einfließen, aber das heißt nicht zwangsläufig, dass sie der Wahrheit entsprechen.

Welche Szene hat Ihnen am meisten Schwierigkeiten bereitet?

Das kann ich wirklich nicht sagen, weil ich in dem Film ständig gefordert wurde. Er hat mir sehr viel abverlangt. Meine Körperbeherrschung ist zwar immer noch gut, doch wenn ich nur an die Hälfte von dem denke, was ich mir zugemutet habe, kann ich nur mit dem Kopf schütteln. Ich sollte mich wirklich mehr meines Alters entsprechend benehmen. Bei jedem Stunt, bei dem ich mich abrolle, über einen Tisch springe oder mit einer Waffe in jeder Hand in die Luft springe, muss ich insgeheim kichern. Denn theoretisch sollte ich langsam mal einen Gang runterschalten, statt immer noch aufzudrehen! Ich glaube, dies ist der actionreichste Film, in dem ich je mitgespielt habe, und ich war wirklich in einigen Actionfilmen dabei, aber noch nie so aktiv. Das war klasse.

Interview mit Jonathan Rhys Meyers

Was hat Sie an FROM PARIS WITH LOVE gereizt?

Ich habe das Drehbuch gelesen und festgestellt, dass ich schon immer mal Lust auf so einen Film hatte. Und seit ich 96 Hours gesehen habe, wollte ich mit Pierre Morel zusammenarbeiten. Mit John, Luc Besson und Virginie sowieso. Ich spiele einen Typen, der etwas Kindisches an sich hat, obwohl er eigentlich sehr erwachsen und verantwortungsvoll ist. Aber seine klaren Vorstellungen, wie ein Spion sein muss, stammen hauptsächlich aus Comics. Das lässt ihn in gewisser Weise wie ein Kind wirken, aber langsam dämmert ihm, dass so ein Leben als Spion nicht nur aus James-Bond-Wagen, schicken Anzügen und Geheimoperationen besteht, sondern schmutzig, blutig, chaotisch und ekelhaft ist – die wirkliche Welt. Er lebt seinen Traum und der verwandelt sich vor seinen Augen in einen Alptraum.

Wie haben Sie sich auf die Rolle des Reese vorbereitet?

Ich habe mir eine Vergangenheit für ihn ausgedacht, wie er als Kind gewesen sein könnte, wie er aufgewachsen ist, Highschool, Abendschule, so was alles. Er ist niemand, der Harvard besucht hat. Ich denke, er ist auf eine Gemeinschaftsschule gegangen, hat in der Abendschule Mandarin gelernt, um einen guten Job zu bekommen. Er hat eine ziemliche Fassade errichtet, hinter der er viel versteckt. Andererseits ist er unkompliziert, herzensgut und voller Hoffnung. Er glaubt an das Gute im Menschen.

Reese ist von Wax geradezu hypnotisiert. Ging es Ihnen mit John Travolta ähnlich?

Ich würde nicht sagen, dass ich von ihm wie hypnotisiert gewesen wäre, aber ich mag ihn unheimlich gern. Wir hatten eine tolle Zeit zusammen, weil er ein generöser und warmherziger Mensch ist. Er ist schon so lange im Geschäft, dass er viele tolle Geschichten kennt und über unglaubliche Erfahrungen verfügt. Außerdem ist er aufrichtig, sehr offen und sehr liebevoll – und eine Ikone seiner Zeit. Als Reese Wax zum ersten Mal sieht, ist er wie hypnotisiert, weil er jemand völlig anderes erwartet. Einen, der vom Scheitel bis zur Sohle herausgeputzt ist. Und dann steht dieser Typ vor ihm, der wie ein Biker aus Florida aussieht. Behängt mit Chromschmuck und ausgestattet mit einem gewaltigen Ego, einer riesigen Ami-Persönlichkeit. Reese ist geschockt, weil Wax das genaue Gegenteil von dem ist, was er sich vorgestellt hat. Ich hatte keine vorgefasste Meinung von John und eine tolle Zeit mit ihm. Wir hatten wirklich Glück miteinander. Denn ob die Chemie stimmt, stellt man ja erst am Set fest.

Entwickelt sich zwischen ihnen eine Buddy-Beziehung?

Eine ganz spezielle, so was wie ein Lehrer-Schüler-Verhältnis. Ich muss mich mit ziemlich idiotischen Dingen beschäftigen, mit ethischen Fragen auseinandersetzen, denn Reese ist viel moralischer als Wax. Es ist also ein Buddy-Movie, in dem zwei Menschen, obwohl sie unterschiedliche Ansichten vertreten, trotzdem ein gemeinsames Ziel verfolgen.

Erzählen Sie uns etwas über Kasia Smutniak, die Caroline spielt.

Kasia ist einfach klasse, ein wunderbares Mädchen. Sie ist Polin, was ich sehr mag, denn ich bin Ire, und unsere Nationalitäten haben seltsame Gemeinsamkeiten. Außerdem ist sie eine außergewöhnliche Schauspielerin, was bei einem Ex-Model ja eher selten vorkommt. Ich weiß nicht, warum, aber vielleicht liegt es daran, dass Models jahrelang nur auf ihre äußere Erscheinung konzentriert sind. Aber Kasia kann wirklich spielen. Ich halte sehr viel von ihr und die Arbeit mit ihr hat unheimlichen Spaß gebracht. Sie wird auch dem Publikum garantiert gefallen.

Dies ist Ihr erster Actionfilm. Waren Sie aufgeregt

Ja, und es war hart. Bei einem Actionfilm sind ausgerechnet die Szenen am angenehmsten, in denen man nur schauspielern muss. Die Erklärung ist einfach: Actionszenen sehen zwar cool aus, sind aber sehr kompliziert und schwer zu drehen. Es gibt keinen fließenden Ablauf, sondern alles besteht nur aus Stückwerk, kleinen Schnipseln und Versatzstücke, die dann zusammengeschnitten werden, damit es cool aussieht. Aber es ist leider nicht cool, sie zu drehen, sondern langwierig.

Wie würden Sie Pierre Morel beschreiben?

Ich liebe Pierre. Ich halte ihn zwar für komplett verrückt, aber auf die richtige Art. Er ist ein großartiger Techniker und hat ein tolles Auge. Er arbeitet unglaublich hart und ist dennoch sehr umgänglich. Außerdem strotzt er vor Energie. Und er ist smart. Ich mag ihn wirklich sehr und fühle mich in seiner Gegenwart pudelwohl. Ein cooler Typ und ein toller Regisseur.

Überprüfen Sie Ihre Szenen bei Dreharbeiten häufig selbst am Monitor?

Ja, aber nur, um sicherzugehen, dass ich nicht etwas völlig Idiotisches mache. Als ich noch jünger war, habe ich immer wieder blöd mit den Händen gefummelt oder gezuckt oder sonst was. Eine Aufnahme ist mir besonders in Erinnerung geblieben, eine wundervolle Tisch-Szene aus der dritten Staffel von Die Tudors. Ich sitze mit Jane Seymour in einer der schönsten Bildkompositionen, nur leider versaue ich sie durch die Haltung meiner Füße, die in den hohen Stiefeln stecken. So was versuche ich zu vermeiden.

Wie war es, in Frankreich zu arbeiten?

Ich habe schon in vielen fremden Ländern gedreht, wo ich die Landessprache nicht beherrschte. Die französischen Crewmitglieder sind aber unglaublich nett mit mir und miteinander umgegangen. Sie waren wirklich ausgesprochen reizend. Eine tolle Kameradschaft. Alle mochten sich und haben sich gegenseitig unterstützt.

Interview mit dem Regisseur

Hatten Sie nach 96 Hours das Bedürfnis, etwas anderes auszuprobieren?

96 Hours wurde von einer einzigen Figur getragen, die ein einziges Ziel hat. Es war also ein Film mit einer sehr gradlinigen Struktur. Dieser Film ist viel komplexer. Er beginnt als witziges Buddy-Movie und entwickelt sich langsam, aber sicher in einen viel düstereren Plot. Es war eine ganz schöne Arbeit, ihn von superlustig behutsam in etwas Bedrohliches zu verwandeln. Die letzte Wendung macht’s dann sehr düster.

Ist es komplizierter, zwei Schauspieler zu führen?

Es war eine Herausforderung, weil wir in 96 Hours wirklich die ganze Zeit nur an Liam (Neeson) bleiben mussten. Dieser Film handelt aber von der Beziehung zwischen diesen beiden Typen. Eine zweischneidige Sache, was letztlich viel Spaß gebracht hat. Die beiden kommen gar nicht gut miteinander klar, aber sie müssen; und da kommt der Spaß ins Spiel – dass man sich mit diesen beiden Kerlen, diesen zwei Filmfiguren, und diesen zwei Schauspielern auseinandersetzen muss, die in ihrem Verhalten und in ihrer Arbeit so unterschiedlich sind.

Wie ist die Idee entstanden, John Travolta und Jonathan Rhys Meyers zusammen zu bringen?

Es war Lucs Idee, John Travolta die Rolle anzubieten, und zwar aus einem ganz einfachen Grund. Man braucht sich bloß seine Filme anzusehen, die er in seiner langen Karriere gedreht hat, und stellt fest, dass er sich ständig verändert. Er liebt es, mit seinem Image zu spielen. Er mag es, sich von Film zu Film einen neuen Kleidungsstil und eine andere Frisur zu verpassen. Er ist immer anders, und er spielt gern immer andere Charaktere. Eine Figur wie diese war aber noch nie dabei, deshalb hielten wir es für eine gute Idee – und er anscheinend auch. Wax ist eine überlebensgroße Figur, völlig over-the-top, ein Agent, dem ununterbrochen der Abzugsfinger juckt, und es war ein großes Vergnügen für uns, ihn mit John zusammen zu entwickeln. Jonathan ist eher ein klassischer Schauspieler. Man konnte ihre Unterschiede am Set förmlich spüren. John ist sehr amerikanisch, sehr Actor’s Studio geeicht – er probiert seine Filmfigur am Set gern aus, aber es braucht eben Zeit und Proben, damit sie sich entfalten kann. Jonathan hingegen hat einen sehr britischen Ansatz. Er erarbeitet alles im Vorfeld, kennt seinen ganzen Text, damit er präzise weiß, was er am Set erreichen will. Im Grunde sind beide ihren Filmfiguren sehr ähnlich. Johns Charakter, Wax, ist ein verrückter Kerl, der dauernd improvisiert, während Jonathans Figur, Reese, sehr sorgfältig ist und streng nach Vorschrift handelt. So sind die Beiden im Film den Beiden im wirklichen Leben sehr ähnlich.

Wie sah ihre erste Begegnung aus?

Ihre erste Begegnung auf der Leinwand war tatsächlich auch ihre erste Begegnung am Set. Das haben wir extra so geplant, damit sie ihre erste gemeinsame Szene haben, wenn auch ihre Filmfiguren aufeinanderprallen. Das wollte ich ausnutzen, denn weil beide nie zuvor miteinander gedreht hatten, wussten sie nicht, was sie vom anderen erwarten konnten. Als sie beim französischen Zoll erstmals aufeinander trafen, lernten sie sich als Filmfiguren und auch als Schauspieler kennen, was für die Szene sehr hilfreich war.

Wie halten Sie die Balance zwischen Action und Comedy?

Die große Herausforderung bestand für mich darin, einen superschnellen Actionfilm zu drehen, was ich absolut liebe, und dem ganzen dann einen komischen Dreh zu geben. Die Szenen mussten vorher genau choreographiert werden, damit sie nicht so düster ausfallen, wie sonst bei mir. Trotzdem sollten sie dasselbe Tempo haben, aber mit einer witzigen Note. Da John Travoltas Figur Wax in fast alle Actionszenen involviert ist, hielten wir es für eine lustige Idee, Johns Tanztalent zu nutzen. Seine ganzen Kämpfe und Bewegungen sind auf eine swingende, tänzerische Art choreographiert. Es ist tatsächlich eher eine Tanz- als eine Action-Choreographie.

Paris steht wieder im Mittelpunkt des Films, aber es wechselt dieses Mal zwischen dem Paris, wie es Touristen kennen, und dem realen Paris…

Ich stamme aus Paris und lebe dort. Da ist man immer hin und her gerissen zwischen der Postkartenversion und der Stadt, wie sie wirklich ist. In 96 Hours habe ich mich beispielsweise für die realistischere Variante entschieden; wie man die Stadt wahrnimmt, wenn man dort lebt – egal, in welchem Stadtteil. Irgendwann sieht man die Schönheit einfach nicht mehr. Deshalb vermittelt auch der Film ein düsteres und nicht gerade lustiges Bild. Bei FROM PARIS WITH LOVE wiederum haben wir die Stadt, wie der Titel schon andeutet, etwas postkartenmäßiger fotografiert, aber auch das verändert sich mit der Story. Wir beginnen am Eifelturm und den netten, schönen Ecken von Paris und dann, langsam aber sicher, geht es in die Randgebiete und Orte der Stadt, die man gar nicht so gern sieht.

Wie sind Sie auf Kasia Smutniak gestoßen, die die weibliche Hauptrolle spielt?

Die wunderschöne Kasia! Ihre Figur, Caroline, lebt in Paris und soll französisch sein. Es gibt viele großartige französische Schauspielerinnen, aber kaum eine spricht ausreichend gut Englisch für die Rolle. Deshalb suchten wir außerhalb Frankreichs nach einer geeigneten Darstellerin. Kasia ist Polin, lebt und arbeitet aber schon seit Jahren in Italien. Ich habe mir Filme von ihr angesehen und dachte, ’Wow, sie ist wirklich sehr, sehr gut. Unglaublich attraktiv, und sehr gut’. Außerdem konnte sie viele der Actionszenen selbst ausführen. Sie musste im Film leichtherzig, lustig und nett sein, und im nächsten Moment aufbrausend und sehr düster wirken. Wir haben sie getestet und sie hat uns sofort überzeugt.

John Travoltas Ankunft ist ein großer Moment im Film. Wie haben Sie seine Figur entwickelt?

Wir haben lange mit John über Wax gesprochen und dann Folgendes probiert: Wir ließen John die Szene auf verschiedene Arten spielen, eine sehr logische gradlinige Variante, dann eine lustige, überzeichnete, und schließlich eine sehr düstere. Das gab mir viele Möglichkeiten, seine Rolle in der Szene weiter zu entwickeln. Das war ein großer Spaß – John kann einen auf superseriös und gradlinig machen, dann verrückt spielen und driftet schließlich in ganz düstere Gefilde ab. Ich habe mich bei allen Takes bedient, dies und das genommen und zusammengefügt. So ist die Persönlichkeit entstanden, ein Kerl, von dem man nie genau weiß, was man von ihm halten soll – kann man ihm trauen oder nicht? Das bleibt ständig in der Schwebe und wir haben es noch verstärkt, indem wir seinen Charakter aus unterschiedlichen Takes und Stimmungen zusammenbastelten. Ganz im Gegensatz zu Jonathans Figur, Reese, der immer auf dieselbe Art handelt – er ist alles andere als unberechenbar. Ihre Beziehung zueinander wurde im Schneideraum erst richtig interessant, denn wir konnten mit ihr viel kreativer umgehen als direkt am Set.

Welche Szene war am schwersten zu drehen?

Der Film strotzt vor komplexen Szenen. Einige Actionszenen waren sehr anstrengend. Die Verfolgungsjagd am Ende war auch hart, denn es ist immer ein komisches Gefühl, wenn jemand bei 160 km/h am Auto hängt, aber das gehört halt dazu und macht andererseits auch Spaß. Die Ballerei im Sweat-Shop, in dem die Chinesen arbeiten, war richtig hart. Wir hatten kaum Zeit dafür, der ganze Raum war gespickt mit Pyrotechnik, Schüssen und Explosionen. Das war verdammt schwierig.

Charlie Waxs besten Sprüche

1. Verflucht und Halleluja!

2. Eine .357er qualmt noch schöner als 'ne Cohiba“

3. Von dieser Mülldeponie stand nichts in meinem Paris-Führer.

4. Mit einem Bumm…ist alles weg.

5. Wieso töten? Sag ihm nur, dass wir ’n bisschen Party machen wollen.

6. Jeder Mann hat seine Laster, und hier in Frankreich nennen die Einheimischen mein Laster einen Royal mit Käse.

7. Wenn ein Zehnjähriger dir eine Knarre ins Gesicht hält, tu verdammt nochmal, was er will!

8. Ich hab’ dir eine Super-Hongkong-Ente-süß-sauer-Kung-Fu-megageile-Chop-Suey-Show geliefert und du machst dir noch Sorgen?

9. Wenn ich das nächste Mal sage „Leg den Wichser um!“ - leg den Wichser um!

10. Wie gewaxt, so gewonnen.