Frischer Wind

  1. Ø 0
   2009
Frischer Wind Poster
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Filmhandlung und Hintergrund

Frischer Wind: Teresa Weißbach macht diesen Film über einen Witwer, der mit Hilfe einer jungen Frau neuen Lebensmut findet, zu einem sehenswerten romantischen Drama.

Im Gedenken an seine verstorbene Frau verbringt der Hamburger Handschuhfabrikant Tobaben einige Tage in ihrem Lieblingshotel in Travemünde. Dort lernt er Luzy kennen. Die lebhafte junge Frau ist abends Bardame und tagsüber Zimmermädchen. Sie schließt ihn auf Anhieb ins Herz. Er wiederum findet dank ihrer Unbekümmertheit neuen Lebensmut, engagiert sie vom Fleck weg als Gesellschafterin und nimmt es gelassen in Kauf, dass sich die vornehme hanseatische Gesellschaft prompt die Mäuler zerreißt.

Darsteller und Crew

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Kritikerrezensionen

  • Die Handlung scheint vorhersehbar: Vermögender älterer Herr findet dank hübscher junger Frau ins Leben zurück. Alles wäre wunderbar, wenn bloß seine Kinder nicht so eifersüchtig reagieren würden.

    Tatsächlich aber ist dies nur der Anfang einer Geschichte, deren Umsetzung vor allem vom ungleichen Protagonistenpaar lebt: Günther Maria Halmer, endlich mal nicht als Grantler mit Herz, versieht den verwitweten Hamburger Handschuhfabrikanten Tobaben mit viel Würde und noch mehr Trauer. Als er im Gedenken an die Gattin einige Tage in ihrem Lieblingshotel in Travemünde verbringt, lernt er Luzy kennen. Die lebhafte junge Frau ist abends Bardame und tagsüber Zimmermädchen, weil ihr Freund sie mit einem Haufen Schulen sitzen gelassen hat. Sie schließt diesen Mann, der mit Leichtigkeit ihr Vater sein könnte, auf Anhieb ins Herz. Er wiederum findet mit Hilfe ihrer Unbekümmertheit neuen Lebensmut, engagiert sie vom Fleck weg als Gesellschafterin und nimmt es gelassen in kauf, dass sich die vornehme hanseatische Gesellschaft prompt die Mäuler zerreißt.

    Halmer ist gut wie immer, das war zu erwarten. Um so größer ist der nachhaltige Eindruck, den Teresa Weißbach hinterlässt. Die blonde Sächsin, bislang unter Wert überwiegend in Nebenrollen besetzt (unter anderem in den beiden ProSieben-Horrorfilmen „Gonger“), spielt derart erfrischend, dass man sich gern gemeinsam mit Kurt Tobaben verzaubern lässt. Klugerweise reduziert Autorin Gabriele Kreis die Handlung nicht auf ein schlichtes Gut/Böse-Schema. Tobabens Tochter Karin (Floriane Daniel) ist zwar schockiert, als ihr Vater mit dem „Flittchen“ auftaucht, aber der vordergründige Konflikt lässt vor allem eine alte Wunde wieder aufbrechen: Der Unternehmer hatte während Karins Kindheit nie Zeit für sie und wollte sowieso einen Sohn. Den hat er später zwar bekommen, aber Kai (Ole Tillmann) will lieber Koch werden, anstatt den väterlichen Betrieb zu übernehmen.

    Eigentlich meint es Karin ja auch gut, als sie eine Nachbarin Kurts dazu anstiftet, dem Vater die Einsamkeit zu vertreiben. Sie ist einer dieser Menschen, die sich für alle verantwortlich fühlen. Während die engelsgleiche Luzy für Kurt ein Geschenk des Himmels ist, sieht Karin bloß, dass die „Sirene aus Bitterfeld“ den Platz einnimmt, denn der Vater ihr immer vorenthalten hat. Es gehört zur Qualität dieses Films (Regie: Imogen Kimmel), dass sich die Geschichte dann allerdings in eine ganze andere Richtung entwickelt.

    Halmer und Weißbach harmonieren derart prächtig miteinander, dass man großzügig über die gelegentlichen Anleihen des Drehbuchs bei „Pretty Woman“ hinwegsehen kann. Gelungen ist auch die Balance zwischen romantischer Nähe und einfacher Freundschaft, denn lange bleibt offen, ob die Anziehungskräfte zwischen dem Witwer und dem Wirbelwind nicht auch erotischer Natur ist. tpg.

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