Friesland: Mörderische Gezeiten

  1. Ø 5
   2013
Friesland: Mörderische Gezeiten Poster
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Filmhandlung und Hintergrund

Friesland: Mörderische Gezeiten: Der amüsante Auftakt zu einer neuen Samstagskrimireihe mit Florian Lukas und Sophie Dal macht Lust auf mehr.

In einer ostfriesischen Kleinstadt wird eine junge Hausfrau erhängt aufgefunden. Der Leiter des örtlichen Polizeirevier will den Todesfall verdächtig rasch als Selbstmord abhaken. Die ebenso hübsche wie ehrgeizige Streifenpolizistin Süher Özlügül veranlasst auf eigene Kappe eine Obduktion. Tatsächlich stellt sich raus, dass die Frau ermordet worden ist. Ausgerechnet der von Sühers bravem Kollegen Jens Jensen verehrte Chef hat Dreck am Stecken; aber dann wird auch er umgebracht.

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Kritikerrezensionen

  • In der ARD wartet man immer noch darauf, dass die Vorabendmarke „Heiter bis tödlich“ endlich funktioniert. Das ZDF hat mit seinen spielfilmlangen Provinzkrimis dagegen schon fast traditionell Erfolg.

    „Friesland“, ursprünglich als Fernsehfilm der Woche geplant, nun aber Auftakt zu einer neuen Samstagskrimireihe, orientiert sich jedoch weniger an den durchaus vergleichbaren Filmen von Holger Karsten Schmidt und Markus Imboden („Mörder auf Amrum“); der Tonfall erinnert nicht zuletzt wegen der vielen situationskomischen Szenen eher an „Wilsberg“. Kein Wunder: Sowohl das Autorenduo Arne Nolting und Jan Martin Scharf wie auch Regisseur Dominic Müller waren schon an Krimis mit dem Privatdetektiv aus Münster beteiligt, die Produktionsfirma (Eyeworks) ist ebenfalls die gleiche, und ZDF-Redakteur Martin R. Neumann ist für beide Reihen zuständig.

    Zentrale Figuren von „Friesland“ sind ein ungleiches Streifenpolizistenpaar aus einer ostfriesischen Kleinstadt: Während Süher Özlügül (Sophie Dal) eine äußerst korrekte Beamtin ist, drückt ihr Partner Jens Jensen (Florian Lukas) schon mal ein Auge zu, wenn ein alter Schulfreund auf der Landstraße viel zu schnell unterwegs ist. Prompt verdächtigt ihn die ehrgeizige Kollegin, mit dem gemeinsamen Chef Hinnerk Goosen (Thomas Kügel) unter einer Decke zu strecken, als sich rausstellt, dass hinter der schläfrigen Fassade einiges im Argen liegt: Vernachlässigte Hausfrauen bessern ihr Einkommen durch Prostitution auf; Goosen hat das rausgefunden und die Damen erpresst. Die Sache kommt ans Licht, weil die eifrige Süher nach einem vom Chef auffällig rasch als Suizid abgehakten Tod einer der Frauen keine Ruhe gibt. Tatsächlich finden sich bei einer inoffiziellen Obduktion eindeutige Spuren von Fremdeinwirkung. Süher ist sicher, dass Goosen der Täter ist, aber dann wird er selbst ermordet.

    Wichtiger als die Krimihandlung sind jedoch die personellen Verwicklungen. Der Film lebt von den genüsslich gepflegten Gegensätzen zwischen dem ungleichen Team: Der bodenständige Jens ist ein herzensguter Mensch, aber nicht unbedingt der Hellste; er erinnert an die Figuren, die Hinnerk Schönemann in den Filmen von Imboden und Schmidt verkörpert. Florian Lukas legt den Provinzpolizisten, der hin und wieder auch mal in Ohnmacht fällt, allerdings viel weicher und auch komödiantischer an. Bei Schönemann ergibt sich die Komik meist aus dem Kontrast zwischen einer Figur, die im Grunde überfordert ist, aber mit den Herausforderungen wächst; Jens Jensen dagegen blickt im Gegensatz zur Kollegin überhaupt nicht durch.

    Sophie Dal wiederum, sympathischer Blickfang aus der ARD-Serie „Der Dicke“, profiliert sich als Deutschlands attraktivste Streifenpolizistin. Im ersten Film scheint Jessen die Schönheit der Kollegin allerdings gar nicht wahrzunehmen, weil er nur Augen für Insa Scherzinger hat. Die Apothekerin führt die gleichfalls gut besetzten Figuren aus der zweiten Reihe an. Theresa Underberg („Verbotene Liebe“), nicht minder hübsch, übertreibt ihren mimischen Einsatz mitunter, hat aber gleichfalls eine reizvolle Rolle: Sie wird von Süher und Jens als Teilzeitforensikerin eingesetzt. Tayfun Bademsoy spielt Sühers Vater, dessen interessante Vorgeschichte immer wieder mal angedeutet und später beiläufig in Form eines Zeitungsartikels nachgereicht wird. Matthias Matschke, der auch in den Samstagskrimi „Helen Dorn“ mitwirkt, hat einige amüsante Auftritte als Bestatter mit Marihuana-Plantage im Keller, der nebenbei auch noch Anteile an einem geplanten Windpark verkauft. Unbedingt ebenfalls Teil des festen Ensembles sollte Felix Vörtler als arroganter Kommissar aus Wilhelmshaven werden, der die Kollegen aus Leer mit Ostfriesenwitzen nervt. tpg.

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