Filmhandlung und Hintergrund

Warmherzige Komödie um eine Familie aus der DDR im Westen aus der Sicht der jungen Töchter.

Ende der 60er Jahre: Das Ehepaar Dieter (Oliver Stokowski) und Irene (Katharina Schubert sind aus der DDR in den Westen geflüchtet. Während der gut gelaunte Optimist sich wohlfühlt, bibbert Nervenbündel Irene vor dem Atomkrieg und bricht permanent Streitigkeiten mit ihrem Mann vom Zaun. Sehr zur Beunruhigung ihrer drei Kinder, vor allem der Töchter Wasa (Leonie Brill) und Ute (Nina Monka). Beide beschließen, eine Scheidung wäre das beste für alle.

Deutsch-deutsche Konflikte brechen exemplarisch auf in einer warmherzigen Tragikomödie mit viel Zeitkolorit, wenn der kalte Krieg unterm Nierentisch stattfindet, aber von einem Komplott der Kinder auf seine Art beendet werden soll. Lebendig, komisch, stark gespielt.

Dieter und Irene sind aus der DDR in den Westen geflüchtet. Sie ist ein Nervenbündel voller Angst vor dem Dritten Weltkrieg, er ein gut gelaunter Optimist, ständig streiten sich die beiden. Ihre Kinder, die gewitzten und fürsorglichen Töchter Wasa und Ute, beschließen, dass die Scheidung der beiden wohl das Beste für alle wäre. Ihren kleinen Bruder Flori erpressen sie, bei ihrem Komplott mitzumachen.

Das Ehepaar Dieter und Irene Striesow ist aus der DDR in den Westen geflüchtet. Sie ist ein Nervenbündel mit Angst vor dem Dritten Weltkrieg und der ständigen Furcht davor, sie könne ihren Ehemann verlieren, er dagegen ein gutgelaunter Optimist, der nicht verhindern kann, dass sie sich ständig in den Haaren liegen. Ihre Kinder, die gewitzten und fürsorglichen Töchter Wasa und Ute, beschließen, dass die Scheidung der beiden wohl das Beste für alle wäre. Ihren kleinen Bruder Flori erpressen sie, bei ihrem Komplott mitzumachen.

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Kritiken und Bewertungen

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Kritikerrezensionen

    1. In "Friedliche Zeiten" wird eine typische deutsche Kleinfamilie in ihre Bestandteile zerlegt und wieder zusammengesetzt. Aus dem Ost-West-Konflikt wird auf diese Weise schnell ein familiärer Katastrophenfall, den die elfjährige Wasa in einem treffenden Satz zusammenfasst: Lieber geschieden als tot. Es ist in diesem Film nicht das einzige Mal, dass die kindlich-naive Sicht auf die Dinge von größerer Intelligenz geprägt ist als das Verhalten der Eltern. Die haben eigentlich überhaupt nichts gemeinsam und können es trotzdem nicht lassen, sich zu lieben – und sich gegenseitig in Gefühlskrisen zu stürzen.

      Diese Krisen sind dabei ebenso tränenreich wie zäh. In der Ehe und im Film geht es nicht vorwärts und nicht zurück und nach spätestens einer Stunde beginnt man auf die Uhr zu schielen. Das langgezogene Ehedrama spart dabei jeden äußeren Konflikt nahezu aus. Politik und Geschichte finden sich nur zwischen den Zeilen, der Nachhall des zweiten Weltkriegs ist die eigentliche Antriebsfeder der Handlung, ohne allerdings selbst thematisiert zu werden. Es lässt sich jedoch ahnen, dass "Friedliche Zeiten" auch von einer Generation erzählt, die ihre Kindheit in der Angst und Unsicherheit des zweiten Weltkriegs verlebt hat und nun – zwanzig Jahre später – noch immer deutlich davon geprägt ist. Nur ihr Umgang mit den neu angebrochenen friedlichen Zeiten ist ein unterschiedlicher. Während der Vater Frieden und Freiheit in vollen Zügen zu genießen versucht, sitzt der vor Angst gelähmten Mutter das Schreckgespenst des Krieges noch immer im Nacken. Dabei gönnt der Film ihr kaum ein Lächeln, dafür aber viele viele Tränen.

      Die Töchter Wasa und Ute sehen im Ehedrama ihrer Eltern einen Mindestkrieg, den sie wohl oder übel durchstehen müssen, weil ihrer Erfahrung nach jede Generation mindestens einen Krieg erlebt. Damit das Drama aber nicht noch tränenreicher wird, werden die Probleme der Kinder in gewitzten Dialogen kleingeredet. Ihre Schwierigkeiten – die sie aufgrund ihrer Herkunft zusätzlich zu den Eheproblemen der Eltern und der labilen Persönlichkeit der Mutter haben – werden auf diese Weise verharmlost und ins Komödienhafte verschoben. Das gleiche gilt bisweilen auch für die Eltern, wenn deren Reaktionen so sehr überzeichnet werden, dass sie einen Großteil ihrer Glaubwürdigkeit einbüßen.

      Dass der Film trotz zäher Handlung nicht unerträglich wird, liegt vor allen Dingen daran, dass er wirklich schön anzusehen ist. Während die Kamerafilter den Bildern einen Hauch Nostalgie verleihen, haben sich die Ausstatter besonders detailfreudig ausgetobt. "Friedliche Zeiten" wird auf diese Weise zu einer liebevoll arrangierten Zeitreise in die 60er und 70er des letzten Jahrhunderts, bei der alles zu stimmen scheint, angefangen bei den Kleidern, bis hin zu den Frisuren. Ein weiterer Pluspunkt des Films sind die Darsteller, die bis in die Nebenrollen gut besetzt sind. Aber eine schöne Kulisse und gute Schauspieler machen eben doch noch keinen guten Film, wenn die Geschichte selbst so gar nicht fesseln kann.

      Fazit: Selbst gute Darsteller und eine detailverliebte Ausstattung in nostalgisch-schöner Atmosphäre können einen so zäh erzählten Film nicht retten.
    2. Friedliche Zeiten: Warmherzige Komödie um eine Familie aus der DDR im Westen aus der Sicht der jungen Töchter.

      Weil es in der Ehe eines aus der DDR in den Westen geflohenen Ehepaares anno 1968 kriselt, wollen die beiden jungen Töchter die Scheidung provozieren: Eine warmherzige Familien(tragi)komödie.

      Der Kalte (Ehe)Krieg unter dem Nierentisch bricht aus, weil sich die innerdeutsche Zerrissenheit in der Familie Striesow spiegelt: Das Ehepaar mit den drei Kindern ist aus der DDR getürmt, Dieter (Oliver Stokowski) im marktwirtschaftlichen Westen voll angekommen, Gattin Irene (Katharina Schubert) ein von Ängsten geplagtes Nervenbündel, das sich in die Heimat zurücksehnt und die eigene Wohnung zwar nicht mit einer Berliner Mauer, so doch immerhin mit einer Türkette verschließt. In dieser ganz privaten Ostzone kann man wenigstens ungehindert die „Internationale“ intonieren, doch eigentlich ist Irene derart kriegstraumatisiert, dass Fernsehbilder von russischen Panzern in osteuropäischen Städten konkrete Invasionsangst und ausgeprägte Neurosen bedingen. Dabei ist der Fahrstil der Crashpilotin wesentlich gefährlicher als ein möglicher 3. Weltkrieg. Isolation, Heimweh und verstörende Erfahrungen ergeben die Paranoia, Opfer eines Ehebruchs und somit zur „Zweitfrau“ zu werden. Als sich ihre Furcht als wohlbegründete Realität herausstellt, wird der Alltag zum Minenfeld.

      Den von eigenen Erfahrungen beeinflussten Kurzroman von Birgit Vanderbeke nimmt die Bremer Regisseurin Neele Vollmar („Urlaub vom Leben“) zum Anlass für eine heiter-tragische Zeitreise in die ausgehenden 60er Jahre, wo mit akkurater Nostalgie und auf den Punkt ausgestattetem Retro-Charme das deutsche Mittelstands-Spießbürgertum sein gestriegeltes Haupt erhebt, aber von einer ganzen Batterie ironischer Brechungen verspottet wird. Weder die BRD, noch die DDR erscheinen in vorteilhaftem Licht, und das charakterlich vollkommen disparate Paar will nicht recht zusammenpassen. Vornehmlich aus der Perspektive der beiden Töchter Ute und Wasa (famoses Duo: Nina Monka und Leonie Brill) erzählt, wird ein Familiendrama aus unschuldigem Kinderblick zur Komödie, da sich die Schwestern und ihr jüngerer Bruder Flori (Tamino Wecker) die komplizierte Welt der Erwachsenen zusammenreimen müssen - mit entwaffnend komischen und oft genug nachdenklichem Ergebnis. Zwischen den Polen Neurosenkomödie, Eifersuchtsdrama und der tragikomischen Last des selbst gewählten Unglücks entsteht ein warmherziger, trotz Feel-Good-Ende aber nicht verklärender Rückblick auf eine Ära, die nicht nur aus Studentenprotesten und Kommune 1 bestand. tk.
    3. „Wertvoll”

        Neele Leana Vollmar ist mit Friedliche Zeiten ein warmherziger und liebenswerter Film gelungen. Aus der Perspektive der Kinder werden die Erinnerungen an eine Kindheit Ende der 60er Jahre beschrieben, authentisch, detailgetreu und mit hohem Wiedererkennungswert. Die auf Birgit Vanderbekes gleichnamigem Roman basierende Familienkomödie schafft mit stimmigen Figuren und einem den Tonfall der Kinder gut treffenden Drehbuch einen bunt inszenierten Bilderreigen. Neben der durchweg geglückten schauspielerischen Besetzung ist auch die äußerst liebevolle Ausstattung bemerkenswert und die fein abgestimmte Filmmusik, die fortwährend eine gute Dosis Nostalgie verbreitet und den Film zu etwas ganz Besonderem macht.

        Jurybegründung:

        Während die Russen in Prag einmarschieren, die Amerikaner in Vietnam erste Schlachten schlagen und es überall auf der Welt rumort, erleben die Kinder der Familie Striesow zu Hause ihren eigenen „Mindestkrieg“. Denn die friedlichen Zeiten der Familie, die einige Jahre zuvor aus der DDR geflohen ist und nun im Süden der BRD lebt, sind eher trügerisch.

        Mutter Striesow, hoch neurotisch und erfüllt von einer tief sitzenden Angst vor russischen Panzern, die aus einem Jugenderlebnis resultiert, findet sich in der neuen Heimat auch nach sieben Jahren nicht so richtig zurecht. Der Vater, ein fleißiger Mann, geht abends gerne einen heben und lässt seine Frau zu Hause, die dann stets die Kette vorschiebt, damit nur ja kein Russe in die Wohnung kommen kann. Und dann geht der von der Mutter verständlicherweise leicht genervte Vater auch noch fremd.

        Alles nicht ganz einfach für die drei Kinder der Striesows, die in der Schule auch als „Russen“ gehandelt werden und sich schwer tun im Westen. Aber Friedliche Zeiten ist keine Doku-Tragödie über eine DDR-Familie im Westen, sondern eine Familienkomödie mit ein paar dramatischen Unter- und Zwischentönen, Szenen einer Ehe, betrachtet aus der Sicht der Töchter. Und deshalb ist dieser bunt inszenierte Bilderreigen der Erinnerungen an eine nicht mehr völlig heile Kindheit Ende der sechziger Jahre bei aller Gefälligkeit und bonbonfarbiger Glätte eine warmherzig inszenierte Geschichte über eine sehr intensive Eltern-Kinder-Beziehung, über Familienkonflikte, die aber nicht in der totalen Zerstörung enden, sondern in einem Neuanfang.

        Ein wenig nostalgisch wirkt diese Rückschau auf eine Kindheit vor 40 Jahren, die sehr stimmungsvoll, wenn auch manchmal etwas klischeehaft das Verhältnis Ost und West reflektiert. Zu diesen Klischees, in diesem Fall die Darstellung der überdrehten Mutter, gehört die erste Szene des Films, in der die leicht hysterische Mutter bei einer Autofahrt mit ihren Kindern Vogelscheiße während der Fahrt von der Scheibe zu wischen versucht und dabei einen kleinen Unfall baut. Insgesamt ist die Verfilmung der Erzählung von Birgit Vanderbeke gelungen, auch dank der durchweg glänzend besetzten Darsteller, der äußerst liebevollen Ausstattung und einem fein ausgearbeiteten Drehbuch.

        Quelle: Deutsche Film- und Medienbewertung (FBW)

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