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Fakten und Hintergründe zum Film "Freundschaft Plus"

Kino.de Redaktion |

Freundschaft Plus Poster

Mehr zum Film? Wir haben die wichtigsten Hintergründe und Fakten für Dich gesammelt: detaillierte Inhaltsangaben, Wissenswertes über die Entstehung des Films, ausführliche Produktionsnotizen. Klick rein!

Über die Produktion

Eines Tages landete die Idee für eine moderne, nicht jugendfreie Geschichte, die die Formeln der romantischen Komödie auf den Kopf stellt, auf Ivan Reitmans Tisch, und der Oscar®-nominierte Regieveteran brauchte nicht lange, um ihr filmisches Potenzial zu erkennen.

„Ich hatte mit Drehbuchautorin Elizabeth Meriwether drei Jahre lang zusammengearbeitet“, so Reitman. „Und in jeder Entwicklungsstufe des Skripts fand ich etwas, was mich persönlich sehr ansprach. Meine Empfindung war: Das hier ist eine Geschichte von Menschen, die mit einem überaus modernen Dilemma zu kämpfen haben. Interessanten Menschen, sehr amüsanten Menschen, die ganz offen über Liebe und Sex sprechen. Und in diese Geschichte habe ich mich einfach verliebt.“

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„Ich war total angetan von der Idee einer Liebesgeschichte, die mit einem Kuss endet, anstatt damit zu beginnen“, erklärt Elizabeth Meriwether. „Manchmal passiert so etwas im realen Leben. Und als jemand, der romantische Komödien liebt, wollte ich eine schreiben, die sich auch modern anfühlte.“

„Faszinierend an dieser Idee ist, dass es jungen Erwachsenen von heute viel leichter fällt, schnellen Sex zu haben, anstatt eine romantische Beziehung einzugehen – bei der sie sich ehrlich und emotional auf einen Partner einlassen“, so Ivan Reitman weiter. „Genau das interessierte mich. Vor gut 20 Jahren stellte When Harry Met Sally („Harry und Sally“, 1989) die Frage, ob ein Mann und eine Frau miteinander befreundet sein können, ohne dass ihnen der Sex in die Quere kommt. Ganz ehrlich, heute lautet die Frage vielmehr: Können ein Mann und eine Frau eine rein sexuelle Beziehung haben, ohne dass ihnen ihre Gefühle einen Streich spielen?“

Meriwether, eine aufstrebende New Yorker Theaterautorin, schien die perfekte Wahl, um ihrer intelligenten, cleveren und technologisch versierten Generation eine Stimme zu verleihen. Jeffrey Clifford, ein Produzent bei Montecito Pictures, war derjenige, der das erste Meeting mit Meriwether absolvierte. „Nach diesem Termin und nachdem Ivan grünes Licht gegeben hatte, verfasste Elizabeth ein Drehbuch – in das sie ihre ganzen Gefühle und Erfahrungen einbrachte. Das Skript war einer der wenigen Fälle, wo sofort klar war, dass daraus ein Film wird. Liz hat eine einzigartige Stimme, und das Drehbuch sprühte vor einem subversiven und völlig eigenständigen Humor.“

Reitman, der gerade UP IN THE AIR („Up in the Air“, 2009), die mehrfach preisgekrönte Regiearbeit seines Sohnes Jason produziert hatte, hat eine sehr einfache Erklärung, warum er auf den Regiestuhl zurückkehren wollte: „Ich war inspiriert. Mir gefiel, was Jason als Autor und Regisseur von UP IN THE AIR machte, und das erinnerte mich daran, wie sehr ich es liebe, Geschichten zu erzählen – Filme mit guten Ideen zu machen, in denen sich alles um die Charaktere und die schauspielerischen Leistungen dreht. Ich hatte meist nur größere Filme mit vielen Spezialeffekten gemacht, und ich war schlicht und ergreifend eifersüchtig. Als sich Liz’ Skript weiter entwickelte, dachte ich mir: Nun, das ist meine Gelegenheit, diese Art von Komödie zu drehen.“

Meriwether wollte ein Drehbuch schreiben, das die Prozesse moderner Beziehungen beschreibt: „Bei den meisten Leuten beginnt es mit einem sexuellen Abenteuer, und sofort wissen sie nicht mehr, wie’s weitergeht. Das Abenteuer wiederholt sich dann ein paarmal, und man versucht sich gemeinsam klar zu werden, ob das Ganze nun was Echtes ist oder nicht. So läuft es eben ab. Von romantischen Komödien sind wir dagegen gewohnt, dass sich die Protagonisten ineinander verlieben. Dann küssen sie sich, und man erwartet, dass sie zusammen sind und genau wissen, was sie tun sollen.“

Mit der Prämisse des Films bot sich die Chance, eine Konstellation zu erkunden, die (zumindest auf dem Papier) logisch und vielleicht sogar ideal wirkt. Sogar die Autorin gibt zu: „Mit diesem Film erfülle ich mir selbst ein bisschen einen Wunschtraum: Du triffst mit jemandem eine Vereinbarung, dass ihr eine rein körperliche Beziehung habt. Sollte sich mehr daraus entwickeln, kannst du sofort aussteigen.“

Emma, die weibliche Hauptfigur, will absolut nicht, dass ihr etwas in die Quere kommt, vor allem keine Romanze. Sie ist kein Mädchen für feste Beziehungen; sie scheut sie wie die Pest. Als Assistenzärztin arbeitet sie nonstop, manchmal 80 Stunden pro Woche mit einer Schicht nach der anderen. Sie schätzt Ehrlichkeit und Effizienz und sie mag auch Sex. Das Arrangement mit Sex auf Bestellung ist darauf die beste Antwort. „Emma ist kein mädchenhaftes Mädchen“, so die Autorin. „Sie will an ihr Leben sehr logisch herangehen. Sie möchte einfach Spaß, ohne den Druck einer Beziehung. Denn dann verwandeln sich die Menschen ‚in seltsame Versionen ihrer Selbst‘.“

Adam, die männliche Hauptfigur, hatte es mit Frauen immer leicht, und er hat eine unbekümmerte Einstellung zum Leben entwickelt. Der Sohn eines ehemaligen Fernsehstars, der seine besten Zeiten schon ein wenig hinter sich hat, kommt mit Frauen locker klar und hat nichts gegen eine schnelle Nummer. Nachdem er mit seiner letzten Freundin Vanessa Schluss gemacht hat, muss er jedoch zu seiner Verwirrung feststellen, dass sie bei ihm bleibt – aber mit einem neuen Partner. „Als Adam erfährt, dass sein Vater mit seiner Ex-Freundin geht, begreift er, dass er ein wenig zu nett und offen gewesen ist“, so Meriwether weiter. „Die Vorstellung, sich gefühlsmäßig auf jemanden einzulassen, erscheint ihm gefährlich. An diesem Punkt will er nur die Tür hinter sich schließen und einfach seinen Spaß haben.“

Und genau das tun sie – sie haben Spaß. Viel Spaß. Nach einer überraschenden morgendlichen Spontannummer beschließen Emma und Adam, das Konzept einer Beziehung „ohne Verpflichtungen“ auszutesten. Nach ihrer gemeinsamen Übereinkunft wollen sie mit dem anderen nur Sex. Sonst bleiben sie Freunde, ohne die ganzen Komplikationen, die normalerweise mit einer Beziehung einhergehen.

Auf die Frage, ob er für den Film recherchierte, lacht Ivan Reitman: „Ich hatte das Glück, dass Liz Meriwether, die noch in ihren 20ern ist, die aktuellen technologischen und soziologischen Entwicklungen direkt aus eigener Erfahrung kennt. Sie hat daran teil und beobachtet sie zugleich. Auf diese Weise hat sie ein scharfes Auge und gutes Ohr für die kleinen Dating-Rituale von heute.“

Er gibt allerdings zu, dass er seine ‚Recherchearbeit‘ auch manchmal mit nach Hause nahm: „Ich habe drei Kinder in den 20ern, die diese Erfahrungen durchmachen oder gerade hinter sich gebracht haben. Ich bin genauso ein Beobachter und Zuschauer. All das trug dazu bei, dass sich die Darstellung unseres Films vertraut und real anfühlt.“

Produktion: Die Besetzung

Zunächst ging es darum, die richtige Schauspielerin für die Rolle der Emma zu engagieren. Dabei stießen die Filmemacher auf Gold, als die Oscar®-nominierte Natalie Portman zusagte. Für sie war die Intelligenz des Drehbuchs von entscheidender Bedeutung, und sie war sehr angetan von der Vorstellung einer romantischen Komödie, die nicht alles simplifizierte: „Nach meiner Empfindung handeln diese meistens von einem Mädchen, das bei einer Zeitung oder in der Modebranche arbeitet und dann eine gründliche Veränderung durchmacht. Aber dieser Film erzählt von Menschen, die wir alle kennen“, so Portman.

Abgesehen von der unkonventionellen Prämisse schätzte Portman auch Meriwethers Charakterzeichnungen und ihre Darstellung von Frauen: „Liz hat echt ein gutes Ohr für Charaktere. Jede Figur hat ihre eigene Stimme. – Ihre Frauen sind komisch, interessant und voller Ideen – genauso wie die Männer.“

Portman hatte sich ursprünglich mit Meriwether wegen eines anderen Projekts getroffen. Dabei hörte sie von der Grundidee für FREUNDSCHAFT PLUS und bekundete ihr Interesse. So blieb sie während der Drehbuchentwicklung involviert, bei der Meriwether die Figur im Hinblick auf Portman ausgestaltete. Meriwether war begeistert von der Idee, eine Komödienrolle zu schreiben, in der das Publikum Portman noch nie zuvor gesehen hatte. „Ich glaube, Natalie hatte noch nie so viel Spaß mit einer Figur. In ihrer erstaunlichen Karriere hat sie ganze Reiche regiert, hat mit Lasergewehren geschossen und ist als Revoluzzerin durch die U-Bahn gesprintet. Deshalb genoss ich es, sie dumme Sachen machen zu lassen. Es ist echt lustig, sie als ein etwas albernes Mädchen zu erleben.“

Emma ist ein einzigartiger Charakter im traditionellen Genre der romantischen Komödie, wo die weibliche Hauptfigur nur ein einziges Ziel hat: den Richtigen zu finden und zu heiraten. Im Gegensatz dazu besteht Emmas größte Herausforderung und größtes Problem darin, sich nicht zu verlieben. „Sie ist eine Ärztin, die keine Beziehung sucht. Sie hat eine Aversion gegen Bindungen, weil es ihr schwerfällt, einen Menschen zu verlieren“, erklärt Portman.

Als die Autorin Portman dabei zusah, wie sie ihre Figur zum Leben erweckte, wurde ein Traum für sie wahr. „Was Natalie angeht, bin ich sprachlos. Sie bringt einen neuen Frauentyp in das romantische Komödiengenre ein – die stark und liebenswert zugleich ist … Du wünschst ihr, dass sie Liebe findet, aber sie soll sich nicht selbst verlieren, um sie zu bekommen.“

Portman überschritt mit einer Filmkomödie eine neue persönliche Grenze, aber sie befand sich in guter Gesellschaft. „Es ist großartig, dass ich von so vielen Komödienprofis umgeben war, denn dieses Genre ist für mich etwas Ungewohntes. So einen Film zu machen war eine ganz neue Erfahrung für mich. Ohne Publikum kannst du manchmal nur schwer beurteilen, ob etwas funktioniert oder nicht. Sogar wenn die Leute, mit denen du zu tun hast, es für lustig halten, dürfen sie während einer Einstellung nicht wirklich lachen.“

Reitman war sich bewusst, dass er für die Rolle des Adam einen Schauspieler brauchte, der auf Frauen charmant und begehrenswert wirkte, aber bei seinen romantischen Abenteuern auch Unsicherheit zeigen konnte. Ihn fand er in Komödiendarsteller Ashton Kutcher, der die für die Rolle nötige perfekte Kombination mitbrachte: den Charme und das Aussehen eines Stars, verbunden mit der leichten Verletzlichkeit eines Underdogs.

Kutcher reagierte auf das Drehbuch ganz ähnlich wie Natalie Portman: „Liz lieferte ein Skript ab, das sich authentisch anfühlte, aber auch unglaublich lustig war. Wenn du ein Komödienbuch liest, forciert es meistens an bestimmten Punkten die komischen Elemente – aber das von Liz peilt die Scherze nie an. Es ist eher eine Charakterkomödie, kein typischer Gag-Film.“

Für Meriwether war Kutcher die beste Wahl für die Rolle des Adam. „Er bringt eine lebensfrohe- und liebevolle Offenheit in diese Rolle ein, die das exakte Gegenbild zu Emmas emotionaler Reise verkörpert – auf der sie einen Punkt erreichen soll, wo sie sich öffnen möchte. Und das ist auch so glaubwürdig, denn wenn jemand dein Herz öffnen kann, dann ist das Ashton Kutcher.“

„Ashton ist wirklich lustig, locker und verspielt, und es ist toll zu sehen, wie er in einer Szene improvisiert und agiert“, so Portman.

Kutcher meldet sich mit folgendem Statement über seine Partnerin und Kodarstellerin zu Wort: „Natalie ist immer vorbereitet. Außerdem trifft sie bei ihrer Rolle interessante Entscheidungen. Und letztlich ist sie echt eine großzügige, klasse Person. So eine Partnerin zu haben ist toll.“

Nachdem Emma und Adam zum ersten Mal miteinander Sex hatten und bevor sie ihre Parameter für die FREUNDSCHAFT PLUS etablieren, weiß Adam nicht genau, wie er mit einer langjährigen Freundin fortan kommunizieren soll, und er entschließt sich, mit einem Geschenk ins Krankenhaus zu kommen.

„Ganz am Anfang einer Beziehung haben die Leute oft das Bedürfnis, sie zu definieren, und manchmal packen sie diese Definition in einen Geschenkkarton“, argumentiert Kutcher. „Adam und Emma gehen plötzlich von Freundschaft zum Sex über – zu diesem Zeitpunkt könnte jemand das Bedürfnis verspüren, mit einem Geschenk auf den anderen zuzugehen – deshalb bringt ihr meine Figur einen Ballon.“

Ein Ballon mit keiner geringeren Aufschrift als CONGRATS! – „Wir haben uns lange darüber unterhalten, und nach unserer Auffassung war es eine lustige Idee, dass jemand nach dem Sex mit einem Glückwunsch-Ballon bei der Arbeit erscheint. Nachdem Emma Adam nicht zurückrief, war das seine Methode, um ihr zu sagen, dass sie nicht einfach so aus seinem Leben verschwinden konnte. Und falls sie das versuchen sollte, dann würde er sie bei der Arbeit besuchen und mit einem Ballon in eine total peinliche Lage bringen.“

Nach dem Ballon-Vorfall führen Emma und Adam eine ganze Reihe von Regeln für ihr Verhältnis ein und beginnen eine Beziehung als „Sexfreunde“. Die Lage wird jedoch kompliziert, als emotionale Intimität in ihre Beziehung Eingang findet. Dazu kommt es, als Adam in Emmas Wohnung vorbeischaut, um sie bei ihren „Tagen“ zu unterstützen – mit Cupcakes und einer Mix-CD mit Songs, die er liebevoll den „Periodenmix“ nennt. „Es machte Spaß, diese Szene zu schreiben, denn sie verändert das „Der-Morgen-danach“-Szenario nach einem One-Night-Stand komplett. Jetzt haben wir eine Szene, in der jemand aufwacht und entsetzt ist, nachdem er mit jemandem in der Löffelstellung gekuschelt hat“, so Meriwether. „Für Emma war mit dieser Intimität eine Grenze überschritten – mit jemandem einfach nur einzuschlafen, ohne vorher mit ihm Sex gehabt zu haben.“

In Reitmans und Meriwethers Spiegel betrachtet, stehen die klassischen Momente der Romantikkomödie auf dem Kopf, und das gab den Hauptdarstellern reichlich Gelegenheit, für Lacher zu sorgen. Der Regisseur ist von den Resultaten mehr als angetan. „Ich bin auf die Besetzung des Films sehr stolz. Unsere Hauptdarsteller Ashton und Natalie verkörpern ihre Generation, das heißt Leute in ihren späten 20ern und frühen 30ern, auf nahezu ikonenhafte Weise. Zweifelsohne haben wir Natalie Portman in vielen ernsthaften Filmen gesehen, aber sie hatte noch keine Gelegenheit, in einer Komödie so richtig loszulegen – wenn auch auf menschliche und authentische Weise. Und genau das hoffte ich von ihr zu bekommen, und ich denke, sie zeigt das in höchstem Maße. Asthon Kutcher wiederum ist eher für Schenkelklopfer-Komödien und seine Arbeit im Fernsehen bekannt. Mein Wunsch war es, ihn in einen Kontext zu stecken, wo er zeigen konnte, was für eine nachdenkliche Person und was für ein guter Schauspieler er in Wirklichkeit ist. Und er hat die richtigen Noten wunderbar getroffen.“

Kaum jemand prägte und formte Adams Leben, vor allem sein Selbstwertgefühl und seine Einstellung zu Beziehungen, so sehr wie sein Vater Alvin. Der alternde Seriendarsteller hat eine überlebensgroße Persönlichkeit und er möchte statt eines treusorgenden Elternteils lieber ein Freund sein, der das Selbstvertrauen und Ansehen seines Sohnes stärkt. „Alvin ist ein Vater, der nicht weiß, wie er seinen Nachwuchs erziehen soll; er möchte so etwas wie der beste Freund seines Sohnes sein“, bemerkt Kutcher. „Adams Stellung im Leben wird komplett davon definiert, dass er Alvins Sohn ist. Und jetzt ist er bestrebt, aus dem Schatten seines Vaters herauszutreten und eine eigenständige Person zu sein.“

Um den großspurigen Alvin zum Leben zu erwecken, mussten die Filmemacher einen Schauspieler finden, der das aufgeblasene Ego der Figur darstellen und es gleichzeitig mit seiner liebenswerten Seite ausbalancieren konnte. Er musste den richtigen Tonfall treffen, sodass er im einen Moment unausstehlich und im nächsten Moment wieder anrührend wirkte. Dafür kam der Tony- und Oscar®-preisgekrönte Darsteller Kevin Kline an Bord. Mit der Brillanz und Intelligenz eines wahren Hauptdarstellers hatte er denkwürdige Charaktere in unzähligen Filmen und Bühnenaufführungen geschaffen. Nachdem Reitman schon früher mit Kline zusammengearbeitet hatte, wusste er, dass der Darsteller diese Rolle wie kein anderer verkörpern konnte.

„Ich dachte: Wer könnte Ashton Kutchers Vater sein?“, bemerkt der Regisseur. „Diese Figur ist ein Berufsschauspieler und kein besonders großartiger Vater. Und dafür brauchte ich jemand mit Komödientalent und Reife. Ich hatte mit Kevin bei DAVE („Dave“, 1993) zusammengearbeitet, den ich für einen der stolzesten Momente meiner Karriere halte; er ist einfach ein außergewöhnlicher Schauspieler. Er las das Drehbuch und erkannte, welch komisches Potenzial in der Rolle steckte. Wir hatten schon eine ganze Zeit lang nicht mehr zusammengearbeitet, und wir hatten gleich vom ersten Drehtag an so viel Spaß zusammen, dass er zu mir meinte: ‚Das nächste Mal sollten wir nicht wieder 15 Jahre warten, bis wir wieder etwas gemeinsam machen.‘“

Kline war von der Perspektive, mit Reitman zusammenzuarbeiten, höchst angetan, da er in dessen Bemühen um Authentizität volles Vertrauen hatte: „Ivan schickte mir das Drehbuch, und dann hatten wir effektiv die gleiche Unterhaltung bezüglich der richtigen Tonalität wie vor 20 Jahren bei DAVE. Ich liebe es, dass Ivan im Spiel seiner Komödiendarsteller immer nach Realismus sucht, anstatt sich auf konventionelle Gags oder irgendeine alte Masche zu beschränken. Er zuckt zurück, wenn sich eine Komödie zu ‚gespielt‘ anfühlt oder wenn sie zulasten von Ehrlichkeit um die Lacher des Publikums bettelt.“

Für Kline war Alvin interessant zu spielen, wobei er reichlich Gelegenheit bekam, mit dieser Rolle seinen Spaß zu haben. „Alvin hatte eine fabelhaft erfolgreiche Fernsehserie, die jetzt auf vielen lokalen Sendern läuft. Er nährt sich von seinen Illusionen von Größe und Berühmtheit und hat bei seinen Prinzipien ziemlich viele Kompromisse gemacht. Um es ohne Umschweife zu sagen: Er ist ein Narziss erster Ordnung.“

Obwohl er nicht der optimale Vater ist, liebt Alvin seinen Sohn, aber er ist nicht immer imstande, seine eigenen Interessen zurückzustellen, um die richtige Entscheidung zu treffen. „Alvin ist ein Vater, der nicht unbedingt versteht, was zu dieser Rolle gehört. Aber er will der beste Freund seines Sohnes sein,“ erklärt Kutcher. „Er ist der ‚beste Freund Papa‘, und das sorgt für eine wunderbare Dynamik.“

Für Kutcher lieferte die Arbeit mit Kline genau die Hintergrundinformationen, die er benötigte, und er war von der Gelegenheit angetan, mit einem solchen Meister seines Handwerks zusammen zu spielen. „Kevin hat etwas Wundervolles an sich, und er ist so ein guter Techniker. Er hat sein Talent enorm verfeinert, und es war eine Ehre, mit jemand zu arbeiten, der in seinem Fach derart versiert ist.“

Nach der Besetzung der Hauptfiguren machte sich Reitman auf, ein Ensemble zu suchen, zu dem einige der größten Talente der Charakterkomödie gehörten.

„Mein Bestreben war es, um diese zwei großartigen Schauspieler ein Ensemble aus Darstellern zusammenzustellen, die für die Zuschauer genauso unvergesslich sind. Schon am Anfang meiner Komödienlaufbahn gelang es mir, großartige Charakterkomiker zu finden, die in ihren Rollen so großartig waren, dass man sie im Lauf ihrer ganzen Karriere damit identifizierte.“

Zu den schillernden Nebenfiguren von FREUNDSCHAFT PLUS gehört eine Gruppe von gut gezeichneten Charakteren, die von einem Ensemble aus erfahrenen Komödiendarstellern zum Leben erweckt werden. Lake Bell spielt die exzentrische und smarte Associate Producerin Lucy, die mit Adam an der Teen-Musicalserie „Secret High“ zusammenarbeitet und für ihren Kollegen gar nicht so geheime Gefühle hegt. Olivia Thirlby war begeistert, Emmas Schwester Katie zu spielen, eine große Optimistin, die an die Macht der Liebe glaubt und damit das direkte Gegenbild zu Emmas Schwarzseherei verkörpert. Greta Gerwig spielt Patrice, eine Assistenzarztkollegin und Emmas beste Freundin und Wohnungsgenossin. Mit einem sardonischen Scharfsinn und einer Prise Zynismus ausgestattet, spricht sie manchmal als eine Art Jiminy Grille mit der Stimme der Vernunft (selbst wenn diese verblüffend ähnlich klingt wie Emmas eigene Meinung). Jake Johnson wiederum spielt ihr Gegenstück – Eli, Adams besten Freund und Vertrauten, der nicht zögert, endlose Ratschläge abzuliefern, so lächerlich oder wenig fundiert die auch sein mögen. Chris Bridges porträtiert Wallace, einen Barmixer, der es als Aufgabe seines Jobs ansieht, Elis Meinungen zu bestätigen. Für weitere Würze in der Mischung sorgen Mindy Kaling als Shira, eine Kollegin und Mitbewohnerin von Emma und Patrice, sowie Ben Lawson als Sam, ein muskelbepackter und egoistischer Verehrer von Emma.

„Jede einzelne Rolle ist perfekt besetzt, und jeder Darsteller hat sie großartig hinbekommen“, so Ashton Kutcher. „Eine Besetzung mit so wunderbaren Schauspielern spricht auch für Ivan und seine Fähigkeiten.“

„Ich bin wirklich stolz auf unsere Besetzung“, so Reitman. „Darunter befinden sich Leute wie Greta Gerwig, die in verschiedenen Independent-Produktionen aufgetreten und eher für ernsthafte Rollen bekannt ist. Sie liefert eine echte Glanzleistung ab. Lake Bell macht in diesem Film neue Riesenschritte. Jake Johnson ist großartig als Eli. Ich wollte Leute finden, die als Freunde dieser Charaktere funktionieren. Und sie sollten als Freunde auch interessant und attraktiv genug sein, dass wir als Zuschauer mit ihnen Zeit verbringen möchten. Wir wünschten, wir könnten ihre Freunde sein.“

Produktion: Die Dreharbeiten

Mit Beginn der Dreharbeiten im Mai 2010 machte sich Reitman auf, die Anziehungskraft und jugendliche Energie von Los Angeles einzufangen. Man wählte verschiedene Motive, um die „Stadt der Engel“ auf eine vielleicht etwas ungewohnte Weise filmisch zu präsentieren – anders als die üblichen Einspieler mit dem Hollywood-Schriftzug oder den Palmen am Venice Beach. Dazu gehörten das futuristische Gebäude des California Department of Transportation (Caltrans) District 7, der selten gesehene historische Bel-Air Bay Club, der in den 1920ern von einem der wichtigsten Bauunternehmer von Los Angeles errichtet wurde, eine private Prunkvilla im Herzen der Wohngebiete von Beverly Hills, das architektonisch ansprechende, moderne Hauptquartier von John Ferraro Department of Water and Power in Downtown Los Angeles, das 1961 von dem Architekten A.C. Martin gebaut wurde, und ein Strandpark in Oceanside, Long Beach. Adam und Eli wohnen in einem postmodernen Stahl- und Glashaus in den Hügeln von Hollywood, vollgestopft mit Einrichtungsgegenständen aus der Mitte des Jahrhunderts, wie sie zu einer Junggesellenbude passen.

Reitman gab Szenenbildnerin Ida Random sehr klare Anweisungen: „Ivan wollte ganz entschieden Los Angeles sehr hip und aufregend zeigen und hatte klare Vorstellungen, was er wollte. Eine Szene, die auf einem gewöhnlichen Wochenmarkt auf einem Parkplatz spielt, filmten wir vor dem Water-and-Power- Gebäude mit einer langen Großaufnahme, wo im Hintergrund die berühmte Walt Disney Concert Hall zu sehen ist. Genau solche Entscheidungen machten die Arbeit mit Ivan so aufregend und interessant.“

Auch die jungen Darsteller würdigten die Arbeit mit dem erfahrenen Regisseur: „Ivan hat einige der wichtigsten Filme meiner Jugend gemacht. Ich wuchs mit GHOSTBUSTERS („Ghostbusters – Die Geisterjäger“, 1984) und STRIPES („Ich glaub, mich knutscht ein Elch“, 1981) auf. Genau wie alle anderen Komödienklassiker wurden sie zu Stützen in meinem Leben“, so Ashton Kutcher. „Ivan ist berühmt dafür, ein Genre für eine ganze Generation zu definieren, und das macht er auch weiterhin.“

„Ivan ist eine echte Legende, und es ist eine wirkliche Ehre, mit ihm arbeiten zu dürfen“, so Portman. „Er ist sehr großzügig und hört sich die Meinung von allen Beteiligten an. Er gab uns auch die Chance, eine Extraeinstellung nur für uns zu drehen. Es war wunderbar, mal herumspinnen und die Szene und die Dialoge improvisieren zu können.“

Entgegen den normalen Standards von Hollywood war Autorin Liz Meriwether jeden Drehtag am Set und arbeitete auch während der Aufnahmen weiter. „Es war erstaunlich, dass man meinen Beitrag wirklich schätzte und mir zuhörte“, so Meriwether. „Ivan fragte mich nach neuen Dialogideen und holte mich dazu, wenn es darum ging, eine Szene zu bauen.“

Die Schauspieler waren ebenfalls davon angetan, dass Meriwether am Set war. Zu wissen, dass sie spontan aushelfen konnte, war für die Beteiligten ein großer Trost. „Es war ein Riesenvorteil, dass Liz bei den Aufnahmen dabei war. Immer wieder wird mal eine Szene oder eine Einstellung so hingedreht, dass du eine perfekte Pointe brauchst. Und dann ist sie da, um Ideen zu produzieren“, erklärt Kutcher.

Durch die Arbeit mit Reitman wurde ein Traum für Meriwether wahr. Und sie wusste diese Erfahrung sehr wohl zu schätzen: „Als ich mit ihm arbeitete, bezog er sich immer wieder mal auf einen seiner Filme, und das erinnerte mich daran, dass er praktisch alle guten Komödien der letzten 20 Jahre gedreht hatte – und ich war wieder voller Ehrfurcht. Er war ein großer Mentor und Freund, und dieser Film hätte keine bessere Erfahrung sein können.“

Der Filmemacher selbst ist weit davon entfernt, sich auf seinen Lorbeeren auszuruhen, sondern will für das Publikum von heute moderne Komödienvarianten finden: „Ich bin an einem Punkt in meinem Leben angekommen, wo ich meine Komödiensprache, meine Fähigkeit, mich in einem Film komisch auszudrücken, auf eine neue Weise präsentieren muss. Ansonsten sollte ich damit aufhören. Ich habe in den letzten Jahren einige Filme gedreht, die nicht besonders erfolgreich waren und nicht die Energie besaßen, wie ich sie selbst in den ersten 20 Jahren meiner Karriere hatte. Ich schätze mich glücklich, dass sie so lange währt und dass einige meiner Filme bei einem weltweiten Publikum auf Resonanz stießen. Das ist auch einer der Gründe, warum ich mich auf Liz Meriwethers Drehbuch stürzte. Es gab mir die Chance, jetzt etwas für mich selbst zu tun – auf eine unverbrauchte, bedeutungsvolle Weise.“

Reitman meint abschließend: „Es ist wichtig, dass die Filme ihr Publikum repräsentieren, dass wir eine intelligente und humorvolle Verdichtung unseres Lebens sehen können – die unseren aktuellen Zustand und den der Gesellschaft konzentriert wiedergibt. Ein Film wie dieser, der sich mit seinem Thema offen und humorvoll auseinandersetzt, wird hoffentlich bei den Zuschauern auf Resonanz stoßen … Vielleicht wird daraus ein Film, den wir uns in der Gruppe anschauen, sodass wir uns nachher darüber unterhalten können. Ich möchte sowohl Männer und Frauen damit ansprechen, sodass sie gemeinsam hineingehen können. Offen gestanden sehen die Geschlechter das Thema Dating, Beziehungen und Sexualität anders. Vielleicht wird es lustig und erhellend sein, sich Beziehungen mal vom anderen Ende der Telefonverbindung aus anzusehen.“

Paramount Pictures, Cold Springs Pictures und Spyglass Entertainment präsentieren eine Montecito Picture Company Production eines Ivan-Reitman- Films: FREUNDSCHAFT PLUS mit Natalie Portman, Ashton Kutcher, Cary Elwes und Kevin Kline. Koproduzenten sind Ali Bell und Annette Savitch, koausführende Produzentin ist Lisa Bruce. Die Musik stammt von John Debney. Julie Weiss ist die Kostümdesignerin. Für den Schnitt zeichnet Dana E. Glauberman, A.C.E. verantwortlich, für das Szenenbild Ida Random, für die Kamera Rogier Stoffers, ASC, NSC. Ausführende Produzenten sind Roger Birnbaum, Gary Barber, Jonathan Glickman, Natalie Portman und Tom Pollock. Produziert wurde der Film von Ivan Reitman, Joe Medjuck und Jeffrey Clifford, nach einer Story von Mike Samonek und Elizabeth Meriwether und einem Drehbuch von Elizabeth Meriwether. Regie bei FREUNDSCHAFT PLUS führte Ivan Reitman.

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