Freundinnen - Alle für eine

  

Filmhandlung und Hintergrund

Tragikomödie um drei Freundinnen, die vor langer Zeit gemeinsam in einer erfolgreichen Mädchenband spielten.

Darsteller und Crew

Kritiken und Bewertungen

5,0
3 Bewertungen
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Kritikerrezensionen

  • Freundinnen - Alle für eine: Tragikomödie um drei Freundinnen, die vor langer Zeit gemeinsam in einer erfolgreichen Mädchenband spielten.

    Jan Ruzickas toll besetzte Hommage an eine Frauenfreundschaft ist unbedingt auch für Männer sehenswert.

    Nein, „Freundinnen - Alle für eine“ ist keine Fortsetzung von „Bandits“, auch wenn das zwanzig Jahre nach dem Überraschungserfolg des Kinofilms von Katja von Garnier eigentlich eine prima Idee wäre. Aber es gibt Parallelen, und die beschränken sich nicht nur auf die Mitwirkung von Katja Riemann und Nicolette Krebitz sowie die Tatsache, dass Musik eine große Rolle spielt: 1990 waren Karla, Sascha und Alice die Mädchenband ChiX. Dass sie nach so langer Zeit ernsthaft über eine Reunion nachdenken, hat Gründe, die aus der Komödie immer wieder eine Tragödie machen. Streng genommen ist schon der Einstieg in die Geschichte nicht lustig, aber Jan Ruzicka inszeniert auch die dramatischen Momente auf eine Weise, die die Traurigkeit erst im Nachgeschmack entfaltet: Karla (Katja Riemann) erfährt quasi im selben Atemzug, dass sie zu alt ist, um sich endlich ihren Kinderwunsch zu erfüllen, ihr Mann Max (Thomas Huber) aber trotzdem Vater wird. Kein Wunder, dass sie kein Ohr für ihre Freundin Sascha (Nicolette Krebitz) hat, als die ihr endlich erzählen will, warum sie schon so lange so schlecht aussieht: Ihr ist gerade eine Brust entfernt worden, und es wird nicht mehr lange dauern, dann ist auch der Rest von ihr weg. Dritte im Bunde ist Alice (Sophie von Kessel), die als Model um die Welt reist und viel Geld verdient, während sich Ehemann Hans (Martin Lindow) um Haus und Kinder kümmert. Erst nach und nach gibt das klug strukturierte Drehbuch von Hardi Sturm preis, dass der schöne Schein trügt. Über die Handlung und das tolle Trio hinaus liegt der Reiz der Geschichte ohnehin darin, dass sie nicht alles vor sich herträgt. Vieles wird zunächst bloß angedeutet, manches ergibt sich nebenbei. Das gilt vor allem für die Beziehungen zwischen den drei Frauen, denn Karla und Alice sind Schwestern, die bei jeder Begegnung wie Feuer und Wasser reagieren, weil sie sich ihr Leben lang gegenseitig beneidet haben; und weil Alice vor zehn Jahren mal was mit Max hatte. Genauso wichtig wie Ruzickas famose Führung der drei Hauptdarstellerinnen ist seine Fähigkeit, das Schwere so leicht erscheinen zu lassen. Viele Szenen rühren zu Tränen, und das gilt keineswegs bloß für die wehmütigen Momente, aber der Regisseur bleibt seiner Linie treu und behält den scheinbar heiteren Tonfall bei. Auch wenn „Freundinnen“ kein Musikfilm ist, so ist die Musik dennoch mehr als bloß Mittel zum Zweck, zumal Ruzicka den Auftritt angemessen fesselnd inszeniert und dem Trio schließlich einen gänsehautreifen Abgang gönnt. Ein würdiges Finale für einen großen Film, und der Song der ChiX geht tatsächlich ähnlich ins Ohr wie weiland „Catch Me“ aus „Bandits“. Als Beleg dafür, dass die Degeto ihrer anspruchsvollen Freitagsfilmphilosophie treu geblieben ist, taugt „Freundinnen“ allerdings nur indirekt: Die Tragikomödie ist bereits 2015 entstanden. tpg.

Kommentare

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