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Fakten und Hintergründe zum Film "FREI:GESPIELT - Mehmet Scholl ?ber das Spiel hinaus"

Kino.de Redaktion |

Frei:Gespielt - Mehmet Scholl: Über das Spiel hinaus Poster

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Über den Film

Ist das nicht ein bisschen übertrieben, ein ganzer Film über Mehmet Scholl? So eine Frage könnte nur jemand stellen, der Scholls letzte Spiele in der Bundesliga nicht mitbekommen hat. Diese Abschiedstournee war ein Triumphzug für ihn, weil etwas ganz und gar Außergewöhnliches passierte. In gegnerischen Stadien wurde Mehmet gefeiert, als sei er der Publikumsliebling der eigenen Mannschaft. Sein Name wurde skandiert, man hörte Sprechchöre und Lobgesänge und nach dem Spiel musste Scholl vor den jeweiligen Fans eine Ehrenrunde laufen. Das geht eigentlich gar nicht, denn „auswärts“ ist in der Bundesliga ein klar abgestecktes Terrain. Dort werden die Spieler der anderen Mannschaft in aller Regel aufs Übelste geschmäht, Ausdrücke wie Arschloch, Drecksau und so weiter gelten dort als Alltagsfloskeln. Wenn man Spieler des allerorts bestens gehassten FC Bayern ist, lassen sich die Zuschauer noch ganz andere Wortschöpfungen der ehrverletzendsten Art einfallen. Mehmet Scholl aber, und das ist das Phänomen, wird und wurde geliebt, in Cottbus, Mönchengladbach oder Dortmund – von allen eben.

Als Phänomen bezeichnet man meist eine Ausnahmeerscheinung, etwas, dessen Wirkung wir nicht wirklich ganz verstehen. Warum also steht dieser Mehmet Scholl scheinbar über den Dingen und Parteien? Vermutlich, weil er in fast allen Menschen etwas berührt, weil er stellvertretend einen Kleine-Jungen-Traum lebt und erfüllt: den großen Jungs mal richtig eins auf die Mütze zu geben. Mit etwas über 1,70 Größe und seinen knapp 70 Kilo hat er die Gegenspieler, die 20 Kilo mehr auf den Rippen hatten, ausgetrickst, ausgetanzt und ins Leere laufen lassen. Anders als David, der Goliath ein einziges Mal überlistete und damit erledigte, hat Mehmet Scholl seine Tricks wieder und wieder ausgepackt; und obwohl die großen Jungs von den anderen großen Jungs längst gewarnt waren, saßen sie am Ende doch wieder auf dem Hosenboden.

Als vor einem Jahr Bayern-Manager Uli Hoeneß das Ende der Laufbahn von Mehmet verkündete, dachte ich mir: Welch ein Jammer, dass diese Geschichte nun ein Ende nimmt, dass Mehmet Scholls skurriler Humor, seine Schlagfertigkeit und Intelligenz nun nicht mehr dabei helfen, den bisweilen doch grauen Bundesliga-Alltag aufzuheitern. Dies müssen Eduard Augustin und Ferdl Neumayr ähnlich empfunden haben, denn damals kamen sie zu mir und baten mich, Kontakt zu Mehmet Scholl herzustellen, sie wollten einen Film über ihn machen. Und zwar keinen der üblichen Fünfminuten-Abschiedsfilmchen a la seine schönsten Tore und lustigsten Sprüche, sondern einen richtigen Film. Ich war mir ziemlich sicher, dass Mehmet nein sagen würde. Seit zehn Jahren meidet er nach Kräften die Öffentlichkeit.

Ich habe die drei dann kurz vor Weihnachten beim Schuhbeck am Platzl zusammengebracht und nach ein paar Augenblicken war alles klar. Die Jungs haben ihre Vorstellungen erläutert, und erklärt, dass Mehmet sich möglichst stark einbringen solle. Das hat er wörtlich genommen und gleich den eigenen Kameramann mitgebracht: seinen Schwiegervater Igor Luther, der mit Volker Schlöndorff die Oscar-gekrönte Blechtrommel gedreht hat. Mehmet Scholl hat Einfluss genommen und Ratschläge erteilt, es ist sein Film. Der Mehmet-Scholl-Film.

(Ludger Schulze, Ressortleiter Sport, Süddeutsche Zeitung)

Biografie Mehmet Scholl

Mit dem FC Bayern war er acht Mal deutscher Meister, gewann 1996 den UEFA-Cup und 2001 die Champions League. 1996 holte er mit der Nationalmannschaft den EM-Titel. Mehmet Scholl, eine der schillerndsten Persönlichkeiten des internationalen Fußballs, beendete nach 15 bewegten Jahren beim Münchner Traditionsverein am 19. Mai 2007 seine Karriere als Profi-Fußballer.

Der außergewöhnliche Sportler war für seine markigen Sprüche („Wie war noch die zweite Frage? Das ist nicht so einfach, ich bin schließlich Fußballer“) ebenso bekannt wie für tödliche Pässe, unwiderstehliche Dribblings oder geniale Freistoßtore. Doch wo Licht ist, gibt es auch Schatten. Die Karriere des offensiven Mittelfeldspielers verlief nicht immer steil nach oben, immer wieder wurde Scholl durch schwere Verletzungen zurückgeworfen, und auch als Führungsspieler konnte er sich nie richtig durchsetzen, musste den Platz an der Sonne Leadern wie Lothar Matthäus, Stefan Effenberg, Mario Basler oder Michael Ballack überlassen. Und obwohl er 36 Mal das Trikot der deutschen Nationalmannschaft trug, war ihm die Teilnahme an einer Fußball-WM nicht vergönnt.

Mehmet Schol wurde am 16. Oktober 1970 in Karlsruhe geboren. Mit 19 Jahren begann er seine Profikarriere beim Karlsruher SC. 1992 wechselte er zum FC Bayern München. Fünfzehn Jahre spielte er für diesen Verein – bei seinem Abschied am 19. Mai 2007 war er der dienstälteste und erfolgreichste Profi der Mannschaft (15 Titel mit Bayern).

Bereits in seiner ersten Saison brachte es Scholl auf 31 Einsätze in der Bundesliga. Im Team der Bayern wurde er ungemein populär und stieg zum Leistungsträger der Mannschaft auf. Er garantierte den Erfolg der Münchner auf nationaler wie internationaler Ebene. Unter Trainer Felix Magath nur noch sporadisch eingesetzt, wurde er seinem Ruf als „Edeljoker“ aber durchaus gerecht und ersparte der Mannschaft in dieser Funktion einige Niederlagen und Punktverluste.

1995 wurde Mehmet Scholl Mitglied der deutschen Nationalmannschaft, mit der er 1996 die Fußballeuropameisterschaft in England gewann. Bei der EM 2000 schoss er das einzige Tor für die Deutschen. Insgesamt trug der Mittelfeldspieler bis 2002 36 Mal das Trikot des DFB-Teams und schoss dabei acht Tore.

In den späten neunziger Jahren erlitt Scholl mehrere ernsthafte Verletzungen. Diese veranlassten ihn schließlich dazu, kurz vor Beginn der Fußball-WM 2002 aus der Nationalmannschaft zurückzutreten.

Dennoch wurde Scholl aufgrund seiner Leistungen und in Ermangelung eines kreativen Mittelfeldspielers mit Offensiv-Qualitäten von der Öffentlichkeit sowie von Fußballexperten und -trainern als Kandidat für das Weltmeisterschaftsteam 2006 vorgeschlagen – eine eigens gegründete Initiative sammelte innerhalb kurzer Zeit 175.000 Unterschriften. Von Bundestrainer Jürgen Klinsmann wurde er schließlich aber nicht berücksichtigt.

Nationale Vereinswettbewerbe:

8 Mal Deutscher Meister – Ligarekord (1994, 1997, 1999, 2000, 2001, 2003, 2005, 2006)

5 Mal Deutscher Pokalsieger (1998, 2000, 2003, 2005, 2006)

5 Mal DFB-Ligapokalsieger (1997, 1998, 1999, 2000, 2004)

39 DFB-Pokalspiele und zwölf Tore für München (36/11) und Karlsruhe (3/1)

334 Spiele für den FC Bayern München, 87 Tore (1992 bis 2007)

58 Spiele für den Karlsruher SC, 11 Tore (1989 bis 1992)

Internationale Vereinswettbewerbe:

- Weltpokal 2001

- Champions League 2001

- UEFA-Cup 1996

- 85 Europapokal-Spiele und 18 Tore für den FC Bayern München

Mit der deutschen Nationalmannschaft wurde Scholl 1996 Europameister.

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