Free Rainer - Dein Fernseher lügt

  1. Ø 3.5
   2007
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Filmhandlung und Hintergrund

Free Rainer - Dein Fernseher lügt: Humorvolle und spannende Utopie von Hans Weingartner über einen jungen Fernsehmanager, der durch die Manipulation der Einschaltquoten eine TV-Revolution auslöst.

Das Diktat der Einschaltquoten hat aus TV-Produzent Rainer (Moritz Bleibtreu) einen dauerkoksenden Zyniker gemacht. Des von ihm verantworteten unsäglichen Programms überdrüssig, entwickelt er dennoch eine stumpfsinnige Show nach der anderen. Als ihn die junge Pegah (Elsa Sophie Gambard) absichtlich über den Haufen fährt, um den Tod eines geliebten Menschen zu rächen, ist Schluss mit dem Unterschichtenfernsehen. Rainer hackt sich in die Quotenmessgeräte, manipuliert sie und löst eine Flut von intelligenten Sendungen aus.

Humor und Spannung halten sich die Waage in der schlauen Mediensatire von Hans Weingartner, der nach „Die fetten Jahre sind vorbei“ weiterhin relevanten Utopien treu bleibt. Die im Guerilla-Stil entfachte kulturelle Revolution versüßt er mit einer Liebesgeschichte.

Rainer ist als Manager eines Fernsehsenders im üblichen Trott gefangen und steht unter dem Diktat der Einschaltquoten. Längst ist er des unsäglichen Programms, das er zu verantworten hat, überdrüssig. Erfolgreich gelingt es ihm, sich in die Settopboxen des Publikums zu hacken und die Quoten zu manipulieren: Mit einem Mal scheinen nur noch intelligente Programme erfolgreich, der übliche Fernsehtrash wird ignoriert. Eine kulturelle Revolution bahnt sich an, doch die Sender haben ihre letzten Trümpfe noch nicht ausgespielt.

Rainer steht als Erfolgsmanager eines Fernsehsenders unter dem Diktat der Einschaltquoten. Nachdem ihm ein Mädchen ans Leder will, weil er mit einem seiner Programme den Tod ihres Großvaters zu verantworten hat, erlebt er einen radikalen Sinneswandel. Erfolgreich gelingt es ihm, sich in die Settopboxen des Publikums zu hacken und die Quoten zu manipulieren: Mit einem Mal scheinen nur noch intelligente Programme erfolgreich, der übliche Fernsehtrash wird ignoriert. Doch der lange Arm des Gesetzes ist ihm bereits auf den Fersen.

Darsteller und Crew

Kritiken und Bewertungen

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Kritikerrezensionen

  • Der Kampf gegen Quoten und verdummende Fernsehformate lohnt sich – lautet die Message von Hans Weingartners bitterböser Mediensatire.

    Nach der an der Kinokasse erfolgreichen Kapitalismuskritik „Die fetten Jahre sind vorbei“ geht es nun dem Mediengeschäft an den Kragen, und natürlich handelt Hans Weingartners neuester Streich auch wieder von Rebellion und Freundschaft. Im Mittelpunkt steht TV-Produzent Rainer, ein skrupelloser Typ, der mit seiner verkoksten Nase jeden Trend wittert und mit Primitiv-Shows wie „Hol Dir das Super-Baby“ die Quote nach oben peitscht. Der Saulus wandelt sich bald, wie könnte es anders sein durch eine Frau, zum Paulus. Pegah donnert erst frontal in seinen Porsche, um sich für den Tod des Großvaters rächen, eines Sportlers, den ein TV-Magazin von Rainer mit falschen Doping-Anschuldigungen in den Selbstmord trieb. Beim coolen Fernseh-Guru fällt der Groschen, bzw. kommt die Erleuchtung, es gibt etwas anderes als Geld im Leben. Erst einmal will der plötzlich Geläuterte anspruchsvolle Sendungen machen, als die floppen, begibt er sich auf Guerilla-Feldzug gegen das auf Quoten fixierte Entertainment-Business. Die fetten Jahre sind für ihn vorbei, die revolutionären beginnen, wenn er mit Pegah und einem bunt gemischten Grüppchen von Arbeitlosen und Abhängern trickreich die Quotenboxen manipuliert und beschließt, Haushalte zu „befreien“. Die Message ist schnell verstanden und das Herzensanliegen klar. „Aufrührer“ Weingartner will die Welt verändern mit Spaß an der Freud‘. Wer sich nicht wehrt, lebt verkehrt. Das wussten schon die Spontis der 70er Jahre und machten sich einen Jux daraus, Autoritäten mit ihren Aktionen zu verschrecken. Der in Berlin lebende Österreicher tritt munter in ihre Stapfen, auch wenn er zuviel in die Handlung packt und dabei mitunter das Ziel aus den Augen verliert und über selbiges hinausschießt. Als Verfechter geistiger Fitness lässt er sich nicht bremsen, haut lustvoll auf Harald Schmidts „Unterschichtsfernsehen“ und dessen holzschnittartig dargestellten Macher. Nach einem furiosen Auftakt mit Moritz Bleibtreu als arrogantes A….loch und dem unterhaltsamen Rekrutieren der skurrilen Mitkämpfer schwächelt es in der zweiten Hälfte heftig, da fehlt die gewissenhafte Arbeit eines Dramaturgen (durch Kürzung der Originalfassung sollten inzwischen die schlimmsten Stolpersteine aus dem Weg geräumt sein). Das permanente Pendeln zwischen amüsanter Satire und weniger amüsanter Realität klappt nicht immer reibungslos, und dass die Menschen durch lehrreiche Fernsehsendungen zu eifrigen Lesern von großer Literatur und begeisterten Fassbinder-Zuschauern mutieren, gehört wohl ins Reich der Utopie. Aber, wie heißt es so schön? „Arm ist nur, wer keine Träume hat“. Über einen Mangel an Träumen ist bei Weingartner nicht zu klagen. mk.

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