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Das Leben ist kein Kindergarten

Filmhandlung und Hintergrund

Auf den ersten Blick klingt die Figurenbeschreibung wie ein männliches Pendant zu Freitagsfilmreihen wie "Die Eifelpraxis" oder "Praxis mit Meerblick", in denen Helferinnen mit Herz rund um die Uhr für ihre Patienten da sind.

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Kritikerrezensionen

  • Das Leben ist kein Kindergarten: Auf den ersten Blick klingt die Figurenbeschreibung wie ein männliches Pendant zu Freitagsfilmreihen wie "Die Eifelpraxis" oder "Praxis mit Meerblick", in denen Helferinnen mit Herz rund um die Uhr für ihre Patienten da sind.

    „Das Leben ist kein Kindergarten“ emanzipiert sich jedoch sehr bald von dieser Vermutung. Die Idee stammt von Hauptdarsteller Oliver Wnuk, der auch das Drehbuch geschrieben und außerdem dafür gesorgt hat, dass in seiner Heimatstadt gedreht wurde. Dank Kameramann Tomas Erhart ist der Film eine Hommage an Konstanz und den Bodensee.

    Gerade zu Beginn vermitteln die herbstlich bunten Bilder viel Wohlbehagen, zumal im Leben von Freddy alles in bester Ordnung zu sein scheint: Er führt eine glückliche Ehe und hat zwei wohlgeratene Kinder. Gattin Juliana (Meike Droste) ist Ärztin in der Kinderonkologie eines Krankenhauses und pendelt täglich nach in Zürich. Er ist ebenfalls Mediziner, hat aber nach dem Studium gemerkt, dass er Kinder nicht heilen, sondern ins Leben begleiten will. Gemeinsam mit Kollegin Lara (Franziska Wulf) hat er ein reformpädagogisches Konzept entwickelt; die beiden arbeiten in einem städtischen Kindergarten und hoffen, zusammen die Leitung übernehmen zu können. Freddys Leben ist fast zu schön, um wahr zu sein: Er ist ein toller Vater, ein verständnisvoller Ehemann, ein wunderbarer Kollege; und die Kinder lieben ihn. Aber dann bekommt die heile Welt mit ihren fröhlichen Farben feine Risse, die immer größer werden, bis er schließlich fürchten muss, dass sein Lebensentwurf wie ein Kartenhaus zusammenbricht. Juliana winkt ein Karrieresprung, aber dafür müsste sie in Zürich wohnen, weshalb sie eine Karte spielt, die in der Regel den Männern vorbehalten ist: Der Beruf des Haupternährers hat Vorrang.

    Beiläufig lässt Wnuk noch weitere berufliche Konfliktherde einfließen. Aber auch in Freddys Privatleben häufen sich die Turbulenzen: Die 13jährige Tochter Zoe (Sophie Reiling) fühlt sich vernachlässigt und wird beim Klauen erwischt, und dann steht nach 18 Jahren Funkstille sein Vater (Peter Prager) vor der Tür. All‘ das entwickelt sich jedoch nach und nach; der Film kippt nicht plötzlich von der Komödie zum Drama, sondern wechselt sein Vorzeichen schleichend. Die Qualität des handlungsreichen Drehbuchs, der Dialoge und der vielen mal witzigen, mal nachdenklichen Szenen mit den Kindern mag überraschen, aber Wnuk hat bereits zwei Romane veröffentlicht sowie diverse Hörspiele und Bühnenstücke geschrieben; außerdem weiß er dank seiner umfangreichen filmischen Erfahrung natürlich, wie eine gute Geschichte konzipiert sein muss.

    Dramaturgie ist jedoch nur das eine. Am Ende zählt nicht zuletzt die Umsetzung, und auch in dieser Hinsicht ist die Tragikomödie rundum gelungen, obwohl die Filmografie von Regisseurin Katja Benrath noch sehr übersichtlich ist, selbst wenn sie für ihre Kurzfilme viele Preise bekommen hat (darunter auch den „Oscar“ für Filmstudenten). Ihr Langfilmdebüt war der Kinderfilm „Rocca verändert die Welt“ (2019) über eine moderne Pippi Langstrumpf. Die Regisseurin hat offenbar ein Händchen für junge Darsteller: Die Szenen im Kindergarten sind ein großes Vergnügen und waren angesichts der Vielzahl junger Mitwirkender vermutlich eine echte Herausforderung. Sehr glaubwürdig sind auch die Vater/Tochterszenen, die für Sophie Reiling sicher nicht einfach waren, weil Zoe allem Trotz zum Trotz sympathisch bleiben muss, um Mitgefühl für ihre Situation zu wecken. Abgerundet wird „Das Leben ist kein Kindergarten“ durch eine passende Musik (Florian Hirschmann, Elisabeth Kaplan) und schöne optische Einfälle wie jenen, als die Kamera zu Beginn einem durch die Luft segelnden Blatt vom See bis zum Haus von Freddy und Juliana folgt. tpg.
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