Filmhandlung und Hintergrund

Heiter-melancholische Romanze in Berlin um zwei einsame Herzen, die auf verschlungenen Wegen zueinander finden.

Mai ist Telefonistin in einem Teleshoppingsender, Gregor Radiomoderator mit Seelentrösterfunktion. Die beiden kommen erstmals indirekt durch einen Autounfall Mais in Kontakt, nach dem sie einen von Gregor aufgelegten Lovesong im Radio hört. Sie versteht ihn als Schicksalsmelodie ihres Überlebens. Gregor hält die ihm anonym zugeschickte Platte für ein Zeichen seiner Exfreundin. E-Mails bringen Mai und Gregor einander näher.

Die romantische Telefonistin Mai und der melancholische Radiomoderator Gregor haben Liebeskummer. Sie ist in den Lover ihrer besten Freundin verliebt, er dagegen trauert seiner Ex, der erfolgreichen Sängerin Lea, nach. Da greift das Schicksal ein. Als Mai einen Autounfall hat, spielt Gregor gerade einen Lovesong im Radio, den er mit Lea verbindet. Für Mai jedoch steht das Lied für ihr Überleben, weswegen sie „HappyEnd“-Gregor als „Frau2“ per e-mail darum bittet, den Song noch einmal zu spielen. Der jedoch hält das für ein Zeichen seiner Ex…

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Kritikerrezensionen

  • Frau2 sucht HappyEnd: Heiter-melancholische Romanze in Berlin um zwei einsame Herzen, die auf verschlungenen Wegen zueinander finden.

    Die Melancholie der Liebe, die Romantik des Zufalls, das herausfordernde Spiel mit dem Schicksal – Edward Bergers zweiter Spielfilm erzählt mit Blick fürs Emotionale von Menschen in der Großstadt. Der Schauplatz Berlin bestimmt das Lebensgefühl des Improvisatorischen, unterlegt mit einem entsprechend stimmungsvoll jazzigen Soundtrack. Ein Film, in dem man mit seinen Gefühlen gut aufgehoben ist und keine Angst vor falschen Tönen haben muss.

    Ein leitmotivisch pointierte vom Winde verwehte Plastiktüte mag an „American Beauty“ erinnern, die zur Liebe entschlossene junge Frau und der von der Liebe verlassene Mann mögen entfernt der Konstellation in Tom Tykwers „Der Krieger und die Kaiserin“ ähneln – Bergers Berliner Ballade hat trotz allem sehnsüchtig träumerischen Flair eine schöne Bodenständigkeit. Mai (Isabella Parkinson) ist Telefonistin in einem Teleshoppingsender, Gregor (Ben Becker) ist Radiomoderator mit musikalischer Seelentrösterfunktion. Dass diese beiden grundverschiedenen, einsamen Herzen überhaupt zusammenkommen sollten, dagegen spricht eigentlich der gesunde Menschenverstand, aber nicht die Logik des Kinos. Und schon gar nicht die Gesetzmäßigkeit des Zufalls, die so eminent filmisch ist, weil sie wunderbar Spannung, vor allem innere, erzeugen kann. Also ist da in Bergers Drehbuch und Film erst einmal ein Unfall, in den Mai in einer Regennacht in ihrem Auto verwickelt wird. Der Lebensgefahr entronnen, hört sie im Autoradio einen Lovesong, den sie für ihre Schicksalsmelodie ihres Überlebens nimmt. Gregor hatte im Sender die Platte aufgelegt, die man ihm anonym zugeschickt hatte und die er als Zeichen seiner Exfreundin Lea (Sabrina Setlur) deutete. Der Song hatte ihre Liebe begleitet, bis Lea Gregor verließ, worunter er immer noch leidet. Die Weichen sind gestellt für den Beginn eines sonderbaren Miteinander, das erst einmal aneinander vorbei führt, um vielleicht endlich zu einander zu finden.

    Edward Berger hält, mit ein wenig leisem, nie vordringlichem Humor und Mut zu Bigger-than-Life-Romantik, seine kleine einfache Geschichte immer wieder leicht in der Schwebe. Sentimentalität ist dabei nicht ausgeschlossen, und der fließende Erzählrhythmus gerät gelegentlich ein bisschen ins Stocken, doch die wohlige Stimmung einer traumhaften Blues-Romanze hält sich. Ben Becker singt mit lakonisch erotischer Tristesse „Engel wie wir fallen nicht vom Himmel“ in schönstem Jazzkeller-Ambiente. Und Isabella Parkinson ist geradezu ansteckend in ihrer sehnsüchtigen Entschlossenheit zur Liebe, wenn sie den e-mail-Kontakt beginnt. Dass daraus eine romantische Computer-Korrespondenz zwischen Gregor und Mai entsteht, verleitet Edward Berger und seinen fast dokumentarisch atmosphärischen Kameramann Gero Steffen nie zu digitalen Effekthaschereien. Die oft erstaunlichen Berlin-Bilder, vor allem die Totalen, bleiben im Gedächtnis – ebenso wie die Gesichter der angenehm zurückhaltend überzeugenden Darsteller. Ein Film wie ein heiter melancholischer Berlin-Blues. fh.

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