Filmhandlung und Hintergrund

Abgedrehter Episodenreigen führender US-Independent-Regisseure mit Tim Roth als gestreßtem Hotelpagen.

In der Silvesternacht tritt Ted seinen Posten als Page in einem einstmals ehrwürdigen, mittlerweile aber heruntergekommenen Hotel an. Schon am Neujahrstag widerfahren ihm wundersame Dinge: So kriegt er es mit Hexen, die ihre Göttin zu neuem Leben erwecken wollen, einem eifersüchtigen Ehemann, zwei verzogenen Kindern, die eine grausame Entdeckung machen und einem arroganten Hollywood-Star zu tun.

Ein Hotel, vier Zimmer, vier Geschichten, zusammengehalten vom Pagen Ted. Da ist zunächst eine Hexenversammlung, die den jungen Mann um sein kostbares Sperma erleichtern will. Dann rückt eine gefesselte Ehefrau ins Zentrum, die ihren psychopatischen Gatten mit rund fünzig verschiedenen Ausdrücken für „Penis“ zur Raison bringt. Es folgen zwei Kinder, die sich partout nicht Babysitten lassen wollen. Und schließlich geht es noch um eine Wette, bei der ein Beteiligter seinen kleinen Finger einsetzt.

Ein Hotel, vier Zimmer, vier Geschichten, zusammmengehalten von Tim Roth als Page Ted. Abgedrehter Episodenreigen von führenden Independent-Regisseuren inszeniert.

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Kritiken und Bewertungen

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Kritikerrezensionen

  • Four Rooms: Abgedrehter Episodenreigen führender US-Independent-Regisseure mit Tim Roth als gestreßtem Hotelpagen.

    Ein Hotel, vier Zimmer, vier Geschichten, vier Regisseure. Das Gipfeltreffen der Independent-Größen Quentin Tarantino, Robert Rodriguez, Allison Anders und Alexandre Rockwell via komisch überzeichneter Kurzgeschichten, die allesamt am Neujahrstag in einem ehemaligen Edelhotel angesiedelt wurden, kann den großen Erwartungen nur bedingt entsprechen. Einzig Rodriguez‘ aberwitzige Comic-Episode verdient sich das Prädikat „überragend“. „Four Rooms“ ist eine exzentrische Extravaganz, eine verrückte Spielwiese, auf der das Quartett seine Talente und Ideen im jeweiligen Zimmer nach freier Lust mit einer hochkarätigen Besetzung entfalten kann. Als Bindeglied zwischen den jeweiligen Storys dient eigentlich nur Page Ted, den Tim Roth ein wenig unglücklich und zunehmend enervierend als derart epileptische Hommage an Jerry Lewis‘ Bellboy aus „Hallo, Page!“ angelegt hat, daß man nie Zugang zu seinem Charakter bekommt. Während der gesamten Laufzeit des Films (die nach einer wenig ermutigenden Vorführung beim Toronto Filmfestival erheblich gekürzt wurde) bleibt er stets eine Cartoon-Figur mit einer, wie es scheint, Jim-Carrey-Fixierung. Im Verlauf seines ersten Arbeitstages bekommt Ted es mit einer Hexenversammlung, einem eifersüchtigen Ehemann, zwei verzogenen Kindern sowie einem arroganten Hollywood-Star und seiner Gefolgschaft zu tun. Doch nur in Robert Rodriguez‘ kleinem Wunderwerk „The Misbehavers“ fügt sich seine hemmungslose Überdrehtheit nahtlos ein. Als dritte Episode kommt dieser Adrenalinschub keine Minute zu spät, denn Allison Anders‘ und Alexandre Rockwells Segmente sind in direkter Abfolge die Schwachpunkte der Anthologie. Anders‘ Geschichte von den Hexen, die Tim Roth um sein kostbares Sperma erleichtern wollen, um damit ihre versteinerte Göttin zu Leben zu erwecken, verfügt über das richtige Quantum Erotik, bleibt jedoch ohne wirkliche Überraschung und Höhepunkt. Bei Rockwells „Two Sides of a Plate“ hapert es schon bei der eigentlichen Story, die kein Zentrum und keine Richtung hat. Erst als eine gefesselte Jennifer Beals ihren psychopathischen Ehemann mit knapp 50 verschiedenen Ausdrücken für „Penis“ auf die Knie zwingt, erhält Rockwells Zimmer - zu spät - das nötige Quantum bissigen Humors. Robert Rodriguez entfacht im Vergleich einen Wirbelsturm mit seinem Meisterstück an rasendem Schnitt, extremen Nahaufnahmen und perfektem Timing, in dem zwei Kinder die Silvesternacht alleine in ihrem Zimmer verbringen müssen und dabei eine schaurige Entdeckung machen. Nicht einmal Quentin Tarantinos stilistisch exzellenter, mit arroganter Selbstgefälligkeit hingeworfener „Man from Hollywood“ kann diesem perfekt montierten Slapstick-Spektakel das Wasser reichen. Das nach „Pulp Fiction“ zu Recht mit Spannung erwartete Segment zeigt den Meister der postmodernen Coolness erstmals nicht auf der Höhe seiner Kunst: Ein unangenehmer Hang zur Geschwätzigkeit zieht sich durch Tarantinos Dialoge, die seine Geschichte an den Abgrund der Belanglosigkeit drängen. Erst in den letzten fünf Minuten konzentriert er sich auf das Wesentliche - eine Wette, bei der ein Beteiligter seinen kleinen Finger einsetzt - und bringt „Four Rooms“ mit einer virtuosen Überraschung zu einem letztlich versöhnlichen Ende. Daß der Meister dennoch hinter seinem Schüler Rodriguez zurückbleibt, ist die eigentliche Lehre aus diesem Experiment, das seine Möglichkeiten nie wirklich auszuschöpfen in der Lage ist. ts.

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