Flemming: Glanz in Deinen Augen

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   2009
Flemming: Glanz in Deinen Augen Poster
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Filmhandlung und Hintergrund

Flemming: Glanz in Deinen Augen: Pilotfilm zur Serie um den Kriminalpsychologen Vincent Flemming, dargestellt von Samuel Finzi.

Darsteller und Crew

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Kritikerrezensionen

  • Ein Psychologe als Hauptfigur im Serienkrimi: Das klingt erst mal alles andere als originell. Mit „Fitz“ und „Monk“ sind die beiden Extrempole bereits besetzt, alles dazwischen ist Mittelmaß. Vince Flemming verschafft dem Genre jedoch in der Tat eine neue Dimension.

    Dass er deshalb auch gleich eine neue Seriengeneration repräsentiert, wie man beim ZDF schwärmt, ist vielleicht etwas vollmundig formuliert, aber eine faszinierende Persönlichkeit ist er allemal: kein Forensiker wie Fitz, kein Freak wie Monk, auch kein „Profiler“ wie all die anderen, sondern ein hochintelligenter Menschenversteher. Daher eckt er in seinem Umfeld auch immer wieder an: Anders als die Polizei, für die er arbeitet, betrachtet Flemming die Täter als Opfer; er ist nicht an Überführung und Strafe, sondern an Therapie und Heilung interessiert. Dass der Beziehungsspezialist seinerseits frisch geschieden ist, weil seine Frau es leid war, permanent analysiert zu werden, ist eine hübsche Dreingabe. Dass er mit dieser Frau nach wie vor zusammen arbeiten muss, weil sie bei der Mordkommission ist, sorgt zudem immer wieder für reizvolle Dialogduelle.

    Der gebürtige Bulgare Samuel Finzi ist eine wunderbare Besetzung für die charismatische Titelfigur; mit seiner Hintergründigkeit und dem akzentuierten (und nicht ganz akzentfreien) Sprachduktus hat er schon der Figur des Gerichtsmediziners in den „Bella Block“-Filmen mit kleinen Szenen große Auftritte verschafft. Als Schauspielerin, die mit wenig Mimik viel erzählen kann, ist Claudia Michelsen eine überaus stimmige Partnerin; das Wort führt ohnehin der Ex-Gatte. Großartig Ergänzungen sind der wuchtige Felix Vörtler als Chef des Duos, der den Psychologen nicht mag, und Hanns Zischler als Flemmings väterlicher Freund, der den Analytiker nicht nur bei der wöchentlichen Radiosendung „Die Tricks der Seele“ berät, sondern auch als Therapeut zur Seite steht.

    Vater der Figur ist Gregor Edelmann, dessen Ruhm als Drehbuchautor einzig und allein auf der Serie „Der letzte Zeuge“ beruht; mehr hat Edelmann nie geschrieben. Der Tod Ulrich Mühes hat das Nachfolgeformat erst nötig und möglich gemacht. Allein zwei Jahre hat Edelmann in die Recherche investiert, „eines der großen intellektuellen Abenteuer meines Lebens“, wie er sagt. Was die Dialoge angeht, ist diese Erfahrung dem Pilotfilm durchaus anzumerken. Reduziert auf die pure Krimihandlung, entspricht der Auftakt jedoch dem gängigen Fernsehfilmstandard, zumal Inga Busch als wichtigste Gastdarstellerin etwas gewöhnungsbedürftig agiert. Sie spielt eine Mutter, deren Sohn offenbar entführt worden ist. Der Junge ist mal acht, mal zehn Jahre alt, was zumindest auf gewisse Ungereimtheiten bei der Umsetzung deutet (Regie des Pilotfilms: Claudia Garde). Hauptverdächtiger ist ein Mann (Peter Benedict), mit dem sie anscheinend vor einiger Zeit kurz zusammen war und der erst kürzlich durch Zufall erfahren hat, dass er der Vater des Jungen ist.

    Die eigentliche Geschichte hätte man auch in deutlich kürzerer Zeit erzählen können, aber dann wäre kein Platz mehr für all die schönen Randereignisse gewesen. Trotzdem hat Flemming bei aller Faszination einen Nachteil: Er redet einfach zuviel. tpg.

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