Finnischer Tango

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   2008
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Filmhandlung und Hintergrund

Finnischer Tango: Liebenswerte Mischung aus Roadmovie, Behindertenkomödie und charmanter Selbstfindung.

Beziehungen sind ihm egal, dafür musiziert Alex (Christoph Bach) leidenschaftlich auf dem Akkordeon und tourt mit seiner Tango-Band erfolglos durch Deutschland. Bis sich sein Kumpel das Leben nimmt und der andere ihm die Freundschaft kündigt. Allein und verschuldet trifft Alex eine Behindertentheatergruppe, die noch einen Mitspieler sucht. Also erfindet er ein Gebrechen, klaut sich Rollstuhl und Behindertenausweis und zieht zu ihnen in die WG.

Auf der Flucht vor Schulden, Rockern und Freundschaften muss ein kontaktgestörter Loner plötzlich mit Nähe, Vertrauen und Zusammenhalt klar kommen. Das entfesselt eine temporeiche Komödie ohne Scheuklappen, mit der Buket Alakus („Eine andere Liga„) Herzen erwärmt.

Akkordeonspieler Alex wird aus seiner Tangoband geschmissen und hat auch noch Schulden abzuzahlen. Er klaut einem Behinderten den Ausweis und schleicht sich damit in eine Behinderten-WG in Bremen ein. Dort lebt die unkonventionelle Sozialarbeiterin Lotta mit Marylin, Clark und Rudolph zusammen. Nur Rudolph durchschaut Alex‘ Fassade.

Aus Übermut klaut das Trio einer Tangoband den Tourbus einer Death-Metal-Gruppe. Als Schlagzeuger Tommy damit bewusst einen Unfall herbeiführt und stirbt, wird Akkordeonist Alex von Kumpel Steini rausgeworfen und von den Rockern zu Ratenzahlungen gezwungen. Er klaut einem Behinderten den Ausweis und kommt in einer Behinderten-WG in Bremen unter, wo die unkonventionelle Sozialarbeiterin Lotta mit Marylin, Clark und Rudolph lebt und „Die drei Musketiere“ probt. Nur Rudolph durchschaut Alex‘ Fassade.

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Kritikerrezensionen

  • Behinderte im Film strahlen immer eine besondere Authentizität aus, sie können wunderbar sich selbst fiktionalisieren und auf eine so wunderbar selbstironische Weise political incorrect sein, dass es eine Lust ist, da mitzulachen (und nicht etwa gegen sie). Das kann in Grotesken sein wie bei Christoph Schlingensief oder in einem lebensbejahenden Roadmovie wie „Verrückt nach Paris“, in dem behinderte Darsteller veritable Schauspielstars wie Dominique Horwitz oder Corinna Harfouch glatt an die Wand spielen. Vom selben Produzenten stammt nun „Finnischer Tango“ unter der Regie von Buket Alakus, die bekannt und Grimme-ausgezeichnet wurde mit dem Film „Eine andere Liga“ über eine türkische Fußballerin mit Brustkrebs, ein Film, der an den eigenen Klischees erstickt. Der aber fürs Fernsehen doch gut funktioniert. Etwas mehr Kino bietet nun „Finnischer Tango“, ein – wenn auch mit Abstrichen – weit besserer Film. Was nicht nur an den behinderten Schauspielern liegt.

    Mit Christoph Bach und Fabian Busch spielen zwei der besten jungen Darsteller des gegenwärtigen deutschen Films mit, und sie lassen sich von den behinderten Stars nicht unterkriegen. Bach spielt Alex, einen Tanzmusiker, einen heruntergekommenen Loser, einen kleinen Gauner, einen Typen, der nichts an sich ranlässt; und der, wenn ihm doch etwas nahe geht, das nicht rauslässt. Ein Typ, der lieber sein Akkordeon rettet als einen Freund aus einem verunglückten Auto zu ziehen, der einem Rollstuhlfahrer den Behindertenausweis klaut, um an einen Job zu kommen. „Als Behinderten könnte ich Sie sofort vermitteln“, hatte der Arbeitsagenturbürokrat erklärt, also spielt Alex den Epileptiker und landet in einem Behinderten-Theaterprojekt, dann in einer Behinderten-WG, was ihm auch Schutz bietet vor den brutalen Rockern, die von ihm Geld fordern…

    Dort trifft er unter anderem auf Fabian Buschs Rudolf, einen Bücherwurm mit MS, dessen Körper verfällt und der geistig absolut hochstehend, vollkommen überintelligent ist. Immense Kluft also zwischen Körper und Geist, und daran leidet er, daran versauert er, das macht ihm die Welt zur Hölle. Er inszeniert fingierte Selbstmorde, trägt demonstrativ seine miese Laune, seinen Weltekel vor sich her: die einzige Pose, die ihm gefällt, die ihm das Leben noch erträglich macht. Und er kann Alex gut gebrauchen: sich selbst umzubringen, das schafft er nicht, aber er kann den anderen dazu erpressen, weiß er doch, dass der gar kein Epileptiker ist…

    Na klar: am Ende wird alles gut, alle Figuren haben sozusagen ein großes Schild umhängen: Ich werde mich zum Besseren ändern. Und mitunter werden die Klischees recht dick aufgetragen, von den brutalen Heavy-Metal-Musikern, denen der arme Barde des finnischen Tangos ausgeliefert ist. Zudem gerät der Film immer mal wieder ins Schlingern, verliert den Focus der Geschichte. Fängt an mit Typen, deren Gemüse Fleisch ist, die für die Mucke leben und dabei gar nicht merken, wie kaputt sie sind. Kommt dann zu den Behinderten, wo eine Liebesgeschichte sich anbahnt, aber dankenswerterweise nicht zuende geführt wird (was wäre doch zuviel des Guten gewesen). Endet schließlich, warum auch nicht, in einer großen Strandvilla.

    Doch als eine Art Märchen funktioniert der Film, wenn er Alex als Geist, der stets verneint, auf die reinen Herzen der Behinderten treffen lässt, wo sich doch alles zum Positiven wendet. Wo Alex die Selbstmordsehnsucht von Rudolf heilen kann und das Sexualleben eines Behindertenpaares fördert – Clark Kent und Marilyn, die übrigens von Nele Winkler, der Tochter von Angela Winkler mit Down-Syndrom gespielt wird. Tod und Sex, Komik und Tragik – eine Kissenschlacht und das Zulassen von Gefühlen lassen auch Alex’ Seele leicht werden.

    Fazit: Märchenhafte Komödie vom ganovenhaften Loser, der der Unschuld von Behinderten ausgesetzt ist. Witzig und charmant, auch wenn mitunter Klischees drücken und die Handlung schlingert.
  • Liebenswerte Mischung aus Road Movie, Behinderten-Komödie und charmanter Selbstfindung mit tollem Soundtrack.

    Zweiter Film von Produzent Eike Besuden, der 2002 im sympathischen Road Movie „Verrückt nach Paris“ eine Behindertengruppe an die Seine führte, knüpft „Finnischer Tango“ an die damals holprig inszenierte und mit dem Themenbonus spekulierende Arbeit an. Dass es diesmal besser gelingt, Behinderte, Musiker und Schauspieler in einer auch filmischeren Arbeit zu führen, liegt wesentlich an Bernhard-Wicki-Preisträgerin und Regisseurin Buket Alakus, die nach dem originellen Putzfrauendrama „Anam“ (2001) und der Frauenfußballdramödie „Eine andere Liga“ (2005) ihren dritten Kinofilm vorlegt.

    Aus Übermut klaut das Trio einer Tangoband den Tourbus einer Death-Metal-Gruppe. Als Schlagzeuger Tommy damit bewusst einen Unfall herbeiführt und stirbt, wird Akkordeonist Alex (Christoph Bach) von Kumpel Steini rausgeworfen und von den Rockern zu Ratenzahlungen gezwungen. Er klaut einem Behinderten den Ausweis und kommt in einer Behinderten-WG in Bremen unter, wo die unkonventionelle Sozialarbeiterin Lotta (Mira Bartuschek) mit Marylin (Angela Winklers Tochter Nele), Clark (Michael Schumacher) und Rudolph lebt und „Die drei Musketiere“ probt. Nur Rudolph durchschaut Alex‘ Fassade.

    Der Hauptteil der Selbstfindungs-Dramödie liegt in der Entwicklung des in den Tag lebenden, verantwortungslosen Mistkerls Alex zum Menschen, der durch die Behinderten lernt, was Freundschaft, Liebe und Solidarität bedeuten können. Er sorgt für Marylins und Clarks erste Liebesnacht, treibt dem todessehnsüchtigen Dandy Rudolph (wunderbar Fabian Busch als intelligentes Ekelpaket aus Oscar Wilde und Charles Baudelaire) die Flausen aus und sorgt nicht nur auf der Fahrt nach Norderney für Gemeinschaft. Buket Alakus sind dazu schöne inszenatorische Ideen eingefallen, die samt inspirierter Kamera, lakonischen Dialogen und der Musik von „Langoland“ und der finnischen Tangogruppe „Uusikuu“ einen rundum liebenswerten Film ergeben. ger.

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