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„Findet Dorie“ – die Kritik

„Findet Dorie“ – die Kritik

Das bringt der Serienherbst auf Disney+

13 Jahr nach dem großen Abenteuer des Clownfischs „Nemo“ geht Fischdame „Dorie“ auf der Suche nach ihren Eltern in den Weiten des Ozeans verloren. Würdiger Nachfolger des Animations-Klassikers.

Das bezaubernde Animations-Abenteuer „Findet Nemo“ wurde 2003 ein riesiger Erfolg: Die abenteuerliche Odyssee des putzigen Clownfischs war so witzig wie berührend, gewann verdient den Oscar als „Bester animierter Spielfilm“ und lockte allein in Deutschland fast neun Millionen Besucher ins Kino. Längst ist der markant gemusterte Nemo Teil unserer Popkultur – kein Wunder, dass Fans seitdem auf neue Abenteuer aus der Untersee-Welt des Korallenriffs im Pazifischen Ozean hoffen.

Die gibt es jetzt auch endlich. Nur, dass es nicht Nemo ist, der dieses Mal im Mittelpunkt steht – sondern seine Freundin Dorie. Die war ja bereits seinem Vater Marlin über den Weg geschwommen, als der 2003 verzweifelt versuchte, den verschollenen Sprössling wiederzufinden. Und seit damals verbindet die drei eine enge Freundschaft. Speziell Dorie kann auch jeden Freund brauchen, den sie finden kann: Die Palettendoktorfisch-Dame ist freundlich, hilfsbereit, optimistisch. Kurz: ein liebenswerter Fisch durch und durch – und ohne die Geborgenheit eines Schwarms völlig lebensuntüchtig. Von Geburt an leidet sie an massivem Gedächtnisschwund. Wer ihre Bekanntschaft macht, sollte stets damit rechnen, sich nach wenigen Minuten erneut bei ihr vorstellen zu müssen. Denn von wenigen Ausnahmen abgesehen, reicht Dories Erinnerungsvermögen bestenfalls einige Flossenschläge weit. Leider gilt  das auch für Warnungen – etwa vor reißenden Strömungen. Der Hauptgrund, warum sie damals ziellos durch den Ozean mäandernde, als Nemos Vater sich mit ihr anfreundete …

Jetzt erzählen die Animations-Experten von Pixar ihre ganze Geschichte: Die ihrer Kindheit, bei der Dories besorgte Eltern verzweifelt versuchten, überlebenswichtige Regeln für sie in Lieder und kurze Merksätze zu verwandeln. Dazu die ihres großen Abenteuers, bei dem die im tiefen Blau verlorene Meeresbewohnerin versucht, Vater und Mutter wieder zu finden. Diese sind zwar nur noch verblassende Erinnerung – aber Stück für Stück gibt Dories unberechenbares Gehirn während der gefährlichen Reise immer neue Hinweise frei.

Und so macht unsere Heldin, was ihre Eltern sie früher gelehrt haben. In Zeiten von Gefahr und Verunsicherung: „Einfach schwimmen, schwimmen, schwimmen, Was machen wir? Wir schwimmen, schwimmen…“ Was soll eine verlorene Seele auch anderes tun, wenn sie mal wieder alle Freunde hoffnungslos aus den Augen verloren hat? Dorie lebt nun mal ausschließlich in der Gegenwart: Also muss sie schwimmen. Vorbei an neuen Freunden, an neuen Feinden – immer im Kampf gegen das Vergessen und auf der Suche nach weiteren Hinweisen auf ihre Herkunft.

Sobald Nemo und Marlin feststellen, dass ihre Freundin vor Sehnsucht nach ihren Eltern wieder mal ins Blaue hinein geschwommen ist, machen sie sich natürlich auf die Suche. Denn nur zu gut können sich beide an das Gefühl erinnern, einen geliebten Fisch zu vermissen. Also gehen sie die Expedition beherzt an. Nur leider ist der Ozean groß. Und Dories geschwommene Wege sind ja sogar für sie selbst unergründlich …

Wer „Nemo“ mochte, wird „Dorie“ lieben. Ihr großes Abenteuer, das bis in ein Meeresbiologischen Institut führen wird, ist einmal mehr eine bezaubernde Mischung aus witzigem Animations-Slapstick und Momenten, die emotional berühren. Spannend natürlich auch: Dafür sorgen nicht zuletzt ihre Begegnungen mit der mürrischen Kranke Hank, dem Walhai Destiny, tiefenentspannten Schildkröten, Seelöwen und vielem Geviechs mehr. Einige davon leider eher hungrig als hilfreich. Menschen spielen keine nennenswerte Rolle – zumindest keine, auf die unsere Spezies stolz sein könnte.

Über Dories in jeder Hinsicht mitreißende Suche nach in ihre Vergangenheit könnte man noch Vieles sagen: Dass die Animation-Technik sich seit Nemo merklich weiterentwickelt hat - aber das Werk durch seinen Charme besticht, und nicht durch seine Optik. Dass der neue Pixar-Kurzfilm „Piper“, der vor „Dorie“ läuft, ein kleines Wunder ist und schon allein die Eintrittskarte lohnt. Dass Anke Engelke der Doktorfisch-Dame die Stimme leiht – und zwar voll hörbarem Vergnügen und Feingefühl.

Doch eigentlich muss man nicht: Letztlich führt weder für Freunde von „Nemo“ noch für Animations-Fans an ein Weg an „Findet Dorie“ vorbei. Das Alter ist dabei nicht relevant. Ein weiteres Wunder der Pixar-Macher ist nämlich, mit ihren Werken nahezu jeden anzusprechen. Kinder lachen in der einen Szene, in der anderen bekommen Erwachsene feuchte Augen – aber nach guten 100 Minuten wird garantiert jeder mit breitem Lächeln das Kino verlassen. In der Hoffnung, dass es nicht wieder 13 Jahre dauert, bis es ein Wiedersehen mit Dorie, Nemo und den anderen kuriose Meeresbewohnern geben wird.

Der Trailer zu „Findet Dorie“

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