Fasten auf Italienisch

  1. Ø 4.7
   2010

Fasten auf Italienisch: Herzerwärmende Komödie über einen Mann, der so tut, als wäre er Italiener, um Vorurteilen gegenüber Arabischstämmigen zu entgehen. Mit Kad Merad aus "Willkommen bei den Sch'tis" in der Titelrolle.

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Filmhandlung und Hintergrund

Fasten auf Italienisch: Herzerwärmende Komödie über einen Mann, der so tut, als wäre er Italiener, um Vorurteilen gegenüber Arabischstämmigen zu entgehen. Mit Kad Merad aus "Willkommen bei den Sch'tis" in der Titelrolle.

Der in Nizza lebende Dino Fabrizzi verkauft im schicken Anzug erfolgreich Nobelkarossen, eine Beförderung steht an. Seine Freundin liebt es, von ihm zärtlich mit „ragazza“ angeredet zu werden. Die beiden wollen bald heiraten. Doch in Wirklichkeit heißt Dino Mourad Ben Saoud. Als sein Vater nach einem Herzinfarkt ihn bittet, den Ramadan an seiner Stelle zu begehen, gerät sein sorgsam aufgebautes Lügengebäude ins Wanken.

Der in Nizza lebende Dino Fabrizzi verkauft im schicken Anzug erfolgreich Nobelkarossen, eine Beförderung steht an. Seine Freundin liebt es, von ihm zärtlich mit „ragazza“ angeredet zu werden. Die beiden wollen bald heiraten. Doch Dinos Leben basiert nur auf Lug und Trug – in Wirklichkeit heißt er Mourad Ben Saoud und ist Moslem. Als sein Vater nach einem Herzinfarkt ihn bittet, den Ramadan an seiner Stelle zu begehen, gerät sein sorgsam aufgebautes Lügengebäude ins Wanken: Er muss sich seiner wahren Identität stellen.

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Kritiken und Bewertungen

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Kritikerrezensionen

  • Die französische Komödie „Fasten auf Italienisch“ mit Hauptdarsteller Kad Merad thematisiert die Diskriminierung maghrebinischer Einwanderer in Frankreich. Um leichter eine Wohnung und eine gute Stelle zu finden, gibt sich der aus Algerien stammende Mourad kurzerhand als Italiener Dino Fabrizzi aus. Davon darf seine Familie aber nichts wissen. Irgendwann droht dieses komplizierte Versteckspiel wie ein Kartenhaus zusammenzubrechen, zunächst aber gibt es einen vergnüglichen Reigen aus Verwicklungen und Slapstickhumor.

    Dieser Dino Fabrizzi, der als Autoverkäufer einer Nobelmarke in Nizza mit seiner charmanten Weltgewandtheit gut ankommt, ist schon ein komischer Vogel. Er belügt seine Kollegen, seine Freundin und seine aus Algerien stammende Familie, nur weil er Angst hatte, unter seinem wirklichen Namen Mourad Ben Saoud in Frankreich weniger Chancen zu haben. Seine Ängste scheinen erst recht aus der Luft gegriffen, als seine Sekretärin beiläufig und wie selbstverständlich erwähnt, dass sie den Ramadan begeht. Und auch Dinos Schwester macht ihm Vorhaltungen wegen seiner Feigheit.

    Aber Dinos Problem hat einen realen Hintergrund. Ähnlich wie in Deutschland die türkischen Mitbürger, machen in Frankreich, was hierzulande weit weniger bekannt ist, Menschen arabischer Herkunft beispielsweise aus Algerien im Alltag leicht die Erfahrung, dass ihr Name bei Wohnungs- und Jobsuche nicht unbedingt hilfreich ist. Das erzählt auch der französische Leinwandstar Kad Merad, der wie sein Vater in Algerien geboren wurde. Während sein Vater unliebsamen Gesprächen bei der Arbeit aus dem Weg ging, indem er sich Rémi statt Mohamed nannte, blieb Kad bei der Abkürzung seines arabischen Vornamens Kaddour, und zwar auch als er befürchtete, in Film und Fernsehen nur für arabische Rollen gefragt zu sein.

    Mit dem französischen Regisseur Olivier Baroux ist Kad Merad seit ihrem gemeinsamen Karrierebeginn im Jahr 1992 als Comedy-Duo im Radio beruflich verbunden. „Fasten auf Italienisch“ bleibt ihrer komödiantischen Ausrichtung treu und verfolgt die ganze Geschichte über standhaft die unbeschwerte und nach Harmonie strebende Linie. Das nimmt dem ernsten Thema viel von seiner Schärfe, um nicht zu sagen, zu viel, denn oft wird der Schein-Italiener Dino als großes Kind karikiert und seine überwiegend wohlmeinende Umgebung signalisiert stets, dass alles nur ein unnötiger Irrtum ist. Auf der anderen Seite erlaubt der komödiantische Zugang, die ethnischen Vorurteile spielerisch im Wechsel mit den Komplexen anzugehen, die sie auslösen und sie durch Beispiele längst gelungener Integration zu konterkarieren.

    Dass der nichtgläubige Mourad dann den Ramadan begehen soll, führt ihn ratsuchend zu einem Imam. Parallel zu den Mühen und Plagen der Fastenzeit, der als erstes das Liebesspiel mit Hélène zum Opfer fällt, vollzieht sich notgedrungen auch die innere Läuterung des Hauptcharakters. Das plätschert ganz unterhaltsam dahin, aber es gibt auch immer wieder Pointen, die spontan auflachen lassen. Sie entstehen in den Situationen, in denen sich Dino/Mourad schnell eine Ausrede einfallen lassen muss oder wenn er beispielsweise seinem französischem Freund Jacques, der Jude ist, sein Leid klagt.

    Fazit: Vergnüglich leichte Komödie über einen Franzosen mit Migrationshintergrund, der sich eine andere Identität zulegt.
  • Amüsante Komödie mit Superstar Kad Merad über einen perfekten und erfolgreicher „Italiener“, dessen arabische Identität beim Ramadan auffliegt.

    „Sono un italino, un italiano vero“ dröhnt zu Beginn der Ohrwurm und bringt in Stimmung auf ein Verwechslungsspiel mit Herz. Dino Fabrizzi wirkt so italienisch wie hausgemachte Pasta alla Mamma, egal ob er in seinem schicken weißen Anzug den Kunden in Nizza Maseratis verkauft oder seiner leidenschaftlichen Freundin Molto Amore. Er nennt sie zärtlich „Ragazza“ und wirft auch sonst gerne mit italienischen Sprachbrocken um sich. Ein charmantes südliches Energiebündel, dem man fast jede Sünde verzeiht. Die Sache hat nur einen Haken, der lebenslustige Italiener heißt in Wirklichkeit Mourad Ben Saoud. Seiner algerischen Familie in Marseille schwindelt er seit Jahren vor, in Rom Karriere zu machen. Als sein Vater nach einem Herzinfarkt ihn bittet, den Ramadan an seiner Stelle zu begehen, gerät das Lügengebäude ins Wanken. Wie seinem Chef Meetings im Morgengrauen und der Geliebten sexuelle Abstinenz verklickern und wie beim mittäglichen Treffen mit den Schwiegereltern in spe das Tiramisu umgehen? Und dann kommt ihm sein größter Konkurrent auf die Schliche und die Gefährtin nach der Beichte abhanden.

    Themen wie Scham über Herkunft, alltäglicher Rassismus bei Wohnungs- und Jobsuche oder Angst vor Nicht-Akzeptanz behandelt Olivier Baroux mit Gefühl, Humor und sehr französischer Leichtigkeit. Bis auf einige überzogene Szenen (Dino/Mourad landet im Knast und lässt sich als Illegaler ausweisen) überwiegt der unterhaltende Aspekt, auch wenn es dabei an Klischees nicht mangelt, vor allem bei der maghrebinischen Sippe. Frankreichs Superstar Kad Merad („Willkommen bei den Sch’tis“, „Der kleine Nick“), Sohn einer französischen Mutter und eines algerischen Vaters, dem wegen seines Namens auch schon mal eine Hauptrolle im Theater entging, brachte ganz realistische Vorschläge ins Drehbuch und mimt den Mann zwischen zwei Kulturen als sympathischen Bonvivant, der plötzlich seine Identität und ein neues Selbstwertgefühl entdeckt, sich auf dem Gebetsteppich selbst besser kennen lernt. Wie durch ein Brennglas beobachtet diese filmische Bestandsaufnahme Integrationsprobleme und setzt dabei auf populäre Komik, die die Klippen des Klamauks aber fein umschifft, vielleicht auch weil Baroux und Merad als Komikerduo „Kad et Olivier“ schon in den 1990er Jahren Erfolge feierten. mk.

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