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Von "Potter" zu "Paddington": Produzent David Heyman

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Nach „Harry Potter“ schreibt nun auch sein „Paddington“ Rekordzahlen.

Einer der erfolgreichsten Produzenten der Welt: David Heyman Bild: EMV

Wenn es einer wissen muss, was das Erfolgsrezept für einen erfolgreichen Familienfilm ist, dann David Heyman. Der 53-jährige Brite hat mit den „Harry Potter“-Filmen das erfolgreichste Filmfranchise aller Zeiten produziert, das mit einem weltweiten Kinoeinspiel von mehr als 7,7 Milliarden Dollar sogar noch die „Bond“-Filme übertrifft. Und „Paddington“, seine neueste Arbeit, ist ebenfalls auf einem guten Weg: Beim Start in Großbritannien konnte die erste Realverfilmung der Buch­reihe von Michael Bond auf Anhieb 6,5 Mio. Euro umsetzen. Trotzdem winkt er ab:

„Ich habe keine Ahnung. Ich denke, man muss sich bemühen, einen guten Film zu machen. Punkt. Sehen Sie sich ,Paddington‘ an. Regisseur Paul King hat den bestmöglichen Film gemacht. Er hat Humor, er hat Herz, und er hat etwas zu erzählen, was über seine liebenswerten Figuren hinausgeht. Es ist ein Film, der wirklich für jeden ist: für Kinder, für ihre Eltern und für Erwachsene, die keine Eltern sind, aber sich gern im Kino verzaubern lassen.“

Dass Heyman seine Arbeiten mit einem realistischen Blick einschätzt, mag auch damit zusammenhängen, dass er trotz seines immensen Erfolgs auf dem Boden der Tatsachen geblieben ist. Bis heute besteht seine 1996 gegründete Firma Heyday Films, die ein kleines Büro in Soho betreibt, außer Heyman aus einer Assistentin und einer Praktikantin. „Man würde vermutlich eine größere Operation erwarten“, sagt er beinahe entschuldigend. „Aber ich habe nicht die Ambition, eine große Firma zu leiten. Ich will die Filme produzieren, die mir am Herzen liegen. Das ist eine Freiheit, die der Erfolg mit sich bringt.“

So entstand auch „Paddington“ nicht primär aus dem Anliegen heraus, einen Hit landen zu müssen, sondern weil den Produzenten eine persönliche Historie mit dem Bären verbindet. „Meine Mutter hat mir ,Paddington‘ vorgelesen, als ich noch sehr klein war. Später war es eines der ersten Bücher, das ich selbst gelesen habe. Ich hatte auch eine eigene Paddington-Puppe, die mich überall hin begleitete“, erzählt der Produzent über seine enge Verbindung zu dem kleinen Bären aus dem dunkelsten Peru.

Die eigentliche Reise des Films begann indes erst vor zehn Jahren, als Heyman von seiner Mitarbeiterin Rosie Alison gefragt wurde, ob er sich niemals überlegt ­habe, einen Film aus „Paddington“ zu machen. „Ich hatte damals noch keine eigenen Kinder, aber bei der erneuten Lektüre fühlte ich mich ganz direkt angesprochen“, erinnert sich Heyman. „Mich hat die Geschichte eines Außenseiters gerührt, der nach einem Zuhause sucht. Paddingtons unzerstörbarer Optimismus traf einen Nerv bei mir, seine ­Widerstandsfähigkeit. Nichts kann ihn ­umwerfen.“

Erst nach Fertigstellung ging dem Produzent ein Licht auf, dass die Geschichte dieser ungewöhnlichen Patchworkfamilie womöglich einen noch viel persönlicheren Nerv bei ihm getroffen hatte: „Als ich meine Frau geheiratet habe, brachte sie vier Kinder in unsere Ehe mit, eins davon war adoptiert. Mittlerweile haben wir auch noch einen eigenen sechsjährigen Sohn. Da schwingt viel von dieser Versuchsanordnung mit, die den Familienverbund der Browns und ihres Bären auszeichnet.“

Familie ist ein roter Faden, der sich durch sein Leben und seine Arbeit zieht: Seine Eltern sind beide Produzenten, die ihn früh mit der Welt des Films in Berührung brachten. Und als Produzent ist es Heyman wichtig, eng mit ihm vertrauten Filmemachern zu arbeiten. So ­unterstützte er Alfonso Cuaron bei der Umsetzung seines Welterfolgs „Gravity“, nachdem er zuerst mit dem Regisseur Jahre zuvor bei „Harry Potter und der Gefangene von ­Askaban“ gearbeitet hatte. Auffällig ist das große Vertrauen, dass Heyman seinen Regisseuren entgegenbringt. Cuaron hatte er für den großen „Potter“-Film engagiert, nachdem er dessen kleines mexikanisches Roadmovie „Y tu mama tambien“ gesehen hatte.

Ebenso kam Paul King an den Job des mit 60 Mio. Euro aufwendigen „Paddington“, obwohl er davor vor allem im Fernsehen mit „The Mighty Boosh“ auf sich aufmerksam gemacht hatte. „Er war einfach der richtige Mann“, zuckt Heyman die Achseln. „Er kannte Paddington inwendig, er kannte ihn auswendig, er kannte ihn in- und auswendig. Und er ist unglaublich talentiert.“ Weshalb Heyman gern an King festhalten würde, sollte es eine „Paddington“-Fortsetzung geben.

Eine andere familiäre Beziehung ließ sich mit „Paddington“ allerdings nicht fortsetzen. , die an Heymans „Potter“-Filmen und „Gravity“ nicht schlecht verdient hatten, winkten ab. „Ich hätte sie kraft meines Standings überreden können“, meint Heyman. „Aber das wollte ich nicht. Ich wollte mit Leuten arbeiten, die mit der gleichen Leidenschaft für das Projekt brennen wie ich.“

Vorhang auf für Studiocanal. „Ich kann nicht genug schwärmen von Studiocanal. Sie haben sich wirklich mit jeder Faser für diesen Film eingesetzt und mich in einer Form ­unterstützt, die weit über das übliche Maß ­hinausgeht. Ein besseres Zuhause kann ich mir für ,Paddington‘ nicht wünschen.“

Die Zusammenarbeit mit Warner Bros. geht auch so in die nächste Runde. David Heyman steckt mitten in den Vorbereitungen zu „Fantastic Beasts and Where to Find Them“, seine Rückkehr in die Welt von „Harry Potter“ - wenngleich zeitlich früher angeordnet -, die ihn wieder mit J.K. Rowling zusammenführen wird. Noch so eine vertraute Familienbande. „Joanne habe ich sicherlich zu verdanken, wo ich heute bin“, meint er. „Als ich mir die Buchrechte vor 15 Jahren gesichert habe, war nicht abzusehen, welch ein Erfolg das werden würde. Er hat alles geändert. Deshalb freue ich mich, dass wir wieder gemeinsam arbeiten werden. Ich bin mir sicher, dass es großartig werden wird. Aber das können Sie in zwei Jahren ja selbst beurteilen.“

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