Falsche Siebziger

  

Filmhandlung und Hintergrund

Amüsante schwarze Komödie mit Sebastian Bezzel als bayerischem Hallodri.

Darsteller und Crew

Kritiken und Bewertungen

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Kritikerrezensionen

  • Falsche Siebziger: Amüsante schwarze Komödie mit Sebastian Bezzel als bayerischem Hallodri.

    In der amüsanten schwarzen Komödie von Matthias Kiefersauer gibt Sebastian Bezzel wieder mal den bayerischen Hallodri.

    Als sein Vater Cajethan auf skurrile Weise ins Gras beißt, hat der chronisch klamme und völlig verschuldete Hubertus Hochstetter (Sebastian Bezzel) eine Idee: Wenn er den Tod des Alten vertuscht, wird die üppige Rente weiter fließen. Beim Deponieren der Leiche in einem stillgelegten Stollen stellt sich raus, dass Nachbarin Iris (Kathrin von Steinburg) noch einen Schritt weiter gegangen ist: Ihre verstorbene Mutter Anna wollte ihr Vermögen einer Stiftung vermachen. Also hat Iris Annas Cousine (Gundi Ellert) gebeten, als Double einzuspringen und die Änderung im Testament rückgängig zu machen. Ein weiterer Mitstreiter (Gerhard Wittmann), dessen grantige Mutter Kath gemeinsam mit dem despotischen Cajethan das Zeitliche gesegnet hat, ist rasch gefunden, entsprechende Doppelgänger (Fred Stillkrauth, Ilse Neubauer) ebenfalls; aber dann machen die beiden Ersatzeltern ihre Sache so gut, dass sich die Söhne genauso unterdrückt fühlt wie zuvor. Die Sache läuft endgültig aus dem Ruder, als es zu weiteren Todesfällen kommt; irgendjemand in dem kleinen Dorf scheint ein weitaus finsterer Schurke zu sein als die drei Erben.

    Die Geschichte erinnert an die Degeto-Komödie „Schluss! Aus! Amen!“ von Thomas Kronthaler (2014). Die Inszenierung von Matthias Kiefersauer, der das Drehbuch gemeinsam mit Alexander Liegl geschrieben hat, ähnelt im Tonfall und wegen des vergleichbaren Humors den Filmen von Marcus H. Rosenmüller („Wer früher stirbt ist länger tot“). Schon die durch einen Autounfall ausgelöste groteske Kettenreaktion, die schließlich zum Tod von Cajethan und Kath führt, ist eine typische Provinzposse. Aber es gibt auch Parallelen zu den „Eberhofer“-Krimis, und das nicht nur, weil hier wie dort Sebastian Bezzel und Gerhard Wittmann mitwirken; wie der schluffige Dorfpolizist Eberhofer ist auch Hubertus keine lupenrein positive Figur.

    Eine weitere Überschneidung ist der ausgesprochen hingebungsvoll vorgetragene Dialekt. Cajethan-Double Johannes muss allerdings erst mal das Fluchen lernen, und die frühere Berliner Schauspielerin Marlies, die sich über die Authentizität der Ausstattung freut und in ihrer Rolle als Kath jeden Auftritt als großes Drama zelebriert, kann anfangs überhaupt kein Bayerisch. Wäre die Geschichte nicht so makaber, hätte sie tatsächlich das Zeug zum Mundartstück. Weitere Akzente setzt der Regisseur mit den deftigen Farben der Bildgestaltung (Thomas Etzold) und der Musik (Rainer Bartesch), die mit Country-Anklängen und Western-Elementen für eine zusätzliche Ironisierung sorgt. tpg.

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