Eye in the Sky

   Kinostart: 16.09.2016

Filmhandlung und Hintergrund

Terrorismus-Thriller um eine Gruppe von Militärs und Politikern, die die Entscheidung treffen müssen, ob man gesuchte Terroristen in Kenia mit einer Drohne ausschaltet.

In Kenia machen Geheimdienste eine Gruppe gesuchter Al-Kaida-Terroristen mit britischen Wurzeln ausfindig. Während Colonel Katherine Powell eine Entscheidung aus dem Ministerium abwartet, stellen Agenten vor Ort unter dem Einsatz ihres Lebens fest, dass ein Selbstmordanschlag unmittelbar bevor steht. Damit ändern sich die Direktiven auf einen Schlag: Nun geht es darum, ob man die Terroristen mittels Drohnenangriff ausschalten kann. Allerdings ergibt sich daraus eine Situation, die das Leben Unschuldiger kosten könnte.

Drei islamistische Terroristen von der Most-Wanted-Liste sind zu einem Treffen in Kenias Hauptstadt Nairobi aufgetaucht und von einer mit Raketen bewaffneten Drohne ins Visier genommen worden. Die Zeit drängt, offenbar ist Selbstmordanschlag geplant. Doch so einfach ist die Sache nicht: Es drohen massive Kollateralschäden, auch kleine Kinder sind in Gefahr. In den militärischen Hauptquartieren in England und den USA bricht eine hektische Beratung aus, wie in der Situation vorgegangen werden soll.

In Afrika treffen sich drei Islamterroristen, ohne zu ahnen, welch Damoklesschwert bereits über ihnen hängt. Helen Mirren, Alan Rickman und Aaron Paul in diesem Politthriller über die Pros und Contras des Drohneneinsatzes.

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Kritiken und Bewertungen

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Kritikerrezensionen

    1. Was darf man tun im Namen von Sicherheit und Verbrechensbekämpfung? Alles, sagt Bundesinnenminister Schäuble, und dieser Hongkong-Film, produziert unter anderem von Johnny To, gibt ihm Recht. Überall Überwachungskameras, eine getarnte, geheime Beschattungseinheit der Polizei, die mit viel Personalaufwand und allerhand technischen Mitteln – Standortbestimmung eines Verdächtigen über dessen Handy, Knopfkopfhörer im Ohr, Telefonüberwachung – eine Juwelierladen-Räuberbande fassen will. Das scheint recht unverhältnismäßig, ja unökonomisch, und erst im Nachhinein, nach einigen Todesfällen, wird der Aufwand gerechtfertigt.

      Zielpersonen werden überwacht, dann übernimmt die Einsatzgruppe der Polizei den Fall – und das artet mitunter in Schießerei und Brutalität aus, wohlgemerkt gegen Verdächtige, nicht gegen per Beweis Verurteilte. Hier tut sich eine Ambivalenz auf, fast abstoßende Gewalt gegen Verdächtige und dagegen der Film, der so spannend inszeniert ist. Allein die Anfangssequenz, in der der Zuschauer mitten in eine Straßenbahn geworfen wird, drei Personen, geschickt von der Kamera hervorgehoben durch kleine Fahrten und Großaufnahmen, eine Choreografie der observierenden Blicke. Doch wer ist Gangster, wer Polizist? Der Film beobachtet das Beobachten, jede Bewegung ist verdächtig, doch was geht vor sich? Wer gehört zusammen? Alles, jedes Mienenspiel, jedes Zucken, das Fallenlassen eines Papiers kann ein Zeichen sein für irgendeinen anderen. Hier wird das grundlegende Konzept spürbar, sehen, ohne gesehen zu werden, denn das Beobachtetwerden kann den Tod bedeuten. Und der Tod, der ist in diesem Film ein Witz, der nicht zuende erzählt wird.

      Das polizeiliche Observationsteam gegen eine Diebesbande – ein Konflikt, der sich ausdrückt über Blicke, über das Verstecktbleiben, über die eigene Furcht, die sichere Deckung zu verlassen. Das ist spannend, ganz den erfolgreichen Mustern von CSI-Fahndungsserien im Fernsehen gemäß: Der Film wird erzählt über eine neue Kollegin im Beschattungsteam, die sich erst noch beweisen muss. Zwischendrin zwar fehlt dem Plot eine grundlegende Reibung, ein offener Konflikt – es geht eben immer nur darum, den phantomhaften Kopf der Bande aufzuspüren und zu verfolgen.

      Im Grunde ist das das umgedrehte Genre-Muster des Capermovies, in dem aus Sicht der Gangster ein spektakulärer Überfall dargestellt wird, populäre Beispiele der letzten Zeit waren „Oceans 11“ und „Oceans 12“. Diese Struktur, einem Verbrechen zu folgen, kehrt „Eye in the Sky“ um, es geht um nichts anderes als auf gewitzte Weise mit allerlei technischen Mitteln Gangstern auf die Spur zu kommen, und allein die immer wieder neuen, einfallsreichen Methoden, in schnellem Tempo durchexerziert, machen den Film aus. Er lässt uns teilhaben an der Verbrechensbekämpfung, die alle Möglichkeiten ausschöpft – sicherlich im Sinne jedes Innenministers; über den Genreansatz aber auch für den Zuschauer, der geradlinige Kriminal-Action will.

      Fazit: Spannender Hongkong-Thriller über das Sehen und Verstecktbleiben.
    2. Eye in the Sky: Terrorismus-Thriller um eine Gruppe von Militärs und Politikern, die die Entscheidung treffen müssen, ob man gesuchte Terroristen in Kenia mit einer Drohne ausschaltet.

      Ein Kriegsfilm. Keine Panzer, keine Bodentruppen, keine bärbeißigen Offiziere, keine im Schlamm robbenden Soldaten - nur ein „Eye in the Sky“, ein „Auge am Himmel“. Mit der Hilfe von Drohnen wird heute gekämpft. „Minimalinvasiv“ wie es im Armeejargon heißt. Der französische Philosoph Paul Virilio, der in „Krieg und Kino - Logistik der Wahrnehmung“ den Ursprung moderner Kriegsführung mit der Erfindung der Montgolfière gleichsetzt, schreibt: „Die Fusion ist vollzogen, de Konfusion vollkommen. Nichts unterscheidet mehr die Funktion der Waffe von der des Auges; das Bild des Projektils und das Projektil des Bildes werden eins: Aufspüren und Treffen…“

      Als Ausgangsidee für sein Drama könnte Gavin Hood („Tsotsi„) diese These gedient haben, das Sujet indes, man denke an Andrew NiccolsGood Kill - Tod aus der Luft„, ist nicht neu. In einem Container in Nevada sitzt Steve Watts (Aaron Paul), mit seiner hochauflösenden Kamera hat er Aisha Al Hady (Lex King) aufgespürt. Seit Jahren ist Colonel Katherine Powell (Helen Mirren), Londoner Chefin der „Operation Cobra„, der britischen Staatsbürgerin auf der Spur. Als nun bekannt wird, dass das Mitglied der somalischen Terroristengruppe Al Shabab in Kenia einen Anschlag plant, überschlagen sich die Ereignisse. Es gilt, die Selbstmordattentäterin zu „neutralisieren“. Das Problem: In der „Kill Zone“ hält sich ein neunjähriges Mädchen auf, das Brot verkauft.

      Welche Opfer sind erlaubt, um Menschenleben zu retten? Diese heikle Frage stellt der einschlägig vorbelastete Guy Hibbert („Omagh - Das Attentat„) in seinem differenzierten Drehbuch, das sich durch die genaue Kenntnis militärischer bzw. politischer Befehlsketten auszeichnet und aufzeigt, wie man sich durch den Gebrauch euphemistischer Worthülsen von jedweder Schuld freizumachen versucht. Allen beteiligen Parteien scheint nichts wichtiger, als sich aus der Verantwortung zu stehlen. Der britische Verteidigungsminister laboriert an einer Lebensmittelvergiftung, sein US-Kollege weilt - wie einst Präsident „Tricky Dick“ Nixon - auf Ping-Pong-Mission in China und der Premier Ihrer Majestät ist beschäftigt und schwer zu erreichen.

      Kubricks „Dr. Strangelove“ wirft lange Schatten, im „War Room“ hat sich seit dem Kalten Krieg wenig geändert. Ms Mirren macht im Tarnanzug eine ebenso gute Figur wie als „The Queen“, Alan Rickman stellt hier letztmalig Mal sein Können als Charakterdarsteller unter Beweis und Paul („Breaking Bad„) ringt als Mann am Abschussknopf mit seinem Gewissen. In dunklen Räumen wird dauertelefoniert, in der gleißenden Sonne steht das Kind und versucht, die Haushaltskasse aufzubessern. Ein Spiel aus Schatten und Licht, bei dem entschieden werden muss, was richtig und was falsch ist - bitterböse, grotesk, manchmal auch zum Lachen, würde das einem nicht im Hals stecken bleiben, angesichts der komplexen Gewissensentscheidung. geh.

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