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Fakten und Hintergründe zum Film "Extrem laut und unglaublich nah"

Kino.de Redaktion |

Extrem laut und unglaublich nah Poster

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Über die Produktion

Der Romanautor Jonathan Safran Foer war bereits durch die Mischung prägnanter Komik und Tragik in seinem Erstling „Everything Is Illuminated“ (Alles ist erleuchtet) berühmt geworden, als er 2005 seinen zweiten Roman „Extremely Loud & Incredibly Close“ (Extrem laut & unglaublich nah) veröffentlichte. Dieses Buch ist einerseits die spielerische Geschichte eines ungewöhnlich frühreifen und sensiblen Jungen, der fantastische Geräte erfindet, von Astrophysik träumt und ein Sammelsurium zufälliger Fakten zusammenträgt, während er sich in den Fußstapfen von Don Quixote auf eine Odyssee quer durch New York begibt. Gleichzeitig war der Roman die erste große literarische Auseinandersetzung mit der Trauer der von 9/11 betroffenen Familien und eine Studie der Vorstellungswelt eines Kindes, das mit der erdrückenden Angst und dem unfassbaren Verlust umzugehen lernt, die sich aufgrund von logisch nicht erklärbaren Ereignissen ergeben.

Regisseur Stephen Daldry war bereits dreimal für den Oscar nominiert worden – mit seinen Filmen „The Reader“ (Der Vorleser), „The Hours“ (The Hours – Von Ewigkeit zu Ewigkeit) und „Billy Elliot“ (Billy Elliot – I Will Dance). Als er Foers Buch las, faszinierte ihn vor allem Oskars subjektive Sicht der Dinge. Das ungewöhnliche Kind ist erstaunlich intelligent, entwickelt aber exzentrische und zwanghafte Verhaltensmuster, die ihn fast zum Autisten machen. Oskar beschreibt seine Umwelt mit einer ganz persönlichen Mischung aus Naivität und Einsicht, Nervosität und Kühnheit, Verständnislosigkeit und dem Drang, zu begreifen. Vor allem interessierte Daldry sich dafür, wie durch diese Sichtweise und die Vorstellungskraft des Jungen seine unsortierten Gedanken, Erinnerungsfetzen, Ideenlisten und improvisierten Fantasien mit seinen unmittelbaren Gefühlen kombiniert werden – und all das in einer Situation, in der sich das Leben in Oskars Familie ebenso radikal gewandelt hat wie seine gesamte Umgebung. „Ich war hingerissen von Jonathan Safran Foers Ansatz, der die Geschichte nicht nur aus der Sicht eines Jungen erzählt, der einen unfassbar herzzerreißenden Verlust verarbeiten muss, sondern seine Umgebung auf ganz persönliche, ureigene Weise wahrnimmt“, sagt Daldry. „Diese Perspektive eröffnet ansprechende, einfallsreiche und emotional sehr ergiebige Möglichkeiten.“

Daldry musste sich in diesem Zusammenhang über das spezifische Trauma informieren, mit dem jene 3000 Kinder konfrontiert sind, die am 11. September Elternteile verloren haben und damit leben müssen. Er ließ sich von etlichen Fachleuten sowie der Organisation Tuesday‟s Children beraten, einer karitativen Einrichtung, die von Familien und Freunden der Opfer des 11. September gegründet wurde: Dort bemüht man sich um die Verarbeitung beispielloser und immer noch aktueller Probleme all jener, die beim Terrorangriff Angehörige verloren haben. So erfuhr Daldry, dass viele Kinder wie Oskar nicht nur unendliche Trauer verspüren, sondern sich der Plötzlichkeit, der Größenordnung und dem öffentlichen Interesse an diesem Ereignis völlig hilflos ausgeliefert fühlen. „Ich habe mit vielen verschiedenen Spezialisten gesprochen, zum Beispiel mit Therapeuten, die mit den Waisenkindern arbeiten“, sagt Daldry. „Ich wollte genauer begreifen, was Kinder wie Oskar in den Tagen, Monaten und Jahren nach dem 11. September durchmachen mussten – wie die Wunden langsam verheilten oder auch nicht. Während ich mich informierte, entwickelte ich gleichzeitig das Drehbuch. Daneben konsultierten wir Experten für Autismus und das Asperger-Syndrom, das man bei Oskar vermutet, ohne dass die Tests eine eindeutige Diagnose ergeben.“

Oskars persönliche Erlebnisse am 11. September und in der Zeit danach wurden in Eric Roths Filmfassung auf den Punkt gebracht, wobei der Autor sich bemühte, die entscheidende Unmittelbarkeit aus Foers Roman in das Skript zu übertragen. „Ich hoffe, dass aus dem sehr emotionalen Buch ein sehr emotionaler Film wird“, sagt Roth. „Das Buch wird auch von einer sehr realen kinetischen Energie geprägt – meine Aufgabe war es, das in Bilder zu übersetzen.“

Das Buch verwebt viele Themen – das Trauma eines Einzelnen und das einer ganzen Nation, die Merkwürdigkeiten der Kindheit, das Wesen der Tragödie und das liebevolle Zusammenhalten der Familie in schlimmen Zeiten. Jedes dieser Themen übernimmt eine Schlüsselposition in der Erzählung, wobei Roth den Zugang über ein bestimmtes Element fand, nämlich Oskars Beziehung zu seinem Vater Thomas, den wir im Film ausschließlich in Oskars subjektiven Erinnerungen erleben – daraus ergibt sich natürlich eine verwirrende Mischung aus Liebe, Trauer und offengebliebenen Fragen.

Besonders vermisst Oskar die sogenannten „Erkundungsexpeditionen“ seines Vaters: Das sind clevere Rätsel, die Thomas sich für Oskar ausdachte. Sie dienten nicht nur den Vater-Sohn- Spielen, sondern sollten Oskar auch helfen, trotz seiner Außenseiterposition mit seiner Umwelt in Kontakt zu treten. Als Oskar nun den geheimnisvollen Schlüssel in einer Vase findet, die in einem Winkel des väterlichen Schranks versteckt ist, verordnet der Junge sich selbst eine neue Mission: Er muss herausfinden, was es mit diesem Schlüssel auf sich hat.

Der einzige Hinweis auf die Funktion des Schlüssels ist der Name „Black“ – er steht auf dem Umschlag, in dem der Schlüssel steckte. Also entwickelt Oskar pflichtbewusst seinen ehrgeizigen Plan, alle 472 Leute namens Black aufzusuchen, die im New Yorker Telefonbuch aufgelistet sind, obwohl seine Berechnungen ergeben, dass er für die Durchführung drei Jahre veranschlagen muss. Er plant eine präzise Route und überzieht den Stadtplan mit einem total durchorganisierten Gitternetz, legt eigene Regeln fest und macht sich zu Fuß auf den Weg, weil nach wie vor das Risiko weiterer Terrorangriffe auf Busse oder U-Bahnen besteht. So wie viele Kinder von überdurchschnittlicher Intelligenz, überentwickelten Sinnen und eingeschränkter sozialer Kompetenz zeigt Oskar überragende Fähigkeiten in Bezug auf Zeitpläne, Regeln und Fakten, muss allerdings bald feststellen, dass seine Suche alles andere als vorhersehbar und bequem ist. Doch egal, welche Hindernisse sich ihm in den Weg stellen – Oskar ist entschlossen, seine Mission durchzuführen.

„Oskar unterscheidet sich ganz wunderbar von anderen Kindern“, berichtet Roth. „Vielleicht leidet er unter einer Asperger Variante, aber er hat eine blühende Fantasie und ist trotz seiner vielen Ängste sehr neugierig. Lange Zeit hat ihm sein Vater das Leben entscheidend erleichtert, denn die beiden hatten viele gemeinsame Interessen. Und als Oskar ein Jahr nach dem Tod des Vaters den Schlüssel findet, ist er davon überzeugt, dass der ihm den Zugang zu etwas Bestimmten verschaffen wird – einem Ratschlag oder einem Gegenstand, der sich als weises Vermächtnis des Vaters erweist. So beginnt sein Abenteuer, das ihm die Trauerarbeit und vieles andere erleichtert.“

Während Roth die filmische Struktur aus Foers weitverzweigter Handlung herauskristallisierte, wurde er von Foer selbst entscheidend unterstützt: „Jonathan schreibt wunderbare Romane, während meine Stärke darin besteht, das Werk in seinem dramatischen Gehalt auf der Leinwand zum Leben zu erwecken. Er hat mir voll vertraut, und wir entwickelten dabei eine sehr enge und partnerschaftliche Arbeitsbeziehung.“ Dazu Stephen Daldry: „Jonathan kennt die Unterschiede zwischen einem Roman und einem Skript ganz genau, was die Sache ungemein erleichtert. Kein einziges Mal wandte er ein: ‚Na ja, aber im Buch …„ Immer wieder ließ er sich auf Interpretationen und Abwandlungen ein.“

Als das Drehbuch fertig war, erregte es sofort das Interesse etlicher Stars: „Das Skript hat mit Oskars Geschichte jeden Leser gerührt – so konnten wir ein wirklich wunderbares Ensemble zusammenstellen“, sagt Daldry über seine Besetzung, zu der die Oscar-Preisträger Tom Hanks und Sandra Bullock sowie Oscar-Kandidat Max von Sydow gehören. Als Oskar gibt Thomas Horn sein Filmdebüt. Ebenso hochkarätig wurden die Nebenrollen besetzt – mit dabei sind Zoe Caldwell, Oscar-Kandidatin Viola Davis, Jeffrey Wright und John Goodman.

Hanks spielt Oskars Vater. Er begeisterte sich dafür, wie es dem Skript gelingt, Oskars Innenleben in einer Situation sichtbar zu machen, in der sich sein Stützkorsett aus logischen Fakten offenbar in Luft auflöst. „Von einem Moment zum anderen steht Oskars Welt total auf dem Kopf, er verliert völlig den Halt“, sagt Hanks. „Sein Vater hat ihm immer wieder gesagt, dass sich überall Hinweise und Schätze finden lassen. Jetzt findet er den Schlüssel seines Vaters, und interessanterweise entwickelt Oskar daraus seinen eigenen detaillierten Rechercheplan, um die Bewandtnis des Schlüssels zu ergründen. Er glaubt fest daran, dass sich daraus eine Erklärung für das Unerklärliche ergeben wird. So beginnt die sehr persönliche und intime Geschichte eines Jungen, der den Sinn einer Welt voller Ungereimtheiten ergründen will.“ Und er fügt hinzu: „Ich wollte unbedingt dabei sein und habe nach der Lektüre keine Sekunde gezögert, ja, nicht einmal eine Frage gestellt.“

Sandra Bullock übernahm die Rolle von Oskars gramgebeugter Mutter, die scheinbar in Oskars Leben kaum vorkommt – wobei der Eindruck täuscht. „Mich berührt besonders, dass Oskar felsenfest an einen logischen Grund der Ereignisse glaubt – doch es gibt nicht in jeder Situation eindeutige Antworten auf die vielen Fragen“, sagt Bullock. „Und manchmal bekommt man auch eine Antwort, die man nicht erwartet hat – das muss Oskar erst lernen. Eric Roth gelingt es erstaunlich überzeugend, diese komplizierte Geschichte ganz aus dem Blickwinkel eines Kindes zu erzählen.“

Produktion: Die Besetzung

Im Zentrum von Oskar Schells Suche nach dem Schloss, in das der Schlüssel seines Vaters passt, steht jener Mann, der den Jungen immer wieder gezwungen hat, sich mit der Lösung seiner Probleme und der Überwindung seiner ungeheuren Skrupel auseinanderzusetzen: sein Vater Thomas. Die Entwicklung von Thomas Schell als Filmfigur erwies sich als kompliziert, weil wir ihn ausschließlich mit Oskars Augen sehen, sodass Thomas‟ eigene Geschichte und Innenleben weitgehend unbekannt bleiben – mit Ausnahme jener Bereiche, die Oskar beeindruckt und die sich so in Oskars Erinnerungen als besonders schöne Erlebnisse eingegraben haben – sie prägen den Jungen unmittelbar und unauslöschlich.

Schon sehr früh war Stephen Daldry klar, dass Tom Hanks die optimale Inkarnation des Vaters in der Erinnerung seines Sohnes wäre. „Wir überlegten: Wie stellt sich Oskar in seiner Erinnerung den perfekten Vater vor? Also, das kann doch eindeutig nur Tom Hanks spielen!“, erinnert sich Daldry. „Tom hat sich diese große Verantwortung zu Herzen genommen und entwickelte eine enge Beziehung zu Thomas Horn, die alle Mitarbeiter am Set deutlich gespürt haben. Die beiden gingen wirklich sehr charmant miteinander um, was mir meine Arbeit als Filmemacher sehr erleichtert hat, denn die dynamische Beziehung entwickelten sie ganz allein – ich musste sie nur noch abfilmen. Das beweist, wie engagiert sich solch ein Ausnahme- Schauspieler in die Teamarbeit einbringt.“

Hanks berichtet, dass er lange darüber nachgedacht hat, was die Beziehung zwischen Thomas und Oskar vor dem Tod des Vaters geprägt hat. Er berücksichtigte stets, dass Thomas der Sohn von Immigranten war, der seinen Lebensunterhalt in der Edelsteinbranche verdiente, weil er nur so seine Familie ernähren konnte – den Traum von einer wissenschaftlichen Karriere gab er deswegen frühzeitig auf. „Offenbar machte Thomas es sich zur Lebensaufgabe, seinem sehr aufgeweckten Sohn alle Wege in eine erfüllte und zufriedene Existenz zu ebnen, damit der einst seinen Beitrag zu einer besseren Welt leisten kann“, sagt Hanks. „Auch Thomas ist ohne Vater aufgewachsen – umso mehr wollte er selbst Vater werden. Offenbar hat er sich sehr gern wilde Geschichten für Oskar ausgedacht – zum Beispiel einen fiktiven, verlorenen sechsten New Yorker Bezirk. Aber ganz offensichtlich dienen diese Geschichten auch dazu, Oskar einen Zugang zu seiner Umwelt zu ermöglichen, damit er sich dort sicherer fühlt.“

Teilweise brachte Hanks auch seine persönlichen Erfahrungen als Vater ein: „Sehr emotional war für mich die Rückerinnerung an die Zeiten, als mein eigener Sohn elf Jahre alt war und vor Lebenslust überschäumte“, sagt er. Laut Hanks hat Thomas sehr wohl bemerkt, dass Oskar Verhaltensmuster zeigt, die dem Asperger-Syndrom verwandt sind. Aber der Vater hat die Eigenarten und Phobien seines Sohnes voll akzeptiert und sich darauf eingestellt – was die Beziehung der beiden nur noch intensivierte. „Offenbar hat Oskars Verhalten den Vater überhaupt nicht gestört“, sagt er. „Stattdessen bemühte Thomas sich ständig, Brücken zu Oskars Turbulenzen, seinen ständigen Fragen, Hirngespinsten und Ängsten zu bauen. Doch als der Vater plötzlich nicht mehr da ist, wird Oskars unfassbarer Verlust dadurch umso deutlicher.“

Im Gegensatz zu Oskars Vater hatte seine Mutter Linda immer Probleme, auf ihren Sohn einzugehen, und als der Vater nicht mehr in der Lage ist, diese Kluft zu überbrücken, scheinen sich ihre Schwierigkeiten zu potenzieren. Doch obwohl sich Linda scheinbar hinter ihrer persönlichen Trauer verschanzt, besteht dennoch eine Verbindung zwischen Oskar und seiner Mutter, die ihm aber überhaupt nicht bewusst wird. Daldry spürte, dass Sandra Bullocks ureigenes Mitgefühl die entscheidendeVoraussetzung für die Umsetzung dieser Rolle darstellt. „Sandra ist eine erstklassige Schauspielerin, die ihre Rolle wirklich verinnerlicht“, sagt er. „Sie hat sich intensiv um Thomas gekümmert und eine starke Beziehung zu ihm aufgebaut, die sich auf die Leinwand überträgt. Dadurch verleiht sie der Figur eine angemessene Würde und Ernsthaftigkeit, die durchaus charmant wirkt.“

Bullock fühlte sich von dem Umstand herausgefordert, dass sie in dieser Rolle als Mutter intensiv an dem Verhältnis zu ihrem Sohn arbeiten und nach dem Tod ihres Mannes einen neuen Platz in Oskars hermetischer Welt einnehmen muss. „Solange Thomas lebte, fand Linda es offenbar völlig in Ordnung, selbst zurückzustehen und dem Duo Vater-Sohn den Vorrang zu lassen“, berichtet sie. „Doch jetzt hat Oskar seinen Spielgefährten verloren, die einzige Person, die seine Verbindung zur Realität bildete, und der er intellektuell auf Augenhöhe begegnen konnte – in diesem Moment zweifelt Linda daran, dass sie diese Aufgaben übernehmen kann. Außerdem muss sie selbst Trauerarbeit leisten und ist zu schwach, um jene Verbindung zu ihm aufzubauen, die sie sich so verzweifelt wünscht. Es bereitet ihr größte Mühe, eine Lösung zu finden.“

Entsprechend der subjektiven Sicht des in der ersten Person erzählten Films muss auch Bullock ihre Rolle so spielen, wie Oskar sie wahrnimmt – besonders schwierig wird das durch den Umstand, dass Oskar sich gar kein komplettes Bild seiner Mutter machen kann. „Ich musste mir erst einmal klarmachen, dass der Zuschauer Linda nur durch Oskars Augen sieht – und aus seiner Sicht wirkt sie nicht immer sehr sympathisch“, erklärt sie. „In manchen Szenen sieht es so aus, als ob sie ihrer Mutterrolle nicht gerecht wird – im Gegenteil. Erst später wird dann deutlich, was wirklich mit ihr los ist. Dennoch musste ich mich damit arrangieren, dass Linda so wirkt, als ob sie ihrem stark bedürftigen Kind keine gute Mutter ist. Das liegt zum Teil daran, dass Oskar Zeuge ihrer Trauer wird, die hässlich und sehr unvollkommen, aber dadurch umso realistischer wirkt. Was Oskar nicht begreift: Sie macht sich auch um ihn große Sorgen, und deswegen versucht sie intensiv, sich in seine Gedankenwelt hineinzuversetzen.“

Um eine Ahnung von Linda Schells Situation zu bekommen, hörte sich Bullock die Mitschnitte von Telefongesprächen und -botschaften an, die jene Menschen hinterließen, die im World Trade Center in der Falle saßen. „Das ist mir sehr schwergefallen“, sagt sie. „Es verschlug mir regelrecht die Sprache, als ich Menschen hörte, die ihre Hinterbliebenen trösteten. Da begreift man tatsächlich, dass die Qual beim Anhören solcher Botschaften einfach niemals aufhören wird.“

Am schwierigsten war die Oskar-Rolle zu besetzen, denn wie die meisten aufgeweckten Kinder besteht er aus vielen Widersprüchen: Er ist gleichzeitig naiv, verletzlich, hypersensibel, überwältigt von sensorischen Stimuli, und er reagiert schreckhaft auf Brücken, Fahrstühle, öffentliche Verkehrsmittel, hohe Gebäude und laute Geräusche wie das Klingeln des Telefons. Trotzdem ist Oskar ein mutiger Entdecker, der ganz New York durchstreift, bei Fremden anklopft und in der Millionenmetropole nach einem bestimmten Schloss sucht. Also machten sich die Filmemacher auf die Suche nach einem Jungen mit authentisch überdurchschnittlicher Intelligenz, der gleichzeitig natürliches Schauspieltalent mitbrachte.

Schließlich fanden sie den 13-jährigen Thomas Horn, der bereits am TV-Quiz „Kids Jeopardy!“ teilgenommen hat und vier Sprachen spricht. „Thomas ist ein äußerst kluger, lustiger und engagierter Junge, der mit so großer Hingabe und Hartnäckigkeit arbeitet, wie man sie sonst nur bei Erwachsenen erlebt“, kommentiert Daldry. „Er begeistert sich für die Methodik des Schauspielens, für die Lösung quasi mathematischer Gleichungen: ‚Aha, wenn ich dies mache, dann passiert das und das.„ Schon bald merkten alle Beteiligten, dass wir es nicht mit einem Kinderdarsteller zu tun hatten: Er war ganz einfach unser Hauptdarsteller und hat seine Aufgabe hervorragend bewältigt.“ Horn gesteht, dass er ursprünglich keine Ahnung hatte, was ihn erwartete: „Als ich erfuhr, dass ich die Rolle ergattert hatte, wurde mir schwindelig, denn ich hatte so etwas ja noch nie gemacht. Aber weil alles so neu und anders war, war es auch umso spannender.“

Er konnte sich auf Anhieb in Oskar hineinversetzen und verstand, dass der Junge die Welt mit Fakten und Zahlen in den Griff bekommen möchte: „Oskar denkt alles logisch und konsequent zu Ende, doch nun gerät er in einen inneren Konflikt, weil die Ereignisse keinen Sinn ergeben“, sagt Horn. „Deswegen hofft er, dass der Schlüssel seines Vaters eine Antwort liefert, wenn er das Schloss dazu findet.“

Horn hatte zwar noch nie ein Filmset erlebt, fühlte sich aber dennoch nicht vom Team eingeschüchtert: „Stephen Daldry ist der beste Regisseur, den ich mir wünschen kann. Das heißt – ich habe ja bisher nur einen kennen gelernt, aber ich kann mir eben keinen besseren vorstellen. Wenn ich etwas richtig machte, hat er mich gelobt, und wenn ich etwas besser machen sollte, wies er mich sehr sanft darauf hin. Er hat mir immer Mut gemacht, und ich habe mich nie mies gefühlt, weil er mein Selbstvertrauen gestärkt hat.“

Hanks freute sich auf die Gelegenheit, bei Horns Filmdebüt so eng mit dem Jungen zusammenarbeiten zu können – das sich daraus ergebende Vater-Sohn-Verhältnis ist mit einer Beziehung unter besten Freunden zu vergleichen. „Thomas zeigt sehr gute Instinkte und arbeitet äußerst konzentriert“, kommentiert Hanks. „Tatsächlich entdeckt er immer die besonderen kleinen Dinge, die einer Szene die Würze verleihen – genau wie ein erfahrener Schauspieler das macht, um etwas Originelles und Spannendes einzubringen.“ Horns Szenen mit Bullock gestalteten sich schwieriger, weil sie oft von großen Gefühlswallungen bestimmt werden. „Manche unserer gemeinsamen Szenen sind mir schwergefallen, weil Oskar sich extrem aufregt – aber die Arbeit mit Sandy hat mich tief berührt“, berichtet Horn. „Die Situation kam mir völlig realistisch vor, denn sie reagierte so wahrhaftig auf mich, dass sie meine Gefühle wirklich beeinflusste.“

Bullock zeigt sich beeindruckt von der komplexen Psychologie, die Horns Spiel in den schwierigen Interaktionen charakterisiert: „Thomas hat sich total und völlig unerschrocken in die Oskar-Rolle hineinversetzt. Er war immer gut vorbereitet, zeigte Durchhaltevermögen und überzeugte uns durch sein professionelles Verhalten. Außerdem ist er sehr intelligent. Es war großartig, mit ihm zu arbeiten – eine bewundernswerte Leistung.“

Nach dem „schlimmsten Tag“ findet Oskar nur selten Trost, immer aber bei seiner Großmutter väterlicherseits, die gegenüber wohnt und mit der er durchs Fenster Kontakt aufnehmen kann. Die enge Beziehung der beiden drückt sich auch durch nächtliche Gespräche per Walkie-Talkie aus. Als die Welt über ihm zusammenbricht, bittet Oskar nicht seine Mutter, sondern seine Oma um Hilfe.

Oskars Großmutter wird von der erfahrenen Bühnendarstellerin und vierfachen Tony- Preisträgerin Zoe Caldwell dargestellt. Um ihre Rolle möglichst intensiv zu gestalten, lebte sich Caldwell in die Vorgeschichte der Großmutter ein, wie sie im Roman geschildert, im Film aber nur angedeutet wird. „Oskars Großmutter stammt aus Deutschland und hat die Bombardierung Dresdens persönlich miterlebt“, erklärt Caldwell. „Sie war verheiratet, aber ihr Mann nahm ihr das Versprechen ab, niemals ein Kind zur Welt zu bringen. Diesen Pakt hat sie gebrochen und Thomas geboren, der sich zu einer bemerkenswerten Persönlichkeit entwickelte und wiederum der Vater eines sehr bemerkenswerten kleinen Jungen wurde.“

Daldry bewundert Caldwells Bühnenleistungen sehr und wünschte sich seit Langem, einmal mit ihr arbeiten zu dürfen: „Zoe ist eine der Säulen des amerikanischen Theaters – ich schätze sie seit vielen Jahren. Sie war von dieser Rolle begeistert und hatte viel Spaß damit – zu Thomas entwickelte sie eine fantastische Beziehung.“

Oskar vertraut sich seiner Großmutter zwar sehr oft an, aber er wagt es nicht, ihr von seiner Mission zu erzählen, die ihn auf die Suche nach dem Schloss zum Schlüssel seines Vaters führt. Als er sie eines Abends um Rat fragen will, begegnet er stattdessen ihrem rätselhaften, schweigsamen Untermieter, der von allen nur als „der Mieter“ bezeichnet wird. Der allseits verehrte Max von Sydow spielt den geheimnisvollen alten Mann, der nur über auf Papier gekritzelte Worte kommunizieren kann, aber trotzdem als Einziger in Oskars Mission eingeweiht wird.

Von Sydows außerordentliche Karriere erlebte in den 1950er-Jahren mit Ingmar Bergmans „Det sjunde inseglet“ (Das siebente Siegel) einen ersten Höhepunkt – zehn weitere Bergman-Filme und sechs Jahrzehnte mit unvergesslichen, preisgekrönten Rollen folgten. Er reagierte sehr emotional auf „Extrem laut & unglaublich nah“.

„Mich hat das Drehbuch sehr berührt – das passiert mir wirklich nicht oft“, betont von Sydow. „Mir gefällt diese rätselhafte Figur, dieser scheinbare Fremde, der Oskar bei seiner Suche helfen möchte. Zwischen den beiden entwickelt sich eine interessante Freundschaft.“ Der Mieter spricht im Film kein einziges Wort – der Schauspieler bemühte sich also, Momente der Qual, Neugier und Freude allein durch Mimik und Körpersprache auszudrücken.

Über diese ungewöhnlich wortlose Darstellung sagt Daldry: „Max zeigt hier eine Leistung, die sich mit keiner seiner bisherigen Rollen vergleichen lässt – wahrscheinlich hat er sein Leben lang auf eine solche Rolle gewartet. Ich glaube wirklich, dass er eine der außergewöhnlichsten Figuren seiner Karriere geschaffen hat – er spielt zutiefst nuanciert, komplex, komisch und sensibel, ohne auch nur einen Ton von sich zu geben.“

Auf seiner Mission begegnet Oskar in der Stadt Hunderten unterschiedlichen Fremden, die nur eines gemein haben – den Nachnamen Black. Gleich zu Anfang trifft Oskar zwei Menschen, die seiner Suche auf überraschende Weise einen entscheidenden Impuls geben: das unmittelbar vor der Scheidung stehende Ehepaar Abby und William Black, dargestellt von Viola Davis und Jeffrey Wright.

Wright sagt, dass das Skript ihn intensiv beeindruckt hat: „Ich spielte damals Theater und beendete die Lektüre des Drehbuchs eines Abends hinter der Bühne. Der Regisseur kam in meine Garderobe, bemerkte meinen Zustand und fragte, ob alles in Ordnung wäre. Ich erklärte ihm, dass ich nach dem Lesen dieses Skripts ein wenig Zeit brauchte, um meinen Kopf und mein Herz wieder auf einen gemeinsamen Nenner zu bringen.“

Außerdem freute er sich auf die Arbeit mit Daldry, und diese Erwartungshaltung fand er dann voll bestätigt: „Stephen kommt wie ich ursprünglich vom Theater. Er gibt uns Gelegenheit, an der Rolle zu feilen, eine Szene voll auszuloten und sie so lange weiterzuentwickeln, wie man es beim Film nur selten erlebt.“

Der Regisseur wollte sehr gern mit Wright arbeiten: „Für uns war immer klar, dass Jeffrey den William Black spielen muss“, sagt Daldry. „Er ist hochintelligent, fühlt sich ganz in die Rolle ein und bietet eine große Bandbreite von Varianten. Damit brachte er die Figur derart perfekt auf den Punkt, dass er unsere Erwartungen sogar noch übertraf.“

In Viola Davis erkannte Daldry die Schauspielerin, die ihre Figur mit nur wenigen Schlüsselszenen zum Leben zu erwecken versteht: „Viola zählt zu meinen Lieblingsschauspielerinnen“, stellt er fest. „Sie ist eine der angesehensten Darstellerinnen unserer Zeit – dass sie in unserem Film mitwirkt, ist unser großes Glück.“ Davis analysiert Abby als eine Frau, die in eine Ehekrise geraten ist und unerwarteten Trost in ihrer merkwürdigen ersten Begegnung mit Oskar findet: „Dass Oskar Abby schön findet, gibt ihr das Selbstwertgefühl zurück, das sie derzeit am dringendsten braucht“, erklärt Davis. „Abby und Oskar sind sich darin ähnlich, dass sie beide in ihrer Trauer alleingelassen werden, und als sie einander begegnen, entwickeln sie Mitgefühl füreinander und wollen sich gegenseitig helfen.“

Weitere Hauptrollen übernehmen John Goodman als Portier Stan, der den Eingang von Oskars Wohnblock bewacht und bei jeder Begegnung mit dem Jungen zu Scherzen aufgelegt ist. „Stan bildet in gewisser Weise eine Kontrastfigur zu Oskar“, kommentiert Goodman. „Die beiden klopfen immer lustige Sprüche, doch ich glaube, dass Stan Oskar sehr mag. Und er kapiert, dass Oskar ihm intellektuell haushoch überlegen ist.“

Unversehens versorgt Stan Oskar mit den ersten von vielen Hilfsmitteln, die der auf seiner Mission benötigt – mit den Telefonbüchern aller fünf New Yorker Bezirke. „Stans Rolle ist zwar nur klein, aber sehr wichtig“, sagt Daldry. „John versicherte mir, dass er unbedingt in diesem Film mitwirken wollte, und er verleiht der Sache eine wunderbar komische Dimension. Außerdem zeigt er uns eine weitere Seite von Oskar – eine Seite, die nur Stan jemals zu sehen bekommt.“

Produktion: Die Schauplätze

In „Extrem laut & unglaublich nah“ begegnet Oskar Schell in Manhattan, Brooklyn, der Bronx, Queens und Staten Island unzähligen Menschen, wobei auch die Stadt New York selbst eine große Rolle spielt – und zwar ganz anders, als wir sie aus den meisten dort angesiedelten Filmen kennen. „Das New York dieses Films ist das New York eines Kindes“, sagt Stephen Daldry. „Wir versuchen uns auf die Winkel der Stadt zu konzentrieren, die ein Kind aufsuchen würde – nicht auf die großen Straßen. Wir wollen die Stadt mit Oskars Augen sehen. Es geht nicht um die bekannten Bilder, die uns zu New York einfallen, sondern darum, was ein Junge wahrnimmt und worauf er reagiert.“

Um jeden Aspekt der Filmbilder und -töne Oskars Sichtweise unterzuordnen, verließ sich Daldry auf sein kreatives Team, darunter Kameramann Chris Menges, Cutterin Claire Simpson, Produktionsdesigner K.K. Barrett und Kostümdesignerin Ann Roth. Schließlich kam auch noch Komponist Alexandre Desplat hinzu, der die poetischen und skurrilen Elemente aus Oskars Geschichte in die Filmmusik einbrachte.

Die Dreharbeiten begannen nicht auf der Straße, sondern in den Hallen der JC Studios im Brooklyner Viertel Midwood. Dieses Studio entstand bereits 1907. Hier baute das Designteam das in Manhattan gelegene Apartment der Schells. Anschließend tourte das Team durch die Straßen, Parks und Bürogebäude der Stadt – über Brücken, durch Tunnel, Gassen und Wohnhäuser.

„Wir suchten Schauplätze aus, die Oskars Sichtweise der Stadt illustrieren“, sagt K.K. Barrett. „Er besucht Dutzende von Leuten, und allen mussten wir nicht nur eine Wohnung zuordnen, sondern diese oft auch noch ausstatten. Meist ist Oskars Begegnung mit diesen Menschen nur sehr kurz – umso wichtiger war es, sie durch ihre Umgebung sofort zuverlässig zu charakterisieren. Die Wohnungen müssen das Leben ihrer Bewohner optisch subtil, aber unverkennbar reflektieren.“ Barrett fährt fort: „Insgesamt wollen wir zeigen, dass New York immer noch der Schmelztiegel vieler Ethnien ist – die Bezirke sind geografisch unterscheidbar und doch miteinander verwoben. Die Stadt wird geprägt von großer Vielfalt, unterschiedlichen Einkommen, Bevölkerungsgruppen und Aktivitäten.“

Barrett selbst stammt nicht aus New York und ließ sich von seinen ersten Eindrücken derfünf Stadtbezirke leiten: „In gewisser Weise war es ein Vorteil, dass ich in New York ebenfalls ein Fremder bin – so kann ich mich viel besser in Oskar hineinversetzen. Oskar wohnt zwar dort, kennt sich aber außerhalb seines eigenen Viertels nicht aus. Also ging ich genau wie er vor: Ich machte mich auf und entdeckte Gegenden, in denen ich noch nie gewesen war.“

Dabei kam das Team viel herum: von Far Rockaway bis Harlem im Norden – mit vielen Stationen unterwegs. Als Oskar die Manhattan Bridge zögernd zu Fuß überquert, musste sich das Kamerateam mit dem Frühlingswind und leichtem Regen arrangieren. Einsam wandert Oskar durch Chinatown bis zur Lower East Side von Manhattan, anschließend zum berühmten Delikatessenladen Barney Greengrass an der Upper West Side. Als Oskar schließlich eine Gasmaske aufsetzt und so seine Angst vor öffentlichen Verkehrsmitteln überwindet, liefert die Grand Central Station den Schauplatz – dort wurde an einem stillgelegten Gleis gedreht.

Die legendäre Kostümdesignerin Ann Roth hat mit Daldry bereits an „Der Vorleser“ und „The Hours – Von Ewigkeit zu Ewigkeit“ gearbeitet. Auch sie unterstrich die Vielfalt der Stadt durch ihre Entwürfe. Der Film spielt in der Zeit vor zehn Jahren und zeigt damit die bisher aktuellste Epoche all ihrer Daldry-Filme. Sie berichtet: „Ich habe mir bei meinen Recherchen zunächst die Fotos der Menschen angesehen, die am 11. September über die Sixth Avenue und die Chambers Street rannten. Der Film spielt in den Jahren 2001 bis 2003, und wir versuchen den kaum merkbaren Wandel der Mode in den entsprechenden Szenen anzudeuten.“

Als interessanteste Aufgabe bezeichnet Roth ihre Kostüme für Oskar: „Er ist ein Kind – also kauft seine Mutter die Kleidung. Er ist etwas exzentrisch und mag nur bestimmte Kleidungsstücke – zum Beispiel trägt er nur seine schwarzen Schuhe und die Cordhose, die ihm schon ein wenig zu kurz wird. Doch selbst wenn ihm seine Mutter neue Hosen und Schuhe besorgt, bleibt Oskar bei dem, was er am bequemsten empfindet. Die Hose soll nicht so kurz sein, dass er lächerlich wirkt, nur gerade kurz genug, um zu zeigen, dass sie alt ist und dass er sie aus Gewohnheit vorzieht. Denn so tickt Oskar – er steht überhaupt nicht auf schicke Markenklamotten.“

Bei seinen regelmäßigen Ausflügen trägt Oskar immer den Schlüssel seines Vater sicher um den Hals. Seinen Rucksack stopft er mit Gegenständen voll, die er für seine Suche und das Überleben im Allgemeinen unbedingt braucht: eine israelische Gasmaske, ein Tamburin, Klebeband, ein Fernglas, sein Expeditionstagebuch, die Kamera seines Großvaters, eine Hundepfeife, „A Brief History of Time“ (Ein kurze Geschichte der Zeit) von Stephen Hawking, sein Handy, Kekse und den umkringelten Ratschlag seines Vaters: „Niemals mit der Suche aufhören.“

Dagegen ist Oskars Mutter sehr einfach gestrickt: „Wir stellen uns Sandys Rolle als berufstätige Mutter vor, die in der Menge überhaupt nicht auffällt. Shoppen ist für sie Nebensache, sie absolviert das eher ungern“, sagt Roth. „Röcke, Blusen, selbst ihre Frisur sind ausgesprochen alltäglich – was uns gar nicht so leicht fällt, weil Sandy eine so schöne Frau ist. Doch Oskars Mutter würde auf die Frage nach der Marke ihrer Bluse keine Antwort wissen. Sie hat wirklich andere Probleme.“

Für den Mieter, Max von Sydows Rolle, entwarf Roth einen Tiroler Lodenmantel aus dicker, schwerer, wasserabweisender Wolle, wie sie ursprünglich von österreichischen Bauern gefertigt wurden. Den trägt der Mieter auf seinen Ausflügen mit Oskar.

Roths Arbeit wurde besonders von Zoe Caldwell gewürdigt, die sich just in dem Moment in ihre Rolle einlebte, als sie ihr Kostüm anprobierte: „Das Drehbuch beschreibt die Oma als ‚zerzauste Frau, die ihre Zeit überlebt hat„“, erinnert sich Caldwell. „Und in genau diese Frau verwandelte ich mich, als ich die Kleider anzog, die Ann Roth für mich vorbereitet hatte. Ich schaute nur kurz in den Spiegel und dachte: ‚Einfach toll: Genau das ist Oma!„“ „Glücklicherweise durfte ich bereits an drei Filmen mit Ann Roth zusammenarbeiten“, fasst Daldry zusammen. „In Bezug auf Ann muss man wissen, dass sie nicht einfach Kostüme entwirft – sie behält dabei die Entwicklung nicht nur der Figuren, sondern des gesamten Films im Auge. So wird sie zu einem entscheidenden Mitglied des Teams, das großen Einfluss hat, denn bei der Kleidung der Figuren berücksichtigt sie immer auch, wie der Regisseur den Film einschätzt.“

Während sich das Filmteam auf Oskars Spuren durch die fünf Bezirke vorarbeitete, war Daldry stets vorbereitet auf die Probleme, die Dreharbeiten in der am dichtesten besiedelten amerikanischen Stadt mit sich bringen. Doch zu seiner Freude gaben gerade die New Yorker immer wieder Anlass dazu, die Dreharbeiten zu einer angenehmen Erfahrung werden zu lassen. „Viele der Passanten, denen wir auf der Straße begegneten, kannten das Buch“, sagt Daldry. „Und wir haben viele gleich für den Film engagiert. Denn nicht nur die Bauten prägen den Charakter von New York, sondern auch seine Bewohner, und das wird im Film immer wieder deutlich. Außerdem herrscht in der Stadt eine unglaubliche Großzügigkeit, die ebenfalls in den Film eingeht – genauso, wie sie Teil vonOskars Geschichte ist.“

News und Stories

  • Amazon mit neuer "5 Tage Film-Schnäppchen"-Aktion

    Ehemalige BEM-Accounts22.06.2012

    Der Onlinehändler amazon.de startet heute wieder eine seiner beliebten 5 Tage-Aktionen. Bis einschließlich 26. Juni 2012 gibt es wieder jede Menge Angebote in den Bereichen Blu-ray und DVD. Die Aktion speist sich hauptsächlich aus Warner-Medien, die in verschiedenen Kategorien zu reduzierten Preisen erhältlich sind. Wer im Übrigen 5 Titel aus der Aktion kauft, bekommt an der Kasse 5 Euro abgezogen. Hier der Link...