Ex

Kinostart: 11.01.1996

Filmhandlung und Hintergrund

Glaubt man der offiziellen Version, entschied das Los gegen „Ex“: Als sich Regisseur Mark Schlichter Ende Juni beim Filmfest München den Hypo-Regiepreis mit „Stadtgespräch“-Kollege Rainer Kaufmann teilen mußte, konnte dem Festaktpublikum nur einer der beiden Preisträgerfilme gezeigt werden. Das Los fiel auf „Stadtgespräch“, Schlichters wesentlich interessanterer, aber auch riskanterer und brisanterer Beitrag störte...

Mario ereilt ein Schickalsschlag nach dem anderen: Sein Bruder stirbt bei einem Unfall mit einem gestohlenen Wagen, seine Freundin Sarah interessiert sich für den gutaussehenden Schwarzen Robert. In seiner Verzweiflung läßt Mario sich auf krumme Geschäfte mit der Russen-Mafia ein, die ihm über den Kopf wachsen.

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Kritikerrezensionen

  • Glaubt man der offiziellen Version, entschied das Los gegen „Ex“: Als sich Regisseur Mark Schlichter Ende Juni beim Filmfest München den Hypo-Regiepreis mit „Stadtgespräch“-Kollege Rainer Kaufmann teilen mußte, konnte dem Festaktpublikum nur einer der beiden Preisträgerfilme gezeigt werden. Das Los fiel auf „Stadtgespräch“, Schlichters wesentlich interessanterer, aber auch riskanterer und brisanterer Beitrag störte so die gefällige Atmosphäre im Carl-Orff-Saal nicht. „Ex“ ist von „Stadtgespräch“ so weit entfernt wie „Pulp Fiction“ von „Pocahontas“: Der erste Langfilm (nach acht Kurzfilmen) des 33jährigen Berliners kommt mit einer Intensität und Dichte daher, wie sie deutsche Filme nur selten vorweisen. „Shopping“ und „Haß“ sind Filme, die zur Beschreibung von „Ex“ herangezogen werden könnten, aktuelle deutsche Filmbeispiele für die Authentizität und Kompromißlosigkeit des DFFB-Abschlußfilms fallen nicht ein (außer, wenn auch samtpfötiger, „Wedding“, ebenfalls ein DFFB-Werk). Die dramaturgisch wie visuell auf Hochtouren agierende Geschichte über unterschiedliche Wege aus dem Chaos entfremdeter Jugend in einer aus der Kontrolle geratenen Großstadt profitiert dabei enorm von Hauptdarsteller Robert Viktor Minich. Er spielt den hilflos-verzweifelten, in Drogen und Gewalt eskalierenden Niedergang der Hauptfigur Mario wie Tim Roth in einem „Mean Streets“-Remake. Machen Schlichter und Minich so weiter, könnte aus ihnen die deutsche Antwort auf Abel Ferrara und Harvey Keitel werden. Die ZDF/Arte-Coproduktion beweist mehrere Dinge: öffentlich-rechtliches Fernsehen gehört noch längst nicht zum alten Eisen, Talente kommen oft aus Nischen, weniger Geld bedeutet nicht weniger Qualität und man kann auch mit auf den ersten Blick sperrigen Sujets unterhalten. „Ex“ ist Kino pur: aufregend, aufrüttelnd, unterhaltend und bewegend. dd.

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