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Everybody's Fine (2009) Film merken

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Filmhandlung und Hintergrund

Everybody's Fine: US-Remake von Giuseppe Tornatores Tragikomödie über einen Witwer, der aufbricht, um seinen erwachsenen Kindern, ihren Sorgen und Enttäuschungen, wieder näher zu kommen.

Nach dem Tod seiner Frau fehlt Frank der Mittelpunkt und seinen vier erwachsenen Kindern der Mensch, mit dem sie ihr Leben besprechen und teilen konnten. Um dieser Mensch für sie werden zu können, bricht Frank zu einem Road Trip inklusive Überraschungsbesuch auf. Zwei Töchter und einen Sohn trifft er an, doch sie verbergen, wie es wirklich um sie und um den abwesenden Bruder steht. Doch Frank durchschaut die Lügen, bleibt fest entschlossen, die Familie zu vereinen und den Kindern das Gefühl zu geben, dass alles wieder gut werden könnte.

Kritiken und Bewertungen

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Kritikerrezensionen

  • Robert De Niro, der Proto-Method-Actor, hat, das lässt sich mit Fug und Recht behaupten, lange, sehr lange, sein Leben lang für diese Rolle recherchiert: er spielt den alten Mann, der er ist. Und vielleicht deshalb ist dies der beste von De Niros Filmen der letzten Jahre, die nicht gerade von einem guten Gespür für gute Filme und gute Rollen zeugten. Es ist dies das Remake eines Giuseppe-Tornatore-Films von 1990, De Niro in Marcello Mastroiannis Fußstapfen.

    Und er ist nicht der einzige Star, Drew Barrymore, Kate Beckinsale und Sam Rockwell spielen seine Kinder; sie wohnen weit weg, und De Niros Frank besucht sie überraschend, weil er als Rentner in der Einsamkeit seines wohlgepflegten Gartens sonst versauern würde. Das hat was von Jack Nicholson in „About Schmidt“, oder jüngst von dem jungen Pärchen in Sam Mendes’ „Away We Go“, aber es ist längst nicht mit deren pfiffigen, subtilen, kantigen Witz ausgespielt. Kein Meisterwerk also – aber gute, lustige Unterhaltung mit einigen schönen Beobachtungen und sogar ein paar trefflichen Kabinettstückchen.

    Wie Frank etwa im Zug nach New York seine Mitreisenden ungefragt anspricht: Das ist direkt aus dem Leben gegriffen, solche Typen trifft man immer wieder beim Bahnfahren! Geschickt spielt Regisseur Kirk Jones mit Franks Wahrnehmung seines Familienglücks, wenn er seine erwachsenen Kinder immer erstmal als Zehnjährige sieht bei der Begrüßung in Chicago, Denver, Las Vegas.

    Doch langsam steigert sich die Dramaturgie, in kleinen Momenten sieht Frank Details, die ihn hinter die Fassade des vorgeblichen Glücks seiner Kinder – und seines eigenen Lebens – blicken lassen. Gleichzeitig hören wir, die Zuschauer, im Flüstern in den Telefonleitungen entlang von Franks Reiseroute in den Gesprächen der Geschwister die Realität hinter Franks Illusionen. Und zugleich enthüllt Jones das Porträt eines Vaters als alter Mann, der sich stets mehr oder weniger aus freien Stücken aus den Kleinigkeiten des Familienlebens herausgehalten hat, der in seinem Beruf aufging – ausgerechnet in einer Drahtfabrik, wo er die Isolierungen für Telefonleitungen herstellte, also für die Infrastruktur der Kommunikation sorgte, der er sich als Privatmann entzog. Er sah seine Rolle darin, die großen Linien vorzugeben, denen die Kinder auf ihrem Lebensweg zu folgen hatten. Und da die seinen Ansprüchen – die ja nicht die ihren waren – nicht folgten, nicht folgen konnten, nicht folgen wollten, wurde um Frank ein Lügengebäude errichtet – die Mutter, seine verstorbene Frau, hat ihm nur das Gute gesagt, hat Negatives verschwiegen, die Kinder haben irgendwann immer weniger mit ihm geredet, weil er kein guter [i]listener[/i] war, dafür ein guter [i]talker[/i]. Und er ist gut damit gefahren, mit dieser Rollenteilung, damit, dass er nur das wusste, was er wissen wollte.

    Mit den Illusionen, die er auf seiner Reise allmählich durchschaut, bricht auch er zusammen, hat einen Anfall – und eine Todesvision, in der er alles in seinem Kopf ordnet, die letzte raffinierte Szene im Film, in der er mit seinen Kindern – als Kinder, als Zehnjährige – im Garten sitzt und mal wirklich mit ihnen redet.

    Aber dann – der Film hat noch gut eine Viertelstunde vor sich – geht Jones auf in typisch amerikanischer Familiensentimentalität; die ist zwar vorher auch immer wieder angeklungen, war aber immerhin gegen das fast schon subtil subversive Porträt eines Vaters gesetzt, dem das Vatersein nie viel bedeutete, in dessen Vorstellung vom amerikanischen Traum die Hinwendung zur Familie, zu seinen Familienmitgliedern als vollwertige Menschen, nicht passte. Am Ende wird es dann ganz affirmativ: Familie ist eben doch Familie, und im Feelgood-Movie – gerade auch, wenn die Zielgruppe die ältere Generation ist, die selbst schon übers Familienleben hinausgewachsen ist – bleibt am Ende halt nichts in der Schwebe.

    Fazit: Komödie über Familie, Illusionen, die Vaterrolle und über den richtigen Lebensweg. De Niro mal wieder in einem guten Film.
  • Am Ende des warmherzigen Remakes eines Giuseppe-Tornatore-Films heißt es auf und vor der Leinwand: “Allen geht’s gut”.

    1990 machte sich Marcello Mastroianni auf, um seinem über ganz Italien verstreuten Nachwuchs einen Überraschungsbesuch abzustatten. Seinen Spuren folgt nun Robert De Niro – als stiller, charakterlich korrekter Witwer in den Sechzigern ein Verwandter von Jack Nicholsons Warren “Schmidt”, doch ohne dessen brummig-skurrilen Züge. Die Mitteilungen seiner erwachsenen Kinder auf dem Anrufbeantworter, die für das geplante gemeinsame Wochenende absagen, und die leisen Pianotöne in Dario Marianellis Score etablieren auf Anhieb Franks Status quo: absolute Einsamkeit. Um ihr zu entkommen und seine vier Kinder für die Weihnachtsfeiertage persönlich einzuladen, bricht der gesundheitlich angeschlagene Pensionär zu einem Bahn- und Bustrip nach New York, Denver und Las Vegas auf. Einen Sohn wird er nie erreichen, den anderen und seine beiden Töchter nur kurz und überdies schwer beschäftigt. Während er von einer Stadt zur anderen unterwegs ist, die Leitungen überregionaler Kommunikation draußen am Fenster vorbeiziehen, bleibt er davon ausgesperrt, hört man nur die Kinder miteinander telefonieren, erfährt von ihrer Hilflosigkeit im Umgang mit dem Vater und vom Schicksal des einen Sohns, den er nicht wiedersehen wird. Am Ende seiner Reise wird Frank bewusst werden, dass sich nicht alle Träume der Kinder, die manchmal auch die seinen waren, erfüllten, dass er viel gefordert und geredet, aber zuwenig zugehört hat, dass aber auch ein Lernprozess und Glück möglich sind, wenn der dampfende Truthahn und Weihnachten die Familie wieder zusammenführen.

    In einer seiner besten Rollen seit Jahren, aber ohne wirklich gefordert zu werden, spielt De Niro diese Figur, die einmal nicht mit riesigen Defiziten aufgeladen, nicht unnahbar oder übertrieben dominant ist, sondern vor allem die verstorbene Frau als den eigenen Lebensmittelpunkt und als Kommunikationszentrale der Kinder ersetzen muss. Der von Kate Beckinsale, Sam Rockwell und Drew Barrymore dargestellte Nachwuchs ist nicht minder oberflächlich, aber vergleichbar sympathisch skizziert. Es sind Charaktere, die Instantidentifikation ohne Folgelasten ermöglichen. Mit leichter Hand von Kirk Jones (“Lang lebe Ned Devine!”) adaptiert und inszeniert, streift dieses Remake vorwiegend süß und nur reduziert bitter durch das Leben, hält berechenbar Kurs auf sein familiäres Finale. Eine Wohlfühloase für Zuschauer, die in einer Zeit nicht nur meteorologischer Kälte schnelle Wärme suchen. kob.

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