Filmhandlung und Hintergrund

Gut beobachtetes, entspannt vorgetragenes Heranreifungsdrama aus skandinavischer Produktion. Ein Kinderfilm, der mit Sentimentalitäten hinter dem Berg hält, Humor nicht mit Klamauk verwechselt, glaubwürdige Typen dem bequemen Klischee vorzieht, kurz, der Kindern mehr bietet als Unterhaltung (die es natürlich reichlich gibt), und den Erwachsene nicht zu scheuen brauchen. Ein kurzweiliges Plädoyer für Toleranz, obendrein...

Der elfjährige Eskil reist mit seinem Vater, einem Energietechniker, durch Schwedens Norden, und verweilt dabei in der Regel nie lange genug am selben Ort, um Freunde zu finden oder gar Wurzeln zu schlagen. Das scheint sich bei Vaters neuestem Engagement zu ändern: Eskil wird in der Schule angemeldet, freundet sich mit der gleichaltrigen Mirja an und muss zu seinem Leidwesen auch der Leidenschaft seines Vaters frönen: Dem Eishockey. Dabei würde Eskil doch viel lieber mit der stadtbekannten Exzentrikerin abhängen.

Eskil reist mit dem Vater durch Land. In der neuen Stadt fühlt er sich richtig wohl. Doch das ist selten von Dauer. Gut beobachtetes Heranreifungsdrama mit feinem Humor, ein Kinderfilm, den Erwachsene nicht scheuen müssen.

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Kritiken und Bewertungen

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Kritikerrezensionen

  • „Wertvoll”

      Eskil hat es satt. Ständig muss er mit seinem Vater umziehen, der bei einem großen schwedischen Energiekonzern beschäftigt ist und von Ort zu Ort geschickt wird. Immer bleiben die beiden nur ein paar Monate, sodass Eskil kaum Freunde finden kann und sich nirgendwo richtig zuhause fühlt. Am liebsten wäre er bei seiner Mutter, die in Dänemark wohnt. Doch das geht leider nicht, da seine Mutter unter Depressionen leidet. Auch sein Vater hat wenig Zeit für ihn und schickt ihn lieber zum Eishockeyspielen, was Eskil gar nicht gefällt. Sein einziger Trost ist die gleichaltrige Mirja und eine ältere Frau namens Trinidad, die ein Boot baut, um damit weit hinaus in ferne Länder zu reisen. Die ganze Stadt hält Trinidad für schrullig und schüttelt den Kopf über ihre verrückten Ideen. Doch Eskil mag die eigenbrötlerische Frau und möchte ihr helfen, ihren Traum zu verwirklichen. Regisseur Stephan Apelgren erzählt in seinem Kinder- und Familienfilm die Geschichte einer ungewöhnlichen Freundschaft zwischen einem Jungen, der sich nirgends zuhause fühlen kann und einer Frau, die in der Gemeinschaft nicht zuhause ist. Neben den überzeugenden Hauptfiguren gibt es viele gut beobachtete Nebengeschichten, die allesamt spannend, unterhaltsam und berührend erzählt werden. Da ist zum Beispiel Mirja, die sich mit Eskil anfreundet und unter Beweis stellen kann, dass Mädchen mindestens genauso gut Eishockey spielen können wie Jungs. Oder der Vater, der unter der Trennung von seiner Frau und Arbeitsstress leidet, seinen Sohn vernachlässigt und kein Ohr für seine Probleme hat. Obwohl man immer spürt, wie lieb sich beide haben. Doch trotz all dieser intensiven Geschichten bleibt auch der feine Humor nicht auf der Strecke. Mit seiner spannenden Geschichte, seinen authentischen Figuren und seiner schönen Stimmung ist ESKIL UND TRINIDAD eine wahre Kinderfilmperle aus Schweden, die die ganze Familie genießen kann und die ganz ohne erhobenen Zeigefinger zeigt, dass man jeden Menschen akzeptieren sollte, wie er ist. Mit all seinen Stärken und Schwächen. Und dass man gemeinsam vieles schaffen kann. Selbst einen sagenhaften Bootsausflug von Schweden in die Karibik.

      Jurybegründung:

      Ein herausragender schwedischer Kinderfilm beschert uns nicht nur eine Geschichte über den schwierigen Alltag des 11jährigen Eskil hoch im Norden, sondern versichert uns auch, dass sich Träume erfüllen können, wenn man fest an sie glaubt und dafür kämpft. Dafür steht vor allem die Außenseiterin Trinidad mit der sich Eskil anfreundet. Sie baut sich allein ein Schiff, das sie in die Südsee bringen soll. Eskil lebt mit seinem alleinerziehenden Vater zusammen, denn seine Mutter ist nach Dänemark geflüchtet. Dorthin will Eskil mit Hilfe von Trinidad.

      Vielschichtig tragen Ängste und Motive, Sorgen und Schwierigkeiten von Eskil um Schule, Eishockey, getrennte Eltern, seine Freundschaft zu Trinidad und seiner Schulkameradin Mirja als erste zarte Liebesbande zu einer intelligenten und ergreifenden Geschichte bei. Seine Außenseiterrolle durch den ständigen erzwungenen Wohnungswechsel seines Vaters macht ihm das Leben nicht leicht. Angesiedelt in einer kargen Schneelandschaft müssen an ständig wechselnden Standorten Kraftwerke gewartet werden, mit entsprechenden Folgen für Beziehungen.

      Die Kraft des Films entwickelt sich aus der Authentizität seiner Geschichte und seiner Figuren. Die Kinder spielen gekonnt ihren Part wie beiläufig ohne falsche aufgesetzte Dramatisierung. Auch die erwachsenen Hauptdarsteller agieren differenziert und sind nicht wie bei vielen Kinderfilmen nur eindimensional blass gezeichnet. Deutlich wird der Gegensatz von Kindern, die trotz Schwierigkeiten ihren Reifeprozess des selbständiger werdens erkämpfen und schwachen Erwachsenen, die mit dem Leben nicht so gut zurechtkommen.

      Die Kamera vermeidet exotische Bilder von Schneeverwehungen oder romantisierende Nadelwälder, selbst das Nordlicht wirkt wie ein Kommentar zur Kälte und Dunkelheit, unterstreichen die Kargheit in dieser Welt vor allem im langen Winter.

      Das Grundraster des Films ist der Weg seiner Protagonisten, die einen emanzipatorischen Anspruch einlösen wollen. Eskil will nicht Eishockey spielen nur weil sein Vater ein bekannter Spieler war, Mirja will für ihn ins Tor und setzt sich durch. Trinidad trotzt allen Widerständen und erreicht ihr Ziel. Das alles ist spannend erzählt und umgesetzt. Ein dichter Film nicht nur für Kinder in diesem Alter, sondern auch für Erwachsene.

      Quelle: Deutsche Film- und Medienbewertung (FBW)
    1. Gut beobachtetes, entspannt vorgetragenes Heranreifungsdrama aus skandinavischer Produktion. Ein Kinderfilm, der mit Sentimentalitäten hinter dem Berg hält, Humor nicht mit Klamauk verwechselt, glaubwürdige Typen dem bequemen Klischee vorzieht, kurz, der Kindern mehr bietet als Unterhaltung (die es natürlich reichlich gibt), und den Erwachsene nicht zu scheuen brauchen. Ein kurzweiliges Plädoyer für Toleranz, obendrein, ganz ohne erhobenen Zeigefinger.

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