Es beginnt heute

  1. Ø 0
   1998
Es beginnt heute Poster

Filmhandlung und Hintergrund

Es beginnt heute: Atemlose Schul-, Kommunal- und Sozialrallye über den Kampf eines Lehrers gegen die Verwahrlosung seiner Gemeinde.

Daniel, Direktor einer Vorschule in einer Bergabeiterstadt im Norden Frankreichs, lehnt sich auf. Er will die zur Verantwortung zu zwingen, die die unmenschlichen Lebensverhältnisse mitverschuldet haben, in denen viele der Eltern seiner Schüler leben. Trotz vieler Niederlagen und Rückschläge gibt er nicht auf.

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Kritikerrezensionen

  • Für viele der eigentliche Sieger der diesjährigen Berlinale, weil Bertrand Taverniers vitale, zupackende und atemlose Schul-, Kommunal- und Sozialrallye der einzige Film war, der für sich selbst sprach und zwei Stunden wie 15 Minuten erscheinen ließ. Tavernier, der 1995 für „Der Lockvogel“ den Goldenen Bären gewonnen hatte, beweist erneut, daß Engagement nicht in Zeigefingermanier veröden muß, sondern dank eines außergewöhnlich treffenden Drehbuchs mit cleveren Dialogen, einer phänomenal beweglichen Breitwandkamera und einer geradezu genialen Inszenierung mit Kindern, die neue Maßstäbe setzt, innovatives Kino für die Zukunft schafft, gerade weil es vom Hier und Jetzt handelt.

    Philippe Torreton, der für Taverniers bei uns nicht gelaufenem „Capitaine Conan“ den „César“ als Bester Hauptdarsteller gewann, spielt in einer tour de force Daniel, den Direktor einer Vorschule in einer einst wohlhabenden Bergarbeiterstadt im Norden Frankreichs, der sich hartnäckig, verbissen und immer wieder von Niederlagen behindert, auflehnt, um die zur Verantwortung zu zwingen, die die unmenschlichen Lebensverhältnisse, in denen viele der Eltern seiner Kinder leben, zumindest teilweise mitverschuldet haben. Keineswegs ein Held, eher ein moderner Sysiphos, hat der auch als Schriftsteller arbeitende Daniel privat mindestens so viele Probleme wie seine unter Armut, Arbeitslosigkeit und Analphabetismus leidenden Mütter.

    Wer glaubt, solche Themen seien Kinogift, sollte sich vom Gegenteil überzeugen. Tavernier fetzt die Probleme, Situationen und Szenen – in welchem Film hat es das je gegeben, daß eine ihre Tochter von der Schule abholende Mutter auf dem Spielplatz zusammenbricht, wo hat ein Lehrer mit dem Besen in der Hand einer Sozialarbeiterin die Tür gewiesen? – so rasant, mit inszenatorischem Drive und ohne jede Wiederholung vor die Augen, daß es eine wahre Freude ist. Da würde selbst Ken Loach staunen. Sollte sich für Taverniers mit drei Nebenpreisen der Berlinale prämierten Film ein Verleih finden, der so mutig ist wie dieses pulsierende Meisterwerk? ger.

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