Erleuchtung garantiert (1999)

Erleuchtung garantiert: Kleiner Film über zwei gegensätzliche Brüder, die Erleuchtung suchen, mit digitaler Videokamera gefilmt.
Kinostart: 20.01.2000
DVD/Blu-ray jetzt vorbestellen
Erleuchtung garantiert Poster
Alle Bilder und Videos zu Erleuchtung garantiert

Filmhandlung und Hintergrund

Erleuchtung garantiert: Kleiner Film über zwei gegensätzliche Brüder, die Erleuchtung suchen, mit digitaler Videokamera gefilmt.

Gustav hat seine Reise in ein Zen-Kloster seit einem Jahr geplant. Sein Bruder Uwe ist gerade von Frau und Kindern verlassen worden – und wird von Gustav kurz entschlossen auf die Japan-Reise mitgenommen. Bevor sie Erleuchtung finden können, verirren sie sich im nächtlichen Tokio und werden von Anica aufgegabelt, die sie in die Bahn in Richtung Zen-Kloster setzt. Dort haben sie alle Hände voll zu tun, sich in die Rituale einzufügen.

Ein ungleiches Brüderpaar, der eine frisch von seiner Frau getrennt, der andere fernöstlichen Lebensweisen nicht abgeneigt, bricht nach Japan auf, um in einem Zen-Kloster “erleuchtet” zu werden. Doch in Tokio angekommen, können die zwei erst ihr Hotel nicht mehr finden, dann werden ihre Kreditkarten vom Automaten geschluckt und schließlich verspielen sie in einem Casino ihr letztes Bargeld. Mit Hilfe einer freundlichen Belgraderin, die seit drei Jahren in Tokio lebt, wird das Ziel, ein abgeschiedenes Zen-Kloster, aber dann doch noch erreicht.

Zwei ungleiche deutsche Brüder wollen in Japan in einem Zen-Kloster Erleuchtung finden, haben aber erst einmal Schwierigkeiten, das Kloster überhaupt zu erreichen. Witziges Road-Movie von Doris Dörrie (“Männer”), das durch die Verwendung des Amateur-Video-Formates ein hohes Maß an Authentizität vermittelt.

Videos und Bilder

Kritiken und Bewertungen

So werten die User (0)
5
 
0 Stimmen
4
 
0 Stimmen
3
 
0 Stimmen
2
 
0 Stimmen
1
 
0 Stimmen
So werten die Kritiker (1 Stimmen)
5
 
0 Stimmen
4
 
0 Stimmen
3
 
0 Stimmen
2
 
0 Stimmen
1
 
0 Stimmen

Wie wertest Du? Klicke auf einen der Sterne:

Kritikerrezensionen

  • Wie man sein Leben zu einer wunderbar verträglichen Leichtigkeit des Seins führt, darüber hat Doris Dörrie einen kleinen feinen Film gemacht voller Witz und Zärtlichkeit. Zwei Brüder brechen aus Ihrer gutbürgerlichen Existenz aus und fahren nach Tokio, um dort in einem Zen-Kloster zur Besinnung zu kommen. Spontaneität, Witz und Schlagfertigkeit zeichnen die emotional wie sprachlich genauen Dialoge aus, und der sehr persönlich, fast dokumentarische Erzählstil bleibt vor allem auch durch die Bilder der digitalen Handkamera der Realität von Situationen und Personen dicht auf der Spur.

    “Erleuchtung garantiert” – schon der Titel garantiert, daß es sich hier um einen esoterischen Film für Esoteriker handelt. Vielmehr gibt Dörrie locker und gut gelaunt ein paar Anregungen für praktische Abwechslung um festgefahrenen Alltag. Und weil sie eine talentierte Erzählerin ist, fabuliert sie fröhlich bis in surreale Ebenen der Fiktion. Kleine Irritationen in Richtung Glaubwürdigkeit realer Situationen fallen darum auch letztendlich nicht ins Gewicht, wie zum Beispiel daß die beiden Brüder kurz nach ihrer Ankunft bei einem nächtlichen Spaziergang durch Tokio nicht mehr in ihr Hotel zurückfinden, weil sie dessen Namen vergessen haben und keine Straßenschilder lesen können. Und damit beginnt der Film auch, sich von der Erdenschwere abzuheben in die luftigeren Höhen von Fantasie und Aberwitz und wach zu machen für die ungeahnten Tücken des Objekts Fremde. Diesem Unbekannten, Japan, Tokio, mit den eigenen Verhaltensmustern zu begegnen, garantiert Komik, befreiendes Lachen und Tips zur aktiven Lebenskunst.

    Das brüderliche Duo Gustav und Uwe, von Gustav-Peter Wöhler und Uwe Ochsenknecht wunderbar lakonisch und temperamentvoll genau gespielt, bricht also nach Tokio auf. Feng-Shui-Experte Gustav hat seine Reise in ein Zen-Kloster seit einem Jahr geplant. Küchenverkäufer Uwe ist gerade von seiner Frau und den Kindern nach einer heftigen Streiterei verlassen worden – und wird von Gustav kurz entschlossen auf die Japan-Reise mitgenommen. Das beabsichtigte Loslassen von ihrem bisherigen Leben läßt sich erstmal unerwartet chaotisch an. Sie verirren sich im nächtlichen Tokio, stehen schließlich ohne Geld, Kreditkarten und Pässe auf der Straße und werden dort von der blond bezopften Anica (patent: Anica Dobra) aufgegabelt, mit nach Hause genommen in die winzige Wohnung, die sie mit einem Sumo-Ringer teilt, und am Ende auf die Bahn in Richtung Zen-Kloster gesetzt. Und dort erleben sie auch wieder Überraschungen und haben alle Hände voll zu tun, sich in die Choreografie der vielen verschiedenen Rituale einzufügen bis hinunter zum Schrubben des Fußbodens.

    Es gelingt Doris Dörrie und ihren Schauspielern, die offensichtlich Spaß an Spontaneität und Improvisationen hatten, ganz unaufdringlich ein bißchen lebensphilosophisch zu unterhalten und in so manchen Punkten nachdenklich zu stimmen, dabei weder Moral zu predigen, noch mit denunziatorischer Häme auf Klamottenkomik zu setzen. Ihr Humor hat immer einen liebenswerten Hauch von pragmatischer Lebensweisheit. Kameramann Hans Karl Hu findet dafür wunderbar direkte Bilder mit der DV-Kamera, und wie ein lässiger Kommentar zum Filmemachen heute fügen sich da die von den beiden Hauptfiguren im Film mit ihrer winzigen Amateurvideokamera gedrehten und sehr viel grobkörnigeren Bilder ein. Wer Doris Dörries “Männer” liebt, sollte an diesem Film nicht vorbei gehen, weil er mehr ist als nur eine Komödie. fh.

Zuletzt angesehen und Empfehlungen

News und Stories

Kommentare