Mehr zum Film? Wir haben die wichtigsten Hintergründe und Fakten für Dich gesammelt: detaillierte Inhaltsangaben, Wissenswertes über die Entstehung des Films, ausführliche Produktionsnotizen. Klick rein!

Über die Produktion

Falls du schon mal neben dem Telefon gesessen und überlegt hast, warum er nicht anruft, obwohl er es versprochen hat, oder falls du dich fragst, weshalb er nicht mehr mit dir schlafen will oder wieso er jede festere Bindung ablehnt … dann steht er (oder sie) einfach nicht auf dich!

„Vielleicht ist dies der erste Spielfilm, der vom Dialogsatz aus einer TV-Serienfolge inspiriert wurde“, meint Regisseur Ken Kwapis.

Bilderstrecke starten(22 Bilder)
Alle Bilder und Videos zu Er steht einfach nicht auf Dich

Genau genommen hat der Spruch zunächst die „Sex and the City“-Autoren Greg Behrendt und Liz Tuccillo inspiriert, ihren Bestseller „He’s Just Not That Into You“ (Er steht einfach nicht auf Dich) zu schreiben.

„Es wurde mir nicht in die Wiege gelegt, einen Beziehungsratgeber zu schreiben“, erklärt Behrendt, der aus diesem Spruch nicht nur einen Bestseller machte, sondern auch eine ganz nüchterne Talkshow für Liebeskranke modierte. „Alles fing an mit einer eher nebenbei hingeworfenen Bemerkung, die ich im Gespräch beim Lunch machte. Es scheint doch wirklich ganz vernünftig zu sein, wenn man einer Frau sagt, dass der Typ sie nicht mag, wenn er nicht anruft.“

„Mir gefiel diese Episode in ,Sex and the City‘ besonders gut“, sagt Produzentin Nancy Juvonen. „Dann nahm ich mir das Buch vor und fand das Konzept großartig, ganz praktisch mit Dates und Beziehungen umzugehen – und auch mit all den Mythen, die wir uns irgendwie füreinander zimmern: Was malen wir uns nicht alles aus, weil wir eben nicht den Anruf oder die Einladung bekommen, die wir erwarten!“ Sofort sah sie das als Film vor sich: „Meine Ideen sprudelten nur so, mit denen man das Konzept ,Er steht einfach nicht auf Dich‘ in einen Ensemble-Film umsetzen könnte, ohne dass der Satz jemals ausgesprochen wird – daraus musste ich ganz einfach einen Kinofilm machen.“

Zu dem Zeitpunkt ließ sie sich nicht träumen, dass dieses Ensemble aus einer Traumbesetzung bestehen würde: Ben Affleck, Jennifer Aniston, Drew Barrymore, Jennifer Connelly, Kevin Connolly, Bradley Cooper, Ginnifer Goodwin, Scarlett Johansson, Kris Kristofferson und Justin Long.

Doch zunächst gab es noch gar kein Drehbuch.

Juvonen beschreibt die Buchvorlage als eine Sammlung von Anekdoten: „Vieles im Buch funktioniert nach der Art: ,Ich verstehe zwar, was du sagst, Greg, aber trotzdem glaube ich, dass der Typ meine Telefonnummer tatsächlich verloren hat, denn als wir uns in der Bar kennen lernten, mochte er mich wirklich.‘ Und darauf antwortet Greg dann etwa so: ,Glaub’ mir: Er mag dich nicht! Also such’ dir lieber jemanden, der dich sympathisch findet.‘ Aber es gibt keine Handlung im eigentlichen Sinne.“ Um dem abzuhelfen, engagierte sie das Autorenduo Abby Kohn und Marc Silverstein, mit denen sie vor Jahren bereits an der Hit-Komödie „Never Been Kissed“ (Ungeküsst) gearbeitet hatte.

„Es war an der Zeit, das alte Team wieder zusammenzuholen“, sagt Juvonen. „Wir sind jetzt zehn Jahre älter, und inzwischen sind wir alle etwas dynamischer, cleverer und wir haben auch mehr Erfahrung mit Beziehungen, die wir in diese Storys einbringen können. Wir sind von unseren eigenen Erfahrungen und Erlebnissen im Freundeskreis ausgegangen und haben sie ausgebaut. Ich halte die beiden für die besten Autoren der Branche – es hat riesig Spaß gemacht.“

Kohn fügt hinzu: „Wir schauten uns die Kapitelüberschriften des Buches an: ,Er steht einfach nicht auf dich, wenn er dich nicht anruft, … wenn er mit einer anderen schläft, … wenn er dich nicht heiratet‘ und so weiter. Allein das hat uns die entscheidenden Anstöße gegeben, denn im Buch gibt es ja keine Handlung oder Figuren im üblichen Sinne. Aber jedes Kapitel inspirierte uns zu einer eigenen Geschichte. So entstand unser Ensemble-Film.“

Kohn und Silverstein ließen sich beim Schreiben immer wieder vom Titel anregen. „Wenn ein Typ sich so verhält, als ob er nicht auf dich steht, dann steht er nicht auf dich“, stellt Silverstein fest. „Damit bringt man das Offensichtliche auf den Punkt. Im Buch rät Greg immer wieder: Egal woran es auch liegt – es ist einfach so.“

Dazu Kohn: „Wir tendieren dazu, jeden Vorfall in einer Beziehung viel zu sehr zu analysieren. Obwohl sie mit dem Typen vielleicht nur 45 Sekunden gesprochen hat, wird das nachher oft vier oder fünf Stunden lang analysiert. Zum Beispiel sollen Gigi, Janine und Beth im Büro eigentlich arbeiten – aber stattdessen sezieren sie die Nachricht auf dem Anrufbeantworter, oder sie überlegen, wie sie auf die nächste Nachricht reagieren sollen und so weiter. Das wirkt ziemlich realistisch.“

Für die Regie wandte sich Juvonen an jemanden, der sich mit Ensembles auskennt: Ken Kwapis hat bereits Storys mit Frauen im Mittelpunkt und vielfach verzahnte Beziehungen umgesetzt – in Filmen wie „The Sisterhood of the Traveling Pants“ (Eine für 4). Großes Renommee genießt er aufgrund der TV-Serie „The Office“ (The Office). Als er sich den Stoff näher ansah, zögerte er keine Sekunde.

„Das Buch ist so beliebt, weil hundertprozentig jeder damit etwas anfangen kann“, meint Kwapis. „Und das gilt genauso für das Drehbuch. Ich las es und war gleich ganz aus dem Häuschen. Sofort fiel mir auf, dass ich mich in alle neun Figuren gleichermaßen hineinversetzen kann – in die fünf Frauen genauso wie in die vier Männer. Und obwohl die Story sehr komisch ist, sind all diese Verhaltensmuster der Wirklichkeit abgeschaut – das ist real und oft sogar peinlich … Ich erkannte mich selbst darin wieder, und mir war klar, dass auch die Zuschauer so reagieren würden: ,Mensch, das bin ja ich!‘“

Ohne eine Miene zu verziehen, sagt Kwapis: „Ich habe schon jahrelang für diesen Film recherchiert, bevor klar war, dass ich Regie führen würde: Mit 16 hatte ich mein erstes Date, und mit etwa 30 habe ich geheiratet. Zwischen dem ersten Date und der Hochzeit – und sogar danach – habe ich in Sachen Liebe jeden nur denkbaren Fehler begangen.“

„Kens erste Reaktion war: ,Ich finde mich nicht in einer Hauptfigur wieder, sondern in allen. Ich bin sie alle zusammen. Mein Mitgefühl gilt ihnen allen‘“, berichtet Juvonen von ihrem ersten Gespräch mit dem Regisseur. „Wir redeten zweieinhalb Stunden lang – ein sehr stimulierendes, perfektes, einfach wunderbares Gespräch. Wie wenn man sich mit einem alten Freund unterhält.“

„Als ich Nancy kennen lernte, hat es sofort wunderbar geklappt“, bestätigt Kwapis. „Wir waren uns einig, dass wir einen Film machen wollen, in dem es keine Helden und keine Schurken gibt, sondern einfach nur Menschen, die Entscheidungen treffen. Wir beide fanden, der Film sollte zu Diskussionen über das Verhalten der Hauptfiguren anregen: Vielleicht sind die Zuschauer mit den Entscheidungen nicht immer einverstanden, aber sie verstehen ganz genau, warum sie getroffen werden. Es ging also darum, die Figuren so zu präsentieren, dass die Zuschauer irritiert sind und nicht leichtfertig über sie urteilen.“

„Es geht im Film um falsch interpretierte Signale bei der Kommunikation“, sagt Kwapis. „Männer sehnen sich genauso nach Frauen und werden genauso oft abgewiesen wie umgekehrt die Frauen. In diesem Film sind Männer und Frauen gleichermaßen verwirrt, die Männer machen genauso viele Fehler wie die Frauen – in der Hinsicht ist das wunderbar ausgeglichen.“

Die schwierigsten Aufgaben der Autoren bestanden darin, die Kapitel des Buchs durch neu zu erfindende Figuren zum Leben zu erwecken und die entstehenden Geschichten dann miteinander zu verknüpfen.

„Figur A geht mit Figur B aus, Figur B steht auf Figur A, aber Figur A steht eigentlich auf Figur C. Figur C geht mit Figur D aus. Figur D ist mit Figur E verheiratet. Figur E arbeitet mit Figur F zusammen. Und so weiter. Darum geht es in der Story“, berichtet Regisseur Ken Kwapis.

„Wir haben ein Diagramm gezeichnet“, sagt Marc Silverstein. „Ausgangspunkt waren Gigi und Conor.“

„Alles fängt mit ihrem ersten Date an“, fügt Abby Kohn hinzu.

Aus diesem ersten Paar entstanden neun miteinander verknüpfte Geschichten. Es erscheint bereits fast unmöglich, bei den Beziehungen so vieler Figuren den Überblick zu behalten – aber für jede dieser Rollen auch noch die richtige Besetzung zu finden, erwies sich als noch gigantischeres Problem.

„Bei einer normalen Liebeskomödie geht es vor allem darum, ein Paar zu finden, bei dem die Chemie stimmt“, erklärt Kwapis. „Doch in diesem Fall mussten wir eine ganze Reihe von Leuten besetzen, bei denen die Chemie in gleich mehreren Konstellationen hervorragend funktionieren muss. Für den Orchestrator ist das also eine wunderbare Herausforderung. Denn im Grunde handelt es sich um ein Thema mit Variationen. Am Ende soll möglichst viel Abwechslung herauskommen, aber gleichzeitig sollen alle Figuren und Storys einer bestimmten einheitlichen Linie folgen.“

Produzentin Nancy Juvonen war von der Besetzung absolut begeistert. „Als immer mehr tolle Schauspieler und Schauspielerinnen zum Team stießen, merkten wir, wie sie sich alle auf die Storys einließen – jeder Einzelne brachte sich auf die eine oder andere Art selbst in seine Geschichte mit ein. Alle machten sich ihre Figur ganz natürlich zu eigen.“

Produktion: Die Besetzung

Ginnifer Goodwin übernahm die Rolle der Gigi, die als eine Art Katalysator der übergeordneten Geschichte funktioniert.

„Das Konzept gefällt mir besonders gut“, berichtet Goodwin. „Denn ich habe das Gefühl, dass es den Beziehungen und dem Selbstwertgefühl wirklich nützen kann, wenn man es auf das eigene Leben anwendet, weil ganz klar wird, dass man es hier mit den ehrlichen Gefühlen zwischen zwei Menschen zu tun hat.“

Produzentin Juvonen merkte sofort, dass Gigis Funktion von ganz entscheidender Bedeutung ist: „Gigi bildet das emotionale Zentrum, und sie steht für die Person, die wir alle einst gewesen sind – wenn wir nicht sogar heute noch so sind. Manche von uns traf es besser, manche waren cooler als sie und manche waren sicherlich auch schlimmer dran. Jedenfalls wünscht sie sich einen Gefährten – so sehr, dass sie anruft und auch ein zweites Mal anruft, wenn der Rückruf ausbleibt. Und dann fährt sie auch schon mal zu seiner Wohnung und hofft, ihm zufällig zu begegnen.

Mancher reagiert nervös auf so ein Verhalten, aber sie ist so offen und ehrlich dabei, dass man es ihr nicht übel nehmen kann. Ginnifer ist dafür die Traumbesetzung. Sie ist sehr clever, hat aber auch die wunderbar naive Art des lieben Mädels. Sie zeigt jedem offen, wie sie ist. Und so positiv, wie sie sich dem Leben an sich stellt, stellt sie sich auch auf Gigi ein.“

Goodwin berichtet, dass ihr Gigis ehrliche Art sehr liegt. „Ich habe mich voll in Gigi verknallt und finde sie unglaublich lieb“, strahlt die Schauspielerin. „Gigi setzt wirklich Himmel und Hölle in Bewegung, um den Mann ihres Lebens zu finden, zu heiraten und bis an ihr Lebensende glücklich zu sein. Aber vom Beziehungsalltag hat sie wirklich keinen blassen Schimmer, interpretiert die Hinweise immer falsch und analysiert sie wie besessen. Sie engagiert sich mit Haut und Haaren für eine Sache und fährt mit diesem Zug bis zur Endstation – egal ob das richtig oder falsch ist. Darin ist sie unverwüstlich.“

„Im Film gibt es jede Menge peinlicher Momente“, stellt Kwapis fest. „Und Gigi ist für den Löwenanteil verantwortlich. Aber sie ist eben immer viel zu offen und daher leicht verletzbar. Doch das ist ihr lieber so – sie nimmt das Scheitern in Kauf und fällt lieber mit der Tür ins Haus, als dass sie sich eine Chance entgehen lässt.“

Kevin Connolly übernimmt die Rolle des Conor, der zusammen mit Gigi bei diesem ersten Date den Ball ins Rollen bringt: „Er ist ein junger, vielversprechender Grundstücksmakler. Das Geschäft läuft recht ordentlich, aber er sucht immer noch nach einer Marktlücke.“

Was Gigi nicht weiß: Conor hat sich in eine andere verguckt. „Conor ist Hals über Kopf in Anna verknallt. Sie hat ihn am Haken und lässt ihm gerade so viel Leine, dass er nicht abspringt. Er trägt Scheuklappen, ist ein bisschen besessen“, lacht Connolly.

Dazu Juvonen: „Wir stellten uns Conor nicht als Annas Schoßhündchen vor – im Gegenteil: Er soll wirklich planmäßig vorgehen.“

Produktion: Weitere Rollen

Doch Conor hat Pech – denn Anna hat andere Pläne.

Über ihre Rolle als Anna sagt Scarlett Johansson: „Sie unterrichtet Yoga, sie singt, ist Künstlerin, ein Freigeist, sie geht mit ständig ausgestreckten Fühlern durchs Leben. Mit Conor pflegt sie eine Art ,Jugendfreundschaft‘ – sie ist gern mit ihm zusammen, will sich aber nicht fester binden. Sie hat ihn gern um sich, schätzt seine Komplimente, sendet also widersprüchliche Signale aus, und das frustriert ihn total.“

Anna fragt gern ihre Freundin Mary um Rat, obwohl ihr das nicht immer hilft. Drew Barrymore, die den Film zusammen mit anderen auch als Executive Producer verantwortet, übernimmt die Rolle der jungen Frau, die beim Lokalblatt für den Anzeigenverkauf zuständig ist. „Ich kann mich durchaus in Mary hineinversetzen, die auf der Suche nach dem richtigen Mann jede Menge Probleme bekommt“, sagt Barrymore. „Und mir gefällt, wie sich all ihre Freunde bemühen, mit der Liebe auf moderne, manchmal unromantische, verwirrende, technische Art umzugehen. Es ist noch gar nicht lange her, da warteten wir monatelang auf einen einzigen Brief – heute leben wir in einer Epoche, in der jeder Wunsch auf der Stelle befriedigt werden muss.“

Dazu Kwapis: „Die von Drew Barrymore gespielte Mary bemüht sich ernsthaft, einen Partner zu finden, scheint aber ein Opfer der Technik zu werden: ein Opfer der SMS, ein Opfer des Internets, ein Opfer des Anrufbeantworters. Sie selbst sieht sich nur als Opfer. Jedes technische Gerät wird für sie zur unüberwindlichen Hürde.“

„Drew ist sofort auf Mary angesprungen“, erinnert sich Juvonen. „Ich glaube nämlich, dass auch Drew so ihre Probleme mit der Technik hat. Und im Grunde ist sie eine echte Romantikerin. Mary sucht einen Partner, hat sich auf MySpace und Facebook registriert – und dadurch ergeben sich potenzielle Beziehungen, die aber zu nichts führen. Mit ihrer Rolle können wir eine repräsentative Aussage über die heutige Technik und Partnersuche machen – all diese Methoden wirken eher mathematisch und elektronisch, als dass sie Begegnungen auf Augenhöhe ermöglichen. Das Telefon macht es schon kompliziert genug, weil man sich nicht berühren oder sehen kann. Aber heute liest man, was der andere in zwei Zeilen Text mitteilt, und dann fragt man die Freunde: ,Was will er eurer Meinung nach damit sagen? Heißt das, dass ich ihn anrufen soll?‘ Vor zehn Jahren gab es das noch nicht. Es ist fast gruselig, wie einfach man eine kleine sexy Nachricht abschicken kann. Manchmal bringt das ja auch Spaß. Damit beginnt eine neue Epoche. Wir erforschen einen neuen Erdteil.“

Mary und Anna vertreten also diejenigen, die sich nach Liebe sehnen, und Beth und Neil repräsentieren jene, die sie gefunden haben … aber doch zweifeln, ob das ausreicht. Ben Affleck spielt den Fotografen Neil, der seit etlichen Jahren mit Jennifer Aniston als Beth zusammenlebt.

„Neil ist eine interessante Rolle“, sagt Juvonen. „Denn man glaubt ihn zu durchschauen, aber dann entwickelt sich das doch völlig anders. Neil hält nichts von der Ehe. Er ist Fotograf, lebt mit seiner Freundin seit sieben Jahren zusammen und mag sie wirklich sehr, aber er ist davon überzeugt, dass sich das in einer Ehe grundlegend ändern würde. Ben ist sehr charmant, lustig und locker – ein echter Typ. Genau das stellten wir uns für Neil vor, und er soll kunstverständig sein, tiefschürfend über die Dinge nachdenken – er ist ein sehr kluger Mensch.“

„Beth und Neil sind seit sieben Jahren zusammen“, sagt Aniston über das Paar. „Er ist ohne Trauschein sehr zufrieden, glaubt nicht an die Ehe, begreift nicht, wozu sie gut sein soll. Doch sie möchte heiraten und bekommt langsam das Gefühl: ,Mensch, will der mich für dumm verkaufen?‘“

„Beth hat seine Selbstgefälligkeit schon lange ertragen und ihren Ärger heruntergeschluckt, weil die Beziehung an sich fabelhaft funktioniert“, führt Juvonen aus. „Doch das reicht ihr nicht. Und als ihre jüngste Schwester ganz plötzlich heiratet, da rastet Beth schließlich aus.“

Beth und Gigi arbeiten zusammen mit Janine in der Marketingabteilung einer Gewürzfirma. Janine ist mit Ben verheiratet, renoviert ihr Haus und wünscht sich Kinder.

„Janine renoviert ihr Heim“, berichtet Kwapis. „Aber im Grunde möchte sie wohl ihre Beziehung renovieren.“

„Janine wirkt in mancher Hinsicht etwas altmodisch“, sagt Jennifer Connelly, die Janine spielt. „Sie kann Lügen nicht ausstehen – Aufrichtigkeit und Ehrlichkeit gehen ihr über alles. Sie muss ihrem Partner voll vertrauen können. Die Ehe liegt ihr. Sie ist schon lange mit Ben zusammen, sie waren immer eng befreundet und haben dann geheiratet. Doch mit der Zeit schleicht sich die Routine ein, vieles macht man, weil man es so gewohnt ist. Man kommt aus dem Alltagstrott nicht mehr heraus.“

Die Rolle ihres Ehemanns Ben übernimmt Bradley Cooper.

„Als Bradley Cooper in die Tür kam, war die Besetzung perfekt“, berichtet Juvonen. „Sofort dachten wir: ,Das ist in jeder Hinsicht der Ben, wie er im Buche steht.‘ Bradley war derart ernsthaft, dass er der Figur alles Schmierige nimmt. Er trägt sein Herz auf der Zunge.“

„Ich wollte den Ben unbedingt spielen, weil er innerlich so zerrissen und von seiner Angst gelähmt ist“, erklärt Cooper. „Er ist Anwalt und mit seiner College-Freundin Janine verheiratet. Er lebt so dahin, versinkt in der Routine, kann sich in seiner Ehe nicht behaupten. Dann trifft er eine andere Frau und muss ständig an sie denken. Mir gefällt, dass Liebesbeziehungen hier sehr ehrlich und ohne Zuckerguss gezeigt werden: Was wollen wir eigentlich? Und wie setzen wir das um?“

Was Frauen angeht, hat der von Justin Long gespielte Alex mit Zuckerguss wirklich nichts im Sinn.

„Alex ist im Grunde derjenige, der den Standpunkt des Buches vertritt“, berichtet Regisseur Kwapis.

„Alex ist eigentlich ein Ratgeber“, ergänzt Long. „Er ist recht aufrichtig, sehr bestimmt, sagt, was er denkt. Er hat den Durchblick. Er versteht die Frauen, weil er so seine Erfahrungen gemacht hat“, grinst der Schauspieler. „Aber er hat sich emotional nie eine Blöße gegeben. Als er Gigi kennen lernt und meint, dass sie seinen Rat braucht, entwickelt sich zwischen ihnen eine Art ,My Fair Lady‘-Beziehung: Alex ist Henry Higgins und Gigi Eliza Doolittle. Er versucht ihr zu erklären, dass die Männer gar nicht so kompliziert sind: Wenn ein Typ nicht anruft, heißt das zwar nicht, dass er sie ablehnt oder unattraktiv findet. Aber er steht einfach nicht auf sie. Wahrscheinlich ruft er eine andere an.“

„Alex hält mit der nackten Wahrheit nicht hinterm Berg – er schenkt den Frauen reinen Wein ein“, kommentiert der Regisseur. „Er leitet ein Restaurant, hat also ständig Paare vor Augen: Menschen beim Balztanz, Menschen, die sich kennen lernen, sich begrüßen, nach einem gemeinsamen Nenner suchen – er weiß Bescheid. Als er Gigi begegnet, beschließt er, sie wie Pygmalion seine Galatea zu erziehen: Er will ihr die Wahrheit einhämmern, und die heißt: ,Du sollst Signale nicht falsch interpretieren.‘“

Juvonen ergänzt: „Alex beobachtet gern. Er gefällt sich darin, kluge Sprüche über Beziehungskisten zu klopfen, ohne jemals selbst ein Risiko einzugehen und ins kalte Wasser zu springen. Er steckt nur vom Rand des Pools hier und da einen Zeh hinein, maßregelt aber alle, die sich beim Schwimmen abstrampeln und wie Idioten gebärden.“

Doch eine der Hauptfiguen – vielleicht die einzige in diesem Film – hat tatsächlich den Durchblick: Beths Vater Ken, der von dem erfahrenen Schauspieler und Musiker Kris Kristofferson dargestellt wird.

„Das macht Spaß, weil er frei von der Leber weg redet. Er ist Rentner und lässt sich von niemandem den Mund verbieten – seine Art liegt mir“, grinst Kristofferson, der sich in diesem Ensemble sehr wohl fühlte. „Das Drehbuch und die Besetzung sind große Klasse. Es war wunderbar mitzuerleben, wie wirklich toll die Crew arbeitet. Ich hätte mir kein besseres Team wünschen können.“

Auch Kwapis hatte das Gefühl, dass alle Beteiligten eng und präzise zusammenarbeiteten. „Bei so einer Fülle verschiedener Figuren hoffe ich doch stark, dass die Zuschauer Spaß daran haben, sich auf die eine oder andere Art wiederzuerkennen, und das haben wir vor allem den Schauspielern zu verdanken.“

„Allen gelingt es wirklich hervorragend, Übertreibungen zu vermeiden, und trotzdem werden all unsere Thesen aus dem Buch umfassend umgesetzt“, erklärt Autor Greg Behrendt.

Durch die mehrfach verzahnten Beziehungen hatten es die Filmemacher mit einer romantischen Komödie zu tun, die keiner Tradition zuzuordnen ist.

„Zwischen ,Er steht einfach nicht auf Dich‘ und den meisten anderen Liebeskomödien besteht ein bedeutender Unterschied: In den meisten romantischen Komödien geht es nicht darum, ob der Mann und die Frau sich finden, sondern wie“, sagt Kwapis. „Doch in unserem Fall geht es um neun Helden, und da stellt sich die Frage: ,Findet überhaupt jemand einen Partner?‘“

Um diese Frage zu beantworten, muss man die Feinheiten des zentralen Themas begreifen, das sich sowohl durch das Buch als auch durch den Film zieht: nämlich die Regel: „Es gibt keine Ausnahmen“.

„Wenn ein Typ dich nicht anruft und dich nicht anruft und dann immer noch nicht anruft, dann besagt die Regel, dass er dich nicht anrufen will“, erklärt Kwapis. „Die Ausnahme besteht darin, dass er nicht anruft, weil er plötzlich von einer kolossalen Grippe niedergestreckt worden und so ans Bett gefesselt ist, dass er nicht mal zu seinem Handy greifen kann. Das sind die seltenen Ausnahmen. Die Regel besagt aber: Wer sich so verhält, als ob ihm alles egal ist, dem ist tatsächlich alles egal. Doch Gigi klammert sich an den Strohhalm und hofft, dass sie die Ausnahme sein könnte.“

Juvonen ergänzt: „Was wir besonders deutlich machen möchten: Jede Frau hat das gute Recht zu glauben, dass sie die Ausnahme der Regel darstellt. Sie denkt: ,Ich bin doch wirklich ein bisschen anders.‘ Doch in den meisten Fällen ist sie es natürlich nicht.“

Und mit einem Lächeln sagt die Produzentin: „Für jeden von uns gibt es jemanden, der uns als die Ausnahme erlebt. Aber so sehen uns eben nicht alle. Gigi sehnt sich nach Liebe und grenzt das Feld ein, um auf diese Weise den Richtigen zu finden und so zur Ausnahme zu werden. Im Grunde werde ich in dem Moment zur Ausnahme, wenn ich den Richtigen finde, nämlich jene Person, die für mich genauso die Ausnahme darstellt wie ich für sie. Das funktioniert aber nur, wenn man sich zunächst als Regel begreift.“

Was gar nicht so einfach ist. „Nichts ist schwieriger, als für jemanden Interesse zu spüren und dann herauszufinden, ob dieses Interesse gegenseitig ist: Ich versuche herauszubekommen, ob der andere mich attraktiv genug findet, damit ich den ersten Schritt wagen kann“, erklärt Kwapis. „Was die Filmhelden dabei anstellen, führte während des Drehs zu vielen Debatten im Team. So wie die Crew-Mitglieder bei diesem Film die Hauptfiguren analysierten, habe ich sie noch nie über Beziehungen reden hören. Männer tun das gewöhnlich nicht, aber die Jungs in dieser Crew haben’s getan.“

Offensichtlich gefielen dem Regisseur diese Gespräche. „Wir kennen alle Filme, in denen die Figuren klar in Schwarz und Weiß aufgeteilt sind – und das macht richtig Spaß. Mit Begeisterung hassen wir den Schurken, und wir drücken dem Helden die Daumen. Doch unser Film ist anders: Diesmal plumpsen wir in eine emotionale Grauzone.“

Produktion: Die Dreharbeiten

Als Schauplatz von „Er steht einfach nicht auch Dich“ waren zunächst New York und Los Angeles im Gespräch, aber die Filmemacher wünschten sich letztlich ein intimeres Stadtambiente. Deshalb entschieden sie sich für Baltimore.

„Baltimore ist eine wunderbare Stadt, die sehr selbstbewusst ihre eigene Kultur hervorbringt“, sagt Kwapis bewundernd. „Sie hat also ein ganz eigenständiges Gepräge, wirkt aber gleichzeitig wie eine uns vertraute Industriestadt. Mir gefällt vor allem die überall präsente Backsteinarchitektur.“

„Ken hat bereits in Baltimore gearbeitet und mag die Strukturen und Farben“, sagt Produktionsdesignerin Gae Buckley. „Und wir wollten die Geschichte im Frühherbst mit der entsprechenden Farbpalette ansiedeln. Da war Baltimore genau die richtige Wahl.“

Doch nicht alle Szenen konnten vor Ort gedreht werden – Buckley fiel also die Aufgabe zu, bestimmte Ecken von Los Angeles in die Stadt an der Ostküste zu verwandeln, wo viele Gebäude noch aus dem 18. Jahrhundert stammen.

„Die vielen Hauptfiguren unseres Films haben alle eine Wohnung, alle arbeiten irgendwo, alle treffen sich irgendwo zu ihren Dates“, erläutert sie. „Wir suchten also Locations aus und überlegten, wie wir sie dem Baltimore-Look angleichen könnten, denn dort bestehen die Häuser vorwiegend aus Backstein. Und man darf keine Palmen ins Bild bringen.“

Einen ihrer liebsten Schauplätze funktionierte die Designerin ins Redaktionsbüro der Zeitung Baltimore Blade um: „Das wunderbare kleine Gebäude hat Fensterreihen und besteht aus schönen, mit Sand abgestrahlten Ziegelsteinen. Mary ist eine interessante, skurrile Frau – sie passt wirklich gut in diese Umgebung.“

Auch die anderen Sets wurden so eingerichtet, dass sie die Persönlichkeiten der in ihnen lebenden Filmhelden widerspiegeln. „Beth und Neil wohnen in einem Loft; er ist ein etablierter Künstler, und wir haben das echte Studio eines Fotografen als ihre Wohnung hergerichtet“, sagt Buckley. „Aber dahinter befand sich ein weiteres Studio. Deshalb bauten wir dazwischen ein Fenster, machten ein Foto vom Baltimore-Panorama mit dem bekannten riesigen „Domino- Sugar“-Firmenemblem und platzierten es vor dem Fenster.“

Laut Buckley wurde das Firmenschild ganz bewusst ins Bild gebracht. „Als ich mit Debbie Dorsey von der Baltimore Film Commission auf Motivsuche war, wies sie mich darauf hin, dass man das ,Domino-Sugar‘-Schild von jedem Punkt der Stadt aus sehen kann. Und da dachte ich gleich: ,Das müssen wir im Film verwenden.‘“

Doch das ist nicht die einzige Stadt-Ikone, die im Film auftaucht. „Es gibt auch noch Natty Boh, das Emblem des Bierbrauers National Bohemian Brewery: eine Cartoonfigur mit einem dicken schwarzen Schnauzbart. Dieses Gesicht taucht überall in der Stadt auf – deshalb haben wir es ebenfalls in die Story integriert. Und selbstverständlich auch das Washington-Denkmal in Mount Vernon.“

„Die Stadt ist wunderschön“, weiß Juvonen. „Es gibt fabelhafte Restaurants und den Hafen. Man kann viel unternehmen, aber alles bleibt übersichtlich; man bekommt das Gefühl, dass die Leute in Baltimore wirklich leben und sich Häuser oder Apartments leisten können, ohne den Jackpot zu gewinnen oder außergewöhnlich erfolgreich zu sein. Es gibt tolle Reihenhäuser, die derzeit renoviert werden. Also eine wahrhaft amerikanische Stadt. Irgendwie stimmte alles, um unsere realistischen Geschichten zu repräsentieren.“

„Was Männer und Frauen angeht, gibt es keine einfachen Lösungen“, sagt Regisseur Kwapis. „Ich hoffe einfach, dass die Zuschauer aus dem Kino kommen und darüber nachdenken, welche Wahl die Filmhelden getroffen haben. Nichts wäre mir lieber, als wenn die Leute nachher einen Kaffee trinken und darüber diskutieren, warum eine bestimmte Filmfigur so und nicht anders gehandelt hat.“

Produzentin Juvonen sieht das ähnlich: „Wir alle stellen uns vor: ,Ich brauche jetzt auf der Stelle einen Partner – also klemme ich den eckigen Klotz in das runde Loch und hoffe einfach, dass das klappt.‘ Aber es klappt eben nicht. Im Film demonstrieren wir diese Situation für Männer und Frauen: Wenn wir uns etwas in den Kopf gesetzt haben, dann würden wir uns sogar in einer Bretzelstellung verknoten, damit wir die Illusion ausleben können, dass alles so läuft, wie es laufen soll. Doch erst wenn man das endlich aufgibt, kommt alles in Bewegung, dann entspannt der ganze Körper, weil er sich nicht mehr unnatürlich verbiegen muss, denn das war ja gar nicht unser ehrliches Ich. In diesem Moment fühlen wir uns besser.“

Kwapis ergänzt: „Das Leben besteht auch aus Unordnung. Man trifft Entscheidungen und bereut sie dann. Das möchten wir im Film zeigen. Hoffentlich gibt es darüber so viele verschiedene Meinungen wie Zuschauer im Kino.“

„Natürlich wollen wir der Hoffnung ihren Platz einräumen, denn das ist ja Liz’ und Gregs eigentliche Botschaft“, sagt Juvonen. „Manchmal ist es einfach besser, den Schlussstrich zu ziehen und eine Beziehung zu beenden – das ist die Grundaussage des Buchs. Der Spruch ,Er steht einfach nicht auf Dich‘ soll den Menschen Hilfestellung geben. Ich will doch nicht mit jemandem zusammenleben, der nicht wirklich und wahrhaftig auf mich steht und mich gar nicht mag. Denn irgendwo da draußen gibt es jemanden, der auf mich steht.“

Zu den Kommentaren

News und Stories

  • Sat.1: Komödie "Er steht einfach nicht auf Dich" im Free-TV

    Am Montagabend, 7. März 2011, präsentiert der Sender Sat.1 um 20.15 Uhr die Free-TV-Premiere der Komödie „Er steht einfach nicht auf Dich“ mit vielen Hollywoodstars in den Hauptrollen, u.a. sind  Ben Affleck, Jennifer Aniston, Drew Barrymore sowie Jennifer Connelly mit an Bord. Alle Stars in der romantischen Komödie „Er steht einfach nicht auf Dich“ sehnen sich nach Liebe und geraten dabei in die lustigsten Situationen...

    Ehemalige BEM-Accounts  
  • Sky: Die Film-Neustarts dieser Woche

    Der Pay-TV Sender Sky wird auch diese Woche wieder einige neue Film-Highlights als Erstaustrahlung anbieten, die auf Sky Cinema und Sky Cinema HD starten.Den Anfang macht am Montag, 14. Dezember 2009 um 20:15 die US-Komödie „Baby Mama“ mit Tina Fey aus der TV-Serie „30 Rock“. Die Komödie handelt von der Karrierefrau Kate (Tina Frey), die auf die 40 zugeht und vom Mutterglück träumt. Leihmutter Angie (Amy Poehler)...

    Ehemalige BEM-Accounts  
  • Mit Scarlett Johansson zu Iron Man 2

    Mit Scarlett Johansson zu Iron Man 2

    Jetzt heißt es jeden Cent zusammenkratzen: Scarlett Johansson versteigert auf Ebay Premierentickets für Iron Man 2!

    Ehemalige BEM-Accounts  

Kommentare