Engel mit schmutzigen Flügeln

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   2009
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Filmhandlung und Hintergrund

Engel mit schmutzigen Flügeln: Ironischer Essay über feminine Geilheit und Gefühle.

Drei Motorradbräute heizen über leere Highways und haben Spezielles vor. Michaela und Gabriela wollen ihre unbedarfte Gefährtin Lucy von allen moralischen Fesseln lösen und erteilen ihr eine education sentimentale, die nah am Porno ist. In Separees und Stripschuppen probieren sie diverse sexuelle Praktiken. Danach darf sich Lucy als Engel mit schmutzigen Flügeln bezeichnen.

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Kritikerrezensionen

  • Ironischer Essay über feminine Geilheit und Gefühle, wo auf der Suche nach dem wahren weiblichen Ich experimentell Liebe, Lust und (Selbst)Lügen demontiert werden.

    Die in gemeinschaftlichem Engagement hergestellten Filme von wtp international sind längst unverkennbares Markenzeichen geworden – bizarre Filmtrips, die ihre wild ins Kraut schießende Kreativität auch der Abwesenheit regulierender deutscher Filmförderungsgremien verdanken. So wurde zuletzt die Mediensatire „Mein Traum oder die Einsamkeit ist nie allein“ geboren. Im Sponti-Stil – die Geschichte entstand parallel zu den Dreharbeiten – entwickeln Roland Reber und das eingefleischte wtp-Team nun eine tabulose Apotheose des Egoismus aus femininer Sicht samt dem schon fast obligatorischen Anschlag auf die Konventionen unserer Gesellschaft.

    Drei Motorradbräute heizen über leere Highways, und mögen ihre Körbchengrößen auch nicht für das tiefe Tal der Superhexen reichen, haben sie doch Spezielles vor. Michaela (Mira Gittner) und Gabriela (Marina Anna Eich) wollen ihre unbedarfte Gefährtin Lucy (mutige Leistung: Antje Nikola Mönning) von allen moralischen Fesseln lösen und erteilen ihr eine education sentimentale, die so nah am Porno ist, wie es gerade geht. Bei den Lektionen, die Lucys Nacktheit als spießig und ihre Geilheit als Suche nach Geborgenheit entlarven, kommen Fellatio, Dildos und Erektionen zu ihrem Recht als Bürgerschreck, wenn es sie zu Bikergangs, Stripschuppen und heißen Nummern im Separee zieht.

    Das ist ganz im Geiste Houllebeqcs, wenn sich Mönnings Figur seelisch wie körperlich entblößt und sexuelle Tabuzonen erkundet, ohne dass der Film je Gefahr läuft, erotisch zu sein. Sie wird zu Nietzsches Übermenschen erzogen, um alle bürgerliche Sitten abzulegen und zu ihrem wahren Selbst zu finden.

    Nach diesem radikalem Egotrip, der so postmodern-ironisch wie unverblümt-drastisch die vorherrschende Sexualmoral hinterfragt, darf sich Lucy als Engel mit schmutzigen Flügeln bezeichnen. Crowleys Imperativ des „tu was du willst“ steht zwar hinter jeder Aktion, oft fragt man sich aber, ob dieser Revolte nicht mitunter ihr Gegenstand abhanden kommt. Wie in manchem modernen Theaterschauspiel dient die Narration lediglich als Bühne fürs Philosophieren. Die Figuren sind quasi auf der Couch, kehren ihr Innerstes nach außen, servieren einem höchst direkt ihren Seelenballast. Das ist manieriert, ostentativ künstlich und anstrengend, aber durchaus lohnend, sofern man aufgeschlossen genug für ein solch abstraktes Vergnügen ist. tk.

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