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Fakten und Hintergründe zum Film "Engel des B?sen - Die Geschichte eines Staatsfeindes"

Kino.de Redaktion |

Engel des Bösen - Die Geschichte eines Staatsfeindes Poster

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Über den Film

Dieser Film beansprucht nicht, die Wahrheit über den Fall Vallanzasca zu erzählen. Es gibt, wie sie feststellen werden, immer mindestens zwei verschiedene Wahrheiten, und es handelt sich hier um einen Spielfilm, nicht um eine dokumentarische Untersuchung. Der Film verurteilt nicht und er spricht auch nicht frei. Er erzählt lediglich eine Geschichte – die Geschichte einer Bande und einer Stadt. Von einem Mailand, das es heute so nicht mehr gibt, höchstens in der Erinnerung jener, die damals Opfer der gewalttätigen Zeiten und Geschehnisse waren.

Anmerkungen des Regisseurs

Ich habe mich sehr gefreut, als mir die Regie für ENGEL DES BÖSEN - DIE GESCHICHTE EINES STAATSFEINDES angeboten wurde. Und das, obwohl mir von Beginn an klar war, dass es sich hierbei um ein äußerst heikles Projekt handelte. Das ist immer so, wenn man einen Stoff adaptiert, bei dem Personen, die darin gezeigt werden, noch leben. Man läuft Gefahr, alte Wunden zu öffnen, Wunden, die auch die Zeit nicht zu heilen vermag. Aber dieses Risiko nahm ich gerne auf mich.

Der Film war nicht leicht zu realisieren – wir hatten zunächst vier verschiedene Drehbuchentwürfe. Aber die Geschichte nahm in dem Moment Konturen an, als ich mich für Kim Rossi Stuart als Hauptdarsteller entschied. Ich war nicht sonderlich an einer Umsetzung von Vallanzascas Buch interessiert, ich wollte es nicht analysieren und auf den Wahrheitsgehalt hin prüfen. Vom künstlerischen Standpunkt her interessierte mich die Möglichkeit, in ein kriminelles Gehirn einzudringen – ohne dabei moralisch werten zu wollen. Ich wollte mich der Titelfigur entomologisch nähern, herausfinden, wie es sich anfühlt, jenseits des Gesetzes zu leben, sich bewusst dafür zu entscheiden, böse statt gut zu sein.

Kim Rossi Stuart in der Titelrolle zu besetzen, war von entscheidender Wichtigkeit. Ich kenne ihn seit Jahren. Als Schauspieler haben wir in POLIZIOTTI („Cops”, 1996) von Regisseur Giulio Base gemeinsam vor der Kamera gestanden. Er hat einen Polizisten gespielt, ich einen knallharten Verbrecher. 2005 habe ich ihn in ROMANZO CRIMINALE besetzt, ich wusste also genau, dass er der perfekte Darsteller für den Part des Vallanzasca sein würde. Er hat mich nicht enttäuscht, er ist exzellent und er ist in seiner schwierigen Rolle voll aufgegangen. Ich wollte, dass er den Part wirklich verinnerlicht, deshalb habe ich ihn auch darum gebeten, an der endgültigen Drehbuchfassung mitzuschreiben. Ich war mir sicher, dass seine Mitarbeit im Vorfeld des Drehs später für sein Spiel von großem Nutzen sein würde. Er war der Hauptdarsteller, und, wenn Sie so wollen, auch mein Ko-Regisseur. Unsere Zusammenarbeit war hervorragend, aber ich will auch nicht verhehlen, dass wir manchmal heftig aneinander gerieten – aber das ist nur normal, wenn zwei so Dickschädel, wie wir beide es sind, gemeinsam an einem Projekt arbeiten!

Auch mit der übrigen Besetzung bin ich höchst zufrieden. Jeder Schauspieler hat sich voll in den Dienst der Geschichte gestellt. Alle gaben sich größte Mühe, jene Jahre wieder auf der Leinwand zum Leben zu erwecken, dieses Gefühl der „milanesita“ wieder zu beleben, diese Atmosphäre im damaligen Mailand, die für den Erfolg des Films so wichtig ist. Dank unserer internationalen Ko-Produzenten konnten wir auch Schauspieler aus unterschiedlichsten Ländern verpflichten, darunter Paz Vega aus Spanien, die in den Schlüsselpart der Antonella schlüpfte, Moritz Bleibtreu aus Deutschland, den man in Italien aus SOUL KITCHEN (2009) und DER BAADER MEINHOF KOMPLEX (2008) kennt, und Monica Barladeanu aus Rumänien, die man zuletzt in dem kontrovers diskutierten FRANCESCA (2009) auf der Leinwand gesehen hat. In punkto italienische Schauspieler durfte ich mit einigen der derzeit größten Talente arbeiten, mit Filippo Timi als Enzo, Valeria Solarino als Consuelo und Francesco Scianna als Gangsterboss Francis Turatello.

Filippo Timi bewältigte mit Bravour die wohl schwierigste Rolle im Film, die des Enzo, Junkie der Comasina Bande, der auch ein Jugendfreund Vallanzascas ist. Timi spielt diesen „Verrückten” überaus glaubwürdig, man spürt förmlich die Dämonen, die von seinem Geist Besitz ergriffen haben. Nicht zufällig gefallen mir wohl jene Szenen besonders gut, die im Gefängnis von San Vittore spielen, in das Renato und Enzo gemeinsam eingesperrt sind. Es ist einer der schwierigsten Momente in ihrem Leben, die Dialoge sind voller Drama und Pathos. Es ist eine Art Showdown. Der Boss zeigt wie kalt, hart und herzlos er ist, der „kleine Bruder” hingegen ist vollkommen verzweifelt und mittellos. Beide befinden sich in einer Hölle, aus der es kein Zurück gibt, sie sind verdammt und haben keine Aussicht auf Erlösung.

Kim und Filippo sind beide so vorzügliche Darsteller, dass wir bei ihnen nie einen zweiten Take brauchten. Die erste Aufnahme saß immer. Ganz besonders überzeugen die zwei in ihren Gefängnisszenen. Hier wird einem ihr Charakter vollkommen klar – beide sind verrückt, durchgeknallt, der eine ist böse, der andere verzweifelt. Man sieht hier nicht ein Abbild ihrer Hölle, man glaubt, mit ihnen in ihr zu sein.

Diese Reise durch geistige Fehlfunktionen und Verdammnis sehe ich als Schlüssel zum Verständnis der wahren Natur unseres Films. Normalität ist wesentlich unfilmischer als Devianz, als Filmemacher muss man schlimme Geschichten erzählen, Geschichten von Verzweiflung und über das Böse im Menschen. Man muss sich beim Filmemachen auch die Hände schmutzig machen. Wenn man im Kino nur die schönen Geschichten abhandelt, im Edlen und Guten schwelgt, erzählt man nur die halbe Wahrheit. Wenn wir nur von vorbildlichen Taten berichten, werden wir nie die dunklen Seiten unserer Geschichte begreifen und aufarbeiten.

Man fragt mich oft nach meiner Beziehung zu Vallanzasca, aber ich kann dazu nicht viel sagen. Natürlich fühle ich mich nicht besonders zu ihm hingezogen – wie auch, er ist schließlich einer der gefährlichsten und berüchtigtsten Verbrecher des Nachkriegs-Italiens. Vallanzasca spürte das genau, aber er wusste auch, dass ich als Regisseur niemanden mit Samthandschuhen anfasse.

Ich wünsche mir, dass das Publikum unseren Film versteht, die Schönheit und Kraft der Bilder schätzen wird. Die Zuschauer sollen den Schmerz und die Intensität der Geschichte spüren und die Arbeit der Schauspieler gutheißen. Ich hoffe, unsere Zuschauer durchleben dieselben emotionalen Schwankungen, die wir während des Drehs erlebten. Und sie sollen sich wie wir wundern, warum ein netter, normaler, gut aussehender „Junge von nebenan” sich für ein so schlimmes Leben entscheidet, ein „inglorious bastard“ wird, ein „Engel des Bösen“. (Michele Placido)

Anmerkkungen des Produzenten

Ein Film ist immer das Ergebnis einer schwierigen Reise, die mit Willenskraft, zufälligen Begegnungen und Kämpfen zu tun hat – er ist ein komplexer Balanceakt aus Schicksal, Planung und purem Glück.

Als Produzent ging ich Jahre lang mit diesem Film „schwanger” und habe mein Ziel nie aus den Augen verloren, bis es mir gelang, ENGEL DES BÖSEN - DIE GESCHICHTE EINES STAATSFEINDES (VALLANZASCA) aus der Taufe zu heben. Während der Herstellung des Films schlugen wir oft den falschen Weg ein, machten Fehler und lernten aus diesen. Aber schließlich haben wir es geschafft.

Große Filme sind nicht nur Märchen und Erinnerungen, seltene „Amacords“ in der Tradition Fellinis, sondern auch das Ergebnis von Wagnissen, die Meister wie Rossellini, De Sica und Monicelli eingegangen sind. Größe ist jenen Filmemachern vorbehalten, die das wahre Leben im Film festhalten – und deren Leben manchmal selbst wie ein Film ist.

Michele Placido ist ein talentierter und mutiger Regisseur. Er war maßgeblich am Gelingen dieses Projekts beteiligt, sein Enthusiasmus und seine Willenskraft waren für die Realisation von entscheidender Bedeutung. Placidos gutes Auge für soziale Realitäten und sein hoher künstlerischer Anspruch sind wirklich außergewöhnlich. Es gibt nichts, was er für einen guten Film nicht tun würde, er ist eine Lichtgestalt des italienischen Kinos.

Die Wahrheit ist selten offenkundig, niemals einfach, vor allem wenn man sie auf der großen Leinwand zeigen will. Von allen Kunstformen ist der Film wohl am anfälligsten für Kritik, er kann leicht missinterpretiert und missverstanden werden. Ganz besonders wenn die Hauptfigur – ich sage bewusst nicht der „Held“ – ein Mann namens Renato Vallanzasca ist.

Kim Rossi Stuart ist ein wunderbarer Schauspieler. Es hat mich wirklich verblüfft, wie er diesen schwierigen, komplexen Charakter zum Leben erweckt hat. Noch dazu spielt er einen Mann, der noch unter uns weilt, aber in einer Zeit, die schon lange vorbei ist. Er ist wirklich in dem Part aufgegangen, Vallanzasca ist ihm zur zweiten Natur geworden, er hat verstanden wie der Gangster fühlt und denkt. Ausführlich hat er Vallanzasca studiert, sich dessen Mimik und Gestik eingeprägt, dessen Eigenarten übernommen. Kim Rossi Stuart ist ein Profi wie er im Buche steht.

Obwohl ich insgesamt in Bezug auf den Film sehr optimistisch war, wäre es gut möglich gewesen, dass ich das Projekt insgesamt aufgegeben hätte, hätte ich nicht Michele Placido und Kim Rossi Stuart getroffen. Sie sind die Eckpfeiler dieses Projekts, an das ich immer geglaubt habe. Die beiden waren über die Jahre meine tagtäglichen Begleiter bei der Produktion von ENGEL DES BÖSEN - DIE GESCHICHTE EINES STAATSFEINDES.

Dieser Film beweist, dass man alleine mit Willenskraft oft das Schicksal beeinflussen kann. In dem Moment, in dem ein Film erstmals auf der Leinwand zu sehen ist, entwickelt er ein Eigenleben. Die Idee des Films, des Filmemachers wird zum ewigen Vermächtnis.

Zu guter Letzt möchte ich noch Osvaldo De Santis danken, der die schwierige Aufgabe angenommen hat, mit der ich an ihn herangetreten bin. Im Guten wie im Schlechten hat er zu mir gehalten, hat mir Schritt für Schritt geholfen, alle Hindernisse zu beseitigen, mit denen wir bei der Fertigstellung dieses Films konfrontiert wurden.

Alles was auf unserer Welt passiert, könnte in Filmform verarbeitet werden. Primär deshalb weil man im Kino immer wieder vom Guten im Menschen erzählen möchte und zeigen will, wie auch die schlimmsten Dinge bewältigt werden können.

Meine große Hoffnung ist, dass ich noch einmal eine so große Herausforderung werde meistern können. (Elide Melli, Cosmo Production)

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