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Fakten und Hintergründe zum Film "Endlich Witwe"

Fakten und Hintergründe zum Film "Endlich Witwe"
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Mehr zum Film? Wir haben die wichtigsten Hintergründe und Fakten für Dich gesammelt: detaillierte Inhaltsangaben, Wissenswertes über die Entstehung des Films, ausführliche Produktionsnotizen. Klick rein!

Produktion: Seinen Platz finden

Bei meinem ersten Film, „Sie sind ein schöner Mann“, habe ich sehr viel gelernt, sowohl über mein Handwerk als auch über mich selbst. Zwar ist mir klar geworden, wie ungern ich selbst vor der Kamera agiere, andererseits aber fühle ich mich nirgendwo sonst so wohl wie auf einem Set. Ich habe keine Lust, in meinen Filmen selbst zu spielen, und ebenso wenig verspüre ich Lust, andere Drehbücher als meine eigenen zu verfilmen. Es hat mich einige Zeit gekostet, um Entscheidungen zu treffen, die für mich grundlegend waren, und um schließlich meinen Platz zu finden.

Als „Sie sind ein schöner Mann“ in die Kinos kam, habe ich sehr bewegende Briefe von Bauern bekommen. Es gab Leute, die haben mich auf der Straße angesprochen und wollten mit mir reden. Es war einfach umwerfend! Alles trug zu meiner Glückseligkeit bei: die Komplimente für meine Arbeit, die Besucherzahlen, der César. Ich hatte den Eindruck, als würde man mich willkommen heißen.

Produktion: Die Handlung

Im Wesentlichen lasse ich mich durch Gefühle zu einer Geschichte inspirieren. Ich lasse ich mich durch Empfindungen leiten und sehe dann, wohin mich das führt. Im vorliegenden Fall ging es um positive Gefühle, die allerdings verheerende Folgen haben: Eine Frau verliert ihren Ehemann; ihr Sohn möchte in ihrer Nähe bleiben, weil er annimmt, dass sie großen Kummer leidet – und genau das wird schließlich zur reinsten Hölle!

Von solchen Gefühlslagen ausgehend, habe ich die Geschichte von Anne-Marie konstruiert, einer bürgerlichen Frau durch und durch, die ihren Mann verliert. Anstatt aber betroffen zu sein, ist sie erleichtert, da sich ihr nun mit einem Schlag die Chance bietet, endlich vielleicht doch ihr Glück an der Seite des Mannes ihres Lebens zu finden – demjenigen nämlich, mit dem sie sich bereits seit zwei Jahren regelmäßig heimlich trifft.

Zu ihrem Unglück beschließt ihre Familie jedoch, sie in dieser schweren Zeit nicht im Stich zu lassen. Alle befürchten einen Zusammenbruch, oder – schlimmer noch – dass sie sich in ihrer Trauer etwas antun könnte. So wird sie unversehens bald noch mehr zur Gefangenen als sie es je in ihrer Ehe gewesen ist.

In dem Film geht es auch um den Einfluss der Erziehung. Meiner Ansicht nach wird die Sorge darum, was für ein Bild man abgibt und was die Leute reden, insbesondere in den bürgerlichen Kreisen völlig übertrieben. Statt der Familie einfach die Wahrheit zu sagen, auch wenn dies zu Zerwürfnissen führt, zieht man es vor, den Schein zu wahren. Ich habe oft genug solche Milieus frequentiert, um zu wissen, dass dies wirklich ein sehr bürgerliches Phänomen ist.

Es stimmt durchaus, dass es sich bei der Hauptfigur von „Sie sind ein schöner Mann“ um einen Typen handelte, der seine Frau verliert. Und jetzt dies: Eine Frau, die ihren Mann verliert! Mir war diese Übereinstimmung erst gar nicht bewusst, bevor man mich darauf aufmerksam gemacht hat. Irgendwie muss ich wohl eine Affinität zu Partnerschaften oder zu Ehen haben, in denen man stecken bleibt, ohne zu etwas anderem übergehen zu können. Ich habe keine Erklärung dafür, aber für meinen dritten Film verspreche ich eines: Es wird keinen Toten geben!

Produktion: Vom Klang der Wörter

Das Drehbuchschreiben ist nicht gerade meine Lieblingsbeschäftigung. Ich empfinde es als wenig spontan und es macht mir keinen großen Spaß – außer wenn mir hin und wieder eine gute Konstellation einfällt, dann breche ich in wahre Jubelstürme aus! Ansonsten schließe ich mich ein, sehe nicht viele Leute und zwinge mich in die Arbeit hinein.

Da ich selbst Schauspielerin bin, schlüpfe ich in die Haut sämtlicher Figuren und spiele alle Dialoge durch. Zunächst ist es stets der Klang der Wörter, den ich auf den Punkt bringe. Von diesem Ende her bekomme ich meine Szenen in den Griff. An die Ausstattung oder an die Inszenierung denke ich noch nicht sofort. Hingegen verbringe ich unglaublich viel Zeit damit, es irgendwie hinzubekommen, dass die gesprochenen Wörter natürlich erscheinen. In dieser Phase denke ich nicht notwendigerweise an die Darsteller.

Für die Figur der Anne-Marie hatte ich beispielsweise überhaupt nicht Michèle Laroque im Sinn, sondern vielmehr eine Frau, die ich kenne und die genau so ist wie Anne-Marie: eine reizende Person, aber viel zu gut erzogen. Ihr fehlt der Mut, ihre Gefühle auszuleben. Gleichzeitig ist sie sehr einnehmend, weil sie – ganz wie die Filmfigur – sehr viele Qualitäten hat.

Es gibt da etwas Komisches, wenn ich ein Drehbuch schreibe: Ich habe den Klang der Darsteller im Ohr. Im Herzen fühle ich mich nicht wirklich wie eine Regisseurin. Wenn ich mir Situationen ausmale, dann höre ich sie eher, als dass ich sie sehe. Im weiteren Verlauf finde ich es spannend, Bilder für das zu finden, was ich vorher geschrieben habe. Ich habe bestimmte Vorstellungen von Stimmungen und Emotionen, und ich höre die Tonlage im Verlauf eines Dialogs. Sobald ich auf dem Set bin, helfen mir die Darsteller tagtäglich dabei, den Stoff umzusetzen, indem sie einfach nur ihr eigenes Wesen mit einbringen.

Produktion: Das Casting

Was mir an einem Schauspieler am meisten gefällt, ist seine Fähigkeit, andere in der Tiefe ihres Herzens zu berühren. Bei Darstellern wie Michel Blanc oder Michèle Laroque spürt man das sofort. Sie haben dieses besondere Talent, dieses Zwiespältige. Die schaffen es, einen innerhalb von Sekundenbruchteilen zum Lachen oder zum Weinen zu bringen! Ich finde, dass von Michèle Laroque diese Wirkung ausgeht. Ich habe mir sie ausgesucht, weil sie eine jener seltenen Darstellerinnen ist, die gleichzeitig schön sind, ein echtes komisches Talent besitzen und zudem noch Stil haben. Ich brauchte ja eine Schauspielerin, die in einer Person großbürgerlich, menschlich, fragil, bewegend und lustig zugleich wirken sollte. Und Michèle Laroque schafft es, all das zu verkörpern.

Was die Figur des Léo betrifft, so habe ich lange gesucht und wusste erst überhaupt nicht, wie er zu besetzen wäre. Übrigens habe ich diese Figur, nachdem ich die Rolle schließlich Jacques Gamblin angeboten hatte, grundlegend überarbeitet, und so kam es, dass Léo am Ende wesentlich mehr Raum einnahm als ursprünglich vorgesehen.

Bei den anderen Figuren verhielt es sich so: Wenn ich die von mir vorgesehenen Darsteller gut kenne – so wie eben Eva Darlan, Wladimir Yordanoff oder Claire Nadeau–, dann geht es schnell. Der Fall ist klar, die Lösung liegt auf der Hand und es gibt kein Zögern. Was aber beispielsweise den Sohn von Anne-Marie betrifft, so musste ich mich nach einem wirklich guten Schauspieler umsehen. Ich habe mir viele angeschaut, bis ich schließlich Tom Morton gefunden habe.

Bei einer Komödie geht es allem voran um den Rhythmus, und bei Leuten wie Michèle, Eva und Claire braucht man einfach nur dem zu folgen, was sie vorgeben! Sie spielen Szenen, bei denen man sich tot lachen kann, und das sage ich nicht nur aus Höflichkeit. Sie sind wirklich urkomisch! Sie haben mir das geliefert, was ich mir vorgestellt hatte, und das hat mir eine immense Freude bereitet.

Für mich sind auch die kleinen Nebenrollen sehr wichtig. Wenn man seine Zeit damit zubringen muss, die Figuren wiederzuerkennen, dann lenkt das vom Film ab und das ist nun wahrlich nicht im Sinne des Erfinders!

Produktion: Die Dreharbeiten

Meine Idealvorstellung wäre es gewesen, in der Normandie oder in der Bretagne zu drehen, also in einer etwas wilderen Gegend. Dort aber ist es so, dass sich das Meer zurückzieht, es gibt die Gezeiten… Von allen Seiten hat man mir gesagt, dass das in logistischer Hinsicht der reinste Alptraum werden würde und dass wir die Übergänge zwischen den einzelnen Einstellungen niemals hinbekommen würden usw. Stattdessen hat man mir geraten, an der Mittelmeerküste zu drehen. Das war nicht sehr schlimm, denn mir kommt es ja am meisten auf die Geschichte, die Dialoge und die Emotionen an. Und außerdem sind die dortigen Landschaften ja auch nicht schlecht!

Ursprünglich war überhaupt nicht vorgesehen, dass Léo, der heimliche Liebhaber, auf einer Werft arbeiten sollte. Vielmehr war er Künstler, und er hatte ein Atelier. Mir wurde aber bald klar, dass es nicht sonderlich originell wäre, das so zu filmen: ein Verhältnis zwischen ihr in ihrer großbürgerlichen Villa und ihm in seinem Künstleratelier…

Es tat not, sich etwas mehr über die Bilder Gedanken zu machen. Und da es schon einmal fest stand, dass wir an der Küste drehen würden, habe ich mir gedacht, dass eine Werft doch gar nicht so schlecht wäre. Es sollte alles ein wenig roh, ein wenig grobschlächtig wirken.

ENDLICH WITWE habe ich ganz gelassen gedreht, ohne mich durch den Erfolg des vorigen Films unter Druck setzen zu lassen. Natürlich habe ich mir Mühe gegeben, schließlich wollte ich ja nicht, dass man denkt, ich hätte die Sache auf die leichte Schulter genommen. Ich hoffe, dass dieser Film den Leuten gefällt, dass sie ihn mögen. Ich liebe es nämlich, ihnen Geschichten zu erzählen…

Produktion: Michèle Laroque über Anne-

Bei Anne-Marie, die von mir gespielte Hauptfigur des Films, handelt es sich um eine Frau, die aufgrund ihrer Herkunft und ihrer Erziehung ihr ganzes Handeln immer nur nach den Erwartungshaltungen der anderen ausgerichtet hat. Deshalb hat sie auch gerade diesen Mann geheiratet hat und deshalb ist sie der Typ von Mutter, den sie eben verkörpert. In Wirklichkeit lebt sie nicht ihr eigenes Leben.

In einem fort tut sie immer nur das, was sie für ihre Pflicht hält. Nur wenn sie mit Léo zusammen ist, ist sie wirklich sie selbst. Er ist nicht nur ihr Liebhaber, vielmehr ist er tatsächlich der Mann ihres Lebens, derjenige nämlich, bei dem die wahren Gefühle über den Schein triumphieren. Er ist für sie wie eine Sauerstoffblase inmitten eines erstickenden Daseins.

Ich glaube, dass es für eine Person in einer derartigen Situation extrem schwierig sein muss, mit all dem zu brechen, was sie dazu verleitet hat, solch ein falsches Leben zu leben. Das ist ein Thema, das mich sehr interessiert. Die meisten Menschen schaffen es nicht, sich von all dem zu lösen, was sie darin hindert, endlich sie selbst zu sein. Manchmal brauchen sie einen Elektroschock oder ein regelrechtes Trauma, um dorthin zu gelangen.

Für Anne-Marie hätte das Verschwinden ihres Ehemanns eine Gelegenheit sein können, sich endlich zu befreien, doch gerade dadurch, dass sie ganz dem von ihr erwarteten Bild einer trauernden Witwe entspricht, findet sie sich in einer neuen Rolle gefangen, belagert von denen, die da glauben, ihr zu helfen. Wie allen guten Komödien, so liegt auch dieser ein Drama zugrunde. Gerade aus dem schlimmsten Elend lassen sich manchmal die komischsten Szenen entwickeln, doch darf man niemals das Unglück vergessen, wenn man sie dann spielt. Alle sollen lachen, nur die Betroffen selbst dürfen das nicht. Anfangs verbirgt Anne-Marie alles, sie verfängt sich zunehmend in ihrem falschen Leben. Sie fühlt sich sehr allein, weil sie meint, dass alle gegen sie sind und dass niemand etwas wissen darf. Es ist sehr spannend, so etwas zu spielen und es bereitet mir folglich viel Vergnügen, in solche Rollen zu schlüpfen.

Als ich ENDLICH WITWE schließlich mit genügend Abstand sehen konnte, um den Film wie eine normale Zuschauerin erleben zu können, war ich sehr berührt. Ich habe gelacht und geweint. Der Film steckt voller Romantik, aber auch voller beißendem Humor. Er ist wahrlich ein großes Geschenk!

Bei einem Konzert hatte ich zusammen mit Jean-Jacques Goldman das Lied „Et si tu n'existais pas“ gesungen. Im Film habe ich es nun allein gesungen – 'tschuldigung, Jean-Jacques! Isabelle wollte, dass wir es bei der Nachsynchronisation nochmals aufnehmen, damit ich es noch lauter und noch falscher singe… – wir haben uns also wirklich gut amüsiert!

Auf dem Set habe ich Isabelle als ebenso großherzig empfunden wie in ihrem Schreiben. Sie weiß genau, was sie will, ohne sich dabei auf etwas zu versteifen. Sie gibt einen Rahmen vor, den wir mit unseren eigenen Beiträgen ausfüllen können. Sie schenkt den Darstellern Vertrauen und erlaubt es ihnen, Dinge hinzuzuerfinden.

Unter ihrer Leitung waren wir alle mit ganzem Herzen bei der Sache. Ich bin froh, in diesem Film mitgewirkt zu haben, und den Reaktionen des Publikums nach zu schließen glaube ich, dass ich nicht die einzige bin, die den Film großartig fand.

Produktion: Jacques Gamblin über Léo

Ich war sofort angetan von dieser Geschichte. Sie hat mich zum Lachen gebracht. Es handelt sich um eine Komödie, die zwar als eine solche umgesetzt wird, in die aber auch Gefühle, Zärtlichkeit und Liebe hineinspielen. Das Drehbuch war ungemein gut gearbeitet, das prickelte und war bewegend! Schon auf dem Papier konnte man etwas vom speziellen Rhythmus, vom Humor und von einem hohen Maß an Menschlichkeit ahnen – all das eben, was man sich von einer Komödie erwarten darf.

Ich spiele Léo Labaume, einen Fachmann für Schiffsreparaturen, der eine kleine Werft führt. Die berufliche Seite der Filmfigur ist mir durchaus vertraut, weil es sich da um ein Metier handelt, das ich ein wenig kenne – ich fahre ja auch selber gerne Boot. Dieses Umfeld war mir also keineswegs fremd. Um auf meine Figur zurückzukommen, so besteht fast ein kleiner Widerspruch zwischen Léo und einer Komödie: Er ist ja eher ein aufrechter, ein geradliniger Typ.

Er geht seinen Weg und kommt irgendwann an einen Punkt, wo ihn die Lust packt, für etwas zu kämpfen. Es gibt in dem Film einen Ausspruch, der ziemlich gut beleuchtet, was das für ein Mensch ist, indem er nämlich sagt: „Ich habe nie den Wunsch gehabt, zu heiraten – ist ja auch normal, da hab ich dich noch nicht gekannt.“ Voilà! Jetzt, mit dieser Frau, ist er bereit, Dinge zu tun, die er nie zuvor getan hat.

Michèle Laroque in der Rolle der Anne-Marie zu sehen, war ein wahres Vergnügen. Sie ist mit Begeisterung bei der Sache, hat niemals Angst, etwas auszuprobieren, und hat immer Lust, Neuland erkunden. Sie lässt sich in überhaupt kein Schema zwängen und klammert sich nicht an irgendwelche vorgegebene Abläufe. Für mich ist Michèle jemand, der einfach frei ist.

Isabelle Mergault ist eine sehr aufrichtige und lebhafte Person, die ihren guten Instinkten folgt. Sie ist immer ganz im Hier und Jetzt. Sie ist ganz in ihrem Element, wenn wir eine Szene einstudieren oder eine Aufnahme machen. Sie grübelt nicht lange nach, sondern findet ihre Lösungen immer an Ort und Stelle. Man muss sein Instrument sehr schnell auf die Tonlage umstimmen, die sie beim Schreiben im Ohr gehabt hat.

So habe ich es zum Beispiel genossen, die Szene zu drehen, in der Anne-Marie versucht, ihrem Mann einen Abschiedsbrief zu schreiben. Für mich ist dies eine der schönsten Szenen des Films. In diesem Moment nämlich konzentriert sich die Grundessenz der ganzen Geschichte.

Und wie immer, wenn es um die Aufnahme einer Szene geht, die man beim Lesen ganz großartig gefunden hat, bekommt man es plötzlich mit der Angst zu tun: Man fürchtet sich davor, dem geschriebenen Text möglicherweise nicht gerecht werden zu können. Man hat ihn zwar gelesen und man hat darüber nachgedacht, doch dann muss man auf einmal diesen Druck positiv umsetzen… Wir haben davor ein wenig darüber geredet und uns dann einfach hineingestürzt. Und jetzt ist dies eine von vielen tollen Erinnerungen, die mir von diesem Film geblieben sind!