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Ende August, Anfang September

Kinostart: 07.10.1999

Filmhandlung und Hintergrund

Präzise und doch entspannt beobachtete Studie über die subtilen Veränderungen in einem kleinen Pariser Freundeskreis.

Die Diagnose einer tödlichen Krankheit weckt in Adrien Zweifel an seiner Freundschaft mit Gabriel. Anders als Adrien schätzt der Konstanz im Leben und ist deshalb unsicher über seine Trennung von Jenny und seine Beziehung mit der Designerin Anne. Jenny läßt sich von Adrien trösten, der eine Affäre mit einer 15jährigen eingeht. Als Adrien stirbt, muß die Gruppe ihre Beziehung zueinander überdenken.

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Kritiken und Bewertungen

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Kritikerrezensionen

  • Ende August, Anfang September: Präzise und doch entspannt beobachtete Studie über die subtilen Veränderungen in einem kleinen Pariser Freundeskreis.

    Eine Alltagsgeschichte aus den 90ern erzählt Olivier Assayas: Man liebt sich, man trennt sich, man findet neue Partner und bewegt sich dennoch auf der Stelle in dieser melancholischen Reflexion über Freundschaft und Liebe.

    Die sentimentalen Verwirrungen finden im kleinen Freundeskreis statt. Nach zehn Jahren trennt sich Gabriel von seiner Lebensgefährtin Jenny, die immer noch an ihm hängt. Seine neue Beziehung zur besitzergreifenden Anne gestaltet sich schwierig. Sein bester Freund Adrien, dessen Partnerin sich nach langjährigen Beziehungskämpfen zurückgezogen hat, ist mit 40 der Älteste in der Runde und pflegt die Liaison zu einer 16-Jährigen. Als Adrien infolge einer mysteriösen Krankheit stirbt, kommt es zu einer emotionalen und beruflichen Neu-Positionierung der Figuren, die - von der Begrenztheit menschlicher Existenz aufgeschreckt - ihre Lebensentwürfe kritisch überprüfen und einen Neuanfang wagen. Vor allem Gabriel zieht persönliche Konsequenzen. Der nicht mit materiellen Gütern gesegnete Intellektuelle, der endlich ein feste Anstellung fand, gibt die errungene Sicherheit auf, um als freier Schriftsteller sein Glück zu versuchen.

    Assayas, der sich vom Drehbuch nicht terrorisieren lassen will und auf die traditionelle narrative Struktur verzichtet, zeichnet über den Zeitraum eines Jahres hinweg die Entwicklung seiner Protagonisten in einer Welt der Unordnung und Unsicherheit, die wie Satelliten um den Fixstern Adrien kreisen. In Momentaufnahmen entwirft er kleine Einzelporträts, die sich zu einem Ganzen fügen, zum Blick auf eine desillusionierte Generation, deren Träume von der Realität eingeholt wurden, die Phantasie durch Pragmatismus ersetzt und unter der eigenen Leidenschaftslosigkeit leidet. Dabei wird - wie in französischen Filmen üblich - über Gott und die Welt lange und manchmal zu ausführlich philosophiert. Einem kleinen, exklusiven und frankophilen Publikum könnte dieses diffizile Werk durchaus gefallen. mk.

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