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Endabrechnung - Der Südtiroler Landkrimi

Filmhandlung und Hintergrund

Vorzüglicher „Landkrimi“ aus Südtirol mit Robert Palfrader als melancholischer Antiheld. Selbst wenn dieser Krimi aus Südtirol sonst nichts zu bieten hätte: Die Szenen mit Robert Palfrader und Tobias Moretti sind großes Schauspiel. Palfrader („Der Metzger“) spielt einen Südtiroler Kriminalkommissar, der große Schuld auf sich lädt, den Dienst quittiert und sich in seine Heimat Meran zurückzieht. Als dort ein...

Darsteller und Crew

Kritiken und Bewertungen

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Kritikerrezensionen

  • Vorzüglicher „Landkrimi“ aus Südtirol mit Robert Palfrader als melancholischer Antiheld.

    Selbst wenn dieser Krimi aus Südtirol sonst nichts zu bieten hätte: Die Szenen mit Robert Palfrader und Tobias Moretti sind großes Schauspiel. Palfrader („Der Metzger“) spielt einen Südtiroler Kriminalkommissar, der große Schuld auf sich lädt, den Dienst quittiert und sich in seine Heimat Meran zurückzieht. Als dort ein Bankdirektor erschossen wird, bittet ihn die Polizeichefin des Kurorts um Hilfe. Höllbacher lehnt ab, ändert seine Meinung jedoch, als sein Erzfeind auftaucht: Höllbacher lehnt ab, ändert seine Meinung jedoch, als sein Erzfeind auftaucht: Oberstaatsanwalt Nicoletti (Moretti) hatte ihn dazu animiert, öffentlich den Namen eines Verdächtigen zu nennen, der sich daraufhin umgebracht hat.

    Es sind gleich eine ganze Reihe von Gründen, die „Endabrechnung“ zu einem besonderen Krimi machen, aber der größte Reiz des Films liegt im Kontrast zwischen diesen beiden Männern: hier der von Palfrader mit viel Melancholie verkörperte massige Kommissar, der den Rest seines Lebens offenbar damit verbringen will, gemeinsam mit seinem Freund Severin (Harald Windisch) die Weinbestände Südtirols zu dezimieren; dort der selbstverliebte stutzerhafte Staatsanwalt. Weil das Drehbuch (Peter Probst) früh verrät, dass Severin den Banker auf dem Gewissen hat, gibt es einen weiteren Reizpunkt: Höllbacher muss, ohne dies zu ahnen, gegen seinen besten Freund ermitteln. Während Nicoletti noch einen terroristischen Hintergrund vermutet, wird kurz darauf auch die Vorstandsvorsitzende ermordet. Weil beiden Opfer mitten ins Gesicht geschossen wurde, ist Höllbacher überzeugt, dass der Mörder persönliche Motive hatte. So ist es natürlich auch: Wenn Severin auf seinem Motorrad unterwegs ist, wirkt er wie ein dunkler Ritter auf finsterer Mission.

    Regisseur Umut Da? hat zuletzt für den Hessischen Rundfunk einen ausgezeichneten „Tatort“ gedreht („Das Monster von Kassel“) und bei „Endabrechnung“ dafür gesorgt, dass der Film nicht nur darstellerisch ein Genuss ist. Die Gestaltung (Andreas Thalhammer, Xiaosu Han) gerade der Innenaufnahmen ist von großer Kunstfertigkeit. Es ist sicher kein Zufall, dass eine Einstellung, die Höllbacher in seinem heruntergekommenen Elternhaus zeigt, an Carl Spitzwegs Gemälde „Der arme Poet“ erinnert. Ein reizvollerer Schauplatz ist allerdings das verlassene Hotel, in dem Severin lebt. In einer Schlüsselszene veranstalten die beiden betrunkenen Freunde im leeren Schwimmbad Schießübungen. Als Severin ein Foto von Nicoletti aufhängt, unterschreibt Höllbacher mit seinem Volltreffer unwissentlich ein weiteres Todesurteil.

    „Endabrechnung“, in Österreich bereits im Dezember 2016 ausgestrahlt, stammt aus der ORF-Reihe „Landkrimi“, einer Art „Tatort“-Pendant, jedoch mit dem Unterschied, dass die Filme stets in der Provinz spielen. Für ein hiesiges Publikum ist das durchaus gewöhnungsbedürftig: Das Wienerische gilt im deutschen Fernsehen dank „Tatort“ und vieler Koproduktionen als salonfähig, aber natürlich sprechen die Schauspieler in diesen Filmen eine gemäßigte Form des Dialekts. Bei den ursprünglich nur für den ORF entstandenen „Landkrimis“ ist das anders, erst recht, wenn eine Geschichte außerhalb Wiens spielt. Palfrader und Moretti sind beide keine Südtiroler, der eine ist in Wien geboren, der andere in der Nähe von Innsbruck, weshalb nur Einheimische bewerten können, wie gut ihnen die ungewohnte Mundart gelungen ist; aber für deutsche Ohren klingt das sehr überzeugend. Die österreichische Zeitung „Der Standard“ attestiert Palfrader immerhin, er artikuliere „ein derart makelloses Südtirolerisch, als hätte er tagaus, tagein eine Handvoll Alpendolomiten im Mund stecken.“ Auch Autor Peter Probst hat einen ordentlichen Anteil daran, dass „Endabrechung“ nicht nur sehens-, sondern auch hörenswert ist. Der deutsche Autor hat für Moretti schon die Titelrolle in „Luis Trenker“ geschrieben und sorgt in dem ORF-Krimi für viele wunderbare Dialoge. tpg.

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