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En Garde

Kinostart: 09.12.2004

Filmhandlung und Hintergrund

Ausgezeichnetes sensibles Drama um die Freundschaft zweier ungleicher Mädchen in einem katholischen Erziehungsheim.

Alice (Maria Kwiatkowsky) und Berivan (Pinar Erincin) sind beide Außenseiterinnen im katholischen Erziehungsheim. Alice, weil sie naturbedingt ihre Umwelt sensibler wahrnimmt als andere, und Berivan, weil sie Ausländerin ist und noch auf den positiven Bescheid ihres Asylantrages wartet. Eine Freundschaft liegt da nahe, und tatsächlich gelingt es Berivan, den Panzer der introvertierten Alice zu knacken. Dann aber verliebt sich Berivan in Ilir (Luk Piyes), und alles kommt anders als geplant.

Von ewig währender Mädchenfreundschaft und der Kraft der ersten Liebe erzählt so poetisch wie einfühlsam der zweite Film der Hamburger Regisseurin Ayse Polat.

Mit 16 Jahren kommt Alice auf Wunsch ihrer Mutter in ein katholisches Erziehungsheim, wo sich der hypersensible, introvertierte Teenager nur schwer unter den lauten und aufsässigen Mädchen zurechtfindet. Die Kurdin Berivan, die im Heim auf den Entscheid ihres Asylantrags wartet, bemüht sich um Alices Vertrauen. Als Berivan sich verliebt, droht die junge Freundschaft zu zerbrechen und die Situation im Heim zu eskalieren.

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Kritiken und Bewertungen

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Kritikerrezensionen

  • En Garde: Ausgezeichnetes sensibles Drama um die Freundschaft zweier ungleicher Mädchen in einem katholischen Erziehungsheim.

    Bereits in ihrem Erstling „Auslandstournee“, die Odyssee eines schwulen türkischen Schlagersängers und dessen Pflegekind, interessierte sich Regisseurin Ayse Polat für die schwierigen Lebensumstände gesellschaftlicher Außenseiter. Jetzt erzählt sie im Teen-Drama „en garde“ von der kratzbürstigen, 16-jährigen Alice, die in einem Mädchenwohnheim mit ihrem irrationalen Verhalten die Freundschaft zur patenten kurdischen Asylbewerberin Berivan gefährdet. Der einfühlsame „weibliche“ Blick auf die komplizierte Situation der Mädchen sollte vor allem der anspruchsvollen weiblichen Multi-Kulti-Klientel gefallen.

    Die besondere Situation von Kurden und Türken, die ihren erdrückenden gesellschaftlichen Konventionen entfliehen, nur um sich ihrer individuellen Freiheit beraubt als Fremde in der Ferne wiederzufinden, zieht sich wie ein roter Faden durch die Werke der 1970 geborenen Kurdin Polat. So findet sich in jeder ihrer Arbeiten, ob den Kurzfilmen „Ein Fest für Beyhan“ und „Gräfin Sophia Hatun“ oder dem Fernsehfilm „Auslandstournee“ auch immer ein Stück eigener Lebensgeschichte der mit acht Jahren nach Hamburg umgesiedelten Regisseurin. In ihrem stimmigen Kinodebüt, in Locarno mit dem silbernen Leoparden sowie auf dem Filmfest Hamburg mit dem Otto-Sprenger-Preis ausgezeichnet, befinden sich gleich mehrere Hauptfiguren auf der Suche - nach sich selbst, der Liebe, dem Glauben oder zumindest einer neuen Heimat.

    Als ihre Oma, bei der sie bislang lebte, stirbt, steckt ihre überforderte, gefühlskalte Mutter die 16-jährige Alice in ein katholisches Mädchenwohnheim. Dort wird das verklemmte, hypersensible Mädchen erst einmal zur Zielscheibe der älteren Heimbewohnerinnen, die sie piesacken und ihr das Geld abnehmen, ohne dass die bigotte Heimleiterin Schwester Clara etwas davon mitbekommt. Einzig die junge Kurdin Berivan, die auf ihren Asylentscheid wartet, fühlt mit Alice und bietet ihr die Freundschaft an. Zaghaft öffnet sich Alice, und die beiden beginnen die Welt für sich zu entdecken. Doch als sich Berivan in den Pizzaboten Ilir verliebt und Alice sich zurückgewiesen fühlt, löst sie durch ihre verzweifelten Aktionen eine Katastrophe aus.

    Mit Mitte 20 arbeitete Ayse Polat als Betreuerin in einem internationalen Kulturzentrum für Mädchen und diese Erfahrungen flossen sichtlich in ihren Erstling ein. Freundschaften sind heilig, das lernte die spätere Autorenfilmerin von den Mädchen im Zentrum, und Freundschaft, bzw. deren drohender Verlust ist es auch, was Alice antreibt. Maria Kwiatkowsky und Pinar Erincin, in Locarno zudem als beste Schauspielerinnen geehrt, lassen ihr Herzblut in die Darstellung der ungleichen Freundinnen fließen. Dabei überzeugt Kwiatkowsky als gehemmtes, ungepflegtes, hässliches Entlein, das sich in einer der stärksten Szenen des Films die künstlichen Fingernägel, die ihr die Mutter als einzigen Beweis ihrer Zuneigung aufgeklebt hat, verzweifelt herunterreißt. Erincin und Luk Piyes („Kanak Attack“) funktionieren wiederum als Liebespaar, das mit berührender Ungekünsteltheit das Beste aus seinen finanziell eingeschränkten Verhältnissen macht, ganz vorzüglich. Darüber hinaus besticht „en garde“ durch seine kluge Bildsprache, die sich ideal mit den schauspielerischen Leistungen ergänzt und perfekt zum eher getragen entwickelten Stoff passt.geh.

News und Stories

  • Kinostart "En Garde" von Ayse Polat

    Am 9. Dezember startet das Drama „En Garde“ von Ayse Polat in den deutschen Kinos. Wir haben den Kurzinhalt, Langinhalt, Anmerkungen von Ayse Polat sowie Szenenbilder zum Film zusammen gestellt.

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