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Ella Schön: Feuertaufe

Filmhandlung und Hintergrund

Der Auftakt zum fünften Film der von Dreamtool produzierten ZDF-Reihe mit Annette Frier sorgt dafür, dass Ella und ihre Freundin Christina vor dem Nichts stehen.

Darsteller und Crew

Kritiken und Bewertungen

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Kritikerrezensionen

  • Ella Schön: Feuertaufe: Der Auftakt zum fünften Film der von Dreamtool produzierten ZDF-Reihe mit Annette Frier sorgt dafür, dass Ella und ihre Freundin Christina vor dem Nichts stehen.

    Im Reihenkrimi genügt es in der Regel, wenn die Hauptfiguren den Fall lösen. Sie werden zwar älter, aber die Zuschauer erwarten keine nennenswerte charakterliche Entwicklung. Bei den Gefühlsreihen freitags im „Ersten“ oder sonntags im „Zweiten“ ist das anders: Hier sollen die Heldinnen an ihren Aufgaben wachsen; auch in charakterlicher Hinsicht. Deshalb stehen die Autorinnen und Autoren von „Ella Schön“ jedes Mal aufs Neue vor einer kniffligen Aufgabe, denn die Titelfigur lässt kaum Spielraum zu: Die von Annette Frier wie ein Android verkörperte Juristin hat das Asperger-Syndrom. Körperliche Nähe ist ihr unangenehm, emotionale Nähe ist ihr nicht möglich.

    Reihenschöpfer Simon X. Rost muss sich also regelmäßig Konstellationen ausdenken, mit denen er seine Figur aus der Reserve locken kann. Die einfachste Lösung: eine radikale Änderung der Umstände. So begann im Frühjahr 2018 auch der erste Film: Nach dem Tod des Gatten entdeckte Ella, dass ihr Mann ein Doppelleben geführt hat, als sie das geerbte Haus auf der Halbinsel Fischland in der Mecklenburger Bucht verkaufen wollte; dort lebte dessen Zweitfrau Christina (Julia Richter) mit ihren Kindern, die zum Teil auch die Seinen waren. Im Verlauf der weiteren Geschichten haben sich die beiden Frauen zusammengerauft und „eine Art familiäres Konstrukt“ gebildet. Zum Auftakt der fünften Episode, „Feuertaufe“, zerstört Rost die Idylle: Das gemeinsame Haus brennt ab. Außerdem verliert Ella ihre Arbeit. Als sich gleichzeitig die Möglichkeit ergibt, dass sie zurück in ihren früheren Job in Frankfurt kann, ist sie zur großen Empörung von Christina bereit, ihre Zelte an der Ostsee ohne erkennbares Bedauern abzubrechen. Da trifft es sich gut, dass der frisch verliebte Ben (Oscar Brose), Christinas älterer Sohn von einem anderen Vater, einen fatalen Fehler begangen hat, den nun seine Freundin Juli (Larah Feith) ausbaden muss: Ella ist die einzige, die den beiden helfen kann.

    Gerade auf einem Sendeplatz wie dem „Herzkino“ im ZDF liegt die große Herausforderung für das Buch und vor allem die Regie (in diesem Fall Holger Haase, der auch die nächsten Episoden inszeniert hat) in der Frage, wie sich das Publikum emotional berühren lässt. Es gibt einige schöne Landschaftsaufnahmen, die Franziska May mit gefälliger Musik untermalt, aber das reicht natürlich nicht, um Anteil an einer Figur zu nehmen, deren mimisches Spektrum dem einer Wachsfigur entspricht. Christina bietet zwar viele Anknüpfungspunkte, aber auch Ella muss zur Identifikation einladen. Außerdem interpretiert Annette Frier ihre Rolle auch dank des Make-ups womöglich noch strenger und reduzierter als zuletzt.

    Andererseits betont Monika Pluras Kameraarbeit, wie unnahbar und entsprechend einsam Ella ist; das weckt prompt Mitgefühl. Rost und Haase konterkarieren die trockene Analyse der Juristin - kein Dach über dem Kopf, aber nicht in existenzieller Not - zudem mit einer Szene, die verdeutlichen soll, dass das Unglück auch Ella nicht kalt gelassen hat: Als sie sich mitten in Schutt und Asche auf einen noch halbwegs brauchbaren Stuhl setzt, laufen ihr Tränen die Wangen runter. Trotz ihres Mangels an Empathie weiß die Referendarin, dass sie mit der Beziehung zu Christina auch Verantwortung für deren Familie übernommen hat. Deshalb kann Rost die Geschichte unerwartet um eine kleine Krimiebene ergänzen: Der Autounfall, der Juli in die Bredouille gebracht hat, ist etwas anders abgelaufen, als sie und Ben der Polizei geschildert haben. Dramaturgisch nicht minder wichtig sind die Auseinandersetzungen Christinas mit ihrem 17jährigen Sohn, der dabei ist, sich abzunabeln. Diese Ebene erhält zusätzlichen Zündstoff durch einen Brief aus der Vergangenheit: Bens Vater hat im Leben des Jungen nie eine Rolle gespielt, möchte das aber nun ändern; diese Geschichte erzählt die sechste Episode, „Schiffbruch“. tpg.
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