Filmhandlung und Hintergrund

Mit „Elisa“ gesellt sich Jean Becker in die Nähe Stanley Kubricks und David Leans – wenn auch nur hinsichtlich der opulenten kreativen Kunstpause. 12 Jahre sind seit Beckers letztem Film, „Ein mörderischer Sommer“, vergangen, und die lange Wartezeit hat einen interessanten Ableger seines größten Kassenerfolges geboren. Erneut wird eine junge Frau von einer traumatischen Muttererfahrung verfolgt und sucht – von Rache...

Die 17jährige Marie, die nach dem Selbstmord ihrer Mutter Elisa im Heim aufwuchs, führt ein unbeschwertes Leben in den Straßen von Paris. Doch ihre Vergangenheit holt sie immer wieder ein. Schließlich beschließt sie, ihren Vater, den sie noch nie gesehen hat, zu finden, um die Wahrheit über den Tod ihrer Mutter herauszufinden.

Die 17-jährige, elternlose Marie lebt in den Straßen von Paris und schlägt sich mit kleinen Betrügereien durchs Leben. Die einzigen Menschen, die ihr nahestehen, sind ihre Freunde Solange und Ahmed. Maries Mutter beging schon vor Jahren Selbstmord. Die Schuld an dieser Tragödie gibt das Mädchen ihrem verschwundenen Vater, dem Komponisten Jacques Lébovitch. An einem April-Abend wird ihr Schmerz über den Verlust der Mutter so groß, daß Marie sich aufmacht, um ihren Vater zu finden – und zu töten.

Darsteller und Crew

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    Kritikerrezensionen

    • Mit „Elisa“ gesellt sich Jean Becker in die Nähe Stanley Kubricks und David Leans – wenn auch nur hinsichtlich der opulenten kreativen Kunstpause. 12 Jahre sind seit Beckers letztem Film, „Ein mörderischer Sommer“, vergangen, und die lange Wartezeit hat einen interessanten Ableger seines größten Kassenerfolges geboren. Erneut wird eine junge Frau von einer traumatischen Muttererfahrung verfolgt und sucht – von Rache getrieben – nach Erlösung. An die Stelle Isabelle Adjanis tritt Vanessa Paradis, der fragile, erfolgreich kindlich zwitschernde Paradiesvogel mit Lolita-Aura, dem 1989 mit „Weiße Hochzeit“ ein ansprechender Ausflug ins Filmgeschäft gelang. Die Rolle der elternlosen 17jährigen Marie, die sich mit Freunden aus ihrem Heim (Clothilde Courau und Sekkou Sall) mit Hilfe kleiner Betrügereien durchs Leben schmarotzt, schrieb Becker Paradis auf den Leib. Im eindrucksvollen Prolog, in dem Maries verzweifelte Mutter für sich und ihre Tochter den Freitod sucht, gibt sich Becker schwermütig, um dann für eine gute Stunde einen leichteren, oft auch humorvollen Ton anzuschlagen. In diversen Kurzrückblicken entfaltet er prägende Erinnerungen Maries, die deren provokatives Verhalten, ihre latente Suche nach Liebe und familiärer Geborgenheit verständlich machen. Nach etwa 80 Minuten verlagert „Elisa“ seinen Schwerpunkt. Marie spürt ihren Vater (Gérard Depardieu) auf, der die Familie einst im Stich ließ, doch in der Auslebung des Racheimpulses zeigt sich Becker versöhnlicher als 1983, löst den traumatischen Knoten seiner Hauptfiguren mit einem Bild des Friedens. Nicht zufällig erinnert „Elisa“ im melancholischen Grundton an ein Chanson. Serge Gainsbourg, ein Veteran dieser typisch französischen Kunstform, der hier durch Knautschgesicht Philippe Leotard wiederbelebt wird, liefert mit seinem gleichnamigen Evergreen das dramaturgisch-atmosphärische Leitmotiv. Ihm ist dieser Film auch gewidmet, der trotz einiger zu pittoresker alkoholischer Stimmungsbilder im letzten Akt insgesamt formal und emotional überzeugt. In Frankreich stieß „Elisa“ mit über zwei Mio. Zuschauern auf reges Zuschauerinteresse. Ein achtbares Ergebnis ist auch im nicht gerade frankophilen Kinoland Deutschland denkbar, sofern der französische Promotion-Rummel um Paradis, die sich hier als Schauspielerin respektabel schlägt, wenigstens ansatzweise wiederholt werden kann. kob.

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