Eldorado Poster

Fakten und Hintergründe zum Film "Eldorado"

Kino.de Redaktion  

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Bouli Lanners über den Film

Wie es anfing

Die Idee zum Film beruht auf einer wahren Geschichte: Als ich eines Nachts nach Hause kam, erwischte ich zwei Einbrecher auf frischer Tat. Der eine hatte sich unter meinem Bett versteckt, der andere unter meinem Schreibtisch!

Es war eine unwahrscheinliche Situation: drei verschreckte Kerle, die eine lange Nacht mit Reden verbrachten. Von diesem unvergesslichen Ereignis ausgehend erfand ich eine Geschichte, in der die Anekdoten ausgemalt und umgeformt in ein gemeinsames Ende münden. Das Abenteuer mit Yvan und Elie ist eine wahre Fiktion, die Dinge aus dem realen Leben mit Momenten reiner Erfindung verquickt.

Vor und hinter der Kamera

Während ich schrieb, dachte ich nie daran, die Rolle von Yvan zu spielen. Es war mein Produzent Jacques-Henri Bronckart, der mir das vorschlug und mich schließlich überzeugte. Die von mir geschriebene Figur, das stimmt, ist mir doch recht ähnlich.

So stand ich am Ende vor und hinter der Kamera, eine verrückte Erfahrung, die durch meine Schauspieler und das Team möglich gemacht wurde. Aber es fiel mir oft nicht leicht, die Qualität der gedrehten Szenen zu beurteilen, wenn ich ständig mich selbst in kurzen Hosen auf dem Bildschirm sehen musste, oder mit Unterhosen im Fluss … Das hat mir eine Menge über Demut beigebracht.

Bildregie

Ich wollte weg von Belgiens Image als einem tristen grauen Ort, hin zu etwas Fröhlicherem. Ich habe mich darum für einen Film voller Licht und Farben entschieden, aufgenommen in Cinemascope in wallonischen Landschaften, die eher an den Westen der USA oder Montana erinnern als an sozialen Realismus. Jean-Paul Zaeytijd, mein Bildregisseur, leistete ganze Arbeit – wenn man den Film sieht, denkt man an einen alten Cowboy.

Eine unwahrscheinliche Begegnung

Yvan und Elie sind zwei einsame Gesellen. Sie wandern ziellos durchs Leben. Aber beide erinnern sich sehnsüchtig an vergangene Zeiten und Beziehungen – das ist es, was sie diese Reise unternehmen lässt. Beide möchten die Stücke eines Puzzles finden, das sie wieder zusammensetzen wollen. Aber dafür ist es zu spät.

Die Reise

Als ich ein Kind war, sind wir jedes Wochenende von La Clamine nach Bastogne und zurück gefahren, um meine Grosseltern zu besuchen. Ich klebte mit der Nase am Fenster, um die Landschaften an mir vorüberziehen zu lassen. Das Auto war wie ein Kokon, ich liebte es.

Auch jetzt bin ich noch meditativ. Wenn die Landschaft an mir vorbeifließt während ich einfach dasitze, mag ich das immer noch sehr. Der seitliche Verfolgungs-Schuss ist die beste Erfindung der Welt. Also muss ich in jedem meiner Filme mindestens einen unterbringen, ich kann mich nicht bremsen.

Die Aufnahmeorte

Das gehört für mich zu den wichtigsten Dingen. Ich kann Tage und sogar Wochen umherfahren um etwas zu finden. Und wenn ich einen Ort gefunden habe, komme ich immer wieder zurück. Ich untersuche ihn gründlich, lasse mich von ihm inspirieren und schreibe die Szene danach um.

Philippe Groff, der Production Manager, und ich haben uns lang in Belgiens abgelegensten Ecken und Winkeln umgesehen. So haben wir drei Epizentren des dramatischen Geschehens aufgetrieben, die einen Dreh im Umkreis von weniger als 150 Kilometern erlaubten.

Fabrice Adde

Fabrice erinnerte mich an jemanden. Ich wusste sofort, dass er die Figur war, nach der ich Ausschau hielt. Er hatte das Zerbrechliche und die Sanftheit. Einen Schauspieler zu entdecken, den noch keiner kennt, ist wie einen Schatz finden – es macht mich richtig glücklich.

Humor und Melancholie

Ich mische das Tieftraurige mit dem Allerdümmsten, um zum Lachen zu bringen. Auch wenn mir mein Arzt davon abrät, liebe ich Süss-Sauer über alles. Auf diese Art möchte ich Themen, die mir sehr am Herzen liegen, Tiefe und Menschlichkeit verleihen und sie zugänglich machen.

Die Musik

Vom Augenblick des Schreibens bis zum Schnitt arbeite ich mit Musik. Sie ist ein wesentlicher Bestandteil des Films. Hier wollte ich einen maßgeschneiderten Soundtrack. Ich hatte das Glück, dass man mir Renaud Mayeur vorstellte, dessen warme, zerklüfteten Riffs genau so klangen wie das, was ich beim Schreiben gehört hatte.

An Pierlé und Koen Gisen komponierten ein Stück von betörender Schönheit. Mein Freund Stefan Liberski gab mir seine kleine Schöpfung einfach so, wie wenn man jemanden in der Bar zu einem Glas einlädt. Und obendrein kauften wir die Rechte an drei Liedern, die sehr wichtig für mich waren: The Milkshakes aus meiner Jugendzeit und Jesse Sykes …

Das alles ergibt den kraftvollen, magischen Sound, von dem ich von Anfang an geträumt habe …

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