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Eldorado: Poetisches Roadmovie aus Belgien mit einer heftigen Dosis schwarzen Humors und zwei unwiderstehlichen Losern mit stacheligem Charme.

Der rundliche Yvan (Bouli Lanners) ist nicht mehr der Jüngste und vertickt alte Autos. Als er einen dilettantischen Einbrecher in seiner Wohnung stellt, verzichtet er darauf, die Polizei zu rufen. Denn der klapperdürre Stromer Elie (Fabrice Adde) wollte nur Geld klauen, um ein Busticket nach Hause lösen zu können. Aus Mitleid ringt sich Yvan zähneknirschend dazu durch, den kümmerlichen Burschen an die belgisch-französische Grenze zu seinen Eltern zu fahren.

Zwei stachelige, aber unwiderstehliche Verlierertypen haben sich gesucht und gefunden, um in diesem poetischen Roadmovie gemeinsam durch die üppige Landschaft zu gondeln. Bizarre Buddys, schwarzer Humor und ein traurig-süßes Ende sorgten auf Festivals für helle Begeisterung.

Als Yvan einen dilettantischen Einbrecher in seiner Wohnung stellt, holt er nicht etwa die Polizei, sondern hat Mitleid mit dem kümmerlichen Burschen, der eigentlich nur Geld für den Bus zu seiner Familie klauen wollte. Yvan beschließt sogar, den jungen Mann persönlich an die belgisch-französische Grenze zu kutschieren.

Als Yvan einen dilettantischen Einbrecher in seiner Wohnung stellt, holt er nicht etwa die Polizei, sondern hat Mitleid mit dem kümmerlichen Burschen, der eigentlich nur Geld für den Bus zu seiner Familie klauen wollte. Yvan beschließt sogar, den jungen Mann persönlich an die belgisch-französische Grenze zu kutschieren. Eine verrückte Reise im klapprigen Chevrolet durch die wallonische Landschaft voller Überraschungen, Annäherungen und skurrilen Begegnungen, die in leiser Wehmut und Enttäuschung endet.

Kritiken und Bewertungen

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    Wie bei so vielen Roadmovies ist auch in dieser belgischen Independentproduktion der Weg das eigentliche Ziel. Wenn der frustrierte Autohändler Yvan in seinem Chevrolet den drogenabhängigen Möchtegern-Einbrecher zu dessen Eltern an die französische Grenze bringt, sind es nicht nur die kuriosen Geschichten am Wegesrand und die wunderschönen Stimmungsbilder der vorbeiziehenden Landschaften, die beim Zuschauer einen bleibenden Eindruck hinterlassen. Neben hellsehenden Autosammlern, Nudisten und verunglückten Hunden lebt der Film von der Präsenz des Hauptdarstellers und Regisseurs Bouli Lanners, seinem Gespür für Musik, Dialoge und seinen Mut zu Leerstellen. Tiefgehend tragisch und bis an die Schmerzgrenze komisch.

    Jurybegründung:

    Gegen Ende des Films steht eine Prostituierte traurig an einer Straßenecke und unwillkürlich erwartet man, dass der heillos großherzige Yvan auch sie noch in seinen Chevrolet aufsammelt und zu retten versucht - wie vorher schon einen tödlich verletzten Hund und den Junkie Elie. Den erwischt er bei einem Einbruch in seine Wohnung unter dem Bett kauernd und statt die Polizei zu rufen, kutschiert er ihn durch halb Belgien zum Haus seiner Eltern.

    Von dieser Reise erzählt das Roadmovie Eldorado und gemäß dem Genre sehen die wallonischen Gegenden, durch die er in seinem Straßenkreuzer kreuzt, allesamt wie amerikanische Landschaften aus. Mit seiner Cinemascope-Kamera gelingen Bouli Lanners viele, atmosphärisch dichte Landschaftstotalen und er lässt mit diesen langen Einstellungen dem Zuschauer auch die Zeit, sich in sie zu vertiefen. Die Filmmusik im Neo-Country Stil verstärkt die poetische Wirkung noch und der Witz des Films lässt sich vor diesem Hintergrund noch trockener servieren. Denn Yvan und Elie sind ein komisches Paar, das zudem auf seiner Reise durchweg skurrilen Zeitgenossen begegnet. Ein Wahrsager mit einer makaberen Sammelleidenschaft oder ein hilfsbereiter Autofahrer, der offenbar der Kleidung gänzlich abgeschworen hat, geben dem Film immer wieder eine bizarre Note, aber einer der komischen Höhepunkte des Films besteht einfach nur darin, dass die beiden in einem kalten Bach baden und sich gegenseitig bespritzen.

    Filmisch arbeitet Bouli Lanners oft mit Auslassungen. Vieles passiert außerhalb des Bildrahmens und wird durch Geräusche (wie das Knarren des sich wiegenden Wohnwagens) oder Gesprächsfetzen (wie der Streit zwischen Elie und seinem Vater) vermittelt. Durch diesen minimalistischen Stil zwingt der Film den Zuschauer dazu, mitzudenken und sich dadurch intensiver auf die Geschichte einzulassen.

    Es ist natürlich auch komisch, wenn Yvan am Anfang des Films minutenlang mit seinem Bett redet, unter dem Elie liegt und zuerst nicht einmal antwortet. Aber es ist auch sehr bewegend, wenn man nicht sieht, sondern hört und erahnt, was am Schluss mit Elie passiert.

    Aber trotz all dieser Qualitäten würde der Film nicht so begeistern, wenn seine Protagonisten nicht solch ein außergewöhnliches Paar wären: seltsam, verletzt, verletzlich, vom Pech verfolgt und dabei auf eine rührende Weise würdevoll. Die beiden begleitet man gerne auf ihrer Reise. Ob man selber auch mit in diesem Auto sitzen möchte, ist eine ganz andere Frage.

    Quelle: Deutsche Film- und Medienbewertung (FBW)

Kritikerrezensionen

  • Poetisches Roadmovie aus Belgien mit einer heftigen Dosis schwarzen Humors und zwei unwiderstehlichen Losern mit stacheligem Charme.

    Das belgische Kino krempelt die Ärmel auf: Nach Christophe van Rompaeys wunderbarer Alltagskomödie “Neulich in Belgien” mit der umwerfenden Barbara Sarafian folgt nun ein neuer cineastischer Coup: Bouli Lanners komisch-melancholische Buddydramödie, in dem der Regisseur und Buchautor auch die Hauptrolle spielt, den nicht mehr ganz jungen Yvan, der alte Amischlitten ohne großen Erfolg vertickt. Ein kurioser Typ zum Knuddeln.

    Als er abends bei der Heimkehr Einbruchspuren entdeckt und sich der Bösewicht ausgerechnet unter seinem Bett versteckt, wartet er erst einmal ab und entdeckt nach einem Nickerchen den Dieb im Treppenhaus, wie er sich morgens still davon schleichen will. Ein kümmerliches Häufchen Elend, das ein paar Münzen für den Bus stehlen wollte, kein gefährlicher Krimineller. Statt die Polizei zu rufen entdeckt Yvan sein Herz für den Junkie und verspricht, Elie zu seinen Eltern an die Grenze Frankreichs zu kutschieren. Eine verrückte Reise im klapprigen Chevrolet durch die wallonische Landschaft voller Überraschungen, Annäherungen und skurrilen Begegnungen, die in leiser Wehmut und Enttäuschung endet.

    In dieser liebenswerten und mit Absurdität gespickten “comédie humaine” stimmt alles, von den beiden Schauspielern bis hin zur Originalmusik. Beide scheitern beim Versuch, die Stücke von zerbrochenem Leben wieder zu einem halbwegs Ganzen zusammenzukitten, Geschehenes ungeschehen zu machen. So mündet der Besuch bei Elies Eltern im Desaster, auch wenn Yvan den verlorenen Sohn des Hauses dazu bringt, den Garten zur Freude der Mutter umzugraben, eine Tätigkeit, die dem von Drogen geschwächten Jüngling einiges abverlangt. Keiner der wortkargen Außenseiter kann aus seiner Haut heraus, jeder bleibt einsam und den Träumen und Wünschen seiner Vergangenheit überlassen.

    Lanners will seine Heimat aber nicht als graues und trauriges Land zeigen, sondern als vergnüglichen Ort – gedreht in opulentem 35mm mit Bildern, die Assoziationen an die Weite von Montana wecken. Der von Belgien für den Auslands-Oscar eingereichte zauberhafte Film “Eldorado” macht rundum glücklich. Nicht umsonst bedeutet Eldorado auch Paradies. mk.

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