El Medina - Die Stadt

Kinostart: 30.08.2001

Filmhandlung und Hintergrund

Die epische Selbstsuche eines jungen Ägypters zwischen zwei Kulturen, der in Paris von einer Bühnenkarriere träumt.

Ali arbeitet bei seinem Vater auf dem Markt von Kairo, träumt jedoch von einer Bühnenkarriere in Paris. Schließlich macht er sich auf dorthin und verlässt dafür seine Geliebte und Freunde. Statt auf der Bühne landet er jedoch im Boxring, wo er sich als Illegaler durchschlagen muss. Als er, übel vermöbelt, sein Gedächtnis verliert, kehrt er nach Kairo zurück, wo er sich doch noch einen Traum erfüllen kann.

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Kritikerrezensionen

  • El Medina - Die Stadt: Die epische Selbstsuche eines jungen Ägypters zwischen zwei Kulturen, der in Paris von einer Bühnenkarriere träumt.

    Ägypten ist bei uns vor allem durch die Filme von Altmeister Youssef Chahine (zuletzt „Der Andere“) präsent, dessen Schüler Yousry Nasrallah an den Drehbüchern und der Regie von „Adieu Bonaparte“ und „Für immer…Alexandrien“ mitarbeitete. Der nach „Mercedes“ (1993) zweite eigene Spielfilm Nasrallahs führt als Story einer eigenwilligen Identitätsfindung durch Gedächtnisverlust in die Armenviertel von Kairo und Paris und besticht durch die Konsequenz, mit der die kleinen Fluchten des jungen Ali als individuelles und globales Problem gezeichnet werden.

    Ali träumt vom Theater und sieht sich als Schauspieler, muss aber im Viertel Rod-El-Farad erkennen, dass ihn alle nach ihrem Bilde formen wollen. Er setzt sich nach Paris ab, tritt in gezinkten Boxkämpfen im Arbeiter- und Einwandererviertel Ménilmontant auf, wird beinahe von der Mafia umgebracht, verliert das Gedächtnis, findet spontane Liebe bei einer Krankenschwester, wird abgeschoben und sieht in Kairo Eltern, Freundin und Bekannte mit neuen Augen. Die Städte sind keine Heimstatt für Ali geworden, die kleine Odyssee führt letztlich, wie in dem Gedicht von Konstantinos Kvafis, das den Film inspirierte, zur Selbstfindung.

    Nasrallahs Blick ist präzise, kritisch, sensibel und deutlich an Chahines Erzählweise orientiert, etwa auf dem Markt, der abgerissen wird, auf dem Volksfest oder in Paris, wo sich illegale Einwanderer ohne Papiere austauschen. Bei den Paris-Szenen wirkte Claire Denis am Drehbuch mit, Roschdy Zem setzt in den 20 Minuten, in denen er als Alis doppelzüngiger Mentor und „Schindler der Araber“ auftaucht, makellose Schauspielakzente. Minimal budgetiert und mit Digitalkamera aufgenommen, wirkt „El Medina“ durch geschickte Farbdramaturgie und Montage, was Nasrallah bei Chahine lernte, wesentlich intensiver. Für Programmkinos mit Weitblick eine Empfehlung. ger.

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