El Club

   Kinostart: 05.11.2015

El Club: Bitterböses Drama über eine WG von Ex-Priestern, die in einem kleinen chilenischen Küstenort wohnen und von ihrer Vergangenheit eingeholt werden.

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„El Club“ im Kino

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Filmhandlung und Hintergrund

Bitterböses Drama über eine WG von Ex-Priestern, die in einem kleinen chilenischen Küstenort wohnen und von ihrer Vergangenheit eingeholt werden.

In einem kleinen Haus an der chilenischen Küste fristen vier Priester ein routiniertes Leben, das auf den ersten Blick einen sorgenfreien Alltag bietet. Die vier Geistlichen verbringen ihre Zeit mit Beten und gelegentlichen Hunderennen, aus denen sie durch ihren eigenen Windhund einen kleinen Nebenverdienst gewinnen können. Dieser eigentlich entspannte Lebensalltag wird allerdings durch die Anwesenheit der strengen Ordensschwester Mónica (Antonia Zegers) etwas getrübt, die aber aus gutem Grund das Leben der Männer unnachgiebig beaufsichtigt. Denn die vier Priester sind bei weitem nicht derart harmlos, wie es scheinen mag. Sie alle haben schwere Sünden auf sich geladen und grauenvolle Verbrechen begangen, indem sie Kinder entführt und misshandelt haben. Aufgrund dieser indiskutablen Vergehen wurden sie von der Kirche exkommuniziert.Bei ihrem Aufenthalt in dem Haus an der chilenischen Küste handelt es sich auch nicht um ein ruhiges Ausklingenlassen ihres Lebensabends, sondern um eine Art kirchliches Exil.

Dieser alltägliche Trott, bei dem sie ihre Sünden bereuen sollen, wird eines Tages von der Ankunft eines fünften Priesters unterbrochen. Nach einem erfreuten Empfang steht allerdings ein Mann vor dem Haus und erhebt schwere Vorwürfe gegen den Neuankömmling, der sich anscheinend seiner Schuld nicht stellen will und Selbstmord begeht. Schnell dringt das Ereignis bis zur katholischen Kirche vor, die einen Ermittler an die Küste schickt. In der Folgezeit drohen weitere, dunkle Geheimnisse der Kirche hervorzutreten und es bleibt offen, ob der Ermittler tatsächlich an einer Aufklärung interessiert ist oder alles lieber vertuschen will.

„El Club“ ist ein chilenisches Drama des Regisseurs Pablo Larraín, der sich in seinem Film mit der mangelnden Aufarbeitung von Kindesmissbrauch in der katholischen Kirche befasst. Bei den 65. Internationalen Filmfestspielen in Berlin gewann „El Club“ den Silbernen Bären (Großer Preis der Jury) und ist der chilenische Bewerber um den Oscar als Bester fremdsprachgier Film bei der 88. Verleihung der Academy Awards.

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Kritikerrezensionen

  • El Club: Bitterböses Drama über eine WG von Ex-Priestern, die in einem kleinen chilenischen Küstenort wohnen und von ihrer Vergangenheit eingeholt werden.

    Bitterböses Drama über eine WG von Ex-Priestern, die in einem kleinen chilenischen Küstenort wohnen und von ihrer Vergangenheit eingeholt werden.

    Neben „El botón de nácar/The Pearl Button“ von Patricio Guzmán war Pablo Larraíns „El Club“ der zweite Film im Wettbewerb der 65. Berlinale, der in Chile spielt. Dabei ist Larraíns Abrechung mit der katholischen Kirche der noch bitterer und vor allem bedeutend zynischere der beiden. In einen kleinen Küstenort entführt Larraín, der für sein politisches Drama „No“ bereits eine Oscar-Nominierung für den besten fremdsprachigen Film erhielt. Dort lebt in einem Haus eine Gruppe von Priestern zusammen mit einer Schwester. Dass mit den Kirchenmännern allerdings irgendwas nicht stimmt, wird schnell klar. Jeder für sich hat ein Verbrechen begangen, dass ihn die Ausübung der Priesterschaft verbietet. Da sich die katholische Kirche aber auch um ihre schwarzen Schafe aufopferungsvoll kümmert, sollen sie nun in der Einöde ein Leben in Buse führen.

    Mit dem ordentlich eingerichteten Leben ist es allerdings schlagartig vorbei, als ein neuer Gast in die Wohngemeinschaft geschickt wird. Dieser hat in der zerzausten Gestalt eines Obdachlosen seine zu verdrängende Vergangenheit mitgebracht. Kurz nach Ankunft steht dieser sich Sandokán nennende Mann vor der Tür des Priesterheims und schreit im Suff detailgenau den Gottesmännern die unmenschlichen Verbrechen entgegen, die das neue Mitglied der eingeschworenen Gemeinschaft ihm als kleinen Jungen in einem Heim angetan hat, worauf sich der Angeklagte kurzerhand in den Kopf schießt. Fortan sorgt Sandokán, der sich in der Gemeinde niederlässt, auch bei den restlichen klerikalen Verbrechern für Unruhe. Nach und nach kommen, unterstützt von einem von der Kirche zur Aufklärung des Selbstmords beauftragten Priesters, die restlichen Untaten ans Licht, bis sich die drückende Stimmung in einer blutigen Nacht bahnbricht, allerdings nicht gegen die Übeltäter.

    Larraín hat seinen Film mit einer klaren Agenda gedreht. Hier hat jemand überdeutlich eine Rechnung mit der Institution Kirche und ihren scheinheiligen Mechanismen, die lediglich dem Selbsterhalt dienen, zu begleichen. Wie der Regisseur dies bewerkstelligt, ist hochgradig gekonnt. Der Film ist trotz einiger Schmunzler, gerade zu Beginn, im besten Sinne unangenehm. Immer wieder bleibt dem Zuschauer auch das Lachen im Halse stecken und in der zweiten Hälfte gönnt Larraín dem Publikum gar keine erleichternden Ausflüchte mehr. Man kann nur noch fassungslos mit dem Kopf schütteln angesichts der Gräuel, die sich auf der Leinwand auftun. Identifikationsfiguren gibt es keine. Selbst das Opfer Sandokán ist durch die Verbrechen, die ihm angetan wurden, eine zerstörte Seele. Da macht er auch keinen Unterschied mehr zwischen Pädophilie und Homosexualität. Alles Sexuelle ist für ihn krank. Konsequent taucht Larraín seine Geschichte, trotz des pitoresken Handlungsorts, nie in schöne Bilder. Alles ist ausgewaschen und kontrastlos. Sein Blick auf das moderne Chile ist hoffnungslos und fordernd, gleichzeitig aber auch nahezu perfektes politisches Kino. mahe.

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